Bionade ist ein alkoholfreies Erfrischungsgetränk der zur Hassia Mineralquellen gehörenden Bionade GmbH aus Ostheim vor der Rhön in Unterfranken. mini|303x303px|Bionade-Sortiment (2024) Sie ist in den Geschmackssorten Holunder, Naturtrübe Orange, Naturtrübe Zitrone, Naturtrübe Blutorange, Litschi, Kräuter, Zitrone-Bergamotte, Schwarze Johannisbeere-Rosmarin, Ingwer-Orange, Himbeer-Pflaume, Streuobst, sowie Mate Pur, Mate Pfirsich und Mate Limette erhältlich. 2024 wurden zwei Eistees in den Geschmacksrichtungen Pfirsich, Granatapfel und Zitrone eingeführt. Nicht mehr hergestellt werden die Sorten Quitte, Cola und Aktiv.

Verkauft werden diese Produkte hauptsächlich in 0,33l-Glasflaschen. Dazu sind die Sorten Holunder, Naturtrübe Zitrone, Naturtrübe Orange und Naturtrübe Blutorange auch in 0,5l-Glasflaschen erhältlich, sowie die Sorten Holunder, Naturtrübe Zitrone und Naturtrübe Orange auch 0,5l-PET-Flaschen. Es werden zu 92 % Glas-Gebinde sowie 8 % PET-Gebinde verwendet.Nielsen: LEH+DM+GAM inkl. NK, Absatz in L, Limonaden und FSG mit CO2, Marke Bionade, YTD FEB 2020

Herstellung Bionade wird durch Fermentation (Vergärung) von Malz aus kontrolliert-biologisch gewonnenen Rohstoffen hergestellt.

Im patentierten Herstellungsverfahren wird durch einen der in Kombucha enthaltenen Bakterienstämme (Gluconobacter oxydans) Zucker nicht zu Alkohol wie beim Bierbrauen, sondern zu Gluconsäure vergoren. Ähnlich wie bei Bier werden die Ausgangsstoffe Malz und Wasser verwendet. Nach der Lagerung und Filtrierung werden Kohlenstoffdioxid, Zucker und je nach Geschmacksrichtung natürliche Frucht- und Kräuteraromen zugesetzt. Die Gluconsäure wirkt dabei als Konservierungsmittel.Peter Kowalsky, Wolfgang Blum, Torsten Weber: Markendifferenzierung: Innovative Konzepte zur erfolgreichen Markenprofilierung. Wiesbaden 2011,

Geschichte Bionade wurde 1994 vom Braumeister Dieter Leipold erfunden. Die Familien Leipold und Kowalsky waren Eigentümer der damals vor der Insolvenz stehenden Peter Brauerei in Ostheim v. d. Rhön.Marco Lauer: Der Wahnsinn in der Flasche. In: die tageszeitung. 18. September 2006, S. 4.

Der Bremer Unternehmer Helmut Diez sanierte die insolvente Ostheimer Brauerei und entwickelte die ersten Marketing-, Firmen- und Distributionsmodelle der Bionade.Kunst & Limonade "Bionade" View GmbH, Atelier für Food Fotografie, Zürich.

Leipold hat die Patent- und Markenrechte an die Terragetik GmbH & Co. Innovations KG übertragen, die sich zu 80 % im Besitz seiner Frau Sigrid Peter-Leipold und seiner Söhne Stephan und Peter Kowalsky sowie zweier Patentanwälte mit jeweils 10 % befindet.

Die Bionade Deutschland GmbH verkaufte das Konzentrat an die Bionade GmbH (Eigentümer: 51 % Egon Schindel und 49 % Stephan und Peter Kowalsky).

Im Jahr 2005 startete Bionade die Initiative Bio-Landbau Rhön, ein regionales Anbauprojekt, das zertifizierte Bio-Landwirte vereint.

Die Anteile Egon Schindels bzw. der Rhönsprudel wären im Jahre 2025 an die Familie Leipold zurückgefallen. Laut einem Artikel der Lebensmittel Zeitung sollte dieser Anteil über das Bankhaus Sal. Oppenheim verkauft werden. Interesse hätten, neben anderen, Coca-Cola sowie die Familie Leipold bekundet.Greift Coca-Cola nach Bionade? In: Hamburger Abendblatt. 1. August 2009, S. 26. Ein Übernahmeangebot von Coca-Cola lehnte die Unternehmensleitung ab. Der Neologismus Bionade-Biedermeier entstand 2007 und wird seitdem auch für sich betont nachhaltig gebende gesellschaftliche Gruppen (LOHAS) und Gentrifizierungserscheinungen verwendet.

Am 1. Oktober 2009 wurde bekannt, dass die Radeberger-Gruppe den 51-prozentigen Anteil der Egon Schindel Holding GmbH an der Vertriebsgesellschaft für Bionade für etwa 20 Millionen Euro übernehmen wird.Radeberger kauft Bionade-Mehrheit. In: Spiegel Online. 1. Oktober 2009.Übernahme: Radeberger kauft Bionade-Mehrheit. In: Der Spiegel. 1. Oktober 2009. Bis April 2010 wurde der Anteil von Oetker auf 70 % erhöht.

