Audrey Grace Thomas, OC, (* 17. November 1935 in Binghamton, New York als Audrey Grace Callahan) ist eine kanadische Schriftstellerin US-amerikanischer Abstammung, die 1987 den Marian Engel Award für ihr Gesamtwerk erhielt und als einzige Autorin dreimal den Ethel Wilson Fiction Prize erringen konnte.

Leben Als Audrey Grace Callaham in Binghamton, New York, geboren, wanderte sie 1959 nach Kanada aus,Eugene Benson and William Toye (Hrsg.): The Oxford Companion to Canadian Literature. Toronto: Oxford University Press, 1997, S. 1113. wo sie an der University of British Columbia zunächst studierte und später auch unterrichtete. Während des Studiums war sie mit Danuta Gleed, Frances Itani, Bryan Moon und Rita Donovan befreundet. Von 1964 bis 1966 lebte sie in Ghana. Die dortigen Erlebnisse und Erfahrungen hinterließen einen großen Eindruck in ihrem schriftstellerischen Werk, für das sie 1987 mit dem Marian Engel Award ausgezeichnet wurde.

Ihre erste veröffentlichte Kurzgeschichte, If One Green Bottle... erschien 1965 in Atlantic Monthly und wurde mit dem Atlantic First Award prämiert, sodass daraus die Publikation ihrer ersten Kurzgeschichtensammlung, Ten Green Bottles (1967), resultierte. Die Geschichte nimmt das Motiv der Fehlgeburt auf, ein stets wiederkehrendes Thema in ihrem Gesamtwerk, in dem es häufig um den Verlust von Kindern geht. Andere vorherrschende Themen drehen sich um die Position des Künstlers in der Realität und seinen Illusionen. Viele ihrer Werke besitzen einen autobiographischen Bezug. Auch wenn die eigentliche Geschichte in Songs My Mother Taught Me (1973) fiktional unabhängig ist, gibt es Parallelen zwischen der Protagonistin und Thomas: das Erinnerungsvermögen des Großvaters, das Verbringen der Sommermonate in dessen Haus am See, schließlich die Arbeit in einer Nervenheilanstalt. Mrs. Blood (1970) und Blown Figures (1974) setzen die Geschichte der Isobel Cleary fort, beide Geschichten spielen in Afrika und greifen ebenfalls das Motiv der Schuld und Fehlgeburt auf. Der Stil beider Romane war recht innovativ, indem er zwischen zwei Betrachtungsebenen beziehungsweise Erzählstimmen wechselte und Versatzstücke aus Zeitungsartikeln, Lexikadefinitionen und Krankenhausgedichten verwendete.

Als einzige Autorin erhielt sie dreimal den Ethel Wilson Fiction Prize, für Intertidal Life (1984), Wild Blue Yonder (1990) und Coming Down from Wa (1995). 2008 ernannte man sie zum Officer of the Order of Canada.

Einige ihrer Werke zählen zu den Historischen Romanen und sind bisher ins Niederländische, Französische und Italienische übersetzt worden – nicht jedoch ins Deutsche.

Audrey Thomas lebt auf Galiano Island, British Columbia.

Werk Romane Mrs. Blood – 1970 Munchmeyer and Prospero on the Island – 1971 Songs My Mother Taught Me – 1973 Blown Figures – 1974 Latakia – 1979 Intertidal Life – 1984 (nominiert für den Governor General’s Award for Fiction) Graven Images – 1993 Coming Down from Wa – 1995 (nominiert für den Governor General’s Award for Fiction) Isobel Gunn – 1999Stephen Smith: Review of Isobel Gunn by Audrey Thomas. In: Quill & Quire. November 1999. Abgerufen am 9. Juli 2012: Tattycoram – 2005.Bronwyn Drainie: Review of Tattycoram by Audrey Thomas. In: Quill & Quire. Juni 2005. Abgerufen am 8. Juli 2012:

Kurzgeschichten Ten Green Bottles – 1967 ladies and escorts – 1977 Real Mothers – 1981 Two in the Bush and Other Stories – 1981 Goodbye Harold, Good Luck – 1986 The Wild Blue Yonder – 1990 The Path of Totality – 2001.James Grainger: Review of the Path of Totality by Audrey Thomas. In: Quill & Quire. September 2001. Abgerufen am 9. Juli 2012:

Auszeichnungen 1965 – Atlantic First Award für If One Green Bottle... 1979 – National Magazine Award, Rang „Silber“, für Harry and Violet durch die Zs. „Saturday Night“ 1981 – National Magazine Award, Rang „Silber“, für Real Mothers durch die Zs. Châtelaine 1985 – Ethel Wilson Fiction Prize für Intertidal Life 1985–1986 – Canada-Scotland Literary Fellowship 1987 – Marian Engel Award 1989 – Canada-Australia Prize 1991 – Ethel Wilson Fiction Prize für Wild Blue Yonder 1996 – Ethel Wilson Fiction Prize für Coming Down From Wa 2001 – W.O. Mitchell Award 2003 – Terasen Lifetime Achievement Award 2003 – George Woodcock Lifetime Achievement Award for an outstanding Literary Career 2003 – Matt-Cohen-Preis

Literatur Caroline Rosenthal: Narrative Deconstructions of Gender in Works by Audrey Thomas, Daphne Marlatt, and Louise Erdrich. Camden House, Rochester 2003.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Autor Kategorie:Roman, Epik Kategorie:Kurzgeschichte Kategorie:Literatur (Englisch) Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (21. Jahrhundert) Kategorie:Kanadische Literatur Kategorie:Hochschullehrer (University of British Columbia) Kategorie:Officer of the Order of Canada Kategorie:Kanadier Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1935 Kategorie:Frau