Carl von Münstermann (* 20. Dezember 1843 in Werne; † 20. September 1930 in Berlin-Wilmersdorf) war ein deutscher Wasserbauingenieur, preußischer Baubeamter im Meliorationsbauwesen und Hochschullehrer für Kulturtechnik.

Leben Carl von Münstermann entstammte der im Jahre 1804 geadelten Beamtenfamilie Münstermann. Nach dem Abitur in Münster studierte er an der Polytechnischen Schule Hannover und an der Berliner Bauakademie Ingenieurwissenschaften. 1864 wurde er in Hannover Mitglied der Landsmannschaft Slesvico-Holsatia, des späteren Corps Slesvico-Holsatia.Corps Slesvico-Holsatia, Corpsliste, Wintersemester 1981/82, S. 22, Nr. 103

Nach Abschluss des Studiums trat er in den preußischen Staatsdienst ein. 1868 wurde er zum Bauführer (Referendar) und 1875 zum Baumeister (Assessor) ernannt. Zunächst wirkte er beim Bau der Hamburg-Venloer Eisenbahn und der Kanalisation in Berlin mit. Ab 1882 war er im Meliorationsbauwesen tätig. Als Meliorationsbauinspektor entwarf und leitete er zahlreiche Meliorationsprojekte in Schlesien. 1889 wurde er zum Regierungs- und Baurat befördert und 1892 als Hilfsarbeiter in das preußische Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten versetzt. 1896 wurde er zum Vortragenden Rat ernannt. Als solcher verantwortete er zunächst alle kulturtechnischen Angelegenheiten in Preußen, später in der Provinz Schlesien und in der Rheinprovinz.

Wissenschaft und Lehre Neben seiner Tätigkeit im preußischen Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten engagierte er sich in der Forschung und Lehre der Kulturtechnik. Von 1892 bis 1903 gehörte er dem Ausschuss zur Untersuchung der Wasserverhältnisse in den der Überschwemmung ausgesetzten Flussgebieten an. Ab 1893 war er Mitglied der Prüfungskommission für Landmesser und ab 1902 des Technischen Oberprüfungsamtes. Von 1892 bis 1902 war er Lehrbeauftragter für Kulturtechnik an der Landwirtschaftlichen Hochschule Berlin.

Auszeichnungen 1895: Verleihung des preußischen Roten Adlerordens 4. Klasse 1896: Ernennung zum Geheimen Baurat 1900: Ernennung zum Geheimen Oberbaurat 1902: Ernennung zum Mitglied der Preußischen Akademie des Bauwesens 1905: Verleihung des preußischen Roten Adlerordens 2. Klasse mit Eichenlaub 1912: Ernennung zum Wirklichen Geheimen Oberbaurat mit dem Rang der Räte erster Klasse 1915: Verleihung der Ehrendoktorwürde der Technischen Hochschule Hannover (als Dr.-Ing. E. h.) wegen seiner Verdienste um den landwirtschaftlichen Wasserbau im Rahmen seiner Lehrtätigkeit 1918: Ernennung zum Ehrenmitglied des Architekten-Vereins zu Berlin anlässlich des Schinkelfestes

Literatur

Einzelnachweise

Kategorie:Wasserbauingenieur Kategorie:Geodät Kategorie:Hochschullehrer (Landwirtschaftliche Hochschule Berlin) Kategorie:Ehrendoktor der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover Kategorie:Träger des Roten Adlerordens 2. Klasse Kategorie:Beamter (Preußen) Kategorie:Geheimer Oberbaurat Kategorie:Angehöriger des Fünferbundes Kategorie:Corpsstudent (19. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1843 Kategorie:Gestorben 1930 Kategorie:Mann