Todtnau ist eine Stadt und staatlich anerkannter LuftkurortMartin Klabund: Ganz Todtnau ist nun ein Luftkurort. In Badische Zeitung vom 11. August 2021; abgerufen am 12. August 2021 im Südschwarzwald im Landkreis Lörrach in Baden-Württemberg (Deutschland).
Geographie Todtnau liegt im Südschwarzwald zwischen Feldberg und Belchen in 570 bis 1390 Metern Höhe im Wiesental. Mehr als 60 % des Gemeindegebiets sind von Wald bedeckt.
Stadtgliederung Zur Stadt Todtnau mit den früher selbständigen und in den 1970er Jahren eingemeindeten Gemeinden Aftersteg, Geschwend, Muggenbrunn, Präg, Schlechtnau und Todtnauberg gehören die Stadt Todtnau und 25 weitere Dörfer, Weiler, Zinken, Höfe und Häuser: Aftersteg: Dorf Aftersteg, Weiler Hasbach Geschwend: Dorf Geschwend, Häuser Gisiboden (auch Dießenboden) und Grafenmatte Muggenbrunn: Dorf Muggenbrunn Präg: Dörfer Präg (Hinter- und Vorderdorf) und Herrenschwand, Hof Präger Böden und Haus Weißenbach Schlechtnau: Dorf Schlechtnau und Häuser Kressel Todtnau (in den Grenzen von 1971): Stadt Todtnau, Stadtteile Brandenberg und Fahl,Hauptsatzung der Stadt Todtnau, §12, abgerufen am 7. Januar 2025 (PDF) Siedlung Auf der Säge, Weiler Poche, Haus Notschrei, sowie seit 1973 ein FeriendorfTodtnau. In: S. 669 des Deutschen Erholungswerks Todtnauberg: Dorf Todtnauberg, Weiler Ennerbach, Hangloch und Rütte, Zinken Büreten, Hof Ebenehof, Häuser Hornmatt und Radschert
Im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Präg liegt die Wüstung Schloß.Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 901–906
Einwohnerzahl der zehn Stadtteile am 2. Januar 2024
mini|hochkant=1.5|Gemeindegliederung von Todtnau Stadtteil Einwohnerzahl Todtnau 2233 Todtnauberg 674 Geschwend 409 Schlechtnau 358 Brandenberg 327 Aftersteg 316 Muggenbrunn 288 Präg 251 Herrenschwand 105 Fahl 22 Stadt Todtnau 4983
Nachbargemeinden Todtnau grenzt (im Uhrzeigersinn von Norden beginnend) an die Gemeinden: Oberried und Feldberg (Schwarzwald) im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, St. Blasien, Bernau im Schwarzwald und Todtmoos im Landkreis Waldshut, Häg-Ehrsberg, Schönau im Schwarzwald, Fröhnd, Utzenfeld und Wieden im Landkreis Lörrach und Münstertal/Schwarzwald im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald.
Geschichte Bis zum 18. Jahrhundert mini|Todtnau 1873, drei Jahre vor dem Stadtbrand Die Besiedlung der Gegend begann im 6. Jahrhundert durch die Alamannen. Urkundlich erstmals erwähnt wurde Todtnau 1025 in einer Urkunde König Konrads II. Seit 1125 unterstand der Ort der Gerichtsbarkeit der Zähringer. Nach dem Erlöschen des Geschlechts ging das Recht 1218 an die Staufer über. 1288 war das Gründungsjahr als Pfarrei. Bereits 1283 wurde Todtnauberg erwähnt, das – ebenso wie das 1352 erwähnte Aftersteg – als Bergbausiedlung entstanden war. Todtnau war um diese Zeit das Zentrum des Silberbergbaus im Südschwarzwald und gehörte mit seiner Umgebung damals als Vogtei zum Kloster St. Blasien. Während die Bauernsiedlung Aftersteg 1352 aus drei Häusern und Scheunen bestand, waren in diesem Jahr in Todtnau bereits zehn Häuser um die Kirche, 23 Einsiedlerhöfe und 23 Erzmühlen zu finden. Im 14. Jahrhundert nannte sich ein Zweig des Freiburger Adelsgeschlechts von Falkenstein „von Todtnau“. Günse von Todtnau, wohl eine Tochter des in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts erwähnten Peter von Todtnau (Totenouwe), wird gemeinsam mit ihren beiden Söhnen Hamman und Thomans sowie ihrer Tochter Grete als Witwe des Edelknechts Hildebrand von Falkenstein bezeichnet.Münsterbau-Verein, Freiburger Münsterblätter: Halbjahrsschrift für die Geschichte und Kunst des Freiburger Münsters — Band 6, 1910 Sie nannten sich jedoch nicht nach dem Namen des Vaters, sondern nach jenem der Mutter. Ein Johannes von Todtnau wird noch in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts als Zeuge genannt.Münsterbau-Verein, Freiburger Münsterblätter: Halbjahrsschrift für die Geschichte und Kunst des Freiburger Münsters — Band 7, 1911, S. 70 Im 17. Jahrhundert war die Blütezeit des Silberbergbaus bereits vorbei, und spätestens durch den Dreißigjährigen Krieg verarmten die ehemals reichen Bergleute und waren gezwungen, ihren Lebensunterhalt in der Landwirtschaft zu bestreiten.
