mini|Waldeck von Nordosten
Waldeck ist eine Kleinstadt im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg. Sie ist anerkannter LuftkurortHessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung: 81. Sitzung des Fachausschusses für Kurorte, Erholungsorte und Heilbrunnen in Hessen vom 13. Oktober 2015. Staatsanzeiger für das Land Hessen 7/2016, S. 218. und trägt seit dem 13. September 2021 die amtliche Zusatzbezeichnung Nationalparkstadt in Bezug auf den naheliegenden Nationalpark Kellerwald-Edersee, der sich in das Waldecker Bergland erstreckt.
Überregional bekannt ist Waldeck als Hauptnamensgeber des Landkreises Waldeck-Frankenberg sowie durch das ehemalige Fürstentum Waldeck und Pyrmont, durch seine exponierte Lage am Edersee inmitten des Waldecker Berglandes und im äußeren Einzugsbereich des Naturparks Waldeck-Edersee sowie durch das Schloss Waldeck, das Wahrzeichen der Stadt Waldeck und des Landkreises Waldeck-Frankenberg.
Geographie Geographische Lage Das Stadtgebiet von Waldeck befindet sich in Nordhessen etwa 30 Kilometer westlich von Kassel im Waldecker Bergland und erstreckt sich vom Nordufer des Edersees (), dem flächenmäßig zweit- und volumenmäßig drittgrößten Stausee Deutschlands, bis über die Diemel-Eder-Wasserscheide an Schiebenscheid () und Stirn () in den Langen Wald hinein. Es umfasst eine überwiegend land- und forstwirtschaftlich genutzte Mittelgebirgslandschaft, die in der Kernstadt Waldeck stark vom Fremdenverkehr geprägt ist.
Im Süden des Stadtgebiets stehen die Nordhänge des Edersees seit 2020 als Teil des Nationalparks Kellerwald-Edersee unter besonderem Schutz.
Durch das Waldecker Stadtgebiet bzw. entlang dessen Grenzen verlaufen Abschnitte mehrerer Fließgewässer, wozu im Fulda-Einzugsgebiet die Eder, deren Zuflüsse Netze und Werbe sowie im Diemel-Einzugsgebiet die Twiste-Zuflüsse Watter und Wilde gehören.
Nachbargemeinden Waldeck grenzt im Norden an die Gemeinde Twistetal, im Nordosten an die Stadt Bad Arolsen (beide im Landkreis Waldeck-Frankenberg), im Osten an die Städte Wolfhagen und Naumburg (beide im Landkreis Kassel), im Süden an die Gemeinde Edertal sowie im Westen an die Gemeinde Vöhl und die Stadt Korbach (alle drei im Landkreis Waldeck-Frankenberg).
Stadtgliederung Die Stadt Waldeck besteht aus zehn Stadtteilen: Alraft, Dehringhausen, Freienhagen, Höringhausen, Netze, Nieder-Werbe, Ober-Werbe, Selbach, Sachsenhausen und der Kernstadt Waldeck.
Geschichte mini|Blick vom Ort auf den Edersee mini|Waldeck Straße mit Fachwerkhäusern Zur Geschichte der Kernstadt Waldeck siehe Stadtteil Waldeck.
Stadtbildung Im Zuge der Gebietsreform in Hessen fusionierten zum 1. Oktober 1971 die bis dahin selbständigen Gemeinden Alraft, Höringhausen, Netze und Nieder-Werbe sowie die beiden Städte Sachsenhausen und Waldeck auf freiwilliger Basis zur neuen Stadt Waldeck.
Als Namen für die neu entstandene Stadt wählte man den historisch bedeutsamen Namen „Waldeck“, der zunächst die Burg Waldeck in der heutigen Kernstadt bezeichnet hatte und nach der sich ab 1180 das dortige Grafengeschlecht benannte. Die Grafschaft Waldeck, das spätere Fürstentum Waldeck und Pyrmont, der ehemalige Freistaat Waldeck (ab 1918) und der spätere Landkreis Waldeck (ab 1942), seit 1974 Landkreis Waldeck-Frankenberg, trugen ebenfalls diesen Namen.
Verwaltungssitz der neu entstandenen Stadt wurde der von Graf Adolf I. von Waldeck und Schwalenberg gegründete, einwohnermäßig größere Stadtteil Sachsenhausen.
Am 1. Januar 1974 wurden kraft Landesgesetz die Gemeinden Dehringhausen und Ober-Werbe (mit der am 31. Dezember 1970 eingegliederten ehemaligen Gemeinde Oberwerba) sowie die ehemalige Stadt Freienhagen nach Waldeck eingemeindet. Das bis dahin als Siedlungsplatz von Sachsenhausen geführte Selbach wurde zum 1. Mai 1976 zum Stadtteil von Waldeck ernannt. Damit erreichte die Stadt Waldeck ihre heutige Größe und Verwaltungsstruktur. Für alle Stadtteile von Waldeck wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Waldeck 7089 Einwohner. Darunter waren 166 (2,3 %) Ausländer, von denen 103 aus dem EU-Ausland, 27 aus anderen europäischen Ländern und 36 aus anderen Staaten kamen. Die Einwohner lebten in 3168 Haushalten. Davon waren 984 Singlehaushalte, 966 Paare ohne Kinder und 933 Paare mit Kindern, sowie 240 Alleinerziehende und 48 Wohngemeinschaften.
