Der Große Preis von Italien 1975 (offiziell XLVI Gran Premio d’Italia) fand am 7. September auf dem Autodromo Nazionale di Monza in Monza statt und war das 13. Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1975.

Berichte

Hintergrund Am Wochenende nach dem Großen Preis von Österreich nahmen einige Formel-1-Piloten an dem nicht zur Weltmeisterschaft zählenden Großen Preis der Schweiz teil, der wegen des in der Schweiz geltenden Motorsportverbotes im französischen Dijon ausgetragen wurde. Mit Clay Regazzoni wurde ein Schweizer Sieger dieses Rennens.

Niki Lauda reiste mit komfortabler Führung in der Weltmeisterschaftswertung zum vorletzten WM-Lauf der Saison nach Monza. Er benötigte lediglich noch einen halben Punkt, um seinen ersten Weltmeistertitel rechnerisch sicherzustellen. Sein einziger verbliebener Konkurrent Carlos Reutemann hatte nur noch Chancen auf den Titelgewinn, wenn Lauda bei beiden noch ausstehenden Rennen punktelos bleiben würde und er selbst beide Läufe für sich entscheiden könnte. In der Konstrukteurswertung ging es deutlich enger zu: Ferrari führte mit 3,5 Punkten vor Brabham und mit 13,5 Punkten vor McLaren. Hier konnten alle drei Teams noch Weltmeister werden.

Das Penske-Team verzichtete nach dem Tod von Stammfahrer Mark Donohue auf die Teilnahme. Das Team Surtees war ebenfalls nicht am Start. Frank Williams vermietete den zweiten Wagen seines Teams an den italienischen Debütanten Renzo Zorzi. Bei Copersucar vertrat Arturo Merzario den Teamchef und Stammfahrer Wilson Fittipaldi und bekam dadurch ebenfalls die Möglichkeit, an seinem Heimrennen teilzunehmen. Beim Team Lotus wurde Brian Henton durch Jim Crawford ersetzt, der bereits den Großen Preis von Großbritannien für das Team bestritten hatte.

Mit Ronnie Peterson (zweimal) und Emerson Fittipaldi (einmal) traten zwei ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an.

Training mini|Rennstart mini|Niki Lauda feiert den Weltmeistertitel Das Trainingsergebnis entsprach den Wünschen der meisten der rund 200.000 Zuschauer, unter denen sich neben Einheimischen auch zahlreiche angereiste Fans aus der nahen Schweiz und Österreich befanden: Die beiden Ferrari qualifizierten sich für die erste Startreihe, wobei Lauda seine achte Pole-Position des Jahres erreichte.

Die zweite Reihe teilte sich der noch amtierende Weltmeister Fittipaldi mit Tyrrell-Pilot Jody Scheckter. Es folgte Fittipaldis McLaren-Teamkollege Jochen Mass neben Tony Brise, der mit dem Hill GH1 eine starke Trainingsleistung gezeigt hatte. Reutemann, James Hunt, Vittorio Brambilla und Carlos Pace komplettierten die Top Ten der Startaufstellung.

Rennen Regazzoni ging in Führung, setzte sich allerdings zunächst kaum von seinen Verfolgern Lauda, Mass und Scheckter ab. Noch während der ersten Runde übernahm Scheckter den dritten Rang von Mass. Als sich das nach wie vor dicht gedrängte Feld zu Beginn der zweiten Runde der ersten Schikane näherte, verlor Scheckter die Kontrolle über sein Fahrzeug und löste eine Serie von Kollisionen aus, die für Peterson, Mario Andretti und Brise das Ende des Rennens bedeuteten. Einige weitere Piloten fielen wenig später aufgrund von Folgeschäden aus, darunter die deutschen Fahrer Mass und Rolf Stommelen.

Davon unbeeindruckt führten die beiden Ferrari das Feld weiterhin an, gefolgt von Reutemann, Fittipaldi, Hunt und Patrick Depailler. In der zehnten Runde überholte Depailler den vor ihm liegenden Hunt. Vier Runden später gelang dies auch Fittipaldi gegenüber Reutemann.

Nachdem Depailler durch einen Fahrfehler kurz die Strecke verlassen hatte, sortierte er sich hinter Hunt und Tom Pryce auf dem siebten Rang wieder ein. Während der folgenden Runden duellierten sich Hunt und Pryce um den fünften Platz.

In der Schlussphase gelang es Fittipaldi, an Lauda vorbeizuziehen und den zweiten Platz zu belegen. Er konnte dadurch jedoch nicht mehr verhindern, dass Lauda ihn mit dem Fallen der Zielflagge als amtierenden Weltmeister der Formel 1 ablöste.