Von 1366 bis 1805 gehörte Todtnau zu Vorderösterreich, danach wurde es badisch.
19. und 20. Jahrhundert Am 24. Juli 1809 erlangte Todtnau das Stadtrecht.
1876 verwüstete ein Großbrand den Ortskern mit der damals im Tal stehenden Kirche und das sogenannte Oberdorf (Oberstraße). Das heutige Ortsbild mit der über dem Tal stehenden Kirche ist ein Ergebnis des darauf folgenden Wiederaufbaus.
Inzwischen sind Todtnau und die Umgebung ein beliebtes Ferienziel im Südschwarzwald. Außerdem war es bis 1967 Endpunkt des „Todtnauerli“, einer Schmalspurbahn, die in Zell im Wiesental begann.
Am 27. Juni 1971 fuhr die Tour de France 1971 durch Todtnau und war Teil der Etappe von Basel nach Freiburg.
Eingemeindungen 1939 wurde Brandenberg-Fahl eingemeindet. Im Zuge der Gemeindegebietsreform in Baden-Württemberg wurden die folgenden Gemeinden nach Todtnau eingemeindet:
1. April 1972: Schlechtnau 1. April 1974: Aftersteg, Geschwend, Muggenbrunn, Präg, Todtnauberg
Politik Gemeinderat In Todtnau wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate verändern. Der Gemeinderat besteht aus den 22 gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.
Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Endergebnis.Wahlinformationen des Kommunalen Rechenzentrums Stuttgart
Parteien und Wählergemeinschaften %2024 Sitze2024 %2019 Sitze2019CDUChristlich Demokratische Union Deutschlands55,491149,412SPDSozialdemokratische Partei Deutschlands26,56526,46FWFreie Wählervereinigung17,95424,26gesamt100,022100,024Wahlbeteiligung66,0 %70,2 %
Bürgermeister Bürgermeister ist seit dem 27. September 2023 Oliver Fiedel. Er wurde am 9. Juli 2023 mit 95,1 Prozent der Stimmen gewählt.
Seit 1809 waren folgende Personen Bürgermeister von Todtnau:Stadt Todtnau (Herausgeber): Todtnau. Stadt und Ferienland im südlichen Hochschwarzwald, Freiburg 1989, S. 358 1809–1814: Peter Thoma 1814–1823: Christian Schubnell 1823–1831: Lorenz Halblitzel 1831–1838: Peter Brender 1838–1842: Josef Kajetan Faller 1842–1848: Lorenz Halblitzel 1848–1849: Kasimir Kaiser 1849–1852: Andreas Asal 1852–1861: Lorenz Halblitzel 1861–1872: Fridolin Wißler 1872–1879: Gottfried Wißler 1879–1891: Fridolin Wißler 1891–1896: Albert Thoma 1896–1923: Karl Otto Keller 1924–1933: Josef Huber 1933–1945: Paul Aßmus 1945 (April–Juli): August Belstler 1945–1948: Josef Kunz 1948–1975: Franz Dietsche 1975–1999: Edmund KellerUlrike Jäger: Vieles voran gebracht. In: Badische Zeitung vom 11. Mai 2011, abgerufen am 17. Januar 2020 1999–2023: Andreas Wießner 2023–: Oliver Fiedel
Wappen Die Blasonierung des Wappens lautet: „In Gold auf grünem Schildfuß ein nach links schreitender Bergmann in silberngeschmückter Tracht mit schwarzen Kappe, einen geschulterten schwarzen Schlägel in der Rechten, eine schwarze Fackel mit roter Flamme in der Linken; an den Armen, durch silberne Riemen gehalten, rechts ein schwarzen Beutel, links zwei schwarze Eisen.“ S. 121
Der Bergmann mit Schlägel ist bereits auf den Todtnauer Siegeln zwischen 1341 und 1699 abgebildet. 1902 gestaltete das Generallandesarchiv Karlsruhe das Wappen, das mit Änderungen in der Farbgebung und Schildform weitergeführt wurde. Das Wappen in der heutigen Form wurde der Stadt 1972 vom baden-württembergischen Innenministerium verliehen.
Die Wappenbeschreibung ist ein Hinweis auf die historische Bedeutung des Silberbergbaus in der Umgebung der Stadt. Auch die Wappen von eingemeindeten Gemeinden zeigen Elemente, die auf den Bergbau verweisen (Aftersteg, Brandenberg, Todtnauberg).
