mini|Jena FullDome Festival Logo for 2014
Das FullDome Festival gilt als das bedeutendste internationale Festival zur Präsentation und Prämierung von Fulldome Shows. Seit seiner Gründung im Jahr 2007 hat sich das Festival als Diskussionsforum zur technischen und künstlerischen Entwicklung des jungen Mediums der 360°-Ganzkuppelprojektion etabliert. Das FullDome-Festival findet alljährlich meist an einem Maiwochenende im Zeiss-Planetarium Jena statt. Gezeigt werden ausschließlich neu produzierte Fulldome Shows von professionellen, studentischen und freien Produzenten und Medienkünstlern aus aller Welt.
Begleitet wird das mehrtägige Programm von Workshops, Vorträgen und Performances. Der Freitag ist jeweils den studentischen Beiträgen gewidmet, am Samstag werden die besten professionellen und studentischen Beiträge im Rahmen der Festivalgala ausgezeichnet. Seit 2008 stiftet die Carl Zeiss AG Preise für die besten studentischen Einreichungen (Performance Award, Creative Award und Audience Award). Dotierte Sonderpreise werden auch zu Themenschwerpunkten verliehen (z. B. 2009 „Bauhaus in den Sternen“ und 2011 „VisuaLiszt“). Das Festival richtet sich an ein Fachpublikum sowie an die interessierte Öffentlichkeit.
mini|»The Janus«. Fulldome film award for best contributions to the Jena FullDome Festival.
Das 7. FullDome Festival fand vom 29. Mai bis 1. Juni 2013 unter dem Motto „Ornamental Dances“ statt. Insgesamt kamen 80 FullDome-Produktionen mit Beteiligten aus 17 Ländern zur Aufführung. Die neue Kategorie „Spatial Sound Wave“ mit speziellen Produktionen für Raumklänge fand hohen Zuspruch. Für das Festival wurden Preisgelder in Höhe von 4.000 Euro und wertvolle Sachpreise eingeworben. Erstmals vergab das Festival den „Janus“, eine Statue in Anlehnung an andere internationale Preise der Filmbranche. Insgesamt wurden durch die Jury neun Fulldome-Präsentationen mit dem Janus geehrt.
Chronik
1. FullDome Festival 2007 Das erste FullDome Festival fand am 16. und 17. März 2007 statt. Maßgeblich initiiert wurde es von Micky Remann, Medienkünstler und Dozent an der Bauhaus-Universität Weimar, Fakultät Medien, Professur Medienereignisse. Der von Remann im WS 2006/2007 geleitete Fachkurs „Himmelskunde, Medienräume“ war im Vorlesungsverzeichnis beschrieben: „Gegenstand der Veranstaltung ist die Entwicklung von Inhalten und Inszenierungen für ein neues Projektionssystem im Planetarium Jena“.
Es galt nicht nur technische Hürden zu überwinden. Die Frage nach der Ästhetik raumfüllender Bilder war ebenso spannend wie die Auseinandersetzung um mögliche Inhalte. Während die planetariumstypische Bildsprache bereits eine gewisse Reife erreicht hatte, steckten künstlerische, filmische oder dokumentarische Ansätze noch völlig in den Kinderschuhen. Damit das Betrachten und Bewerten der studentischen Arbeiten nicht auf den universitären Rahmen beschränkt blieb, wurde die Idee eines öffentlichen Festivals geboren. Remann verbündete sich mit dem Direktor des Jenaer Planetariums, Jürgen Hellwig und bezog Prof. Rotraut Pape von der Hfg Offenbach, Eduard Thomas vom Mediendom der FH Kiel sowie Prof. Tom Duscher von der Muthesius Kunsthochschule Kiel in die Vorbereitungen ein. Die Resonanz auf das 1. FullDome-Festival ließ erkennen, dass die neue Laser-Ganzkuppelprojektion im Planetarium Jena nicht nur das an Astronomie interessierte Publikum faszinierte. Das Festival zog eine junge Szene von Medienkünstlern und Kuppel-Filmern an, die die Befreiung von den Begrenzungen der rechteckigen Leinwand mit Neugier und Experimentierfreude angingen. Die kurzen, meist 2 bis 10 Minuten langen Beiträge zum FullDome-Festival arbeiteten mit ambienten Bildern, Spielszenen, visualisierter Musik und Effekten, wie sie nur mit der Kuppelprojektion möglich sind. Das Festivalprogramm mit Work-in-progress Charakter gab einen ersten Einblick in die Ideenschmiede der 360°-Pioniere.
