Der Ständige Vertreter Österreichs bei der OECD ist der diplomatische Vertreter der Republik Österreich bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).
Diese internationale Organisation von 34 Industrienationen koordiniert Bestrebungen im Bereich Demokratie und Marktwirtschaft. Sitz der OECD ist Paris, der österreichische Vertreter steht im Rang eines Botschafters.
Geschichte und Organisation Die OECD war 1961 als Nachfolgeorganisation der Organisation für europäische wirtschaftliche Zusammenarbeit (OEEC) und des Marshallplans zum Wiederaufbau Europas gegründet worden. Die OEEC agierte seit 1948, und Österreich war deren einziges Mitglied, bei der die Sowjetunion als Besatzungsmacht eine – de facto – Mitsprache in wirtschaftspolitischen Angelegenheiten hatte.
Die österreichische Vertretung wurde 1958 eingerichtet und 1960 in den Botschaftsrang erhoben.Lit. Österreich war dann 1961 Gründungsmitglied der OECD. Die Ständige Vertretung bei der OECD unterstand bis Anfang 2018 dem Bundeskanzleramt.Struktur österreichischer Vertretungen innerhalb der EU. Bericht des Rechnungshofes: Bund 2014/8, Wien 2014, S. 28 und Fn. 6 ebd. (, rechnungshof.gv.at) Seit 8. Januar 2018 ist sie eine nachgeordnete Dienststelle des Außenministeriums.
Die Vertretung gilt als sehr bedeutender Posten, die Zusammenarbeit in der OECD ist heute besonders im Kontext der internationalen Maßnahmen gegen Steuerhinterziehung und Geldwäsche relevant, und umfasst daneben allgemeine Abstimmungsfragen der Finanz- und Finanzierungspolitik in den Industriestaaten. Weiters läuft auch die Finanzierung der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit über die OECD.
Liste der Botschafter Name Amtszeit Anmerkungen → Carl Heinz Bobleter 1958–1964 an die OEEC, ab 1961 bei der OECDnachher 1964–1968 Staatssekretär am Außenministerium; 1968–1978 2. AmtszeitArno Halusa 1964–1968 danach (lückenhaft) 1972–1977 Österreichischen Botschafter in den Vereinigten Staaten, 1977–1979 Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV)Carl Heinz Bobleter 1968–1978 (2. Amtszeit)Peter Jankowitsch 1978–1983 1964–1970 Botschafter im Senegal, 1970–1973 Kabinettschef (Kreisky I), 1973–1978 Botschafter bei den UN und 1973/4 Vorsitzender des UN-Sicherheitsrats, Präsident des UN-Weltraumkomitees (COPUOS); danach 1986–1987 Außenminister, 1990–1993 Staatssekretär für Europafragen im Bundeskanzleramt, seit 1998 Generalsekretär des Österreichisch-Französischen Zentrums (OEFZ);Österreichisch-Französisches Zentrum für Annäherung in Europa Präsident der Austrian Space Agency, und andere.Georg Lennkh (PDF; 210 kB), World Policy Conference, 9-11. Dezember 2011 Vienna – Austria (Lebenslauf, pdf) 1983–1993davor 1978–1982 im Kabinett Kreisky III/IV; danach 1993–2004 am Außenministerium (Generaldir. Entwicklungszusammenarbeit), 1998–2000 Burundi-Mission der EU, 2005–2010 österr. Sonderbotschafter für Afrika und 2006–2010 EU-Sonderbeauftragter im Tschad2006 Vorsitz EU Africa Working Group, Chef der ersten EU-Troika im Tschad April 2006; Repräsentant der EU im High Level Working Group for Côte d’Ivoire, Somalia Contact group, AU-summit, etc.Peter Jankowitsch 1993–1998 (2. Amtszeit)Karl Schramek 1998–2003davor 1984–1985 Direktor Kulturinstitut in Budapest, 1985–1990 am Außenministerium (Abt. Abrüstung),Abteilung II.8 für Rüstungskontrolle und Abrüstung, Nonproliferation; auch UN-Abrüstungskonferenz/Genf und -komitee/New York; IAEO 1991–1996 Internationaler Sekretär der SPÖ, 1996–1997 Außenpolitischer Berater des Bundeskanzlers (Vranitzky, Klima), 1997–1998 des Generalsekretärs der OECD; danach 2004–2008 Österreichischer Botschafter in Syrien, seit 2008 in Belgien und Missionschef bei der NATOUlrich Stacher 2003–2008vergl. Ingeborg Waldinger: Österreichs Botschafter bei der OECD, über den Globalisierungs – Wettbewerb: "Rentabilität sollte nicht das Maß aller Dinge sein", Interview mit Ulrich Stacher. In: Wiener Zeitung. 23. November 2007. davor (lückenhaft) ab 1987 am Bundeskanzleramt (Sektionschef Koordinationsangelegenheiten)als solcher bereiteten Stacher und Chefverhandler Manfred Scheich den EU-Beitritt Österreichs vor, Stacher war bei der Vertragsunterzeichnung anwesend, vergl. Unterzeichnung der Beitrittsakte zur Europäischen Union durch Österreich (Korfu, 24. Juni 1994), Foto: Jean Guyaux, Signature des actes d'adhésion à l'Union européenne. Corfou: Commission européenne, 24/06/1994, auf CVCE – Un centre de recherche et de documentation sur l'Europe au Luxembourg; vergl. auch XX GGP, 1999 Koordinationskommission für Informationstechnik (KIT) am BMöLSvergl. StF: BGBl. II Nr. 402/2000Wolfgang Petritsch 2008–2013 davor 1997–1999 Botschafter in Serbien und EU-Sonderbeauftragter für den Kosovo, 1999–2002 Hoher Repräsentant der UN für Bosnien und Herzegowina, 2002–2008 Botschafter bei den UN in GenfMaria Elisabeth Stubits-Weidinger 2013–2018 davor Nationalbank, 2011 stellvertretende Kabinettchefin des Bundeskanzlers (Faymann) und Büroleiterin des Staatssekretärs für Medien und Regierungskoordination (Ostermayer) am BundeskanzleramtFaymann befördert Mitarbeiterin nach Paris. In: der Standard. online, 4. Juli 2013.Thomas Schnöll 2018-2021 davor 2015–2018 Pressesprecher des Außenministeriums, 2013–2015 Botschafter in Albanien, 2010–2013 Generalkonsul in Chicago, 2004–2009 am Außenministerium (Leiter des Westbalkanreferats)Gerhard Jandlseit 2022davor Leiter des Balkanreferats im Außenministerium, Botschafter in Sarajewo, Botschafter in Belgrad, Sicherheitspolitischer Direktor, Botschafter beim Europarat Quelle: Bundeskanzleramt; Stand 2016
Siehe auch Liste der österreichischen Botschafter
Literatur
Weblinks Ständige Vertretung bei der OECD in Paris, Homepage am Bundeskanzleramt (BKA)
Einzelnachweise
Osterreich, OECD *OECD Osterreich Standige Vertretung OECD