mini|Gebäude des BFE
Das Bundesamt für Energie BFE (, , , ) ist ein Bundesamt der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Es ist für nationale Fragen der Energieversorgung und -nutzung zuständig.
Das Amt, welches dem Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) untersteht, hat seinen Hauptsitz in Ittigen nahe Bern.
Bezeichnungen 1909–1914 Abteilung für Landeshydrographie (unter dem EDI) 1915–1919 Abteilung für Wasserwirtschaft (unter dem EDI) 1919–1930 Eidgenössisches Amt für Wasserwirtschaft (unter dem EDI) 1930–1961 Eidgenössisches Amt für Elektrizitätswirtschaft (unter dem Eidgenössischen Post- und Eisenbahndepartement PED) 1961–1963 Eidgenössisches Amt für Energiewirtschaft (unter dem PED) 1963–1979 Eidgenössisches Amt für Energiewirtschaft (unter dem Eidgenössischen Verkehrs- und Energiewirtschaftsdepartement EVED) 1979Die Angaben bis und mit 1979 entstammen der –1997 Bundesamt für Energiewirtschaft (unter dem EVED) 1998 Bundesamt für Energiewirtschaft (unter dem UVEK) 1999Änderung per 1.1.1999: Umbenennung des Bundesamtes für Energiewirtschaft in Bundesamt für Energie; Schlussbericht Regierungs- und Verwaltungsreform, Beilage D. – Bundesamt für Energie (unter dem UVEK)
Geschichte In den 1920er-Jahren wurde in der Schweiz, ausgehend von einem Postulat im Nationalrat, eine intensive Diskussion um den Ausbau der nationalen Stromversorgung und um Restriktionen für den Stromexport geführt. Als Ergebnis entstand 1930 das Eidgenössische Amt für Elektrizitätswirtschaft.. Begrüssungsansprache von Dr. Walter Steinmann, Direktor BFE anlässlich der Frühstückskonferenz «Versorgungssicherheit und Klimawandel». Bundesamt für Energie, 29. September 2005, abgerufen am 1. März 2026 (PDF; 23 kB).
Im Jahre 1961 wurden die Aufgaben des Amtes um die Bereiche Öl- und Gaswirtschaft erweitert. Mit den neuen Aufgaben erhielt das Amt auch einen neuen Namen: Eidgenössisches Amt für Energiewirtschaft. Ab 1969 gehörte auch die Kernenergie zum Zuständigkeitsbereich des Amtes.
Ab Mitte der 1970er-Jahre, als Reaktion auf die Ölkrise, und insbesondere ab den 1990er-Jahren mit der zunehmenden Verknüpfung von Energiewirtschafts- und Umweltpolitik entwickelte sich die Tätigkeit des Amtes mehr und mehr von der Gesetzesvorbereitung und ‑überwachung zu breiten energiepolitischen Aktivitäten. Im Jahre 1999, dem Jahr in dem Energiegesetz und Energieverordnung in Kraft traten, wurde das Amt erneut umbenannt; seither trägt es seinen heutigen Namen, Bundesamt für Energie.
Ziele, Aufgaben und Aktivitäten Nach eigenen Angaben dient die Arbeit des BFE den folgenden Zielen: Schaffung der Voraussetzungen für eine ausreichende, krisenfeste, breit gefächerte, wirtschaftliche und nachhaltige Energieversorgung Förderung hoher Sicherheitsstandards bei der Produktion, dem Transport und der Nutzung von Energie Einsatz für eine effiziente Energienutzung, für die Erhöhung des Anteils an erneuerbaren Energien sowie für die Senkung der CO2-Emissionen Förderung und Koordination der nationalen Energieforschung und Unterstützung des Aufbaus neuer Märkte für eine nachhaltige Energieversorgung und ‑nutzung
Zur Erreichung dieser Ziele arbeitet das BFE in folgenden Bereichen: Vorbereitung und Umsetzung einer kohärenten Energiepolitik sowie Vorbereitung und Vollzug der dazu notwendigen Gesetze und Programme Förderung von Forschung und Entwicklung im Bereich der sparsamen und rationellen Energienutzung sowie der erneuerbaren Energien Vorbereitung und Erteilung von Bewilligungen sowie technische Überwachung in den Bereichen Kernenergie, Rohrleitungsanlagen, elektrische Anlagen und Stauanlagen für Wasserkraft (teilweise in Aufgabenteilung mit anderen Behörden). Beratung und Information zu energiewirtschaftlichen und energietechnischen Fragen
