Grengel [ˈɡʁɛŋl̩] ist einer von sechzehn Stadtteilen des Stadtbezirks Porz im Südosten der Stadt Köln. Als Siedlung entstand Grengel Anfang der 1930er als Teil der Gartenstadtbewegung, wurde jedoch formal erst 1948 als neuer Stadtteil von Porz gegründet. Seit der Eingemeindung vom 1. Januar 1975 ist Grengel, zusammengeschlossen mit dem bis dahin eigenständigen Porzer Stadtteil „Flughafen“, ein Stadtteil von Köln. Aufgrund der durch seinen Anschluss verdoppelten Fläche und wegen seiner Rolle in Infrastruktur und Wirtschaft, hat der Flughafen Köln/Bonn (und seine historischen Vorläufer) damals wie heute für Grengel eine besondere Bedeutung. Der als „gartenstadtähnliche Siedlung“ begonnene Stadtteil Grengel verfügt auch heute durch seine ländliche Stadtrandlage sowie Landschaftsschutzgebiete wie der Bieselwald und die Wahner Heide über einen hohen Naherholungswert.

Geographie Lage Rechtsrheinisch, im Südosten Kölns gelegen, ist Grengel mit 10,66 km² hinter Eil der nach seiner Fläche zweitgrößte Stadtteil von Porz, der ca. 13 Kilometer vom Zentrum Kölns, ca. 18 Kilometer vom Zentrum Bonns und ca. 3 km vom Rhein entfernt liegt. Grengel grenzt im Osten an den Rheinisch-Bergischen Kreis mit der Stadt Rösrath, im Süden an den Rhein-Sieg-Kreis mit der Stadt Troisdorf und im Westen – von Süden nach Norden – an die Porzer Stadtteile Lind, Wahnheide, Elsdorf, Urbach und Eil.

Grob bilden im Norden und Osten die Alte Kölner Straße (in der Wahner Heide), im Westen die A59 (bzw. weiter südlich Flächen der Luftwaffenkaserne) und im Süden der Raum südlich der Scheuerteiche die jeweiligen Grenzen.

Grengel wird in die Veedel Neu-Grengel (Wohnraum westlich der Straße Wiesenweg), Alt-Grengel (Wohnraum östlich der Straße Wiesenweg), GE Grengel (Gewerbegebiet, im Norden) und Flughafen (im Osten) gegliedert. Die kommunale Gebietsgliederung, im Jahr 2020 durch die Einführung von „Statistischen Quartieren“ ergänzt, führt Grengel mit drei Quartieren: Alt-Grengel (Ordnungsnummer: 709010001), Neu-Grengel – Akazienweg (709040001) und Neu-Grengel – Kantstr. (709040002).

Gemäß „Blatt 123“ des Handbuchs der naturräumlichen Gliederung liegt Grengel in der Niederrheinischen Bucht auf der Grenze der beiden naturräumlichen Einheiten „Bergische Heideterrasse“, genauer: in der „Wahner Heideterrasse“ (Ordnungsnummer: 550.04), und der „Kölner Bucht“, genauer: in der „Mülheimer Rheinebene (Mülheimer-Porzer Niederterrasse)“ (Ordnungsnummer: 551.10) in einer historisch insgesamt ebenerdigen Wald- und Heidelandschaft.Peter Echterbroch: St. Mariä Himmelfahrt Porz-Grengel. Libertas Verlag Hubert Baum, Wiesbaden 1967, S. 7.

In Grengel liegt der östlichste Punkt Kölns.

Geologie

mini|Niederterrasse (dunkler; links/Westen) trifft Mittelterrasse.

Die vom Bundesamt für Naturschutz bereitgestellten Steckbriefe der Landschaften „Wahner Heide“ (Landschafts-ID: 55001) und „Köln-Bonner Rheinebene und linksrheinische Mittelterrassenplatten“ (Landschafts-ID: 55102), in deren Naht sich Grengel befindet, beschreiben Grengels Boden als sandig mit Kiesablagerungen des Rheins.Stadtverwaltung Porz: Porz, die junge Stadt am Rhein, Porz 1951, S. 12 Die Niederterrasse (westlich der Straße Grengeler MauspfadStadtverwaltung Porz: Porz, die junge Stadt am Rhein, Porz 1951, S. 12) des Niederrheins war durch häufige Überflutungen gekennzeichnet. Es finden sich zudem zahlreiche Altläufe des Rheins nun als trockene, mehrere hundert Meter breite Rinnen unter Einfluss von Sickerwasser aus der Wahner Heide.Stadtverwaltung Porz: Porz, die junge Stadt am Rhein, Porz 1951, S. 11

