Die Murberge (auch Tamsweg-Seckauer Höhenzug oder Stolzalpenzug) sind ein rund 60 Kilometer langer Gebirgszug der Zentralalpen. Sie bilden den Übergang der Niederen Tauern zu den Gurktaler Alpen und befinden sich in den österreichischen Bundesländern Salzburg und Steiermark. Die höchste Erhebung ist mit der Gstoder im kleinen salzburgischen Teil.
Lage und Landschaft Die Murberge erstrecken sich von Tamsweger Becken bis zum Judenburg-Knittelfelder Becken bei Zeltweg. Sie sind ein Zug mit inneralpinem Mittelgebirgscharakter, der die Mur im engen Oberen Murtal im Lungau und der Obersteiermark nördlich begleitet. Sie werden durch markante Tiefenlinien gegliedert, und sind damit eine Aneinanderreihung mehrerer Bergstöcke.
Einordnung, Abgrenzung und benachbarte Gebirgsgruppen Die Bezeichnung MurbergeGerhard Karl Lieb: Eine Gebietsgliederung der Steiermark aufgrund naturräumlicher Gegebenheiten. In: Mitteilungen der Abteilung Botanik des Landesmuseums Joanneum Graz 20 (1991), S. 23, ganzer Artikel S. 1–30, Erich Seefeldner: Salzburg und seine Landschaften. 1961, Verlag Das Bergland-Buch, S. 335 und 350. ist nicht ortsüblich, wurde aber schon im 19. Jahrhundert verwendet.So etwa Albrecht Penck, Eduard Brückner: Die Alpen im Eiszeitalter. Leipzig (1901), 2. Auflage 1909, S. 1126 Der Name Tamsweg-Seckauer Höhenzug geht auf Böhm (1887) zurück, Überarbeitet Strzygowskj prägte 1951 den Namen Stolzalpenzug.
Die Nordgrenze bildet das Murparalleltal, ein unvollständiger Talzug, der sich fast von den hohen Tauern bis über den Semmering hinaus nördlich der Mur-Mürz-Furche erstreckt. Es verläuft hier:Verlauf folgt GIS-Steiermark, siehe Z.1 Murberge. umwelt.steiermark.at → Landschaftsgliederung. Tamsweg an der Mur – Leißnitzbach über Sauerfeld – Schwarzenbichl (Sattel von Seetal, ca. ) – Seetaler Bach (Rantental) – Talquerung am Rantenbach bei OcherlingDie Gebirgsgruppengliederung nach Trimmel zieht die Grenze hier Rantenbach – Krakaudorf, sodass der Kalvarienberg () in die Murauer Berge fällt. – Künstenbach bis Schöder – Schöderbach bis St. Peter am Kammersberg – Urtlbach – Kammersberger Höhe (Buttererkreuz ) – Eselsbergbach bis Oberwölz – Schöttlbach – Salchauer Bach – Sattel beim Dürregger (ca. ) – Raggasbach – Schönbergerbach – Hocheggersattel () – Gföllbach – Blahbach – Unterzeiring im Pölstal Die Südabgrenzung bildet die Mur, aufwärts ab Zeltweg.
Salzburgerseits wird im Westen auch der untere Thomatalbach als Südgrenze gesehen (Murtal von St. Margarethen im Lungau bis Tamsweg als Nordgrenze), womit der Schwarzenberg (Hochkopf ) nördlich Thomatal noch dazugehört; dieser Berg wird, weil südlich der Mur liegend meist schon zu den Nockbergen der Gurktaler Alpen gerechnet. Steirischerseits zieht man die Grenze nicht über Schwarzenbichl (Seetal), sondern nördlicher Prebersee (Prebersattel ) – Rantenbach (Krakautal) – Krakauebene – Künstenbach; damit fällt der Überling-Höhenzug (Wengerkopf ) noch in die Gruppe.
In der Landschaftsgliederung der Steiermark bilden sie eine der Untergruppen der Zentralalpen (Z.1), und sind nicht den Niederen Tauern (NT) zugeordnet, deren Vorlagerung zu bilden. Auf die Zugehörigkeit zum Kärntner Mittelgebirge (Gurktaler Alpen und angrenzende Gruppen), nicht den Tauern, wies schon Johann Sölch 1928 in seiner Landschaftsgliederung hin.Johann Sölch: Die Landformung der Steiermark. Leuschner & Lubensky, Graz, 1928 (Buchbesprechung in: Mitteilungen der Österreichischen Geographischen Gesellschaft Bd. 72, 1929, S. 405 f, eReader, ANNO). Trotz ihrer landschaftlichen und geologischen Eigenständigkeit werden die Murberge in orographischen Gliederungssystemen (wie der AVE) den nördlich angrenzenden Tauerngruppen zugeteilt: Sie sind durch mehrere Durchbruchstäler gegliedert, insbesondere der Wölzer Bach als Trennung von Schladminger Tauern nordwestlich und Wölzer Tauern nordöstlich ordnet sie orographisch jeweils diesen beiden Gruppen zu.
Ganz im Osten grenzt an der unteren Pölsen der Gaaler Höhenzug der Seckauer Alpen an. Ganz im Westen stoßen die Murberge bei der Grenzziehung bei St. Margarethen auch an den Hochfeindzug, den Südwestausläufer der Radstädter Tauern.
Ortsüblich werden auch die Berge südlich der Mur zu den Murbergen gerechnet (Murauer Alpen im weiteren Sinne), das umfasst insbesondere die Metnitzer Berge (Mur aufwärts bis Stadl/Flattnitzer Höhe) und teils auch die nördlichen Nockberge der Gurktaler Alpen, im Allgemeinen aber nicht die Seetaler Alpen südöstlich (Mur bis Teufenbach/Neumarkter Sattel).Im 19. Jh. gab man die Murauer Alpen nur südlich der Mur in den östlichen Gurktaler Alpen, höchste Erhebung Kuhalpe (Grebenzen 1892 m); die Nockberge (westliche Gurktaler Alpen) hießen Stang-Alpen oder Kremser Alpen;Heinrich Beitzke: Die Alpen, ein geographisch-historisches Bild. Verlag C. F. Post, 1843, Kärnthnisch-steyrische Alpen, S. 654 ff (); Murauer Alpen. In: Pierer’s Universal-Lexikon, Band 11. Altenburg 1860, S. 559 (auf zeno.org). Eingeschränkter ist der Begriff der Murauer Berge nach Trimmel.
Gliederung und Gipfel mini|Gstoder, Gipfelflur mini|Pleschaitz Die Gruppe zerfällt an Rantenbach, Katschbach und Wölzer Bach und mit der Abgrenzung bei St. Margarethen auch der Mur, die jeweils Nordwest nach Südost durchbrechen, in mehrere Massive. Die wichtigsten Gipfel der Murberge von West nach Ost: NameLandHöheGruppeZuordnung auch Hochkopf Salzburg 1779 Schwarzenberg Gurktaler Alpen: Nockberge Lasaberg Salzburg 1935 Gstoder Wengerkopf Salzburg/Steiermark 1797 Überling-Zug Schladminger Tauern: Preber-Gruppe Weidschober Salzburg/Steiermark 1789 Überling-Zug Gstoder Salzburg/Steiermark 2140 Gstoder Schladminger Tauern: Preber-Gruppe Kramerkogel Steiermark 1802 Gstoder Stolzalpe Steiermark 1817 Stolzalpe Schladminger Tauern: Knallstein-Gruppe Pleschaitz Steiermark 1797 Pleschaitz Wölzer Tauern: Schoberspitzengruppe Bocksruck Steiermark 1763 Bocksruck Wölzer Tauern: Pusterwalder Berge Schwarzkogel Steiermark 1627 Bocksruck Habring Steiermark 1497 Bocksruck
Weblinks Z.1 Murberge. umwelt.steiermark.at → Landschaftsgliederung. D.1 Murparalleltal. umwelt.steiermark.at → Klimaregionen.
Einzelnachweise
Kategorie:Gebirge in Europa Kategorie:Gebirge in den Alpen Kategorie:Gebirge in der Steiermark Kategorie:Gebirge im Land Salzburg Kategorie:Orographie des Einzugsgebiets Mur Kategorie:Schladminger Tauern Kategorie:Rottenmanner und Wölzer Tauern Kategorie:Geographie (Bezirk Murau) Kategorie:Geographie (Bezirk Tamsweg)