Die Grizzlys Wolfsburg, bis Juli 2015 Grizzly Adams Wolfsburg, sind eine deutsche Eishockeymannschaft aus Wolfsburg, die seit der Saison 2007/08 in der Deutschen Eishockey Liga spielt. Der Stammverein EHC Grizzly Adams Wolfsburg 1992 e. V. entstand 1992 aus einem Fanclub, übernahm 1995 nach der Insolvenz des EC Wolfsburg e. V. den Spielbetrieb und ist noch heute für den Betrieb der Nachwuchs- und Amateurmannschaften zuständig. 2004 wurde die Profimannschaft vom Stammverein in die EHC Wolfsburg Grizzly Adams GmbH ausgegliedert.ehc-wolfsburg.de: Die Geschichte des Vereins
Die Grizzlys tragen ihre Heimspiele in der 2006 eröffneten Eis Arena Wolfsburg aus; ihre Vereinsfarben sind Orange und Schwarz. Die bisher größten Erfolge feierte der Club im Jahr 2009 mit dem Gewinn des Deutschen Eishockey-Pokals und 2011 mit dem Einzug in das Play-off-Finale, nachdem die Hauptrunde als Erster abgeschlossen worden war. 2016, 2017 und 2021 gelang ebenfalls der Einzug in die Finalserie. Zwischen 2010 und 2017 standen die Wolfsburger nur einmal nicht im Halbfinale, da man 2012 die Viertelfinalserie mit 0:4 gegen die Straubing Tigers verlor.
Geschichte Die Anfänge im SEC Wolfsburg und TV Jahn Wolfsburg (1964 bis 1986) Saison Liga Platz 1978/79 RL 7. 1979/80 RL 1980/81 RL 2.↑ 1981/82 OL 7. 1983/84 OL 5. 1984/85 OL 6. 1985/86 OL 11. ↑ ↓ in der Auf-/Abstiegsrunde mini|links|Der Schillerteich, Geburtsstätte des Wolfsburger Eishockeys Bereits in den 1960er Jahren war der Eissport in Wolfsburg populär geworden. Ein erster Schritt zum organisierten Spiel erfolgte am 25. Oktober 1964, als sich die Hobbyspieler dem Skiclub Wolfsburg anschlossen und dieser sich fortan SEC (Ski- und Eissport-Club) Wolfsburg nannte. Vom bisher genutzten Schillerteich im gleichnamigen Stadtteil ging es nun in die Bezirkssportanlage Porschestadion, bei der der ursprünglich zum Faustball genutzte Platz im Winter als Spielfläche diente. Da trotz dieser Anlage jedoch kein regelmäßiger Spielbetrieb möglich war, meldete 1967 der SEC ein Team in der Landesliga an, bei der im benachbarten Hannover im Eisstadion am Pferdeturm eine Heimspielstätte gefunden wurde.
Nach dem Anschluss an den TV Jahn Wolfsburg im Jahr 1971 wurden die Punktspiele in der Eishalle von Altenau ausgetragen und es konnten erste Erfolge verzeichnet werden. Neben dem Aufstieg in die Regionalliga gelang 1981 der Sprung in die Oberliga, doch ein eigenes Stadion war dem Verein immer noch verwehrt. Durch die fehlenden Einnahmen aus den Heimspielen und den eigenen Reisekosten folgte 1982 der Konkurs des TV Jahn, es kam jedoch zur sofortigen Neugründung.
Am 11. November 1983 wurde der damalige Eispalast der Stadt Wolfsburg übergeben und am 13. November 1983 bestritten die so genannten „Roten Teufel“ vom TV Jahn Wolfsburg das erste Spiel in der Oberliga gegen den SC Solingen.grizzly-family.de, Artikel vom 27. Oktober 2008: Im Jahre 1986 trennte sich die Sparte Eishockey vom TV Jahn Wolfsburg.
Neugründung des ESC Wolfsburg (1986 bis 1994) Saison Liga Platz 1986/87 OL 3. ↑ 1987/88 2. BL 6. 1988/89 2. BL 4. 1989/90 2. BL 4. 1990/91 2. BL 7. 1991/92 2. BL 6. ↓ 1992/93 OL 4. ↓ 1993/94 RL 1. ↑ ↑ ↓ in der Auf-/Abstiegsrunde
Mit dem Abstieg in die Regionalliga wurde 1986 der ESC Wolfsburg als eigenständiger Eishockey-Verein mit der HNO-Ärztin Sibylle Hartebrodt (gest. 2003) als Vorsitzender gegründet. Der ESC wurde jedoch wieder in die Oberliga aufgenommen, weil mit Henryk Pytel und Stanislaw Klocek zwei Top-Spieler verpflichtet wurden und sich infolgedessen die Vereine der Regionalliga weigerten, gegen die vermeintlich zu starken Wolfsburger anzutreten. Nach einem dritten Platz nach der Vorrunde stiegen die Wolfsburger 1987/88 in die zweite Bundesliga auf und hatten mit Wolfgang Heitmann einen Mäzen, der später den Aufschwung des VfL Wolfsburg mitbegründete.
