mini|Frans van Schooten mini|Titelseite von Geometria a Renato des Cartes anno 1637 (1649) Frans van Schooten (* 1615 in Leiden, Niederlande; † 29. Mai 1660 in Leiden), auch lat.-niederl. Franciscus van Schooten, niederl.-frz. Franciscus à Schooten oder lat. Franciscus Schooten, war ein niederländischer Mathematiker, der vor allem für die Popularisierung der analytischen Geometrie von René Descartes bekannt ist.
Leben und Wirken
Van Schootens Vater, Frans van Schooten der Ältere, war Professor an der Ingenieursschule in Leiden (Leidse ingenieursschool) und hielt dort Vorlesungen auf Niederdeutsch. Zu seinen Schülern zählten Christiaan Huygens, Johan Hudde und René de Sluze.
Van Schooten las Descartes’ La Géométrie (ein Anhang zu seinem Buch ), bevor es publiziert wurde. Da er es schwer verständlich fand, ging er nach Frankreich, um die Werke anderer Mathematiker der Zeit wie François Viète und Pierre de Fermat zu studieren. Nach seiner Rückkehr nach Leiden wurde er Professor für Mathematik als Nachfolger seines Vaters. Seine Kommentare zur von Descartes machten das Werk breiteren Schichten von Mathematikern verständlich. Sie waren daher mitverantwortlich für die Verbreitung der analytischen Geometrie in der Welt. Durch Van Schootens Arbeit wurde Leiden für eine kurze Periode in der Mitte des 17. Jahrhunderts das Zentrum der mathematischen Gemeinschaft.
mini|Ellipsenzirkel, siehe Animation Schooten entwickelte auch eine Trilogie aus Ellipsenzirkel, Hyperbelzirkel und Parabelzirkel, mit denen die dazugehörigen Kurven der Kegelschnitte exakt gezeichnet werden können.
Schriften (Auswahl) mini|Exercitationum mathematicarum libri quinque, 1656–1657 Bücher De organica conicarum sectionum in plano descriptione, tractatus. Elzevier, Leiden 1646 (Digitalisat, Digitalisat). Geometria a Renato des Cartes anno 1637 Gallice edita, postea autem. Joannes Maire, Leiden 1649 (Digitalisat). Übersetzung von René Descartes’ La Géométrie (1637), mit Anmerkungen von Florimond de Beaune. [2., erweiterte Auflage] 2 Teile, Lowijs & Daniel Elzevier, Amsterdam 1659–1661 (Teil 1, Teil 2). Blaviana, Amsterdam 1683 (Digitalisat). Renati Des Cartes Geometria, Una cum Notis Florimondi De Beaune, In Curia Blesensi Consiliarii Regii, & Commentariis illustrata […]. Friedrich Knoch, Frankfurt 1695 (Digitalisat). Exercitationvm Mathematicarum libri quinque. Johannes Elsevirius, Leiden 1656–1657 (Digitalisat). Mathematische oeffeningen, begrepen in vijf boecken. 5 Bände, Gerrit van Goedesbergh, Amsterdam 1659–1660 (Digitalisat) – darin: Tractaet der perspective, ofte schnybaere teycken-konst. Gerrit van Goedesbergh, Amsterdam 1660 (Digitalisat).
Als Herausgeber François Viète: Francisci Vietae opera mathematica. Bonaventura & Abraham Elzevier, Leiden 1646 (Digitalisat).
Siehe auch Satz von van Schooten
Literatur
Joseph Ehrenfried Hofmann: Frans van Schooten der Jüngere (= Boethius. Texte und Abhandlungen zur Geschichte der exakten Wissenschaften Band 2). Franz Steiner, Wiesbaden 1962, ISBN 3-515-00459-9. Joseph Ehrenfried Hofmann: Schooten, Frans van. In: Complete Dictionary of Scientific Biography. Band 12, Charles Scribner’s Sons, 2008, S. 205–207. Cornelis de Waard: Schooten, Frans van. In: Nieuw Nederlandsch biografisch woordenboek. Band 7, 1927, S. 1110–1114 (Digitalisat).
Einzelnachweise
Weblinks
Geometria a Renato des Cartes edita im Projekt Nova Scientia: Early Modern Scientific Literature and Latin (NOSCEMUS)
C. Edward Sandifer: Van Schooten’s Rulers
Kategorie:Mathematiker (17. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Universität Leiden) Kategorie:Niederländer Kategorie:Geboren 1615 Kategorie:Gestorben 1660 Kategorie:Mann