mini|Ernestine von Wildenbruch, Gemälde von Eduard Magnus, 1848 mini|Louis von Wildenbruch nach einem Gemälde von Franz Krüger, 1832
Ferdinande Christiane Friedrike Charlotte Ernestine von Wildenbruch, geborene von Langen (* 31. Oktober 1805 in Neumarkt, Schlesien; † 2. Januar 1858 in Berlin) war eine Berliner Salonnière und Mutter des Schriftstellers Ernst von Wildenbruch.
Leben Ernestine war die Tochter des preußischen Kapitäns und späteren Kommandanten von Saarlouis Ferdinand Carl von Langen (1765–1820) und dessen zweiter Ehefrau Christiane Eleonore, geborene von Schick (1774–1805). Da die Mutter kurz nach Ernestines Geburt verstarb, nahm sie der Freund und damalige Vorgesetzte des Vaters, Oberst Carl Andreas von Boguslawski, als Pflegetochter in sein Haus auf.
Im Jahre 1827 wurde sie Hofdame der Fürstin Luise Radziwiłł. Im Palais Radziwill, dem damaligen Zentrum des gesellschaftlichen Lebens in Berlin, lernte sie den Pflegesohn der Fürstin, Louis von Wildenbruch (1803–1874), ein Sohn des Prinzen Louis Ferdinand von Preußen aus einer Beziehung mit der Kaufmannstochter Henriette Fromme (1783–1828), kennen. Nach der Hochzeit am 9. August 1837 auf Schloss Kochberg, dem Sitz ihrer Jugendfreundin Louise von Stein, der Schwiegertochter Charlotte von Steins, trat ihr Mann aus dem militärischen in den diplomatischen Dienst über. Ab 1842 lebte sie mit der FamilieDer Ehe mit Louis von Wildenbruch entstammen sechs Kinder: Luise Rahel (1838–1918) ⚭ Paul Graf Yorck von Wartenburg Margarete (*/† 1839) Berta (1841–1843) Emin (1842–1893), preußischer Oberst à la suite des Generalstabs Ernst (1845–1909) Ludwig (1846–1930), preußischer Generalleutnant in Beirut, wohin ihr Mann mit der Ernennung zum preußischen Generalkonsul für Syrien versetzt worden war.
Während eines Heimaturlaubs wurde sie durch die revolutionären Ereignisse in Deutschland bis 1850 in Berlin festgehalten. Sie lebte im Palais Radziwill, wo sie einen politischen Salon führte. Danach folgte sie ihrem Mann auf die Gesandtschaftsposten nach Athen und Konstantinopel. Auf Grund einer schweren Krebserkrankung kehrte sie 1857 nach Deutschland zurück, wo sie nach schwerem Leiden in ihrer Berliner Wohnung am Ziehtenplatz 33 verstarb. Sie wurde auf dem Alten Garnisonfriedhof an der Seite ihrer Pflegeeltern beerdigt. Das Grab ist nicht erhalten, lässt sich aber lokalisieren.Petra Wilhelmy-Dollinger: Die Berliner Salons: mit historisch-literarischen Spaziergängen. Walter de Gruyter. Berlin 1999. S. 418.
Wirkung Ernestine von Wildenbruch war in Hof- und Diplomatenkreisen sowie im Auswärtigen Amt eine angesehene Persönlichkeit, auf deren Erfahrung und Urteil man Wert legte. Auf die diplomatische Tätigkeit ihres Mannes nahm sie großen Einfluss. In ihrem Salon verkehrten während der Zeit der politischen Erhebung bevorzugt königstreue Kreise.
Marie von Bunsen urteilte über Ernestine von Wildenbruch:
Schriften Briefe Ernestine von Wildenbruchs 1842–1857. In: Aus der preussischen Hof- und Diplomatischen Gesellschaft. Albert von Boguslawski (Hrsg.), Stuttgart und Berlin 1903.
Literatur Hedwig Abeken (Hrsg.): Heinrich Abeken. Ein schlichtes Leben in bewegter Zeit. Mittler und Sohn, Berlin 1904. Hedwig Abeken (Hrsg.): Hedwig von Olfers, geb. v. Staegemann 1799–1891. Ein Lebenslauf. Bd. 2: Erblüht in der Romantik, gereift in selbstloser Liebe. Aus Briefen zusammengestellt. 1816–1891. Mittler und Sohn, Berlin 1914. Marie von Bunsen: Die Frau und die Geselligkeit. Leipzig 1916. Berthold Litzmann: Ernst von Wildenbruch. Grote, Berlin 1913–16. Petra Wilhelmy: Der Berliner Salon im 19. Jahrhundert (1780–1914). In: Veröffentlichungen der Historischen Kommission zu Berlin. Band 73, Berlin 1989. Petra Wilhelmy-Dollinger: Die Berliner Salons: mit historisch-literarischen Spaziergängen. Walter de Gruyter, Berlin 1999.
Einzelnachweise
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