Einwohnerentwicklung
Siehe Stadtteil Waldeck für die Einwohnerzahlen vor der Gebietsreform.
Religionszugehörigkeit • 1987: 5628 evangelische (= 81,36 %), 837 katholische (= 12,10 %), 452 sonstige (= 6,53 %) Einwohner • 2011: 4939 evangelische (= 69,67 %), 768 katholische (= 10,83 %), 1382 sonstige (= 19,49 %) Einwohner
Politik Stadtverordnetenversammlung Für die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Waldeck erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 15. März 2026 - 23° Election Manager: Waldeck 2026 in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 14. März 2021
Stadtverordnetenversammlung – Kommunalwahlen 2026
Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001 37,81233,61031,91031,41031,81031,110 22,9721,1725,3833,01037,51240,713 15,1 5 – – – – – – – – – – 13,0418,3611,5411,644,813,91 8,2216,0520,8617,5518,0614,85 3,0 1 – – – – – – – – – – – –11,0310,436,527,924,91 – – – – – – – – – – 4,6 1 Gesamt 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 37 100,0 37 Wahlbeteiligung in % 64,1 59,2 54,9 54,5 57,6 61,6
Bürgermeister mini|Rathaus Waldeck in Sachsenhausen Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Magistrats, dem in der Stadt Waldeck neben dem Bürgermeister ehrenamtlich ein Erster Stadtrat und fünf weitere Stadträte angehören.Magistrat der Stadt Bürgermeister ist seit dem 1. April 2025 der parteiunabhängige Nicolas Havel. Er setzte sich am 27. Oktober 2024 im ersten Wahlgang gegen Amtsinhaber Jürgen Vollbracht (CDU), der sich um eine zweite Amtszeit beworben hatte, bei 62,4 Prozent Wahlbeteiligung mit 76,5 Prozent der Stimmen durch.hessenschau: Bürgermeisterwahl am 27. Oktober 2024 in Waldeck
Amtszeiten der Bürgermeister; Hinweis: für die Ansicht der archivierten Einzelergebnisse ggf. die Endung index.html aus der Webadresse löschen und diese dann neu laden - Votemanager: Wahltermine Stadt Waldeck, seit 1997; Hinweis: Bürgermeisterwahlen vor 2024 sind nicht aufbereitet 2025–2031 Nicolas HavelNicolas Havel: Über mich - WLZ, 29. Oktober 2024: Glückwünsche nach der Wahl in Waldeck: „Havel blickt zuversichtlich auf einen nahtlosen Übergang zum Amtsantritt am 1. April 2025. Der unterlegene Amtsinhaber Jürgen Vollbracht habe „Gespräche in aller Ruhe“ angeboten.“ 2019–2025 Jürgen Vollbracht (CDU)WLZ, 30. März 2019: Neu gewählter Bürgermeister Jürgen Vollbracht legte seinen Amtseid ab: „wurde der neu gewählte Bürgermeister Jürgen Vollbracht in sein Amt eingeführt, das er am 1. April antritt“ … „Abschied vom scheidenden Bürgermeister Jörg Feldmann“ 2007–2019 Jörg Feldmann 1983–2007 Peter Brandenburg (SPD)Triathlon Waldeck: Wir über uns: „Waldeck Edersee-Triathlon … am 21. Juli 1984 … 51 Finisher wurden bei der Siegerehrung von Bürgermeister Peter Brandenburg … beglückwünscht“ 1961–1983 Erich Dreyer (1922–2018)Traueranzeigen Erich Dreyer
+ Ergebnisse der Bürgermeister-Direktwahlen Jahr Wahlbeteili-gung in % Kandidaten Partei Stimmenin % 2024 62,4 Nicolas Havel 76,5 Jürgen Vollbracht CDU 23,5 2018 71,2 Jürgen Vollbracht CDU 59,2 Jörg Feldmann 40,8 2012 62,4 Jörg Feldmann 64,1 Marko Haselböck SPD 35,9 2006 65,3 Jörg Feldmann 72,7 Walter Voigt 27,3 2000 41,3 Peter Brandenburg SPD 80,9 1994 66,2 Peter Brandenburg SPD 75,8 Dieter Wirtz CDU 37
Wappen
Flagge
Die Flagge wurde der Stadt am 13. Mai 1976 durch das Hessische Ministerium des Innern genehmigt und wird wie folgt beschrieben:
„Die Flagge der Stadt Waldeck zeigt auf zwei gelb-schwarz gedrittelten Bahnen in verwechselten Farben das Wappen der Stadt.“
Eine amtliche Hissflagge führt die Stadt nicht. Lokal wird jedoch, angelehnt an die Bannerflagge, eine schwarz-goldene Flaggenbahn, belegt mit dem Stadtwappen verwendet.
