Die 81. Eishockey-Weltmeisterschaften der Herren der Internationalen Eishockey-Föderation IIHF war die Eishockey-Weltmeisterschaften des Jahres 2017. Insgesamt nahmen zwischen dem 3. April und dem 21. Mai 2017 48 Nationalmannschaften an den sechs Turnieren der Top-Division und der Divisionen I bis III teil. Die Vereinigten Arabischen Emirate nahmen im Gegensatz zum Vorjahr wieder teil, zudem trat die Eishockeynationalmannschaft der Republik China erstmals in der Division III an.
Das Turnier der Top-Division mit 16 Nationalmannschaften fand vom 5. bis 21. Mai 2017 in Deutschland und Frankreich statt. Die weiteren Turniere fanden im April 2017 in Kiew, Belfast, Galați, Auckland und Sofia statt.
+ Übersicht Herren-Weltmeisterschaften Turnier Ort Datum Teil-nehmer Zuschauerinsgesamt Spiele ø Top-Division KölnParis 5. Mai 2017 – 21. Mai 2017 16 686.391 64 10.725 Division I A Kiew 22. April 2017 – 28. April 2017 6 51.851 15 3.456 Division I B Belfast 23. April 2017 – 29. April 2017 6 21.208 15 1.314 Division II A Galați 3. April 2017 – 9. April 2017 6 14.910 15 994 Division II B Auckland 4. April 2017 – 10. April 2017 6 3.229 15 215 Division III Sofia 10. April 2017 – 16. April 2017 8 4.800 15 320
Teilnehmer, Austragungsorte und -zeiträume Top-Division: 5. bis 21. Mai 2017 in Köln, Deutschland und Paris, Frankreich Teilnehmer: , , , , , (Aufsteiger), (Titelverteidiger), , , , , , , (Aufsteiger), ,
Division I Gruppe A: 22. bis 28. April 2017 in Kiew, Ukraine Teilnehmer: (Absteiger), , , , (Aufsteiger), (Absteiger) Gruppe B: 23. bis 29. April 2017 in Belfast, Nordirland, Großbritannien Teilnehmer: , , (Absteiger), , , (Aufsteiger)
Division II Gruppe A: 3. bis 9. April 2017 in Galați, Rumänien Teilnehmer: (Aufsteiger), , , , , (Absteiger) Gruppe B: 9. bis 15. April 2017 in Auckland, Neuseeland Teilnehmer: (Absteiger), , , , , (Aufsteiger)
Division III: 10. bis 16. April 2017 in Sofia, Bulgarien Teilnehmer: (Absteiger), (Neuling), , , , , (erste Teilnahme seit 2014)
zog seine Teilnahme kurz vor dem Turnierstart der Division III zurück.
Modus In der Top-Division qualifizierten sich die vier besten Mannschaften jeder Gruppe direkt für das Viertelfinale. Die Gesamtanzahl der Spiele betrug 64 Partien.
In den Divisionen I und II wurde die jeweils zwölf Mannschaften qualitativ in je zwei Gruppen zu sechs Teams aufgeteilt. Dies geschah auf Grundlage der Abschlussplatzierungen der Weltmeisterschaften des Jahres 2016. Die Division III spielte (als Ausnahme) an einem Austragungsort in zwei Gruppen mit je vier Mannschaften.
Aus der Top-Division stiegen die beiden Letzten der zwei Vorrundengruppen in die Division I A ab. Aus selbiger steigen die beiden Erstplatzierten zum nächsten Jahr in die Top-Division auf, während der Sechstplatzierte in die Division I B abstieg. Im Gegenzug stieg der Gewinner der Division I B in die Division I A auf. Aus der Division I B stieg ebenfalls der Letzte in die Division II A ab. Die Aufstiegsregelung der Division I B mit einem Auf- und Absteiger galt genauso für die Divisionen II A und II B.
Top-Division WM 2017 der Herren 250px|Logo auf Zelt Anzahl Nationen 16 Weltmeister Silber Bronze Absteiger Austragungsort Köln, Deutschland & Paris, Frankreich Eröffnung 5. Mai 2017 Endspiel 21. Mai 2017 Zuschauer 686.391 (10.725 pro Spiel) Tore 355 (5,55 pro Spiel) Bester Torhüter Andrei Wassilewski Bester Verteidiger Dennis Seidenberg Bester Stürmer Artemi Panarin MVP William Nylander Topscorer Artemi Panarin (17 Punkte)
Die 81. Eishockey-Weltmeisterschaft der Herren fand zwischen dem 5. und dem 21. Mai 2017 in Deutschland und Frankreich statt. Die Spielorte waren die Lanxess Arena in Köln und die AccorHotels Arena in Paris.
Bereits die erste eigenständige Weltmeisterschaft 1930 wurde in Frankreich und Deutschland ausgetragen, nachdem das ursprünglich in Chamonix stattfindende Turnier nach einem Wärmeeinbruch abgebrochen und in Berlin fortgesetzt wurde.
Der Hauptgastgeber Deutschland war automatisch für das Turnier qualifiziert. Da Deutschland als Siebter der Weltmeisterschaft 2016 zudem sportlich qualifiziert war, wäre der Gastgeberstartplatz Frankreich zugefallen, das sich als Vierzehnter der Vorjahresweltmeisterschaft ebenfalls qualifiziert hatte.
Das Logo der WM erinnert an den verstorbenen Nationaltorwart Robert Müller.
Vergabe Für die Austragung lagen der IIHF zwei Bewerbungen vor, die jeweils Turniere in zwei Ländern vorsahen: zum einen Dänemark und Lettland mit den Austragungsorten Kopenhagen und Riga sowie Deutschland und Frankreich mit Köln sowie Paris. Alle vier Länder hatten ursprünglich Einzelbewerbungen abgegeben. Deutschland und Frankreich gaben im Januar 2012 bekannt, die WM 2017 gemeinsam austragen zu wollen, Dänemark und Lettland legten die Bewerbungen im November 2012 zusammen. Die Internationale Eishockey-Föderation IIHF beschloss im September 2012, auch gemeinsame Bewerbungen von zwei Ländern zuzulassen, nachdem bereits die Weltmeisterschaft 2012 in Finnland und Schweden gemeinsam ausgetragen worden war. Die endgültige Entscheidung über den Gastgeber erfolgte am 17. Mai 2013 auf dem Jahreskongress der Internationalen Eishockey-Föderation in Stockholm. Für Deutschland/Frankreich stimmten 63 Delegierte, für Dänemark/Lettland 45.
miniatur|links|Pausenshow in der Lanxess Arena Für Dänemark wäre es die erste Eishockey-Weltmeisterschaft gewesen. Die Dänen hatten sich bereits für die WM 2016 beworben, zogen jedoch kurz vor der Abstimmung ihre Bewerbung zurück. Deutschland war zuletzt 2010 Gastgeber der WM, Lettland zuletzt 2006. Die letzte Weltmeisterschaft in Frankreich fand 1968 im Rahmen der Olympischen Winterspiele in Grenoble statt.
Teilnehmer Am Turnier nahmen die besten 14 Mannschaften der Vorjahres-Weltmeisterschaft sowie die beiden Erstplatzierten des Turniers der A-Gruppe der Division I des Vorjahres teil:
14 aus Europa Belarus Dänemark Deutschland(Gastgeber) Finnland Frankreich(Gastgeber) Italien(Aufsteiger aus der Division IA) Lettland Norwegen Russland Schweden Schweiz Slowakei Slowenien(Aufsteiger aus der Division IA) Tschechien 2 aus Nordamerika Kanada(Titelverteidiger) USA
Gruppeneinteilung
Die Gruppeneinteilung der Vorrunde wurde auf Basis der nach Abschluss der Weltmeisterschaft 2016 aktuellen IIHF-Weltrangliste festgelegt.
Gruppe A Gruppe B Russland (2) Kanada (1) USA (4) Finnland (3) Schweden (5) Tschechien (6) Slowakei (8) Schweiz (7) Deutschland (10) Belarus (9) Lettland (12) Norwegen (11) Dänemark (13) Frankreich (14) Italien (18) Slowenien (15) * In Klammern ist der jeweilige Weltranglistenplatz angegeben.
Austragungsorte Köln Paris Lanxess ArenaKapazität: 18.700 AccorHotels ArenaKapazität: 14.500 x180px|Lanxess-Arena x180px|AccorHotels Arena
Vorrunde Die Vorrunde der Weltmeisterschaft startete am 5. Mai, beendet wurde die Vorrunde am 16. Mai.
Gruppe A
Pl. Sp S OTS OTN N Tore Punkte 1. 7 6 0 0 1 31:14 18 2. 7 5 1 0 1 35:10 17 3. 7 5 0 1 1 29:13 16 4. 7 2 2 1 2 20:23 11 5. 7 3 0 1 3 14:18 10 6. 7 1 2 0 4 13:22 7 7. 7 0 1 2 4 12:28 4 8. 7 0 0 1 6 6:32 1 Abkürzungen: Pl. = Platz, Sp = Spiele, S = Siege, OTS = Siege nach Verlängerung (Overtime) oder Penaltyschießen, OTN = Niederlagen nach Verlängerung oder Penaltyschießen, N = Niederlagen Erläuterungen: ,
Gruppe B
Pl. Sp S OTS OTN N Tore Punkte 1. 7 6 0 1 0 32:10 19 2. 7 3 2 2 0 22:14 15 3. 7 3 2 0 2 23:14 13 4. 7 2 2 1 2 21:22 11 5. 7 2 2 0 3 23:19 10 6. 7 2 0 2 3 13:20 8 7. 7 2 0 1 4 15:27 7 8. 7 0 0 1 6 13:36 1 Abkürzungen: Pl. = Platz, Sp = Spiele, S = Siege, OTS = Siege nach Verlängerung (Overtime) oder Penaltyschießen, OTN = Niederlagen nach Verlängerung oder Penaltyschießen, N = Niederlagen Erläuterungen: ,
Finalrunde miniatur|Zuschauer während des Finalspiels am 21. Mai 2017 miniatur|Das schwedische Team feiert den Titelgewinn Die Finalrunde begann nach Abschluss der Vorrunde am 18. Mai 2017, so dass alle Teams mindestens einen Ruhetag hatten. Zwei der Viertelfinalpartien werden in der Lanxess Arena in Köln, die anderen beiden in der AccorHotels Arena in Paris ausgetragen. Die Partien fanden wie im Vorjahr im Kreuzvergleich der beiden Vorrundengruppen statt.„All systems go for 2017“ auf www.iihf.com, abgerufen am 3. Oktober 2016. Nur im Fall, dass Deutschland und Frankreich dadurch direkt aufeinandergetroffen wären, wären die Viertelfinals gruppenintern ausgetragen worden. Ab dem Halbfinale am 20. Mai wurden sämtliche Begegnungen in Köln gespielt. Das Finale sowie das Spiel um Bronze waren auf den 21. Mai terminiert.
Viertelfinale
Halbfinale
Spiel um Platz 3
Finale
Statistik Beste Scorer Quelle: IIHFiihf.com, Scoring Leaders; Abkürzungen: Sp = Spiele, T = Tore, V = Vorlagen (Assists), Pkt = Punkte, +/− = Plus/Minus, SM = Strafminuten; Fett: Turnierbestwert Spieler Mannschaft Sp T V Pkt +/− SM Artemi Panarin 9 4 13 17 +4 4 Nikita Kutscherow 10 7 8 15 +7 8 Nathan MacKinnon 10 6 9 15 +6 6 Nikita Gussew 10 7 7 14 +5 4 William Nylander 10 7 7 14 +11 2 Wadim Schipatschow 10 2 11 13 +1 2 Mitchell Marner 10 4 8 12 +1 8 Johnny Gaudreau 8 6 5 11 +2 0 Sebastian Aho 10 2 9 11 −2 4 Stéphane Da Costa 6 6 4 10 +3 2
Beste Torhüter Quelle: IIHFiihf.com, Leading Goalkeepers; Abkürzungen: Sp = Spiele, Min = Eiszeit (in Minuten), SaT = Schüsse aufs Tor, GT = Gegentore, SVS = Gehaltene Schüsse, Sv% = gehaltene Schüsse (in %), GTS = Gegentorschnitt, SO = Shutouts; Fett: Turnierbestwert
Spieler Mannschaft Sp Min GT SVS SO Sv% GTS Henrik Lundqvist 5 320:00 7 122 0 94,57 1,31 Calvin Pickard 7 443:40 11 167 1 93,82 1,49 Andrei Wassilewski 9 522:51 15 218 3 93,56 1,72 Elvis Merzļikins 6 364:04 12 171 1 93,44 1,98 Leonardo Genoni 6 361:32 10 140 2 93,33 1,66 Florian Hardy 4 178:01 8 97 0 92,38 2,70 Andreas Bernard 5 300:52 13 149 0 91,98 2,59 Jimmy Howard 6 355:25 11 126 1 91,97 1,86 Harri Säteri 6 318:15 12 130 1 91,55 2,26 Pavel Francouz 4 241:25 6 61 1 91,04 1,49
Abschlussplatzierungen Die Platzierungen ergaben sich nach folgenden Kriterien: Plätze 1 bis 4: Ergebnisse im Finale sowie im Spiel um Platz 3 Plätze 5 bis 8 (Verlierer der Viertelfinalpartien): nach Platzierung, dann Punkten, dann Tordifferenz in der Vorrunde Plätze 9 bis 16 (Vorrunde): nach Platzierung, dann Punkten, dann Tordifferenz in der Vorrunde
Pl. Team 1 Schweden 2 Kanada 3 Russland 4 Finnland 5 USA 6 Schweiz 7 Tschechien 8 Deutschland 9 Frankreich 10 Lettland 11 Norwegen 12 Dänemark 13 Belarus 14 Slowakei 15 Slowenien 16 Italien
Titel, Auf- und Abstieg miniatur|Siegesfeier der Tre Kronor auf dem Sergels torg in Stockholm (22. Mai 2017)