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mini|370px|Marienplatz in Weilheim
Ensembles
Ensemble Admiral-Hipper-Straße (ehemalige Obertorgasse)
Das Ensemble umfasst die ehemalige Obertorgasse, eine der drei Hauptachsen der planmäßig im 13. Jahrhundert angelegten Stadt. Sie führt von der Ostseite des Marienplatzes, des alten Haupt- und Schrannenplatzes, ostwärts zum 1872 niedergelegten Obertor, wo sich seit 1936 das neue Rathaus erhebt. Der Straßenzug verbreitert sich zur Stadtmitte hin trichterförmig; in den Westteil dieser platzartigen Öffnung und zusätzlichen Marktfläche ist jedoch der frei stehende Block der vier Bürgerhäuser der Apothekergasse eingestellt, der eine Teilung der Achse einerseits in Richtung zum Marienplatz, andererseits zum ehemaligen Pflegschloss in der Hofgasse herstellt.
Die geschlossene Bebauung des Ensembles weist überwiegend dreigeschossige bürgerliche Giebelhäuser der Mitte des 19. Jahrhunderts auf, die meist zu Geschäftshäusern ausgebaut worden sind; die Putzfassaden sind häufig gegliedert. Die Gebäude Nr. 9, 11, 13 bilden eine Traufhaus-Gruppe, die sich durch Flacherker auszeichnet; Nr. 11 steht darüber hinaus anstelle des ältesten, 1538 aufgelassenen Rathauses.
Aktennummer: E-1-90-157-1
Ensemble Hofstraße
Der enge Straßenzug führt vom Kirchplatz südwärts zu dem in der Südostecke der Altstadt liegenden ehemaligen Sitz des Landrichters, des späteren Rent- und heutigen Finanzamtes. Die unmittelbar an der Stadtmauer gelegene Baugruppe bezeichnet mit großer Wahrscheinlichkeit den Burgsitz der Edelfreien von Weilheim im 11./12. Jahrhundert.
Die zum Teil sehr hohe Bebauung der beiden Straßenfluchten mit Bürgerhäusern des 18./19. Jahrhunderts, im Kern auch älteren Bauten, schafft ein Straßenbild von starker räumlicher Wirkung. Schmale Giebelhäuser wechseln mit breiter gelagerten Traufseitbauten, die Putzfassaden sind häufig gegliedert. Die Ostseite der Straße zeichnet sich durch eine bemerkenswerte Reihe gestaffelter Giebel aus.
Der Straßenzug war im Süden bis 1909 durch die Stadtmauer abgeschlossen.
Aktennummer: E-1-90-157-2
Ensemble Kirchplatz mini|Kirche Mariä Himmelfahrt Der vor der Südseite der Stadtpfarrkirche sich ausbreitende, von Hof- und Pöltner Straße tangierte Platz entstand nach Abbruch des alten, um 1320/30 gestifteten Spitals und seiner Kirche im Jahre 1826. Er wird beherrscht von der Kirche; West-, Süd- und Nordseite sind geschlossen durch bürgerliche Wohn- und Geschäftshäuser des 19. Jahrhunderts und einige Neubauten eingefasst. Ein Teil dieser Bauten bzw. ihre Vorgänger gehörten zum alten Spitalhof, dessen Ausdehnung in der Platzanlage noch anschaulich wird. Aktennummer: E-1-90-157-3
Ensemble Kreuzgasse Die enge Kreuzgasse in der Altstadt führte seit dem Spätmittelalter ursprünglich vom Marienplatz zum westlichen Stadtausgang, dem sogenannten Schergentürl, das 1837 abgebrochen und durch das Gebäude des Gerichtsgefängnisses ersetzt wurde. Auf beiden Seiten stehen kurze geschlossene Reihen meist giebelständiger Häuser des 18./19. Jahrhunderts. Aktennummer: E-1-90-157-8
Ensemble Ledererstraße Handwerkerstraße in der Altstadt, die auf der Nordseite eine geschlossene Gruppe zwei- bis viergeschossiger giebelständiger Häuser des 18./19. Jahrhunderts mit vorstehenden Flachsatteldächern, auf der Südseite eine Zeile weithin einheitlicher dreigeschossiger Traufseitbauten des 17. bis 19. Jahrhunderts aufweist. Aktennummer: E-1-90-157-4
Ensemble Marienplatz
