Der Exzellenzcluster Asien und Europa im globalen Kontext (Asia and Europe in a Global Context) war ein trans- und interdisziplinärer Forscherverbund an der Universität Heidelberg. Er wurde im Oktober 2007 im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder eingerichtet und 2012 verlängert., Deutsche Forschungsgemeinschaft, 15. Juni 2012, abgerufen am 27. November 2012. 2019 endete die Förderung durch die DFG. Der Exzellenzcluster befasste sich mit Austauschprozessen zwischen Kulturen, Gesellschaften und Staaten, die von Migration und Handel bis hin zu Leitbegriffen der Sprache und Strukturen des Staates reichen. Eine zentrale Frage war, in welchen Dynamiken sich kulturübergreifende Prozesse zwischen sowie innerhalb von Asien und Europa entwickeln.

Aufgaben und Ziele Ziel des Clusters war es, zu einem besseren Verständnis der vielschichtigen Interaktionen zwischen sowie innerhalb von Asien und Europa beizutragen – einem Bereich von großer Bedeutung sowohl für die akademische Welt als auch für die heutige Gesellschaft und Politik. Dazu sollten die Austauschprozesse zwischen Kulturen untersucht werden.

In der ersten Förderungsphase, von 2008 bis 2012, analysierten die Wissenschaftler die sich wandelnden Asymmetrien in kulturellen, sozialen und politischen Austauschprozessen. Basierend auf dieser Forschung wurde in der zweiten Förderungsphase bis 2017 untersucht, in welchen Dynamiken sich transkulturelle Prozesse zwischen sowie innerhalb von Asien und Europa entwickeln.

Die Hauptziele des Clusters waren die Dynamik transkultureller Interaktion als Schlüsselthema mit internationaler Signalwirkung zu etablieren und strukturell zu verankern; das analytische Potenzial des Begriffs Transkulturalität auf empirischer, konzeptioneller und methodologischer Weise systematisch zu erforschen; die stark ausgeprägten Kompetenzen der Asien-, Geistes- und Sozialwissenschaften an Heidelbergs Volluniversität weiter zu verknüpfen und zu stärken; das Potenzial transkultureller Forschung zu steigern, indem für junge Wissenschaftler Karrierewege geschaffen werden und nicht nur über Asien geforscht, sondern auch mit Institutionen und Wissenschaftlern in Asien zusammengearbeitet wird., Exzellenzcluster „Asien und Europa im globalen Kontext“, abgerufen am 20. März 2013.

Organisation mini|rechts|Karl Jaspers Zentrum für Transkulturelle Forschung Institutioneller Sitz des Clusters ist das Karl Jaspers Zentrum für Transkulturelle Forschung (KJC)., Exzellenzcluster „Asien und Europa im globalen Kontext“, abgerufen am 16. Januar 2012. Ein weiteres Büro gab es im „Heidelberg Center South Asia“ in Neu-Delhi, Indien.Ruperto Carola eröffnet Heidelberg Center South Asia in New Delhi, Universität Heidelberg, 11. November 2009, abgerufen am 16. Januar 2012.

Die Leitung des Clusters oblag dem Direktorium bestehend aus Joseph Maran (Ur- und Frühgeschichte), Axel Michaels (Klassische Indologie) und Barbara Mittler (Sinologie)., Deutsche Forschungsgemeinschaft, abgerufen am 5. August 2015. Die Position des Amtierenden Direktors rotierte alle sechs Monate und wurde durch einen Projektmanager unterstützt. Strukturelle Entscheidungen trifft der Vorstand. , Exzellenzcluster „Asien und Europa im globalen Kontext“, abgerufen am 16. Januar 2012.

Unterstützt wurden das Direktorium und der Vorstand durch einen Beirat. Dazu gehörten Patrick J. Geary (Institute for Advanced Study in Princeton), Angela Leung (Hong Kong University), Patricia Spyer (Leiden University), Colin Renfrew (University of Cambridge) und der Beiratsvorsitzende Christoph Wulf (Freie Universität Berlin). ,. Exzellenzcluster „Asien und Europa im globalen Kontext“, abgerufen am 16. Januar 2012.

Forschungsstruktur Die mehr als 80 Forschungsprojekte waren in vier Forschungsbereiche gegliedert.Forschung, Exzellenzcluster „Asien und Europa im globalen Kontext“, abgerufen am 16. Januar 2012.

