Stilzendorf ist ein Gemeindeteil der Stadt Schillingsfürst im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Stilzendorf hat eine Fläche von 8,807 km². Sie ist in 850 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 10.361,64 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Altengreuth, Bronnenhaus, Leipoldsberg, Neureuth und Schorndorf.
Geographie Das Dorf liegt in Hanglage des Schillingsfürster Plateaus und ist von Grünland mit vereinzeltem Baumbestand und Ackerflächen umgeben. Es entspringen dort der Schweikhartswindener Bach und der Stilzendorfer Bach, die 1,5 km weiter nordöstlich zum Traisdorfer Bach zusammenfließen. 0,5 km südöstlich befindet sich die bewaldete Anhöhe Kleiner First. Die Kreisstraße AN 27 führt nach Schillingsfürst (0,8 km südwestlich) bzw. nach Gastenfelden zur AN 34 (3 km nordöstlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Schafhof (1,2 km westlich) und nach Traisdorf zur AN 34 (2 km nordöstlich).
Geschichte Der Ort hieß früher auch „Stulzingsdorf“ und „Stilzesdorf“.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es 22 Untertansfamilien. Grundherren waren das hohenlohische Amt Schillingsfürst (21) und die Reichsstadt Rothenburg (1).J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 5, Sp. 448.
1806 kam Stilzendorf an das Königreich Bayern. Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jahrhundert) wurde der Steuerdistrikt Stilzendorf gebildet. Zu diesem gehörten Altengreuth, Leipoldsberg, Neureuth, Obermühle, Schorndorf und Untermühle. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Stilzendorf, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Herrschaftsgericht Schillingsfürst zugeordnet (1840 in das Landgericht Schillingsfürst umgewandelt) und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Colmberg. Ab 1824 gehörte Schillingsfürst zum Rentamt Rothenburg ob der Tauber (1919 in Finanzamt Rothenburg ob der Tauber umbenannt). Bronnenhaus wurde nach 1861 von Schillingsfürst nach Stilzendorf umgemeindet. Ab 1862 übernahm das neu gebildete Bezirksamt Rothenburg ob der Tauber die Verwaltung (1939 in Landkreis Rothenburg ob der Tauber umbenannt). In der Gerichtsbarkeit blieb das Landgericht Schillingsfürst zuständig (1879 in Amtsgericht Schillingsfürst umbenannt), von 1928 bis 1973 war es das Amtsgericht Rothenburg ob der Tauber. Die Gemeinde Stilzendorf hatte 1964 eine Gebietsfläche von 8,827 km². Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde diese am 1. Januar 1972 nach Schillingsfürst eingemeindet.
Baudenkmäler Haus Nr. 18: zugehörig Fachwerkscheune, wohl 18. Jahrhundert, später erweitert Haus Nr. 22: erdgeschossiges Wohnstallhaus, Bau der Biedermeierzeit, um 1830, Zwerchgiebel 1934
Bodendenkmäler In der Gemarkung Stilzendorf gibt es drei Bodendenkmäler.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Stilzendorf Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 371 354 332 350 333 330 347 344 362 359 348 332 320 341 328 347 328 324 309 509 463 404 323 313HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 66 69 72 69 73 72 66 64 63 Quelle Für die Gemeinde Stilzendorf zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Altengreuth (S. 4), Leipoldsberg (S. 53), Neureuth (S. 63), Schorndorf (S. 83) und Untere Mühle (S. 95). Laut Historischem Gemeindeverzeichnis 1953 hatte die Gemeinde 333 Einwohner.
Ort Stilzendorf Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 130 133 125 137 109 118 115 187 135 124 84Häuser 24 22 24 25 25 24 23 24Quelle
Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Kilian (Schillingsfürst) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Kreuzerhöhung (Schillingsfürst) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Ortsteil von Schillingsfürst Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach