Saretschnoje (, deutsch Ramsen, Dopsattel bzw. Liepnicken) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad (Gebiet Königsberg (Preußen)), in den drei ehemals eigenständige Ortschaften eingegliedert sind. Er gehört zur Niwenskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Niwenskoje (Wittenberg)) im Rajon Bagrationowsk (Preußisch Eylau).

Geographische Lage Das weitflächige Gebiet liegt im ehemaligen Ostpreußen, südsüdwestlich von Kaliningrad (Königsberg) und östlich bis südöstlich von Swetloje (Kobbelbude) und wird durch den Frisching (russisch: Prochladnaja) durchzogen und im Süden durch das Flüsschen Stradick (Kornewka) begrenzt.Ramsen, Dorf, Landkreis Königsberg, Regierungsbezirk Königsberg, Provinz Ostpreußen, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Ramsen (meyersgaz.org).Dopsattel, Gut, Landkreis Königsberg, Regierungsbezirk Königsberg, Provinz Ostpreußen, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Dopsattel (meyersgaz.org).Liepnicken, Dorf, Landkreis Königsberg, Regierungsbezirk Königsberg, Provinz Ostpreußen, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Liepnicken (meyersgaz.org).

Geschichte Bis 1945 Das heutige Ortsgebiet von Saretschnoje umfasst drei früher eigenständige Ortschaften, die vor 1945 zwei verschiedenen Landkreisen zugehörten: Ramsen und Dopsattel lagen im Gebiet des Landkreises Königsberg (1939–1946: Landkreis Samland), während Liepnicken zum Landkreis Preußisch Eylau gehörte. Beide Landkreise befanden sich im Regierungsbezirk Königsberg der preußischen Provinz Ostpreußen.

Saretschnoje/Ramsen Das einstige RamsenOrtsinformationen-Bildarchiv Ostpreußen: Ramsen liegt 16 Kilometer südlich von Kaliningrad (Königsberg). Es bestand vor 1945 aus wenigen großen Höfen. Zwischen 1874 und 1945 war Ramsen in den Amtsbezirk MahnsfeldRolf Jehke, Amtsbezirk Mahnsfeld (heute russisch: Polewoje) eingegliedert. Im Jahre 1910 zählt die kleine Landgemeinde 70 Einwohner.

1928 vergrößerte sich das Gebiet Ramsens um den Gutsbezirk Hinterwalde (nicht mehr existent), der eingemeindet wurde. Die Einwohnerzahlen stiegen bis 1933 auf 164 und betrugen 1939 noch 149.

Im Jahre 1945 kam Ramsen mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion und erhielt 1950 die russische Bezeichnung Saretschnoje.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 5 июля 1950 г., №745/3, «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung 745/3 des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR „Über die Umbenennung der Orte des Gebiets Kaliningrad“ vom 5. Juli 1950)

Saretschnoje (Oktjabrskoje)/Dopsattel Das vor 1945 DopsattelOrtsinformationen-Bildarchiv Ostpreußen: Dopsattel genannte Gutsdorf liegt 17 Kilometer südlich von Kaliningrad (Königsberg) am Frisching (russisch: Prochladnaja). Wie Ramsen gehörte der Gutsbezirk Dopsattel zwischen 1874 und 1945 zum Amtsbezirk Mahnsfeld. Im Jahre 1910 lebten hier 47 Einwohner.

Am 30. September 1928 kam es zum Zusammenschluss der Gutsbezirke Dosattel, Karplauken und Milgen (beide nicht mehr existent) zur neuen Landgemeinde Dopsattel. Die Einwohnerzahl belief sich 1933 auf 117 und betrug 1939 bereits 173.

Infolge des Zweiten Weltkrieges kam auch Dopsattel 1945 zur Sowjetunion und erhielt 1950 die russische Bezeichnung Oktjabrskoje.

Saretschnoje (Ostrownoje)/Liepnicken Die ehemals LiepnickenOrtsinformationen-Bildarchiv Ostpreußen: Liepnicken genannte Landgemeinde liegt 18 Kilometer südlich von Kaliningrad (Königsberg) und 25 Kilometer nordwestlich der ehemaligen Kreisstadt Bagrationowsk (Preußisch Eylau). Am 7. Mai 1874 wurde der Ort in den Amtsbezirk SollnickenRolf Jehke, Amtsbezirk Sollnicken (heute russisch: Medowoje) eingegliedert, der bis 1945 existierte. Im Jahre 1910 waren in Liepnicken 140 Einwohner registriert.

