Witwenschütteln bezeichnet im Jargon des Journalismus die Tätigkeit, rücksichtslos Interviews, Fotos oder Informationen bei den Hinterbliebenen von Unglücksopfern oder allgemein Menschen, denen gerade Leid widerfuhr, einzufordern. Verbreitet ist das „Witwenschütteln“ vor allem im Boulevardjournalismus, in dem es besonders darauf ankommt, schnell emotionale Schlagzeilen und Bilder zu veröffentlichen. Der Begriff kann bereits 1985 belegt werden.Niklaus Meienberg Der wissenschaftliche Spazierstock, Limmat Verlag (1985): „Ein anderer interner Fachausdruck heisst: Witwen schütteln. Damit ist jene Taktik gemeint, welche den Angehörigen von Katastrophen-Opfern, z. B. nach dem Massaker auf dem Oktoberfest in München, Fotos und Personalien der Opfer entlockt, ...“

Besonders nach dem 11. September 2001 geriet das „Witwenschütteln“ zunehmend in die Kritik. Das Adolf-Grimme-Institut schrieb dazu:

Siehe auch Paparazzo Regenbogenpresse

Weblinks

Gerührt oder geschüttelt Bildblog.de vom 7. Januar 2008

Einzelnachweise

Kategorie:Journalismus (Deutschland) Kategorie:Redewendung Kategorie:Tod in der Kultur