Forschungsbereich A: Regierungskunst und Verwaltung Forschungsbereich A befasst sich mit kulturellen Prozessen, über die Konzepte, Institutionen und Praktiken, die mit Regierungskunst und Verwaltung in Zusammenhang stehen, auf lokaler, regionaler oder globaler Ebene zwischen Kulturen übertragen und in einem kontinuierlichen, aber nicht-linearen historischen Prozess umgestaltet werden. Sprecher: Diamantis Panagiotopoulos; Stellvertreter: Harald Fuess, Susan Richter

Forschungsbereich B: Öffentlichkeit und Medien Forschungsbereich B befasst sich mit der Entstehung und Konzeptionalisierung verschiedener Arten von „Öffentlichkeiten“ (von Kunstausstellungen über Blogs bis zu Rockkonzerten und Satireheften), die infolge kultureller, ökonomischer, politischer, sozialer oder künstlerischer Austauschprozesse in und zwischen Asien und Europa entstehen. Sprecher: Christiane Brosius; Stellvertreter: Melanie Trede, Hans Harder

Forschungsbereich C: Wissenssysteme (Gesundheit, Umwelt, Wissenschaft und erkenntnistheoretische Ansätze) Forschungsbereich C konzentriert sich, neben dem ursprünglichen Fokus auf Gesundheit und Umwelt, auf die unterschiedlichen Arten der Wissensproduktion. Sprecher: Joachim Kurtz; Stellvertreter: William S. Sax, Joachim F. Quack

Forschungsbereich D: Geschichte und Kulturerbe Forschungsbereich D analysiert unterschiedliche Konzepte von Geschichte als konkurrierende Interpretationen von Zeit und Raum. Sprecher: Monica Juneja; Stellvertreter: Joseph Maran, Birgit Kellner

Wissenschaftliche Mitarbeiter Die Forscher des Clusters kommen aus unterschiedlichsten Disziplinen, darunter Ägyptologie, Archäologie (siehe Institut für Klassische Archäologie der Universität Heidelberg), Assyriologie, Ethnologie, Europäische Geschichte, Gesundheitswesen, Indologie, Islamwissenschaft, Japanologie, Kunstgeschichte, Medien- und Kommunikationswissenschaft, Musikwissenschaft, Philosophie, Politologie, Religionswissenschaft, Sinologie, Soziologie und viele weitere.

Um die Verbindungen zwischen den Disziplinen zu stärken und Entwicklungsmöglichkeiten für junge Wissenschaftler zu schaffen, hat der Cluster fünf nachhaltig gestaltete Professuren sowie sechs Nachwuchsforschergruppen geschaffen.

Buddhistische Studien (Birgit Kellner) Globale Kunstgeschichte (Monica Juneja) Ideen- und Wissensgeschichte (Joachim Kurtz) Kultur- und Wirtschaftsgeschichte (Harald Fuess) Visuelle und Medienanthropologie (Christiane Brosius)

Die Professur „Globale Kunstgeschichte“ ist die erste ihrer Art in Deutschland.Antrittsvorlesung: Das letzte Abendmahl in der roten Wüste, Universität Heidelberg, 26. Januar 2010, abgerufen am 16. Januar 2012.

Lehre Graduiertenprogramm Das Graduiertenprogramm für Transkulturelle Studien (GPTS) ist ein strukturiertes Promotionsprogramm innerhalb der interdisziplinären Forschungsumgebung des Clusters. Es bietet unter anderem: eine Einführung in die Theorien und Methodologien transkultureller Forschung; ein voll ausgestattetes, von europäischen und asiatischen Institutionen mitgetragenes Arbeitsumfeld; Mitwirkung bei der Sammlung von textlichem und nicht-textlichem Quellenmaterial; Unterstützung von Promotionsprojekten, die in Bezug zu den Forschungsfeldern des Clusters stehen.Graduiertenprogramm für Transkulturelle Forschung, Exzellenzcluster „Asien und Europa im globalen Kontext“, abgerufen am 16. Januar 2012.

Seit seiner Gründung 2008 beginnen jedes Jahr rund 8 Kandidaten – davon die Hälfte aus Asien – das Graduiertenprogramm. , Exzellenzcluster „Asien und Europa im globalen Kontext“, abgerufen am 16. Januar 2012.

Zudem gibt es Doktoranden in den einzelnen Forschungsprojekten.Stressforscher im Sweatshop, Die Zeit, 2. März 2011, abgerufen am 16. Januar 2012.

