Steinfeld (Oldenburg) ist eine Gemeinde im Landkreis Vechta in Niedersachsen und liegt im Oldenburger Münsterland.

Geographie Lage Steinfeld liegt im Oldenburger Münsterland zwischen Osnabrück und Bremen an den Ausläufern der Dammer Berge, die Steinfeld von Süden nach Norden durchziehen. Im Südosten geht der Höhenzug der Dammer Berge in die Dümmerniederung über. Im Nordosten Steinfelds liegt das Steinfelder Moor, ein großes zusammenhängendes Naturschutzgebiet, das im Norden bis nach Kroge-Ehrendorf reicht.

Gemeindegliederung mini|Steinfeld mit Ortsteilen

Steinfeld hat mehrere Ortsteile: Baring Brokamp-Wieferich Düpe Harpendorf Holthausen Lehmden Mühlen Ondrup Schemde Steinfeld-Süd Steinfeld-Mitte Haskamp

Nachbargemeinden Zu den direkten Nachbargemeinden und -städten zählen im Uhrzeigersinn von Norden Lohne, Diepholz, Damme und Holdorf.

Oberflächengewässer, Moore und andere Feuchtgebiete Das Gemeindegebiet von Steinfeld liegt nahe der europäischen Hauptwasserscheide und hydrologisch zwischen dem Flusssystem der Ems/Untereinheit Hase (Hase → Ems → Nordsee) und dem Flusssystem der Weser/Untereinheit Hunte (durch die Große Aue/Hunte → Weser → Nordsee). Die Ems–Weser-Wasserscheide verläuft etwa zwischen Steinfeld und dem Raum Damme/Dümmer. Der überwiegende Teil entwässert über die Hase zur Ems, während südöstliche Randbereiche über die Hunte der Weser zufließen.

Die Gewässerstruktur ist von kleineren Bächen, Gräben und Teichen geprägt, darunter z. B. der Steinfelder Mühlenbach, der Mühlener Mühlenbach und der Barkhoffsbach als indirekte Zuflüsse der Hase.

Mit dem Steinfelder Moor befindet sich ein rund 291 Hektar großes Hochmoor im Gemeindegebiet, das als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist (NSG WE 175) und Teil eines größeren Moorverbundes mit dem Diepholzer Moor von insgesamt etwa 1200 Hektar ist.

In Steinfeld bestehen ökologische und hydrologische Herausforderungen vor allem durch entwässerte Moorflächen, sinkende Grundwasserstände und veränderte Bachläufe wie den Steinfelder Mühlenbach. Diese Eingriffe führen zu CO₂-Emissionen, Artenverlust und erhöhter Hochwassergefahr. Entsprechend wurden für den Mühler Mühlenbach Überschwemmungsgebiete festgelegt. Hinzu kommen Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft und zunehmende Klimaextreme.

Wichtige Maßnahmen zur Bewältigung der ökologischen Herausforderungen sind die Wiedervernässung der Moore, die Renaturierung von Gewässern und die Reduktion von Düngemittelbelastungen. Lokale Initiativen und Programme unterstützen bereits erste Renaturierungs- und Umweltbildungsprojekte.

Untergrundverhältnisse

Die Gemeinde erstreckt an den Ausläufern der Dammer Berge. Die Dammer Berge sind Teil einer eiszeitlichen Endmoränenstaffel aus dem Drenthe-I-Stadium der Saale-Eiszeit (ca. 200.000 bis 230.000 Jahre vor heute). Diese Moräne ist eine sogenannte Stauchmoräne, das heißt, Eis hat Material zusammengeschoben, ohne dass es stark abgetragen wurde. Lehm, Sand, Kies und Geröll sind typische Bestandteile. Aufgrund der Endmoränenlage sind Böden oft sandig bis kiesig, oft nährstoffarm. Diese Böden sind wenig ideal für intensive Landwirtschaft ohne Zusatzmaßnahmen (z. B. Düngung).

Es gibt auch Tonvorkommen in der Region, insbesondere in und unter Teilen der Moränengebiete, oft eisenreich. Diese Töne wurden historisch z. B. für Ziegeleien verwendet.https://www.naturpark-duemmer.de/juwelen-im-naturpark/hoehenzuege/dammer-berge

Die durchlässigen Schichten (Sand, Kies) der Moränen bilden gute Aquifer (Grundwasserleiter). Wasser versickert in diesen Bereichen und kann – je nach Tiefe und Deckmaterial – gut gespeichert werden. Moorflächen wirken als Wasserspeicher und beeinflussen lokal das Grundwasser und die Bodenwasserverhältnisse stark. Bei Abtorfung, Drainage oder Wasserentzug verändert sich die Landschaft deutlich.https://www.umwelt.niedersachsen.de/grundwasser/grundwasserbericht_niedersachsen/standardmodul/hydrogeologischer_ueberblick/hydrogeologische_raeume_niedersachsen Der oberflächennahe Acquifer wird auf etwa 22–26 m Tiefe geschätzt, kann aber stark schwanken.

