Als Hautblutung bezeichnet man den Blutaustritt (Erythrodiapedese) aus Blutgefäßen in die Haut oder Schleimhäute. Die Ursache für eine Hautblutung kann eine Verletzung oder eine krankhaft erhöhte Blutungsneigung sein. Frische Hautblutungen zeigen sich durch eine rötliche Verfärbung der Haut. Durch den Abbau des in den Erythrozyten (rote Blutkörperchen) enthaltenen Hämoglobins kann sich diese Farbe über die Zeit nach braun, grün und gelb verändern.
Hautblutungen haben zwei prinzipielle Ursachen: Schäden im Endothel Gerinnungsstörungen (Koagulopathien)
Je nach Art und Größe der Hautblutung werden in der Medizin unterschiedliche Bezeichnungen verwendet:H. S. Füeßl, M. Middeke: Anamnese und Klinische Untersuchung. Georg Thieme Verlag, 2010, ISBN 3-131-26884-0, S. 369.
Bezeichnung Größe Definition Farbe Form Verteilung Pulsation Reaktion auf Druck Krankheiten Foto Petechien bis Stecknadelkopfgröße kleinste punktförmige Haut- oder Schleimhautblutung frisch: rötlichalt: rot-braun punktförmig verstreut, vorwiegend an den Beinen nein nicht wegdrückbar z. B. Idiopathische thrombozytopenische Purpura 120px Purpura punktförmig, kleinfleckig spontane Haut- bzw. Schleimhautblutung (ohne Trauma) frisch: rötlichalt: rot-braun hämorrhagischer Typpapulonekrotischer Typpolymorph-nodulärer Typ bevorzugt an den Unterschenkelstreckseiten, Gesäß, Arme, evtl. generalisiert nein nicht wegdrückbar Vasculitis allergica, Kollagenosen, Arzneimittelexanthem 120px Ekchymose und Sugillation flächenhaftSugillation bis ca. 30 mm flächenhafte Gewebeblutung zunächst purpurrot bis bläulich, später grün-gelb und braun rundoval oder unregelmäßigevtl. zentral flache Erhebung unterschiedlich nein nein Extravasat bei Trauma oder Koagulopathie 120px Hämatom, Pferdekuss großflächig tiefgehende massive Blutung im Gewebe zunächst purpurrot bis bläulich, später grün-gelb und braun häufig erhaben am ganzen Körper möglich evtl. schmerzhaft massive Blutansammlung in der Haut und tieferliegendem Gewebe nach einem Trauma 120px
Neben diesen Termini sind noch die Begriffe Vibices (streifenartige Hautblutungen) und Suffusionen (flächenhafte Hautblutungen).P. Fritsch: Dermatologie, Venerologie. 2. Auflage, Verlag Springer, 2004, ISBN 3-540-00332-0, S. 518.
Von diesen Hautblutungen sind das Erythem und die Roseolen zu unterscheiden. Dabei handelt es sich um vorübergehende vermehrte Gefäßfüllungen, die sich beispielsweise mit einem Glasspatel wegdrücken lassen.
Einzelnachweise
Kategorie:Krankheitsbild in Hämatologie und Onkologie