M.A. Transcultural Studies Auf Initiative des Clusters wurde zum Wintersemester 2011 der Masterstudiengang „Transcultural Studies“ an der Universität Heidelberg eingerichtet.Mitteilungsblatt des Rektors der Universität Heidelberg Nr. 18/10 (PDF; 83 kB), Universität Heidelberg, 27. September 2010, abgerufen am 16. Januar 2012. Als einer der ersten Studiengänge seiner Art bietet er Studierenden eine interdisziplinäre Ausbildung mit transkulturellem Fokus. Unterrichtssprache ist Englisch. Die Vorlesungen und Seminare werden von den fünf Cluster-Professoren durchgeführt, häufig in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern etablierter Disziplinen.Förderung für Nachwuchswissenschaftler in Transkulturellen Studien, Universität Heidelberg, 20. Dezember 2010, abgerufen am 16. Januar 2012.

Im ersten Semester erhalten die Studierenden Einführungen in die Theorien und Methoden Transkultureller Studien. Dann stehen die folgenden Studienschwerpunkte zur Auswahl: Society, Economy and Governance Knowledge, Belief and Religion Visual, Media and Material Culture

Im dritten Semester ist ein Auslandsaufenthalt vorgesehen, den die Studierenden entweder für Projektarbeit oder für Kurse im Ausland nutzen können. Das letzte Semester ist für die Ausarbeitung der Masterarbeit sowie für ein Forschungskolloquium vorbehalten. , Exzellenzcluster „Asien und Europa im globalen Kontext“, abgerufen am 16. Januar 2012.

Heidelberg Research Architecture Unter dem Namen Heidelberg Research Architecture (HRA) arbeiten IT-Spezialisten, Entwickler von Software und Datenbanken, akademisch geschulte E-Learning-Spezialisten und IT-Support eng mit Wissenschaftlern und Studierenden am Cluster in einer Sektion für Digital Humanities an interdisziplinären Forschungsprojekten zusammen.

Damit deckt das Aufgabengebiet der HRA den gesamten Bereich von der Entwicklung eines ausgefeilten Metadaten Frameworks bis hin zu IT-Support für das Karl Jaspers Zentrum ab. Die HRA ermöglicht es transkulturelle Beziehungen über unterschiedliche Medientypen (Text, Bild, Film, Audio) und disparate Objekte (Texte, Konzepte, Soziale Netzwerke) aufzuzeigen und zu analysieren., Exzellenzcluster „Asien und Europa im globalen Kontext“, abgerufen am 16. Januar 2012.

Publikationen In Zusammenarbeit mit Springer Science+Business Media, legte der Cluster im Januar 2010 die Buchreihe „Transcultural Research. Heidelberg Studies on Asia and Europe in a Global Context“ auf. Jedes Jahr erscheinen bis zu 15 von Experten begutachtete Bücher. Die Serie wird von den Direktoren des Clusters herausgegeben und von Andrea Hacker koordiniert. Der erste Band, "Transcultural Turbulences – Towards a Multi-Sited Reading of Image Flows", wurde von Christiane Brosius und Roland Wenzlhuemer editiert und versammelt elf Beiträge der ersten Jahreskonferenz des Clusters im Jahr 2009.Von der indischen Valentinskarte zum arabischen Superman, Informationsdienst Wissenschaft, 7. Dezember 2011, abgerufen am 16. Januar 2012.

Eine weitere Buchserie mit dem Titel „Heidelberg Transcultural Studies“ wurde von Susanne Enderwitz, Melanie Trede und Stefan Weinfurter initiiert. http://www.asia-europe.uni-heidelberg.de/en/newsevents/news/detail/m/new-book-by-project-d1-on-violence.html, Exzellenzcluster „Asien und Europa im globalen Kontext“, abgerufen am 16. Januar 2012.

Das referierte E-Journal „Transcultural Studies“ wurde im Dezember 2010 gestartet. Verfügbar unter www.transculturalstudies.org, erscheint es zweimal im Jahr und bietet eine internationale Plattform für transkulturelle Forschung. Autoren können alle Multimedia-Publishing-Optionen des Internets nutzen und ihre Texte mit Bildern, Audio- oder Videodateien sowie Links anreichern. Herausgeber ist Rudolf G. Wagner und Leitende Redakteurin ist Andrea Hacker.E-Journal zu „Transkulturellen Studien“, Universität Heidelberg, 14. Dezember 2010, abgerufen am 16. Januar 2012.

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