Klima In Steinfeld herrscht ein durch feuchte Nordwestwinde von der Nordsee beeinflusstes gemäßigtes Seeklima mit milden Wintern, warmen Sommern und ganzjährig gleichmäßig verteilten, mäßigen Niederschlägen. Die Sommer sind häufig trocken und sonnig, während im Winter gelegentlich Schnee fällt.

Im Jahre 2023 betrug die durchschnittliche Temperatur 11,2 °C. Sie ist tendenziell steigend. Sie betrug in den letzten zehn Jahren durchschnittlich 10,6 °C und in den letzten 100 Jahren waren es durchschnittlich 9,2 °C. Zwischen Mai und August kann mit durchschnittlich 20–25 Sommertagen (klimatologische Bezeichnung für Tage, an denen die Maximaltemperatur 25 °C übersteigt) gerechnet werden.

Es gibt je nach Messmethode und Definition durchschnittlich etwa 1627–2275 Sonnenstunden pro Jahr.

Die durchschnittliche jährliche Niederschlagsmenge betrug im Zeitraum 1992–2021 ca. 562 mm. mini|hochkant|Katholische Pfarrkirche St. Johannes

Geschichte Steinfeld wurde 838 als Steinvelt erstmals erwähnt. Die Entwicklung zur selbständigen Gemeinde erfolgte 1187. Der Ort gehörte zu Osnabrück und Münster.

Seit 1803 (Reichsdeputationshauptschluss) gehörte Steinfeld zum Herzogtum bzw. ab 1815 zum Großherzogtum Oldenburg, ab 1918 zum Freistaat Oldenburg bzw. zum Land Oldenburg und ab 1946 zum Land Niedersachsen.

Große Brände (1704, 1789) zerstörten Teile des Ortes.

Die neue kath. Pfarrkirche stammt von 1899.

Der Bau der Eisenbahnstrecke fand um 1900 statt.

Die Anzahl der Bewohner nahm zwischen 1982 und 2005 um rd. 45 % zu.Gemeinde Steinfeld (Oldb.): Geschichte.

Religion Die Bevölkerung der Gemeinde ist überwiegend katholischen Glaubensbekenntnisses. In Steinfeld finden sich die katholische Pfarrkirche St. Johannes Baptist und die evangelisch-lutherische Auferstehungskirche. In der Ortschaft Mühlen erhebt sich die neuromanische katholische Kirche St. Bonaventura.

Eine alte Tradition in Steinfeld ist es, am Palmsonntag mit möglichst langen Palmstöcken in die Pfarrkirche einzuziehen. Der längste war – zu Palmsonntag 1935 – 13,75 Meter lang. Zwei Palmstöcke aus Steinfeld finden sich in der Sammlung des Museums am Rothenbaum – Kulturen und Künste der Welt in Hamburg.Michael Rottmann: Ungewöhnlicher Brauch: XXL-Palmstöcke. In: Kirche+Leben, 28. März 2021, S. 9.

Politik mini|Steinfeld Ortsmitte mini|Steinfeld (Blick auf die Kirche)

Gemeinderat Der Rat der Gemeinde Steinfeld besteht aus 22 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 9001 und 10.000 Einwohnern., abgerufen am 11. Januar 2017. Die 22 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt.

Stimmberechtigt im Gemeinderat ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister Sebastian Gehrold.

Die letzte Kommunalwahl am 12. September 2021 ergab das folgende Ergebnis: Partei Anteilige Stimmen Anzahl Sitze Veränderung Stimmen Veränderung Sitze CDU 68,55 % 15 +0,52 % 0 UWG 23,37 % 5 −0,68 % 0 SPD 8,08 % 2 +0,16 % +1 Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl 2021 lag bei 55,52 % Zum Vergleich – bei der vorherigen Kommunalwahl 2016 lag die Wahlbeteiligung bei 55,84 %.

Bürgermeister Sebastian Gehrold (CDU) wurde am 9. Oktober 2022 mit 80,74 % der Stimmen zum hauptamtlichen Bürgermeister der Gemeinde Seinfeld gewählt. Er war der einzige Bewerber und löste Manuela Honkomp ab, die die erste hauptamtliche Bürgermeisterin im Landkreis Vechta war.

Wappen und Flagge mini|120px|Hissflagge der Gemeinde

Städtepartnerschaften Eine Städtepartnerschaft besteht seit 2004 mit der polnischen Stadt Jastrowie.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Im Jahre 2004 wurde die Aktion Pferdestraße Steinfeld initiiert: 75 bunt bemalte Pferdemodelle wiesen auf die Sehenswürdigkeiten der Gemeinde Steinfeld hin. 14 Pferde gehörten 2006 zum Kulturprogramm der Fußballweltmeisterschaft in der Stadt Hannover. Zehn Modelle, die mit den Trikots der in Hannover spielenden Fußballnationalmannschaften bemalt waren, standen 2007 beim Dicken Stein in Steinfeld. Heute sind im gesamten Gemeindegebiet verstreut, teilweise aber auch in den Nachbargemeinden Steinfelds, einzelne Modelle der „Pferdestraße“ zu finden.