Der annähernd rechteckige Marienplatz ist der alte Haupt- und Schrannenplatz, das Zentrum der 1238 erstmals als oppidum genannten, wohl durch Herzog Otto II. von Bayern planmäßig gegründeten Stadt. Mit der Gründung wurde unweit des älteren, 1010 zuerst erwähnten, südwestlich um die Kirche St. Pölten an der alten Durchgangsstraße gelegenen Dorfs Weilheim ein neuer befestigter, gegen die Grafen von Andechs gerichteter Stützpunkt geschaffen, dessen Hauptplatz sich gleichfalls der alten Straße zuordnet. mini|Marienplatz in Weilheim Als Schmiedstraße tritt sie von Norden und vom ehemaligen Schmiedtor in den Platz ein, ostwärts versetzt verlässt sie ihn in südlicher Richtung als Kirch-, dann als Pöltner Straße. Zum weniger bedeutenden östlichen Stadtausgang vermittelt als dritte Achse die Admiral-Hipper-Straße. Beherrschender Bau am Platz ist die in die Südseite in Längsrichtung eingestellte Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt, deren Turmuntergeschoss noch dem frühen 14. Jahrhundert angehört, während Langhaus und Chor 1624 ff. nach dem Plan von Hans Krumpper neu errichtet worden sind. Der 1521 aufgelassene, nördlich vor der Kirche gelegene Friedhof gab den Platz für das 1538 ff. errichtete alte Rathaus (jetzt Museum) frei, das seit der Vergrößerung und Umgestaltung 1788 ff. der Ostseite des Marienplatzes einen spätbarocken prospekthaften Abschluss verlieh.
Drei-, zuweilen viergeschossige bürgerliche Wohnhäuser des 18., häufiger des 19. Jahrhunderts, jetzt meist Geschäftsbauten, bilden geschlossene Platzwände: auf der Nordseite fast einheitlich traufseitig, auf der Westseite einheitlich giebelständig, im Südwesten in wechselweiser Stellung und an der Einmündung der Kreuzgasse mit Rücksprüngen der Fronten. Einen barocken Akzent im weithin im 19. Jahrhundert überformten, in den Grundstrukturen aber der Renaissance angehörenden Platzbild setzt seit 1698 die Mariensäule und der nach der Säkularisation hierher versetzte ehemalige Steingadener Klosterbrunnen.
Aktennummer: E-1-90-157-5
Ensemble Obere Stadt
Das Ensemble umfasst die östlich vor dem ehemaligen Obertor in West-Ost-Richtung sich hinziehende Obere Stadt in dem 600 m langen Bereich zwischen Schleifermühle und Bärenmühle. Die Entstehung dieser Handwerker- und Ackerbürger-Vorstadt zu beiden Seiten des Stadtbaches und in einer lang gestreckten Angerform geht auf das 15. Jahrhundert zurück. Zwischen vier im Abstand von etwa 300 m liegenden, den Bach überbauenden Mühlen, die zum alten Besitz der Stifter Ettal und Habach und zum alten Weilheimer Spital gehörten, erfolgte eine geschlossene Bebauung durch meist niedrige Häuser (der Bereich zwischen Bärenmühle und Zotzenmühle im Osten gehört nicht zum Ensemble). Ein Brand 1810 veranlasste eine Neuordnung und Regulierung, insbesondere wurde die Häuserzeile links des Baches weiter südwärts zurückgesetzt. mini|Blick in Weilheims „Obere Stadt“ Die meisten Bauten im Ensemble entstammen dem Wiederaufbau nach 1810; im Westteil herrschen zweigeschossige verputzte Traufseitbauten vor, im Ostteil Giebelbauten mit Flachsatteldächern, unter denen die geschlossene Reihe Nr. 117 bis Nr. 137 (ungerade Nrn.) besonders herausragt. Eckbauten zeigen häufig abgewalmte Dächer, ebenso die drei großen, die Mittelachse des Ensembles beherrschenden Baukörper der Mühlen und der ehemals der mittleren Feyerabendmühle sich zuordnende Ettaler Zehntkasten, nach 1862 Bezirksamt. Der Bachlauf, im Westteil hochgestaut, wird von einer doppelten Baumreihe begleitet.
