Königshofen an der Heide (fränkisch: Kinshoff, bis 1956: Königshofen) ist ein Gemeindeteil des Marktes Bechhofen im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Königshofen a.d.Heide hat eine Fläche von 5,215 km². Sie ist in 932 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 5595,89 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Oberkönigshofen und Weihermühle.

Geografie Das Pfarrdorf liegt am Ochsengraben, ein linker Zufluss des Mühlgrabens, der von rechts in die Wieseth mündet. Die Staatsstraße 2220 führt nach Burk (4,5 km südwestlich) bzw. nach Bechhofen (1,5 km nördlich). Die Kreisstraße AN 54 führt nach Rohrbach (1,2 km nördlich) bzw. an der Weihermühle vorbei nach Birkach (1,8 km östlich).

Geschichte Bevor sich das Kloster Heilsbronn dort ansiedelte, gab es sechs Grundherrschaften: das Stift Herrieden, die Grafen von Truhendingen, die Herren von Dietenhofen und von Holzingen, die Markgrafen und die Herren von Seckendorff. Die Güter der vier Erstgenannten kamen durch Kauf und Tausch an Heilsbronn. Die drei übrig gebliebenen Herrschaften lagen im ständigen Streit über die jeweiligen Ansprüche.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit. Bd. 2, S. 509 ff.

Das Marienmünster Königshofen war eine ehemalige Wallfahrtskirche und wurde 1396 eingeweiht. 1422 wurde von Katharina Knoll ein Kloster gegründet, ebenfalls der Maria geweiht, und das Marienmünster wurde zur Klosterkirche. Mit dem Einzug der Reformation wurde die Klosterkirche 1565 zur evangelisch-lutherischen Pfarrkirche, was sie bis heute noch ist. Laut einer Inschrift in der Kirche wurde die Kirche im Dreißigjährigen Krieg am 10. August 1632 von Kroaten eingeäschert. Das Feuer griff auch auf Wohnhäuser über und tötete 114 Einwohner. Erst 1658 begann man mit dem Wiederaufbau, der erst 1723 auf Kosten des damaligen Eichstättischen Bischofs Johann Anton I. vollendet werden konnte.

Königshofen lag im Fraischbezirk des ansbachischen Oberamtes Wassertrüdingen. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft wurde im jährlichen Wechsel vom eichstättischen Kasten- und Stadtvogteiamt Ornbau und dem ansbachischen Verwalteramt Waizendorf ausgeübt. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Königshofen 49 Anwesen. Grundherren waren ansbachische Ämter (26 Anwesen; Verwalteramt Waizendorf: 1 Schenk- und Braustatt, 1 Hof, 21 Güter, 1 Gütlein, 1 Häuslein; Kastenamt Wassertrüdingen: 1 Gut) der Hochstift Eichstätt (23 Anwesen; Vogtei Königshofen: 1 Wirtschaft mit Braustatt, 1 Schmiede, 1 Badstube, 1 Bäckerei, 8 Gütlein, 2 halbe Gütlein, 1 Haus, 6 Häuslein, 2 Halbhäuslein) Außerdem gab es eine Kirche, ein Pfarrhaus, ein Schulhaus und ein Gemeindehirtenhaus.T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis. S. 434. (= J. K. Bundschuh, Bd. 3, Sp. 185 ff.). Hiernach gab es 51 Untertansfamilien gegeben haben, von denen 30 ansbachisch waren.

Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Wassertrüdingen.T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis. S. 568.