Der umfangreiche Grundwasserspiegel in der Mittelterrasse, mit seiner dünnen Sanddecke über weitgehend undurchlässigen Ton aus der Tertiärzeit, führt zu abfließendem Wasser von Osten (Mittelterrasse) nach Westen (Niederterrasse) und damit einher in diese Richtung fließende Flüsse wie der Butzbach.Geschichts- und Heimatverein Rechtsrheinisches Köln e. V.: Rechtsrheinisches Köln – Jahrbuch für Geschichte und Landeskunde. Band 39, Köln 2014, S. 144 Der Butzbach speist die beiden Teiche „Oberer Senkelteich“ (gelegen in der „Urbacher Senke“) und „Unterer Senkelteich“ (gelegen in der „Elsdorfer Senke“).Geschichts- und Heimatverein Rechtsrheinisches Köln e. V.: Rechtsrheinisches Köln – Jahrbuch für Geschichte und Landeskunde. Band 39, Köln 2014, S. 145

Der ebenso in der Wahner Heide entspringende Scheuerbach (früher genannt: „Scheermühlbach“)Johann Bendel: Heimatbuch des Landkreises Mülheim am Rhein, Geschichte und Beschreibung, Sagen und Erzählungen. Scriba Verlag, Köln, 1925, ISBN 3-921232-05-8, S. 5., historisch mehrfach geregelt, um die damalige Scheuermühle mit Wasser zu versorgen, verbindet nacheinander die Teiche „Oberer Scheuerteich“ und „Untere Scheuerteich“ („Scheuermühlenteich“), in deren Mitte sich ein Bruchwald befindet. Am Ende des Feuchtgebietes Senkelgraben, eine zunehmende Wasserknappheit könnte auch auf etwaige Undichtigkeiten in den Teichsohlen zurückgeführt werden, führt der Scheuerbach schließlich verrohrt zum Rheinkanal 1, ein naher, verrohrter Kanal, der als Hauptfluter der aufgenommenen Bächer zur Verbesserung der Grundwasserverhältnisse beiträgt und Überschwemmungen sowie einer Versumpfung des Gebietes entgegenwirkt. Dieser Wasserabfluss mündet in Zündorf, in der Nähe der Groov, in den Rhein.

Der ebenfalls im Zuständigkeitsbereich der Stadtentwässerungsbetriebe (StEB) Köln liegende Rheinkanal 2 leitet nur zu geringem Teil Quellwasser ab. Er operiert zum Beispiel als Ableitung von Oberflächenwasser des Flughafens. Er startet auf Höhe der Reithalle des „Reit- und Fahrverein Porz e. V.“ in Grengel, verläuft unterhalb des Grengeler Mauspfads, der Sankt-Anno-Straße, der Friedensstraße, fließt weiter Richtung Rhein und mündet in Porz, in etwa auf Höhe der Kreuzung In der Adelenhütte/Hauptstraße, in denselben.

Klima mini|Klimadiagramm Grengel.

Grengel gehört zu einer feuchttemperierten, gemäßigten Klimazone (nach der Köppen-Geiger-Klassifikation). Dieses Klima zeichnet sich durch relativ milde Winter, warme Sommer und eine gleichmäßige Verteilung von Niederschlägen über das Jahr hinweg aus. Durch ozeanische Einflüsse sind hohe Sommertemperaturen und tiefe Wintertemperaturen selten.Stadtverwaltung Porz: Porz, die junge Stadt am Rhein, Porz 1951, S. 12 Die jährlichen Durchschnittstemperaturen in Grengel liegen bei etwa 10 °C bis 11 °C. Im Winter fallen die Temperaturen selten unter den Gefrierpunkt, und in den Sommermonaten werden durchschnittlich Temperaturen um die 20 °C erreicht. Besonders im Juli und August liegen die Höchstwerte oft über 25 °C, während im Januar die Temperaturen häufig bei etwa 0 °C bis 2 °C liegen. Der Niederschlag ist relativ gleichmäßig über das ganze Jahr verteilt, mit einem leichten Anstieg in den Sommermonaten. Die Region verzeichnet durchschnittlich 600 bis 700 mm Niederschlag pro Jahr. In den Monaten Juni und Juli kommt es häufig zu intensiveren Regenfällen. Durch die Nähe zum Rhein und das relativ flache Umland hat Grengel eine moderate Luftfeuchtigkeit, die im Jahresverlauf meist zwischen 70 % und 85 % liegt. Der Wind weht, wie in der Kölner Bucht üblich, oft aus westlichen Richtungen, was kühlere und feuchte Luftmassen vom Atlantik her bringt.

Die klimatischen Bedingungen gelten für einen Flughafen-Betrieb für diesen Standort als sehr günstig.Stadtverwaltung Porz: Porz, die junge Stadt am Rhein, Porz 1951, S. 13 Neben Vorteilen bei der günstigen Lage und der Größe des Geländes behindert für einen Flughafen-Betrieb Nebel selten die Sicht,Schwochert und Dank: Das Porz-Buch, Köln 1990, S. 141 was unter Fliegern zur Bezeichnung „Wahn gap“ führte. Der Flughafen Köln/Bonn verfügt über eine eigene, vom Deutschen Wetterdienst (DWD) betriebene Messstation, die Daten zu klimatischen Bedingungen in der Region liefert.

Geschichte Vor dem 18. Jahrhundert mini|Die Expansion der Franken.

Zahlreiche Hügelgräber der Hallstattzeit (etwa 800–400 v. Chr.) in der Mittelterrasse deuten auf frühe Besiedlungen hin. Sie lassen den Schluss zu, dass eine Bewaldung der Wahner Heide erst mit einer Besiedlung der Niederterrasse zwischen Rhein und Mauspfad begonnen wurde, zu einer Zeit, als dortige Überflutungen abnahmen.Freiwillige Feuerwehr Urbach-Elsdorf-Grengel: Festschrift | 75-jähriges Bestsehen der Frw. Feuerwehr, Porz 15. Mai 1976, S. 7Stadtverwaltung Porz: Porz, die junge Stadt am Rhein, Porz 1951, S. 12

Auf dem Gebiet des heutigen Grengel, am Mauspfad sowie am Kiefernweg, wurden Siedlungsreste und Gegenstände des täglichen Lebens aus dem 2. und 1. Jahrhundert v. Chr. gefunden.Friedhelm Speck: Urbach, Köln 2016, S. 45 Es fanden sich zudem einige historische Gräber zum Beispiel aus den Zeiten der Römer und Germanen.Johann Bendel: Heimatbuch des Landkreises Mülheim am Rhein, Geschichte und Beschreibung, Sagen und Erzählungen. Scriba Verlag, Köln, 1925, ISBN 3-921232-05-8, S. 81.Stadtverwaltung Porz: Porz, die junge Stadt am Rhein, Porz 1951, S. 20Stadtverwaltung Porz: Porz, die junge Stadt am Rhein, Porz 1951, S. 56

Als die Franken, genauer die Rheinfranken, die Stadt Köln um 450 einnahmen, führte dies auf den hochwasserfreien Bereichen der rechtsrheinischen Niederterrasse zu einer Besiedlung.Geschichts- und Heimatverein Rechtsrheinisches Köln e. V.: Rechtsrheinisches Köln – Jahrbuch für Geschichte und Landeskunde. Band 39, Köln 2014, S. 142 Im Jahr 1950 fand man am Kiefernweg einen fränkischen Friedhof aus dem 6. und 7. Jahrhundert. Der Friedhof wird wohl zu einem Gehöft gehört haben, der am unweit gelegenen Fluss „Butzbach“ lag. Fränkische Siedlungsspuren wurden auch zu beiden Seiten des Mauspfades gefunden.Geschichts- und Heimatverein Rechtsrheinisches Köln e. V.: Rechtsrheinisches Köln – Jahrbuch für Geschichte und Landeskunde. Band 39, Köln 2014, S. 142 ff. Eine fränkische Ortschaft in der Nähe des heutigen Grengel wurde aus unbekannten Gründen um 700 wieder aufgegeben.

Die Existenz eines Gehöftes der Frühen Neuzeit ist auf dem Gebiet des heutigen Grengel für das 17. Jahrhundert belegt.Geschichts- und Heimatverein Rechtsrheinisches Köln e. V.: Rechtsrheinisches Köln – Jahrbuch für Geschichte und Landeskunde. Band 39, Köln 2014, S. 150

1715 inventarisierte Erich Philipp Ploennies das Herzogtum Berg.Burkhard Diez: Erich Philipp Ploennies (1672 – 1751). Verlagsdruckerei Schmidt GmbH, Neustadt/Aisch 1996, ISBN 3-87707-491-X, S. 163–191. In seiner Karte Topographia Ducatus Montani (die Topographie des Herzogtums Berg) war Urbach die nächstgelegene, namentlich eingetragene Siedlung.

Grengel, und Gassen zur Allmende (1757–1793) mini|Der Ort des historischen Schlagbaums heute: Die Waldstraße unterquert die A59 als Grenze zwischen Grengel und Urbach. Blick nach Osten/Grengel.