Rüsseina (historisch auch Rüßeina)siehe Gesetz- und Verordnungsblatt für das Königreich Sachsen vom Jahre 1848. oder auch Zeitschrift für Rechtspflege und Verwaltung, Zunächst für das Königreich Sachsen. Leipzig: Tauchnitz, 1853 ist ein Gemeindeteil der sächsischen Stadt Nossen im Landkreis Meißen.
Geografie Rüsseina liegt etwa 6 Kilometer nordnordwestlich von Nossen in der Mitte Sachsens.
Nachbarorte von Rüsseina sind Stahna im Norden, Mutzschwitz und Höfgen im Nordosten, Noßlitz und Klessig im Osten, Starbach im Süden, Choren im Südwesten, Priesen und Leschen im Westen sowie Maltitz und Markritz im Nordwesten.
Geschichte mini|Rüsseina um 1840 miniatur|Rüsseina auf einer Karte von Hermann Oberreit (vor 1843) miniatur|Rüsseina 1903 Bereits 1090 wird Rocina als Pfründe des Doms zu Meißen erwähnt.Kleiner Kunstführer Kirche Rüsseina, abgerufen am 27. Januar 2012. Die erste belegte Ortsnamenform datiert von 1319 als Russyn.Vgl. August Schumann nennt 1822 im Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen Rüsseina betreffend u. a.: „liegt […] in einer fruchtbaren und angenehmen, auch mehrere Aussichten ins Niederland darbietenden, hügeligen Gegend. Der Ort hat mit Kleßig zusammen 22 Hufen und in 60 Häusern gegen 350 Bewohner; […]. In Rüßeina sowohl, als in Kleßig, ist eine Wassermühle, und in ersterem ein Wirthshaus. Das Dorf ist in Wohlstand, und daher gut gebaut. […] Der Ort gehörte im J. 1264 laut handschriftl. Urkunden dem Ritter Albert v. Rysseynitz.“Vgl.
In die hiesige Kirche waren über 25 umliegende Orte gepfarrt, was zu ständigen Klagen über die Enge des Kirchbaus führte. Aufgrund dessen fiel der Entschluss eines Neubaus. Während das alte Kirchenschiff in West für Gottesdienste vorerst stehenblieb, wurde 1782–86 östlich an den vorhandenen Turm ein zweites, größeres in der Form eines Saalbaus angebaut – dadurch ist der First des Kirchenschiffs lediglich ca. 1 Meter niedriger als der des Turms. Zwei große Stützmauern am Turm zeugen noch heute vom abgetragenen Langhaus auf der Westseite. Der imposante Kirchraum bietet über 1.200 Menschen Platz. Die Renaissancegestaltung des Turmgiebels stammt von Umbauarbeiten aus dem 16. Jahrhundert.
Der Kirchturm beherbergt ein vierstimmiges Geläut von 1826, 1880, und zweimal von 1887. Bis auf die kleine Glocke wurden die anderen drei im Zweiten Weltkrieg zu Kriegszwecken abgenommen und eingeschmolzen. 1955 wurden sie durch Stahlglocken ersetzt.
Zur 100-Jahr-Feier 1885/86 wurde der Innenraum leicht umgestaltet und mit leichter Holzimitationsmalerei versehen. 1785 baute man eine Orgel der Lommatzscher Firma Richter für 900 Taler ein. Diese war jedoch mit Mängeln behaftet, so dass sie 1871 gegen eine neue Orgel der Firma Jehmlich aus Dresden ersetzt wurde. 2005 wurde sie generalüberholt.
Bis ins 19. Jahrhundert blieb die Aufsicht des Domkapitels über die Kirchfahrt Rüsseina erhalten.
1935 wurden Abend, Klessig, Noßlitz, Priesen und Stahna eingemeindet. 1974 folgte Starbach. Zum 1. Januar 1994 wurde aus den damaligen Gemeinden Raußlitz, Rüsseina und Ziegenhain die Gemeinde Ketzerbachtal neugebildet.Gebietsänderungen ab 1. Januar 1994 bis 31. Dezember 1994 auf der Internetpräsenz des Statistischen Landesamtes des Freistaats Sachsen. S. 12. (PDF-Datei; 63 kB), abgerufen am 26. Januar 2012. Mit Auflösung der Gemeinde Ketzerbachtal kam der Ort am 1. Januar 2014 zur Stadt Nossen.
Entwicklung der Einwohnerzahl Jahr Einwohnerzahl, abgerufen am 26. Januar 2012.1547/51 5 besessene Mann, 2 Häusler, 10 Inwohner, 10 ¾ Hufen1764 8 besessene Mann, 5 Gärtner, 8 Häusler, 10 Hufen1834 2081871 2611890 293 Jahr Einwohnerzahl1910 2711925 26519391 69819461 106519501 1068 Jahr Einwohnerzahl19641 81419902 82819943 21520003 20020053 213 Jahr Einwohnerzahl20103 17820193 172
1 mit Abend, Klessig, Noßlitz, Priesen und Stahna 2 mit Abend, Klessig, Noßlitz, Priesen, Stahna und Starbach 3 nur Rüsseina
Persönlichkeiten Walter Schütze (1906–2004), Pädagoge und Hochschullehrer
Baudenkmale Siehe Liste der Kulturdenkmale in Rüsseina.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Meißen) Kategorie:Gemeindeauflösung 1994 Kategorie:Ortsteil von Nossen