Museen

Parks mini|Erholungszentrum Schemder Bergmark mini|Renaturierter Steinfelder Bach unterhalb der Lohgerberei Im Süden des Gemeindegebietes erstrecken sich die Dammer Berge. Diese von der Natur reich gesegnete Landschaft gehört zu den schönsten im Oldenburger Münsterland. In dem waldreichen Gebiet mit kilometerlangen Wanderwegen findet man Ruhe und Erholung. Weitere Freizeitmöglichkeiten bietet das Erholungszentrum Schemder Bergmark.

Bauwerke

miniatur|Wassermühle „Meyers Mühle“ in Mühlen miniatur|Wassermühle „Pöhlkings Mühle“ in Düpe 134 Meter hoher Fernmeldeturm der Deutschen Telekom AG bei 52°33'30"N 8°12'38"E Militärischer Fernmeldeturm auf dem Signalberg bei 52°33'10"N 8°12'56"E Katholische Pfarrkirche St. Johannes Baptist, 1897–1899 (Architekt: Wilhelm Rincklake, Münster; Bauausführung: August Rincklake, Münster; Farbglasfenster-Zyklus aus der Glasmalereiwerkstatt Dr. Heinrich Oidtmann, Linnich).St. Johannes der Täufer. Glasmalereien des Historismus. Steinfeld in Oldenburg. Festschrift Hundert Jahre Katholische Pfarrkirche Steinfeld 16. November 1899–16. November 1999, Hrsg.: Franz Ortmann, Druckhaus Friedr. Schmücker, Löningen 1999, ISBN 3-9806575-2-3. Neuromanische katholische Kirche St. Bonaventura in Mühlen Evangelische Pfarrkirche Auferstehungskirche Wassermühle PöhlkingArbeitsgruppe Mühlenstraße in der Mühlenvereinigung Niedersachsen – Bremen e. V.: Wassermühle Pöhlking, Steinfeld. Wassermühle SchemdeArbeitsgruppe Mühlenstraße in der Mühlenvereinigung Niedersachsen – Bremen e. V.: Wassermühle Schemde/Steinfeld. Wassermühle Meyer in MühlenArbeitsgruppe Mühlenstraße in der Mühlenvereinigung Niedersachsen – Bremen: Wassermühle Meyer in Mühlen/Steinfeld.

Regelmäßige Veranstaltungen Zu Silvester findet jedes Jahr der Silvesterlauf in Mühlen statt. Am ersten Wochenende im Juli findet das dreitägige Steinfelder Schützenfest statt, mit der Proklamation des neuen Königs. Etwa 1000 Schützen beteiligen sich an den Umzügen.

Tourismus-Routen Durch das Gebiet von Steinfeld verlaufen die Ferienstraßen „Boxenstopp-Route“, abgerufen am 18. Oktober 2013. und „Niedersächsische Mühlenstraße“. Karte der Mühlen im Landkreis Vechta. Durch Steinfeld verläuft ebenfalls der Pickerweg, der zum Netz der Jakobswege gehört. Dadurch ist der Pickerweg Teil der ältesten europäischen Kulturstraße.

Wirtschaft, Verkehr und Infrastruktur Wirtschaft

Steinfeld liegt im südlichen Oldenburger Münsterland, welches sich in den 1990er Jahren zur Boomregion Niedersachsens entwickelt hat. Seit 1994 wuchs das Bruttoinlandsprodukt um 62 %, die Dienstleistungswertschöpfung um 63 %. Der Industrieumsatz stieg seit 1997 um 48 % auf 6,5 Milliarden Euro, der Exportumsatz um 137 %.

Die Arbeitslosenquote im Oldenburger Münsterland von gut 3,5 % (Steinfeld ca. 4 %) gehört zu einer der niedrigsten, die Eigenheimquote von über 80 % zu einer der höchsten in Deutschland. Ebenfalls ist die Dichte der Einfamilienhäuser eine der höchsten in der ganzen Bundesrepublik.

Die Gesamtfläche aller Industrie- und Gewerbeflächen in Steinfeld umfasst ca. 100 Hektar. Die Gemeinde ist ländlich geprägt, wodurch der Agrarwirtschaft besondere Aufmerksamkeit zukommt. In Steinfeld sitzen diverse Schlachtereien. Die kunststoffverarbeitende Industrie ist im gesamten Gemeindegebiet durch mittelständische und internationale Firmen vertreten.

Steinfeld besaß von 2007 bis 2012 eine Brauerei, in der das Bier Lüken Topp gebraut wurde.

Medien Oldenburgische Volkszeitung Nordwest-Zeitung Zeitschrift des Sportvereins Falken-Echo

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