1. FullDome-Festival im Zeiss-Planetarium Jena, 16. und 17. März 2007. Aus dem Programm.
Studentische Premieren Effektvolle Landschaft (Stephan Walter, Daniela Garkov, Jeanette Gosslau, Bauhaus-Universität Weimar) Die Surfaholics-Show (Philipp Zettl, Bauhaus-Universität Weimar) Clockwork (Thomas Fritzsche, Bauhaus-Universität Weimar) Up (Dietmar Thal, Bauhaus-Universität Weimar) Der letzte Arbeitstag (Anna Peitocha, Hochschule für Gestaltung Offenbach) Space Defender 3.2. (Gonzalo Arilla, Hochschule für Gestaltung Offenbach) Im Aufzug (Sebastian Simon, Hochschule für Gestaltung Offenbach) Aufräumarbeiten (David Sarno, Hochschule für Gestaltung Offenbach) Boogie Woogie 3000 (Daniel Frerix, Hochschule für Gestaltung Offenbach) Sie, Er und Maelstrom (Jos Diegel, Hochschule für Gestaltung Offenbach) Tag 427 (Eva Becker, Hochschule für Gestaltung Offenbach) Autodrive (Owi Mahn, Hochschule für Gestaltung Offenbach) Polycycle (Torsten Greiner, Hochschule für Gestaltung Offenbach)
Weitere FullDome-Festival Programmbeiträge Das Pulsar Projekt (Kaidu, Frankfurt/M.) Biomorph (Tina Zimmermann, Berlin) Liquid Sound (Ortwin Klipp, Ingolstadt) Panoramen (Torsten Hemke, Frankfurt/M.) Visuelle Alchemie (Dagmar Voltersen) contact code (Mindgames Production in Koproduktion mit CAI Systeme Berlin) Alien Action (Ausschnitte aus „Alien Action – A Science Fiction Music Show“ von Tilt Design Studio Hamburg in Zusammenarbeit mit Munit, dem Mediendom der Fachhochschule Kiel und der Muthesius Kunsthochschule Kiel.) Kaleidoskop (Eve Trzewick und Jürgen Hellwig) Optical Nervous System (David McConville, USA)
2. FullDome Festival 2008 Für das 2. FullDome Festival am 26. April 2008 stiftete die Carl Zeiss Jena GmbH (damaliger Firmenname) erstmals dotiert „FullDome Awards“. Die Auszeichnung mit einem Gesamtwert von 1.500.- € wurde für herausragende Festivalbeiträge in drei Kategorien verliehen: Creative Award (Beste Idee) Performance Award (Beste Umsetzung) Audience Award (Publikumspreis).
Über „Beste Idee“ und „Beste Umsetzung“ entschied eine Fachjury, der Publikumspreis wurde von den Besuchern des FullDome Festivals am 26. April per Stimmzettel ermittelt. Mit dem FullDome Award sollen studentische Arbeiten gewürdigt werden, die auf einfallsreiche und beispielhafte Weise die Chancen des neuen Mediums sichtbar machen. Studenten sollen dadurch zur weiteren Beschäftigung mit dem Medium Ganzkuppelprojektion motiviert werden.
Im Mittelpunkt des Festivals standen künstlerische Experimente in der 360-Grad-Kuppel sowie studentische Kurzfilme.
Preisträger 2008 Preisträger der erstmals von der Carl Zeiss Jena GmbH, Geschäftsfeld Planetarien, vergebenen FullDome-Awards Beste Idee – Creative Award: „The Diver – Der Taucher“ von Thomas Fritzsche, Bauhaus-Universität Weimar. Beste Umsetzung – Performance Award: „SCIAFOBIA“ von Nico Uthe, Bastian Böhm, Muthesius Kunsthochschule Kiel. Publikumspreis – Audience Award: „50% Illusion“ von Thorsten Greiner, Hochschule für Gestaltung Offenbach.
3. FullDome Festival 2009 In den drei Jahren seines Bestehens hat sich das FullDome Festival im Zeiss-Planetarium Jena zum führenden Forum für die Auseinandersetzung mit dem jungen und innovativen Medium FullDome etabliert – inzwischen mit weltweiter Resonanz und Beteiligung. Ein produktiver Erfahrungsaustausch hat sich dabei insbesondere entwickelt zwischen der Bauhaus-Universität Weimar (Fakultät Medien, Professur Medienereignisse), der HFG Offenbach, der Hessischen Film und Medienakademie, der Fachhochschule Kiel, dem Mediendom der Fachhochschule Kiel, der Muthesius Kunsthochschule Kiel sowie dem ARTS Lab der University of New Mexico, Albuquerque (USA). An der Bauhaus-Universität Weimar wurde unter der Leitung des Dozenten Micky Remann im WS 2008/2009 das Projektmodul „Bauhaus in den Sternen“ angeboten.Bericht bei Salve.tv
Nicht zuletzt aufgrund dieser Videokonferenz haben ARTS Lab Studenten Beiträge zum FullDome Festival eingesandt, von denen einer einen „Bauhaus in den Sternen“ Award erhalten hat. Zwei der mit einem „Bauhaus in den Sternen Award“ ausgezeichneten Filme wurden zudem im öffentlich-rechtlichen Fernsehen gezeigt, in der Unicato-Sondersendung „Young Bauhaus Today“ (4. Juni 2009 MDR, 5. Juli 2009 3sat). Die Sendung stellte Arbeiten vor, die in der Tradition und in der Auseinandersetzung mit Bauhaus-Ideen entstanden sind, darunter „Raumschindel“ von Robert Sawallisch (Bauhaus-Uni Weimar) und „Apokalypse Bauhaus“ von Thomas Bannier (HfG Offenbach), die beide mit einem „Bauhaus in den Sternen Award“ ausgezeichnet wurden.