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Todtnauer Wasserfälle, Hauptstufe mini|Hängebrücke „Blackforestline“ Todtnau
Natur und Landschaft Zwischen Todtnau und Aftersteg befinden sich die Todtnauer Wasserfälle, in denen der Stübenbach 97 Meter in die Tiefe stürzt. Sie sind von Parkplätzen bei Todtnauberg und Aftersteg aus erreichbar. Im oberen Talschluss des Wiesentales finden sich die Fahler Wasserfälle mit einer Gesamthöhe von rund 40 Metern. Große Teile des Stadtgebietes von Todtnau sind von den beiden größten Naturschutzgebieten Baden-Württembergs eingenommen, dem Natur- und Landschaftsschutzgebiet Feldberg und dem Gletscherkessel Präg.
Die 450 Meter lange Hängebrücke „Blackforestline“ wurde im Mai 2023 eröffnet.
Auf einem historischen Rundgang durch Todtnau-Muggenbrunn bietet sich die Möglichkeit, eine geschichtliche Reise zu unternehmen. Das Dorf und dessen Vergangenheit können Interessierte auf insgesamt 21 Informationstafeln, die sich unterwegs befinden, kennenlernen. Die Natur des Ortes und ein Ausblick über Muggenbrunn gehören bei dieser Wanderung ebenso dazu wie ein Besuch im ältesten Haus des Dorfes.
Im März 2019 stürzte im Ortsteil Geschwend ein 5,5 Tonnen schwerer Felsbrocken aus 800 Metern Höhe beinahe auf ein Haus am Fuße des Berges. Sieben Monate später, am 23. Oktober, ließ Todtnaus Bürgermeister Andreas Wießner 15 Häuser evakuieren. Auch die Kirche St. Wendelin darf nicht betreten werden. Einige Wochen später durften sechs der Häuser wieder bewohnt werden. Inzwischen wird der Hang mit Ankern und Stahlnetzen gesichert.
Kirchengebäude St. Johannes der Täufer (Todtnau) St. Cornelius (Muggenbrunn) St. Wendelin (Geschwend) St. Anna (Aftersteg) Kapelle (Schlechtnau)
Sport Auf dem südöstlich gelegenen Hasenhorn befindet sich neben einer Mountainbike-Downhill-Strecke und einer im Winter präparierten Schlitten-Rodelpiste mit 3500 m LängeInternetpräsenz der Hasenhorn-Rodelbahn, abgerufen am 22. November 2012. eine 2900 Meter lange Allwetter-Rodelbahn (Sommer- und Winterbetrieb). Die Bahn überwindet einen Höhenunterschied von 385 Metern.
In der Schwarzwald-Kaserne in Todtnau-Fahl gibt es eine Sportfördergruppe der Bundeswehr.
In Todtnau wurde 1891 der älteste deutsche Skiclub gegründet, der Skiclub Todtnau 1891.Homepage des Vereins
In Todtnauberg gibt es fünf Schlepplifte und ein Förderband mit einer Pistenlänge von 13 Kilometern. Immer mittwochs bis freitags gibt es Flutlichtfahren ab 17 Uhr. Mit der Hochschwarzwald-Card können diese Lifte kostenlos genutzt werden, da sie zum Liftverbund Feldberg gehören.
Das ebenfalls in Todtnau ansässige Nordic Center Notschrei mit seiner Nordic Arena ist als DSV-Bundesstützpunkt für Ski Nordisch/Biathlon eine Anlaufstelle für Bundes- und Landeskader-Athleten sowie ergänzend durch Verbands-Kader und Vereine. Auch der Deutsche Behinderten-Sportverband (DBS) und internationale Trainingsgruppen nutzen die Anlage. Die Arena stellt den einzigen wettkampftauglichen Standort für Biathlon in Baden-Württemberg dar, sodass hier nationale und internationale Wettbewerbe durchgeführt werden können. Zum Nordic Center Notschrei gehören außerdem das angrenzende Loipenzentrum und eine Nordic-Schule.
An Ostern 1980 konnte sich eine Mannschaft aus Todtnau bei der deutschen Qualifikation von Spiel ohne Grenzen gegen Walldorf, Bellheim, Bad Wurzach und den Gastgeber Bruchsal durchsetzen und sich für die internationale Spielrunde am 27. Mai 1980 im portugiesischen Vilamoura qualifizieren. Auch hier konnte Todtnau – diesmal gegen sieben europäische Städte – den Wettkampf gewinnen. Mit diesem Sieg konnten sie am 10. September am abschließenden großen Finale im belgischen Namur teilnehmen, wo sie den 4. Schlussrang belegten.Spiel ohne Grenzen, ganze Sendung vom 27. Mai 1980 mit englischem Kommentar
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