Die Saison endete nach der Vorrunde auf einem sechsten Platz, der Abstieg konnte jedoch durch 15 Siege in 20 Spielen und einem daraus resultierenden ersten Platz in der Qualifikationsrunde zur 2. Liga Nord vermieden werden. Trotz des mittelmäßigen Abschneidens standen mit Mark Kosturik auf Platz eins mit 111 Punkten und John Markell auf Platz drei zwei Stürmer des ESC an der Spitze der Scorerwertung. Das zweite Jahr in der 2. Bundesliga konnte ebenso wie die darauf folgende Saison 1989/90 mit einem vierten Platz nach der Vorrunde abgeschlossen werden. Nach einem siebten Platz in der Vorrunde musste der ESC Wolfsburg in der Spielzeit 1990/91 wieder den Gang in die Qualifikationsrunde Nord antreten, konnte dort allerdings die Saison mit dem Klassenerhalt abschließen.
Anders in der darauf folgenden Saison, bei der die Mannschaft aufgrund eines sechsten Platzes in der so genannten „Unteren Zwischenrunde“ antreten musste und nach einem siebten Platz gemeinsam mit dem Grefrather EC und dem EV Ravensburg in die Oberliga abstieg. Dort wurde sowohl nach der Vorrunde als auch der Meisterrunde der Oberliga Nord ein vierter Platz erreicht. Aufgrund einer Strukturänderung der Ligen nahm der ESC in der Saison 1993/94 in der Regionalliga teil und schloss die Saison als Vorrundenmeister ohne Niederlage in 26 Spielen ab.
Parallele Gründung der späteren Grizzly Adams links|mini|Der Grizzlybär, Namensgeber der Wolfsburger 1986 benannte sich der damals zahlenmäßig größte Fanclub „Rote Teufel“ in „Grizzly Adams“ um. Anfang der 1990er Jahre meldete der Fanclub ein eigenes Hobby-Eishockeyteam an, und es entstand der EHC Grizzly Adams e. V. Als der EC Wolfsburg Mitte der 1990er Jahre vor dem finanziellen Aus stand, übernahm der EHC Grizzly Adams zunächst die Nachwuchsabteilung des EC Wolfsburg und dieser ging später komplett in EHC Grizzly Adams auf.grizzly-adams.de: Geschichte des Fan-Clubs
Der Name geht auf James Capen Adams zurück, der in der Fernsehserie Der Mann in den Bergen von Dan Haggerty verkörpert wurde. Adams wird dort als Mann in der nordamerikanischen Wildnis dargestellt, der sich mit einem jungen Grizzlybären, genannt „Ben“, anfreundet und deswegen den Spitznamen „Grizzly“ Adams erhält. Das Mannschaftsmaskottchen der Grizzlys Wolfsburg ist somit ein Grizzlybär und heißt dementsprechend Ben.
Konkurs und Wiederneugründung (1994 bis 1998) Saison Liga Platz 1994/95 1. Liga 4. 1995/96 1. Liga 12. 1996/97 RL 3. 1997/98 RL 4.
Trotz der erfolgreichen Saison 1993/94 folgte am Saisonende der Konkurs des ESC Wolfsburg. Mit den früheren Funktionären Michael Musfeldt und Dieter Reim wurde durch eine Lizenzübertragung mit dem EC Duisburg der „EC Wolfsburg“ gegründet, welcher in der 1. Liga Nord an den Start ging. Die Hauptrunde wurde – genauso wie die anschließende Meisterrunde – mit einem vierten Platz abgeschlossen. An diese Leistungen wurde in der Folgesaison nicht angeknüpft und die Mannschaft konnte mit einem zwölften Platz nach der Hauptrunde nicht in die Meisterrunde einziehen. Nach dieser Spielzeit musste der erst zwei Jahre alte EC Wolfsburg den Spielbetrieb erneut einstellen.
Der Neuanfang wurde mit der Gründung des EHC Wolfsburg geschaffen, welcher zur Saison 1996/97 in der Regionalliga Nord antreten durfte. Einem dritten Platz nach der Vorrunde folgte ebenfalls Rang drei in der Endrunde. Die Saison 1997/98 schloss die Mannschaft als Vierter ab, die darauf folgende Aufstiegsrunde zur Oberliga wurde gleichsam mit dem vierten Platz beendet.