Thema Bauhaus in den Sternen
Die Impulse des 1919 in Weimar gegründeten Bauhaus mit den Mitteln der Ganzkuppelprojektion darzustellen war Schwerpunktthema des FullDome-Festivals 2009 und Teil des „09bauhaus90“-Programms der Bauhaus-Universität Weimar.
Preisträger 2009 Beim 3. FullDome-Festival im Zeiss-Planetarium Jena (24. und 25. April 2009) wurden mehr Preise als je zuvor vergeben. Die Veranstaltung war nahezu ausgebucht. Von insgesamt 24 für das Festival eingereichten Beiträgen wurden am Freitagabend 17 studentische FullDome-Filme gezeigt – allesamt Premieren, die von den Studierenden persönlich vorgestellt und diskutiert wurden. Zur Festival-Gala am Samstag kamen 7 Arbeiten aus professioneller Produktion mit ins Programm und es wurden die FullDome-Awards verliehen.
Die erstmals und einmalig verliehenen „Bauhaus in den Sternen“ Awards im Rahmen des Bauhaus-Jubiläums 2009 hatte der Kreis Weimarer Land gestiftet, in Kooperation mit dem Kunstförderverein Apolda Avantgarde e.V. und mit der Projektunterstützung von „09bauhaus90“.Rückblick im Web.tv:
Aus den internationalen Beiträgen, die sich dem Bauhaus-Thema im FullDome-Format widmen, hatte eine siebenköpfige Jury drei zweite Preise und zwei erste Preise bestimmt. Urkunde und Geldpreis wurden vom Kreis-Beigeordneten Wolf Dietrich Schäddrich in Vertretung von Landrat Hans Helmut Münchberg überreicht an: 2. Preis (a): Maximilian Werkhausen (Bauhaus-Universität Weimar), erhält für den Beitrag „Less is More“ einen „Bauhaus in den Sternen“ Award, dotiert mit 333,33 €. 2. Preis (b): Dylan Stevens-Sherriff (ARTS Lab, University of New Mexico, Albuquerque (USA)), erhält für den Beitrag „Midnight Tribe“ einen „Bauhaus in den Sternen“ Award, dotiert mit 333,33 €. 2. Preis (c): Thomas Bannier (HFG Offenbach), erhält für den Beitrag „Apokalypse Bauhaus“ einen „Bauhaus in den Sternen“ Award, dotiert mit 333,33 €.
1. Preis (a) Michaela Honauer (Bauhaus-Universität Weimar), erhält für den Beitrag „Lucca“ einen „Bauhaus in den Sternen“ Award, dotiert mit 750,00 €. 1. Preis (b) Robert Sawallisch (Bauhaus-Universität Weimar), erhält für den Beitrag „Raumschwindel“ einen „Bauhaus in den Sternen“ Award, dotiert mit 750,00 €.
Der „Creative Award“ – für die beste Idee – ging an Theresa Maué und Moritz Heimsch (FH Darmstadt / Dieburg) für den Beitrag „Awaken“, dotiert mit 500.- €. Der „Performance Award“ – für die beste technische Umsetzung – ging an Heino Weißflog, Raphael Köhler, Christian Brinkmann, Philipp Zettl und Dietmar Thal (Bauhaus-Universität Weimar) für den Beitrag „Rising“, dotiert mit 500.- €. Der „Audience Award“ wurde per Stimmabgabe vom Publikum bestimmt – ging ebenfalls an „Rising“ (Bauhaus-Universität Weimar), welches mit weiteren 500.- Preisgeld bedacht wurde.
Zwei „Awards of Excellence“ (nicht dotiert) für die herausragende Qualität einer professionellen FullDome Produktion erhielten Paul Mowbray (NSC Creative, National Space Center, Leicester, UK) für den Beitrag „Zentrifuge“ sowie Peter Popp (softmachine GmbH, München) für den Beitrag „In the Realm of Light“. (PDF; 61 kB)
4. FullDome Festival 2010