Kolmschneidbach ist ein Gemeindeteil des Marktes Weidenbach im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Kolmschneidbach liegt in der Gemarkung Leidendorf.

Geografie Durch den Weiler fließt der Irrebach, ein linker Zufluss der Altmühl. Im Norden liegt das Schmalfeld, im Westen der Starenherd und im Südosten das Waldgebiet Stöckicht. Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Reisach (1,5 km westlich), nach Weiherschneidbach (1,3 km nördlich), nach Leidendorf zur B 13 (2 km nordöstlich), nach Weidenbach (2,5 km westlich) und zur Staatsstraße 2220 bei Irrebach (0,7 km südlich).

Geschichte 1312 erwarb das Kloster Heilsbronn von Agnes von Steten ihre Besitzansprüche in „Kolbenschneidbach“. 1398 erhielt es dort durch Tausch ein Gut von Hans von Leonrod, dem man dafür ein Gut in Dietenhofen überließ.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 452.

1422 bestätigte Michel Metsieder dem Almosen der Stadt Ansbach die Stiftung seiner Eltern, die Mühle und einen Hof in Kolmschneidbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 256. 1445 gab das Kloster Heilsbronn ein Gut in Kolmschneidbach im Tausch gegen ein Gut in Kaudorf an Michael Veldbrechter ab.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 509. Im 16-Punkte-Bericht des heilsbronnischen Vogtamts Merkendorf aus dem Jahr 1616 wurden für Kolmschneidbach 1 Hof und 1 Gut angegeben, die dem Verwalteramt Merkendorf unterstanden. Die Anwesen anderer Grundherren wurden nicht aufgelistet.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 25, 23. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 741.

Laut dem 16-Punkte-Bericht des Oberamtes Ansbach von 1684 war Kolmschneidbach bezüglich der hohen und niederen Gerichtsbarkeit dem Kastenamt Ansbach unterstellt, während die Gemeindeherrschaft und der Hirtenstab beim ansbachischen Verwalteramt Merkendorf lagen. Sieben „Mannschaften“ (=Untertansfamilien), darunter ein Hof, unterstanden dem Kastenamt Ansbach, mussten aber auch dem Stiftsamt Ansbach Abgaben leisten; eine Mannschaft gehörte zum Stiftsamt, je zwei Untertanen gehörten zum heilsbronnischen Amt Merkendorf und dem Bürgermeister und Rat zu Ansbach (darunter die Mühle), ein Untertan zum eichstättischen Stadtvogteiamt Herrieden.Staatsarchiv Nürnberg, Ansbacher Salbuch 128, 1885. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 686. Auch gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es sieben Untertanensfamilien. Die grundherrlichen Verhältnisse waren unverändert.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 3, Sp. 197. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Kolmschneidbach dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Weidenbach und der wenig später gegründeten Ruralgemeinde Weidenbach zugeordnet. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde Kolmschneidbach in die neu gebildete Ruralgemeinde Leidendorf umgemeindet. Am 1. Juli 1971 wurde diese im Zuge der Gebietsreform in Bayern in den Markt Weidenbach eingegliedert.

Baudenkmal In der Ortsmitte stehen an der Weggabelung ein Ortsschild und ein ehemaliger Wegweiser von 1860/70 aus Gusseisen.Michael Petzet (Hg.): Denkmäler in Bayern. Bd. 5, Mittelfranken: Ensembles, Baudenkmäler, archäologische Geländedenkmäler, München 1986, S. 285.

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 40 46 58 50 50 47 44 60 33 31 40 HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 8 8 8 9 8 7 6 8 Quelle Dort als Kolmschneitbach aufgelistet.

Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Georg (Weidenbach) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren ursprünglich nach St. Nikolaus (Burgoberbach) gepfarrt, heute ist die Pfarrei St. Jakobus (Ornbau) zuständig.

Persönlichkeiten Johann Michael Lehner (* 16. März 1746 in Kolmschneidbach; † 19. März 1818), Kanzleidirektionsrat in Ansbach

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Geographie (Weidenbach, Mittelfranken) Kategorie:Weiler im Landkreis Ansbach