Am 30. September 1928 vergrößerte sich die Landgemeinde um den Gutsbezirk Kusitten (nicht mehr existent), der eingemeindet wurde. Die Einwohnerzahl stieg bis 1933 auf 184 und betrug 1939 bereits 195.

Im Jahre 1945 kam auch Liepnicken zur Sowjetunion. 1950 erhielt der Ort die russische Bezeichnung Ostrownoje.

Seit 1946 Die drei Nachbardörfer Saretschnoje (Ramsen), Oktjabrskoje (Dopsattel) und Ostrownoje (Liepnicken) gehörten bis zum Jahre 2009 zum Wladimirowski sowjet (Dorfsowjet Wladimirowo (Tharau)) innerhalb des Rajon Bagrationowsk (Kreis Preußisch Eylau). Seit dem Jahre 1993 tragen alle drei Orte den gemeinsamen russischen Namen Saretschnoje, wurden also zu einem Ort zusammengefasst.

2008/2009 fand in der Oblast Kaliningrad eine Struktur- und VerwaltungsreformNach dem Gesetz über die Zusammensetzung und Territorien der munizipalen Gebilde der OBlast Kaliningrad vom 25. Juni/1. Juli 2009, nebst Gesetz Nr. 253 vom 30. Juni 2008, präzisiert durch Gesetz Nr. 370 vom 1. Juli 2009 statt, durch die Saretschnoje in die neu gebildete Niwenskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Niwenskoje (Wittenberg)) eingegliedert wurde und seither eine als „Siedlung“ (russisch: possjolok) eingestufte Ortschaft dieser Landgemeinde ist.

Verkehr Die russische Fernstraße 27A-002 (frühere russische R 516, ehemalige deutsche Berlinka) verläuft durch den Westen des Ortsgebietes, das über die Abfahrt Kornewo (Zinten) zu erreichen ist.

Die nächste Bahnstation ist Swetloje (Kobbelbude) an der Bahnstrecke von Kaliningrad (Königsberg) nach Mamonowo (Heiligenbeil) zur Weiterfahrt nach Polen (frühere Preußische Ostbahn).

Persönlichkeiten Gerhard Feyerabend (* 29. April 1898 auf Gut Dopsattel; † 1965), deutscher Offizier, Generalleutnant

Kirche Bis 1945 Die Bevölkerung von Ramsen, Dopsattel und Liepnicken war vor 1945 fast ausnahmslos evangelischer Konfession. Damals waren Ramsen und Dopsattel in das Kirchspiel Mahnsfeld eingepfarrt, während Liepnicken im Kirchspiel Creuzburg i. Ostpr. (1931–1946: Kreuzburg (Ostpr.)) lag. Während Mahnsfeld zum Kirchenkreis Königsberg-Land I zugehörte, war Kreuzburg in den Kirchenkreis Preußisch Eylau (russisch: Bagrationowsk) eingegliedert. Beide Diözesen gehörten zur Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union.

Seit 1946 Während der Zeit der Sowjetunion kam das kirchliche Leben aufgrund staatlicher Repressalien zum Erliegen. In den 1990er Jahren bildeten sich in der Oblast Kaliningrad neue evangelische Gemeinden, von denen die in Nowo-Moskowskoje (Poplitten) Saretschnoje am nächsten liegt. Sie ist Filialgemeinde der Auferstehungskirche in Kaliningrad (Königsberg) und gehört zur Propstei Kaliningrad der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland (ELKER).

Literatur Ramsen, Dorf, Landkreis Königsberg Pr., Regierungsbezirk Königsberg, Provinz Ostpreußen, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Ramsen (meyersgaz.org). Dopsattel, Gut, Landkreis Königsberg Pr., Regierungsbezirk Königsberg, Provinz Ostpreußen, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Dopsattel (meyersgaz.org). Liepnicken, Dorf, Kreis Preußisch Eylau, Regierungsbezirk Königsberg, Provinz Ostpreußen, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Liepnicken (meyersgaz.org).

Weblinks Amtsbezirk Mahnsfeld (Territorial.de) Amtsbezirk Sollnicken (Territorial.de)

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Rajon Bagrationowsk