Der Erfolg von Bionade in Deutschland führte zu zahlreichen Nachahmerprodukten. Im Juli 2007 erließ das Landgericht Hamburg auf Antrag der Bionade GmbH eine einstweilige Verfügung gegen die Handelskette Plus bezüglich des Vertriebs eines ähnlich gestalteten Produkts.Richard Rother: Konkurrenz der Flaschen. In: die tageszeitung. 13. Juli 2007.Astrid Maier: . In: Financial Times Deutschland. 12. Juli 2007 (Kostenpflichtig)

Nach Umsatzeinbrüchen und einem Streit der Gründerfamilie mit Radeberger über die zukünftige Gesellschaftsform verkauften die Gründer im Februar 2012 ihren Restanteil in Höhe von 30 % an Radeberger/Oetker.Bionade-Gründer verkaufen komplett an Radeberger. Focus Online, zuletzt abgerufen am 1. Februar 2012.

Zum 1. Januar 2018 übernahm die Hassia Mineralquellen GmbH & Co. KG die Bionade GmbH und damit die Marken Bionade und Ti Erfrischungstee zu 100 %.

Während der „Bionade-Produktionsstandort im fränkischen Ostheim“ weiterhin fester Bestandteil der Marke bleibt und „die dort tätigen Mitarbeiter mit der Übernahme weiterhin beschäftigt werden“, hat das Marketing- und Vertriebsteam seinen Sitz bei Hassia Mineralquellen in Bad Vilbel.

Vermarktung und Vertrieb

mini|Verschiedene Sorten Bionade (2007)

Nachdem zunächst nur Kurkliniken und Fitnessstudios Abnehmer waren, nahm 1997 der Hamburger Getränkegroßhändler Göttsche Bionade in sein Sortiment auf. Über diesen Weg fand sie Einzug in Hamburger Gaststätten und Kneipen und wurde zum Szenegetränk. Als ein Grund für diesen Erfolg gilt, dass es sich bei Bionade um ein nichtalkoholisches Getränk in einer klassischen Bierflasche handelte. Die steigende Nachfrage in Hamburg sorgte dafür, dass die norddeutsche Drogeriekette Budnikowsky das Getränk in ihr Sortiment nahm.Georg Dahm: In: brand eins, Nr. 7, 2003. Außerdem gehörte Bionade inzwischen zum Standardsortiment der meisten Bioläden und Biosupermärkte in Deutschland. 2002 wurden bereits 2 Millionen Flaschen abgesetzt.Kult-Status der Bionade verwässert: Die Öko-Limo will den Durst eines breiteren Publikum löschen. In: Nürnberger Nachrichten. 6. Februar 2011.

Nach Artikeln in Wirtschaftsmagazinen wie brand eins oder dem manager magazinWolfgang Hirn: Zaubertrank aus der Rhön. In: manager magazin. Nr. 10, 2003. über das Getränk im Jahr 2003 nahmen auch große Supermarktketten die Bionade in ihr Sortiment.

Einen weiteren Absatzschub und eine Steigerung des Bekanntheitsgrades erfuhr das Unternehmen dadurch, dass die Deutsche Bahn das Getränk zum 1. Oktober 2006 in ihr Regelsortiment für die Bordgastronomie (Speisewagen) aufnahm, sowie durch die Aufnahme in das Sortiment von dem von McDonald’s betriebenen Shop-in-the-Shop-Konzept „McCafé“ im Jahr 2007.Birgit Dengel: . In: Financial Times Deutschland. 11. August 2007.

Seit Anfang 2005 wird Bionade zusätzlich zur 0,33-l-Pfandflasche aus Glas in der (ebenfalls pfandpflichtigen) 0,5-l-Einwegvariante aus PET angeboten, vornehmlich an Tankstellen, Bahnhöfen und Flughäfen.

Da Coca-Cola das Unternehmen nicht übernehmen konnte, vertrieb es ab 2005 die Bionade-Produkte als Handelsware über ihre Tochter CCE.Steffen Fründt: Coca-Cola greift Bionade mit neuer Limo an. In: Welt Online. 28. Juni 2008. 2010 hat Radeberger den Vertrieb übernommen.Bionade mit neuem Schwung: Oetker stockt auf 70 Prozent auf. In: Neue Westfälische. 10. April 2010. Zum Ende 2007 war Bionade auf dem europäischen Markt sowie in einigen Ländern außerhalb Europas und in den USA präsent.