Im Jahre 1806 kam Königshofen an das Königreich Bayern. Infolge des Gemeindeedikts wurde 1809 der Steuerdistrikt und die Ruralgemeinde Königshofen gebildet, zu dem bzw. zu der Birkach, Burgstallmühle, Fröschau, Heinersdorf, Oberkönigshofen, Röttenbach, Rottnersdorf und Weihermühle gehörten. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstanden zwei Ruralgemeinden: Birkach mit Burgstallmühle, Fröschau, Heinersdorf, Röttenbach und Rottnersdorf Königshofen mit Oberkönigshofen und Weihermühle.T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis. S. 534 und 540. Die Gemeinde Königshofen war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Wassertrüdingen zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Wassertrüdingen (1919 in Finanzamt Wassertrüdingen umbenannt, 1932–1973 Finanzamt Gunzenhausen, seit 1973 Finanzamt Ansbach). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Wassertrüdingen (1879 in Amtsgericht Wassertrüdingen umbenannt), von 1956 bis 1970 war das Amtsgericht Gunzenhausen zuständig und von 1970 bis 1973 das Amtsgericht Dinkelsbühl, das seit 1973 eine Zweigstelle des Amtsgerichtes Ansbach ist. Die Verwaltung übernahm 1862 das neu geschaffene Bezirksamt Dinkelsbühl (1939 in Landkreis Dinkelsbühl umbenannt). Mit der Auflösung des Landkreises Dinkelsbühl im Jahr 1972 kam Königshofen an den Landkreis Ansbach. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 5,203 km².

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Königshofen am 1. Juli 1971 nach Bechhofen eingemeindet.

Baudenkmäler In Königshofen gibt es fünf Baudenkmäler: Lindenstraße 2: Wohnstallhaus, eingeschossiger traufständiger Satteldachbau, mit Zwerchhaus und Fachwerkgiebel, bez. 1850. Münsterstraße 18: evangelisch-lutherisches Pfarrhaus, zweigeschossiger giebelständiger Satteldachbau, risalitförmig gestalteter Erker mit Treppengiebel, mit Natursteingliederungen und neugotischen Elementen, ausgehendes 19. Jahrhundert Münsterstraße 20: evangelisch-lutherische Pfarrkirche, ehemals Wallfahrtskirche Beatae Mariae Virginis, dreischiffige Basilika, Südvorhalle zweite Hälfte 14. Jahrhundert, Erweiterung Mitte 15. Jahrhundert, nach Brand 1632 Umgestaltung der Staffelhalle zur Basilika, Turm im südlichen Chorwinkel (nördl. im 19. Jahrhundert abgetragen); mit Ausstattung Münsterstraße 21: ehemaliges Schulhaus, heute Gemeindehaus, zweigeschossiger Walmdachbau in Ecklage, teilweise Fachwerk verputzt, Ende 18. Jahrhundert Steingasse 2: Wohnstallhaus, massives eingeschossiges Gebäude mit Steildach, 1848; anschließendes Nebengebäude, eingeschossiger Satteldachbau, mit Fachwerkgiebel, Mitte 19. Jahrhundert; Stall- und Scheunengebäude, eingeschossiger massiver Satteldachbau, wohl zweite Hälfte 19. Jahrhundert

Bodendenkmäler In der Gemarkung Königshofen gibt es mittelalterliche und frühneuzeitliche Befunde im Bereich der Pfarrkirche

Einwohnerentwicklung Gemeinde Königshofen Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 358 370 376 356 348 361 354 349 370 385 360 338 363 354 378 376 358 389 390 543 534 494 448 454HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 64 65 80 81 78 80 83 91 96 Quelle Für die Gemeinde Unterkönigshofen zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Oberkönigshofen (S. 66) und Weihermühle (S. 101). Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 372 Einwohner.

Ort Königshofen Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2001 2011 2017 2023Einwohner 312 331 318 326 359 335 328 498 416 421 485 991 836 872 866Häuser 57 61 75 74 78 86 91 140 Quelle

Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und Sitz der Pfarrei St. Maria. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Herz Jesu gepfarrt.

Persönlichkeiten Karl von Brandt (1816–1890), bayerischer Generalleutnant

Literatur

Friedrich Krauß: Der geschichtliche Rahmen des Zuzugs der Exulanten in der Kirchengemeinde Königshofen an der Heide. Nürnberg 2006 (Sonderbände der GFF, 3).

Weblinks

Fußnoten

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