Aktennummer: E-1-90-157-6
Ensemble Pöltnerstraße Das Ensemble umfasst die Hauptachse der Altstadt in Richtung Süden zwischen Kirchplatz und Greitherstraße, d. h. über die südliche Altstadtgrenze und den Platz des 1874 niedergelegten Pöltner Tores in die alte Pöltner Vorstadt hinein, die in diesem Teil in ihrer Bebauung in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts an den Charakter des altstädtischen Teils des Ensembles angeglichen worden ist und mit dem – im Kern älteren, durch Fassadenmalereien geschmückten – ehemaligen Gasthaus Gattinger einen prospekthaften Abschluss gewonnen hat. Drei- bis viergeschossige Bürgerhäuser des 16. bis 19. Jahrhunderts mit Putzfassaden, häufig schmale Giebelbauten, fassen die West- und Ostseite des Ensembles ein. Die Freiflächen im mittleren Teil bezeichnen die alte Ausdehnung des Stadtgrabens vor der an dieser Stelle noch erhaltenen Stadtmauer. Aktennummer: E-1-90-157-7
Ensemble Schmiedstraße Das Ensemble umfasst die nordwestlich des Marktplatzes ansetzende Schmiedstraße und endet am Bereich des 1873 abgerissenen Schmiedtores. Dieser Straßenzug war die nördliche Hauptachse zum und vom Zentrum der Stadt. mini|Schmiedstraße in Weilheim Drei- bis viergeschossige Bürgerhäuser des 16. bis 19. Jahrhunderts prägen mit ihrem Kontrast zwischen Traufseit- und Giebelfronten den Charakter des Ensembles. Im Erdgeschoss sind meist Läden eingebaut worden, deren großflächige Schaufenster das Straßenbild stören. Ein Hinweis auf die ehemalige Funktion der Straße als überörtlicher Verbindungsweg war das um 1840/50 entstandene ehemalige Gasthaus „Bräuwastl“ mit seiner breitgelagerten Fassade. Ein zu Beginn des 20. Jahrhunderts nötig gewordener Hotelanbau (Nr. 19) fällt durch sein repräsentatives Gepräge in den Formen des geometrischen Jugendstils unter den ansonsten einfach gestalteten Häusern auf. Gegenüber dem ehemaligen Wirtshaus erhebt sich eine in Trauf- und Stockwerkshöhen sowie äußerer Gestaltung einheitliche Folge schlichter Häuser, die nach dem Brand von 1834 entstanden sind. Hervorzuheben ist weiterhin eine Gruppe von vier giebelständigen Bauten gegenüber der Einmündung der Eisenkramergasse, deren ältester noch aus der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts stammt. Aktennummer: E-1-90-157-9
Stadtbefestigung Die Baudenkmäler der Stadtbefestigung haben die Akten-Nummer D-1-90-157-211.
Baudenkmäler nach Ortsteilen
Weilheim
Unterhausen
Andere Ortsteile
Ehemalige Baudenkmäler
Siehe auch Liste der Bodendenkmäler in Weilheim in Oberbayern
Anmerkungen
Einzelnachweise
Literatur
Weblinks
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