Meldeliste Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 1 McLaren M23 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 2 3 Tyrrell 007 4 5 Lotus 72E 6 7 Brabham BT44B 8 9 March 751 10 29 11 Ferrari 312T Ferrari 015 3.0 F12 12 14 BRM P201 BRM P200 3.0 V12 16 Shadow DN5 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 17 Shadow DN7 Matra MS73 3.0 V12 20 Williams FW03 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 21 Williams FW04 22 Hill GH1 23 24 Hesketh 308 25 27 Parnelli VPJ4 30 Copersucar FD03 31 Ensign N174 32 Ensign N175 Warsteiner Brewery 34 Hesketh 308 35 Maki F101C

Klassifikationen Startaufstellung Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Ø-Geschwindigkeit Start 1 1:32,24 225,585 km/h 1 2 1:32,75 224,345 km/h 2 3 1:33,08 223,550 km/h 3 4 1:33,27 223,094 km/h 4 5 1:33,29 223,046 km/h 5 6 1:33,34 222,927 km/h 6 7 1:33,44 222,688 km/h 7 8 1:33,73 221,999 km/h 8 9 1:33,90 221,597 km/h 9 10 1:34,17 220,962 km/h 10 11 1:34,22 220,845 km/h 11 12 1:34,36 220,517 km/h 12 13 1:34,61 219,934 km/h 13 14 1:34,71 219,702 km/h 14 15 1:34,72 219,679 km/h 15 16 1:35,29 218,365 km/h 16 17 1:35,43 218,045 km/h 17 18 1:35,48 217,930 km/h 18 19 1:35,56 217,748 km/h 19 20 1:35,61 217,634 km/h 20 21 1:36,11 216,502 km/h 21 22 1:36,19 216,322 km/h 22 23 1:36,44 215,761 km/h 23 24 1:37,06 214,383 km/h 24 25 1:37,14 214,206 km/h 25 26 1:37,33 213,788 km/h 26 DNQ Da das Teilnehmerfeld auf 26 Wagen begrenzt war, scheiterten Wunderink und Trimmer an der Qualifikation. 1:37,64 213,109 km/h – DNQ 1:39,44 209,252 km/h – Anmerkungen

Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde 1 52 0 1:22:42,6 2 1:33,1 (47.) 2 52 0 + 16,6 3 1:33,6 (42.) 3 52 0 + 23,2 1 1:33,8 (42.) 4 52 0 + 55,1 7 1:34,6 (50.) 5 52 0 + 57,1 8 1:34,7 (42.) 6 52 0 + 1:15,9 14 1:34,9 (23.) 7 51 0 + 1 Runde 12 1:35,6 (20.) 8 51 1 + 1 Runde 4 1:34,5 (45.) 9 51 1 + 1 Runde 17 1:35,0 (35.) 10 50 0 + 2 Runden 21 1:36,5 (43.) 11 48 0 + 4 Runden 26 1:39,4 (16.) 12 48 2 + 4 Runden 19 1:35,4 (45.) 13 46 1 + 6 Runden 25 1:37,7 14 46 1 + 6 Runden 22 1:38,8 (36.) – 32 0 DNF 13 1:36,6 (27.) – 21 0 DNF 24 1:39,1 (16.) – 15 0 DNF 16 1:37,5 (8.) – 7 0 DNF 18 1:38,3 (7.) – 6 0 DNF 10 1:38,1 (6.) – 3 0 DNF 23 1:59,8 (3.) – 2 0 DNF 5 1:43,2 (1.) – 1 0 DNF 11 1:45,5 (1.) – 1 0 DNF 6 1:46,2 (1.) – 1 0 DNF 15 1:47,0 (1.) – 1 0 DNF 9 3:06,8 (1.) – 0 0 DNF 20 –

WM-Stände nach dem Rennen Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e). In der Konstrukteurswertung zählten nur die Punkte des bestplatzierten Fahrers eines Teams. Es zählten nur die besten sieben Ergebnisse aus den ersten acht Rennen und die besten fünf aus den letzten sechs Rennen. Streichresultate sind in Klammern gesetzt.

Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 1 Ferrari 55,52McLaren-Ford 39 3 Brabham-Ford 374Hesketh-Ford 305Ferrari 25 6 Brabham-Ford 247Tyrrell-Ford 19 8 McLaren-Ford 169Tyrrell-Ford 12 10 Shadow-Ford 8 11 March-Ford 6,512Williams-Ford 613Parnelli-Ford 514Lotus-Ford 415 †Penske-Ford 416Lotus-Ford 317Hesketh-Ford / Hill-Ford 218Shadow-Ford 1,519Ensign-Ford 120Williams-Ford / Hill-Ford 121March-Ford 0,522Lola-Ford / Hill-Ford 023Surtees-Ford 024Hesketh-Ford 0 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte25B.R.M. 026Lola-Ford 0 27 Hesketh-Ford 028Copersucar-Ford 029Lotus-Ford 030Hesketh-Ford 031Williams-Ford / Copersucar-Ford 032Ensign-Ford 033Tyrrell-Ford / Williams-Ford 034Tyrrell-Ford 035Lotus-Ford 036Lotus-Ford 037McLaren-Ford 038Williams-Ford 039Williams-Ford 040Lotus-Ford 041Lyncar-Ford 0 42 Surtees-Ford 0–B.R.M. 0–Ensign-Ford 0–Hill-Ford 0–Hill-Ford 0–March-Ford 0–Williams-Ford 0

Konstrukteurswertung Pos. Konstrukteur Punkte 1 63,52 54 (56)3 47 4 305 246 9,57 7,58 7 9 6 Pos. Konstrukteur Punkte 10 511 312 213 1 14 015 0 16 017 0– 0 Weblinks

Rennergebnis auf der offiziellen Website der Formel 1

Einzelnachweise

#1975 Italien Kategorie:Sportveranstaltung in Monza Kategorie:Autodromo Nazionale di Monza