Programme Das BFE unterstütz und fördert eine Reihe von Programmen: +ProgrammStartjahrBeschreibung und ZielUmfang und FördersummeEnergie 20001991Reduktion des Verbrauchs nicht erneuerbarer Energien (CO₂-Emissionen), Dämpfung des Elektrizitätsverbrauchs, Förderung erneuerbarer Energien.50-58 Mio. pro Jahr. Ausnahme 1998/99 mit zusätzlichen Mitteln aus dem Konjunkturankurbelungsprogramm (70 Mio. CHF bzw. 95 Mio. CHF)EnergieSchweiz 2001Das Nachfolgeprogramm von Energie 2000. Fördert jährlich rund 600 Projekte. Umsetzung der freiwilligen Massnahmen der Schweizer Energiepolitik: Steigerung der Energieeffizienz, Förderung erneuerbarer Energien, Information, Beratung, und Aus- und Weiterbildung. Budget schwankte historisch. Ab 2027 22.9 Mio. CHF.Pilot-, Demonstrations- und Leuchtturmprogramm 2013Förderung von Entwicklung und Erprobung neuer Technologien im Bereich Energieeffizienz und erneuerbare Energien an der Schnittstelle Forschung und Markt.Ab sofort werden keine Finanzbeiträge für Pilot- und Demonstrationsprojekte mehr gewährt. Grund dafür ist der Entscheid des Bundesrates über die vorgeschlagenen Massnahmen zur Entlastung der Bundesfinanzen.Das Gebäudeprogramm 2010Energetische Sanierung von Gebäuden, Förderung erneuerbarer Energien, Abwärmenutzung, Optimierung der Gebäudetechnik zur Senkung von Energieverbrauch und CO₂-Ausstoss. In Zusammenarbeit mit dem BAFU und einzelnen Kantonen.Seit 2010 insgesamt über 4,1 Mia. CHF ausbezahlt (Stand 2024). Bis zu 133 Mio. CHF pro Jahr (Teil A) plus max. 67 Mio. CHF/Jahr Globalbeiträge (Teil B); ProKilowatt 2010Förderung unwirtschaftlicher Stromeffizienzmassnahmen in Unternehmen und Haushalten (Payback > 4 Jahre)2010–2019 über 600 Projekte mit ca. 240 Mio. CHF gefördert Bis zu 30 % der Investitionskosten, max. 6 Mio. CHF/Projekt; jährlich bis zu 70 Mio. CHF.SWEET 2021-2032Finanzierung lösungsorientierter Forschung und Innovationen zu den Zielen der Energiestrategie 2050 und der langfristigen Klimastrategie, mittels Konsortialprojekten.Ausschreibungsbudgets zwischen 8 und 30 Mio. CHF pro Call.Impulsprogramm für den Ersatz von Wärmeerzeugungsanlagen 2025Ersatz fossiler und elektrischer Heizungen, Massnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz. Eingeführt im Rahmen des Klima- und Innovationsgesetzes. Ergänzend zum Gebäudeprogramm.2 Mia. CHF über 10 Jahre (zusätzlich 200 Mio. CHF/Jahr)ITINERO 2025Gemeinsames Programm von BAFU und BFE zur Unterstützung von Unternehmen bei der Dekarbonisierung ihrer Prozesse; Förderung neuartiger Technologien und Massnahmen für die klimafreundliche Transformation der Industrie, inkl. Netto-Null-Fahrpläne und CO₂-Abscheidung/-Speicherung (CCS)Gesetzlich (KlG) max. 1,2 Mia. CHF Gesamtausgaben für die Förderung neuartiger Technologien/Prozesse (abzüglich Mittel für Risikoabsicherungen nach Art. 7 KlG); Finanzhilfe bis max. 50 % der anrechenbaren Kosten.Einspeisevergütungssystem (KEV/EVS)2009Förderung der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien wie Photovoltaik, Biomasse, Windenergie, Wasserkraft und Geothermie, durch garantierten Vergütungssatz für eingespeisten Strom. Seit 2021 keine Neuaufnahmen mehr.Finanziert aus dem Netzzuschlagsfonds; Vergütungsdauer 10–25 Jahre je Anlage.Einmalvergütung (EIV) für Photovoltaikanlagen2014Einmalige Investitionsförderung für Photovoltaikanlagen (statt laufender Einspeisevergütung), ursprünglich eingeführt zum Abbau der KEV-Warteliste; heute Hauptförderinstrument für PV in der Schweiz.20–30 % der Investitionskosten (variiert nach Anlagengrösse); finanziert aus dem Netzzuschlagsfonds; Vergütungssätze werden periodisch angepasst.Geothermie-Erkundungsbeiträge und Geothermie-Garantie2018Förderung der Erkundung und Nutzung von Geothermie für Wärme- und Stromproduktion; Absicherung des Fündigkeitsrisikos bei Tiefengeothermie-Projekten für die Stromproduktion.Erkundungsbeiträge und Garantieleistungen aus dem Netzzuschlagsfonds; bereits mehrere Beiträge für Wärme- und Stromprojekte gesprochen.Gleitende Marktprämie (GMP)2026Marktorientiertes Förderinstrument für den Zubau erneuerbarer Stromproduktion wie Biomasse, Windenergie und ab 2026 auch Wasserkraft. GMP ist eine Alternative zu bisherigen Investitionsbeiträgen. Finanziert aus dem Netzzuschlagsfonds; Vergütungsdauer 20 Jahre; Gesuchseingabe im Zweijahresrhythmus.
Personalbestand ab 2001
Literatur Die schweizerische Energiewirtschaft, 1930–1980, Jubiläumsschrift 50 Jahre Bundesamt für Energiewirtschaft / Economie énergétique suisse, 1930–1980, ouvrage du cinquantenaire de l’Office fédéral de l’énergie. Bundesamt für Energiewirtschaft, Vertrieb Eidg. Drucksachen- und Materialzentrale, Bern 1981. Insbesondere Kapitel 6.1 Werdegang des Bundesamtes für Energiewirtschaft, S. 235–249.
Weblinks
Offizielle Website des Bundesamts für Energie BFE energieschweiz.ch – Informations- und Beratungsplattform des Bundesamts für Energie BFE
Einzelnachweise
Energie Kategorie:Organisation (Energie) Kategorie:Energiepolitik (Schweiz) Kategorie:Atomenergiebehörde Kategorie:Organisation (Ittigen) Kategorie:Behördengründung 1930