Zum 1. Juli 2008 wurde der Preis von Bionade um 33 % auf einen Flaschenpreis von 79 Cent erhöht. Die Begründung, dass man sich von Nachahmer-Produkten absetzen müsse – denn „das Original ist nun einmal das teuerste Produkt“ – stieß bei Händlern, Verbrauchern und in der Presse auf Kritik. weblog des Gastgewerbe-Portals „Abseits“Kult-Getränk Bionade wird um 33 % teurer. In: Die Welt. Der Absatz ging daraufhin von 200 (2007) auf 160 Millionen Flaschen (2008) zurück.Absatzeinbruch bei Bionade? In: W&VCarsten Dierig: Öko-Brause: Wie Limo-Produzent Bionade sich selbst verkauft. In: Die Welt. 3. Oktober 2009. Die Erhöhung soll auf Druck des Mehrheitsgesellschafters, der Egon Schindel Holding GmbH, erfolgt sein.Krach mit Co-Eigentümer: Bionade-Chef distanziert sich von eigener Preiserhöhung. In: Der Spiegel. 29. August 2009.

Nachhaltigkeit Das Unternehmen unterstützt Initiativen zur Förderung der biologischen Vielfalt und setzt sich für den Naturschutz sowie die Umweltbildung ein: Seit 2014 ist Bionade in die Bienenhaltung eingestiegen.

Bewertung Messergebnisse bei Öko-Test Nach Herstellerangaben enthält Bionade etwa 4 % Zucker. Bei einem Test der Zeitschrift Öko-Test im Januar 2008 wurde jedoch in verschiedenen Proben der Geschmacksrichtung Ingwer-Orange ein deutlich höherer Zuckeranteil ermittelt. Außerdem wurde vom beauftragten Labor ein erhöhter Nickelwert festgestellt. Die Bionade erhielt daher nur das Testurteil „befriedigend“. In: Öko-Test

Der Hersteller bezeichnete die Messergebnisse als falsch und erwirkte zunächst einen vorläufigen Rechtsschutz beim Landgericht Hamburg, der Öko-Test die Veröffentlichung der Ergebnisse untersagte. Diese einstweilige Verfügung wurde Anfang März jedoch aufgehoben.

Die Bionade GmbH erklärte in einer Stellungnahme am 7. Januar 2008, sie könne den erhöhten Nickelwert nicht bestätigen, eigene Messungen hätten deutlich niedrigere Werte ergeben. Gegen die Veröffentlichung des Nickelwerts beantragte sie jedoch keine einstweilige Verfügung. Ferner führte die Bionade GmbH aus: „Der von Ökotest für Bionade Ingwer-Orange ermittelte Zuckergehalt von rund 6 Stück Würfelzucker pro 0,33 l ist falsch, er resultiert nachweislich aus einer falschen Messung beziehungsweise Messmethode. Der tatsächliche Zuckergehalt beträgt nur 4,7 Stück Würfelzucker pro 0,33 l (=  43 g/l). wie es der Deklaration entspricht.“ (PDF-Datei; 419 kB)

Bionade darf allerdings nicht mehr behaupten, die Messung bzw. die Messmethode sei falsch. Die Firma hat gegenüber Öko-Test eine entsprechende Unterlassungserklärung abgegeben. Trotz der abgegebenen Unterlassungserklärung stand die Pressemitteilung mit der Behauptung jedoch noch fast ein Jahr im Netz. Das kostete Bionade dann eine Vertragsstrafe in Höhe von 6.000 €.Artikel in der Öko-Test vom Mai 2009, abgerufen am 1. Februar 2012

Öko-Test teilte dazu im März mit: „Auf unseren Widerspruch und nach einer mündlichen Verhandlung hat das Gericht die einstweilige Verfügung jetzt aufgehoben. Im Laufe der Auseinandersetzung stellt sich heraus, dass Bionade offenbar eine gleichbleibende Qualität zumindest in der von Öko-Test untersuchten Geschmacksrichtung Ingwer-Orange nicht sicherstellen kann. So schwankt der Zuckergehalt in den drei von Bionade selbst vorgelegten Untersuchungen um über 9 %, unter Einbeziehung der Ergebnisse von Öko-Test liegt die Schwankung sogar noch höher. Zudem liegt der Zuckergehalt in allen drei von Bionade vorgelegten Ergebnissen über dem deklarierten Gehalt.“. In: Öko-Test. 03/2008

Calcium- und Magnesiumgehalt Im Juni 2008 entschied das Landgericht Düsseldorf auf Antrag der „Landwert Bio Premium GmbH“, die mit der Limonade Bios ein Konkurrenzprodukt anbietet, in einer einstweiligen Verfügung, dass Bionade nicht mit dem hohen Calcium- und Magnesiumgehalt beworben werden dürfe, da das Getränk die Minimalvorgaben des Gesetzgebers bei weitem nicht erreiche.Bionade im Calcium-Kampf. In: Spiegel Online.Bionade im Brausekrieg. In: Spiegel Online. Das Landgericht bestätigte die Entscheidung am 23. Juli 2008.Az. 37 O 74/08 Danach darf Bionade ab 1. August 2008 nur noch die Sorte Aktiv als calcium- und magnesiumreich bewerben.

Bionade ging auch gegen die Landwert Bio Premium GmbH vor dem Landgericht Hamburg vor, um bestimmte Angaben zum Getränk sowie einen Vergleich des Zuckergehalts untersagen zu lassen; das wurde nur teilweise erreicht.

Zutaten aus konventioneller Landwirtschaft