mini|Jüdischer Friedhof in Boskovice mini|Taharahaus mini|Barocker Grabstein Der Jüdische Friedhof Boskovice ist ein jüdischer Friedhof in Boskovice (deutsch Boskowitz) im Okres Blansko in der Region Jihomoravský kraj in Tschechien.
Geschichte Seit dem 15. Jahrhundert ist in Boskowitz eine jüdische Gemeinde belegt, sie war eine der größten und bedeutendsten jüdischen Gemeinden in Mähren und existierte bis zum Jahr 1940. Wann der in der Potoční-Straße westlich des Zentrums an einem Hang des Hügels unterhalb des Schlosswildparks liegende jüdische Friedhof angelegt wurde, ist nicht bekannt, vermutlich war dies im 16. Jahrhundert. Der älteste noch erhaltene Grabstein (Mazewa) stammt aus dem Jahr 1670. Auf einer Fläche von eineinhalb Hektar sind heute noch ungefähr 2400 Grabsteine vorhanden, durch die Witterungseinflüsse verfallen sie immer mehr.
Die Ruine des Taharahauses von 1763 mit einer Steinplatte mit dem Text des Kaddischgebets steht noch auf dem Friedhofsgelände. Auf dem Friedhof wurden auch Juden aus anderen Gemeinden, wie z. B. der jüdischen Gemeinde Zwittau, bestattet.
Persönlichkeiten Auf dem Friedhof ist der gelehrte Rabbiner Samuel ha-Levi Kolin bestattet. Er ist Autor eines Torakommetars namens Machacit ha-Šekel und starb 1806. Hier befindet sich auch das Grab von Leonie Zwickerová (1870–1950), der Mutter von Bruno Zwicker.
Literatur Klaus-Dieter Alicke: Lexikon der jüdischen Gemeinden im deutschen Sprachraum. Band 1: Aach – Groß-Bieberau. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2008, ISBN 978-3-579-08077-2 (Online-Version). Jaroslav Bránský: Židé z Boskovic: příběhy a portréty. Albert, Boskovice 2013, ISBN 978-80-7326-215-0 (Biografien, tschechisch). Jaroslav Bránský: Osud Židů z Boskovic a bývalého okresu boskovického. 1939–1945. Albert, Boskovice 1995, ISBN 80-85834-28-6 (tschechisch).
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