Städtepartnerschaften Waldeck unterhält mit folgender Stadt eine Städtepartnerschaft: Blankenhain, Thüringen, Deutschland (seit 1990)
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Schloss Waldeck, das Wahrzeichen der Stadt Waldeck miniatur|hochkant=1.25|Die Edertalsperre (August 2011)
Bauwerke Schloss Waldeck – Wahrzeichen der Stadt Waldeck und des Landkreises Waldeck-Frankenberg Stadtkirche Waldeck – hier wurde die Reformation für die Grafschaften Waldeck eingeführt Historischer Stadtbrunnen an der Schulstraße in der Kernstadt Waldeck Stadtkirche im Stadtteil Sachsenhausen Kirche des ehemaligen Klosters Marienthal im Ortsteil Netze mit spätgotischem Altar aus dem 14. Jahrhundert Klosterruine Ober-Werbe im Ortsteil Ober-Werbe Warte in Sachsenhausen Edertalsperre unterhalb von Schloss Waldeck
Museen Schlossmuseum im Schloss WaldeckSchloss Waldeck auf www.burgen-und-schloesser.net. Heimatmuseum in Höringhausen Dorfstube in Nieder-Werbe
Parks Uferpromenade Waldeck-West (direkt am Edersee) Mauergarten unterhalb des Schloss Waldeck, Kernstadt Waldeck
Sport Sportstätten bzw. -veranstaltungen Waldecks sind: Freibad im Stadtteil Freienhagen Strandbad Waldeck (Waldeck-See) am EderseeFreibäder der Stadt Waldeck, abgerufen im Mai 2019. Golfplatz in der Kernstadt Waldeck Edersee-Triathlon: Jährlich im Juli – größte Sportveranstaltung der Großgemeinde, mit Start und Ziel in der Kernstadt Waldeck Pfingstreitturnier: In geraden Jahren in der Kernstadt Waldeck, in ungeraden in Sachsenhausen; mit Spring- und Dressurwettbewerben bis zu Klasse S
Wirtschaft und Infrastruktur Die Kernstadt ist staatlich anerkannter Luftkurort, der Stadtteil Niederwerbe ist anerkannter Erholungsort.
Verkehr Die Ortsteile der Stadt Waldeck sind über die Bundesstraßen 485 und 251 zu erreichen.
Der Eisenbahnbetrieb auf der Bahnstrecke Wega–Brilon Wald im Abschnitt von Wega nach Korbach, an der die Stadtteile Waldeck, Netze, Selbach, Sachsenhausen und Höringhausen liegen, wurde am 27. Mai 1995 eingestellt. Auf der alten Trasse wurde der Ederseebahn-Radweg Korbach–Waldeck–Buhlen angelegt.
Die Waldecker Bergbahn verbindet als Kleinkabinenbahn das Ederseeufer mit dem Schlossberg. Die 650 Meter lange Gondelbahn überwindet eine Höhendifferenz von 120 Metern.
In Waldeck-See befindet sich die Hauptanlegestelle der Personenschiffahrt Edersee, welche mit zwei modernen Fahrgastschiffen einen Rundfahrtverkehr zwischen den Anlegestellen Waldeck-West, Edertal-Sperrmauer, Halbinsel Scheid, Bringhausen, Asel und Herzhausen anbietet.
Etwa 2,5 km nördlich des Zentrums liegt das Segelfluggelände Mühlberg-Waldeck.
Öffentliche Einrichtungen Stadtverwaltung und Stadtbücherei im Stadtteil Sachsenhausen Bürger- und Tourismusbüro der Stadt Waldeck in der Kernstadt Waldeck Kindergärten (Freienhagen, Höringhausen, Sachsenhausen, Waldeck)Kindergärten der Stadt Waldeck, abgerufen im Mai 2019.
Bildung Vier Grundschulen (Freienhagen, Höringhausen, Sachsenhausen, Waldeck) Mittelpunktschule Stadt Waldeck in Waldeck-Sachsenhausen mit Förderstufe und Realschulzweig
Persönlichkeiten Johann Christian Hertzog (1766–1851), deutscher Landwirt, Bürgermeister in Waldeck und Abgeordneter im Fürstentum Waldeck Christian Höhle (1775–1849), deutscher Politiker, MdL Waldeck Jacob Höhle (1777–1846), deutscher Politiker, Bürgermeister in Waldeck und Abgeordneter im Fürstentum Waldeck Johann Conrad Hentze (1778–1843), Bürgermeister von Waldeck und Abgeordneter