Auf- und Abstiege (1998 bis 2007)
Aufgrund der guten Leistungen im Landesverband der letzten sechs Jahre nahm der neu gegründete EHC Wolfsburg – mit dem Beinamen Grizzly Adams – in der Saison 1998/99 zum ersten Mal am Spielbetrieb des Deutschen Eishockey-Bundes teil. Die Mannschaft spielte in der 1. Liga Nord, der auch die Mannschaften aus Braunschweig, Adendorf und Timmendorfer Strand angehörten. Unter dem Trainer Stefan Mikes wurde am Ende der Spielzeit nach einem neunten Platz der Vorrunde die Relegationsrunde gewonnen und somit der Klassenerhalt erreicht. Saison Liga Platz 1998/99 1. Liga 9. 1999/00 OL 5. 2000/01 OL 1. ↑ 2001/02 2. BL 6. 2002/03 2. BL 7. 2003/04 2. BL 1. ↑ 2004/05 DEL 13. ↓ 2005/06 2. BL 8. 2006/07 2. BL 2. ↑ ↑ ↓ in der Auf-/Abstiegsrunde In der darauf folgenden Saison 1999/2000 spielte der EHC Wolfsburg in der mittlerweile umbenannten Oberliga Nord gegen Mannschaften aus Duisburg, Bremerhaven und Ratingen, welche das Geschehen dominierten. Am Ende der Doppelrunde belegten die Grizzly Adams den fünften Tabellenplatz, mussten sich allerdings in den Aufstiegs-Play-offs zur 2. Bundesliga 2000/01 im Halbfinale dem Südvertreter EV Landshut mit 2:1 Spielen geschlagen geben.
Zur Saison 2000/01 konnten die Grizzly Adams mit den Stürmern Arpad Györi und Karol Rusznyák – beide vom HC Dukla Trenčín – zwei Leistungsträger verpflichten. Mit den ligaweit meisten erzielten Toren, den wenigsten Gegentoren und im heimischen Eispalast ohne Punktverlust stand am Ende der Vorrunde Platz eins für die VW-Städter zu Buche. In der Finalrunde konnte gegen den ETC Crimmitschau der Aufstieg in die 2. Bundesliga realisiert werden und der EHC spielte nach fünf Jahren erstmals wieder in einer Profiliga. Für die 2. Bundesliga wurde die Mannschaft punktuell verstärkt und konnte auf Anhieb den sechsten Platz erzielen. In den folgenden Play-offs kam es im Viertelfinale zum Aufeinandertreffen mit den Bietigheim Steelers, die in der Serie mit 3:2 nach fünf Spielen gewannen. Nach der Saison kam es im Kader zu einem Umbruch, bei dem unter anderem die in Fankreisen beliebten Arpad Györi und Karol Rusznyak den Verein verließen.
Mit einem siebten Platz nach der Doppelrunde etablierten sich die Grizzly Adams in der Spielzeit 2002/03 in der 2. Bundesliga. In den Play-offs kam abermals im Viertelfinale das vorzeitige Saisonende, als der SC Riessersee die Best-of-Five-Serie mit 3:0 Siegen gewinnen konnte. Zu Beginn der Saison 2003/04 wurden die Verteidiger Alexander Genze und Petr Bareš verpflichtet, die mit ihren Leistungen zu einem souveränen Sieg der Vorrunde beitrugen. Als ersten Gegner in den Play-offs schlugen die Wolfsburger die Schwenninger Wild Wings mit drei Siegen. Auch im Halbfinale konnte der SC Bietigheim-Bissingen nach fünf Begegnungen mit 3:2 Siegen bezwungen werden. Im Finale war der EV Landshut Gegner, gegen den der EHC mit 3:1 Siegen den bis dato größten Erfolg der Vereinsgeschichte realisierte und in die Deutsche Eishockey Liga aufstieg.
Anfangs wurden die Grizzlys als bester Aufsteiger aller Zeiten gelobt, doch in der zweiten Saisonhälfte verlor die Mannschaft den Anschluss an die Play-off-Plätze und stürzte auf den vorletzten Rang der Tabelle und somit in die Play-Downs. Der Wiederabstieg wurde durch einen Sieg in dieser Serie gegen die Kassel Huskies vermieden, allerdings war der EHC für diese Saison nur mit einer Sondergenehmigung ausgestattet, da der Bau einer nötigen, größeren Arena nicht fristgerecht abgeschlossen wurde. Auf der Gesellschafterversammlung der DEL am 28. Juni 2005 wurde dem Verein deshalb die Lizenz für die kommende Saison entzogen und die Kassel Huskies konnten am Grünen Tisch die Klasse halten.schwaebische.de: Die Grizzlys mussten nun abermals den Gang in die 2. Eishockey-Bundesliga antreten.
Trotz des Ziels, den unmittelbaren Wiederaufstieg zu erreichen, verlief die Saison 2005/06 für den Verein nicht nach den gewünschten Vorgaben. Die Mannschaft sicherte sich – nachdem Bob Leslie entlassen worden war und Toni Krinner als neuer Trainer dazu stieß – den achten und somit auch den letzten Play-off-Platz. Die Saison war für die Mannschaft bereits nach den ersten vier Play-off-Spielen gegen den REV Bremerhaven zu Ende. In der Sommerpause wurde der Eispalast DEL-tauglich ausgebaut.
mini|links|Pokalspiel zwischen den Grizzly Adams und den Hamburg Freezers 2007