Warhammer 40.000 (auch Warhammer 40,000, Warhammer 40k, WH40k oder einfach nur 40k) ist ein Tabletop-Spiel der Firma Games Workshop. Es spielt in einer dystopischen Zukunft, in der die Menschheit und zahlreiche andere Spezies um die Vorherrschaft und das Überleben in der Milchstraße, sowie um das Erreichen von unzähligen Planeten bis hin zur Eroberung ganzer Systeme kämpfen.
Warhammer 40.000 ist die Science-Fiction-Version des Spiels Warhammer Fantasy Battles, spielt aber nicht in der Zukunft der dort dargestellten Warhammer-Welt, sondern in der Zukunft einer alternativen Realität im 41. Jahrtausend n. Chr. Die Spezies in Warhammer 40.000 sind dennoch größtenteils Abwandlungen der Völker aus Warhammer Fantasy.
Geschichte Die erste Ausgabe des Spieles erschien 1987 unter dem Namen Warhammer 40,000: Rogue Trader. Die Originalregeln und die Spielwelt wurden von Rick Priestley (Spieleautor bei Games Workshop) erschaffen. Das Spielkonzept war auf kleine, aber detaillierte Scharmützel ausgelegt. Zusätzliche Regeln und Hintergründe wurden regelmäßig im Magazin White Dwarf veröffentlicht. Das Spiel hatte einen starken Rollenspielcharakter, der in späteren Auskopplungen wie Necromunda oder Inquisitor wieder aufgegriffen werden sollte. Die wichtigsten Erweiterungen waren Warhammer 40,000 - Chapter Approved - Book of the Astronomican von 1988, das in erster Linie Armeelisten enthält, sowie das Warhammer 40,000 Compendium, das 1989 erschien und überarbeitete Artikel und Zusatzregeln aus dem White Dwarf Magazin enthält.
Ausführliche Regeln für die Armeen der Chaosgötter erschienen in den beiden Zusatzbüchern Realm of Chaos: Slaves to Darkness und Realm of Chaos: The Lost and the Damned. Belagerungsregeln sind im Zusatzbuch Warhammer Siege enthalten. Die Spielregeln von Rogue Trader wurden im Laufe der Jahre durch Zusatzregeln immer wieder sehr stark verändert, so gab es mehrfach komplett überarbeitete Fahrzeugregeln, neue Nahkampfregeln und auch mit den Regeln für Psikräfte der einzelnen Völker wurde immer wieder experimentiert. Viele dieser Veränderungen flossen dann in die zweite Edition von Warhammer 40.000 ein.
Die zweite Ausgabe erschien 1993. Das Regelwerk wurde in einer Box mit Spielfiguren der Space Marines und der Orks, Geländeteilen und Würfeln ausgeliefert. Die Kämpfe waren der ersten Version ähnlich, jedoch auch auf größere Gefechte ausgelegt. Zur zweiten Ausgabe erschienen auch die ersten Armeebücher oder Codices, die den Hintergrund, die Spezialregeln und die Armeelisten einzelner Völker beinhalteten. In der Erweiterung Weltenbrand wurden unter anderem die Regeln für Psikräfte veröffentlicht. Seit dieser Edition ist Andy Chambers der Chefredakteur der Publikationen. Mit dieser Ausgabe wurde das Rollenspielelement fast vollkommen entfernt, die Regeln wesentlich vereinfacht und somit der Spielfluss stark beschleunigt.
Die dritte Edition erschien 1998. Das Regelwerk erschien als Buch und in einer Box zusammen mit Spielfiguren der Space Marines und der neuen Rasse Dark Eldar. Die Regeln wurden einfacher gestaltet, um größere Schlachten besser handhaben zu können. In der Erweiterung Straßenkampf wurden Spezialregeln für Kämpfe in städtischen Gebieten hinzugefügt. Später kamen Regeln für die Tau, die Hexenjäger und die Dämonenjäger hinzu.
In dieser Zeit wurden von Games Workshop die ersten weltweiten Veranstaltungen durchgeführt, die wichtige Schlachten in der Spielwelt als Hintergrund hatten. Die Ergebnisse von einzelnen Kämpfen wurden zusammengefasst und hatten Einfluss auf den Ausgang der Schlacht und somit auf die Geschichte der Spielwelt.
Die vierte Edition erschien 2004. Es gab drei Versionen: Hardcover mit vielen zusätzlichen Inhalten (Hintergründe, Abbildungen, Maltipps), als Box Kampf um Macragge (kompaktes Softcover mit Figuren der Space Marines und der Tyraniden) und als ledergebundene Collector’s Edition. Mit der Erweiterung Städte in Flammen wurden die Straßenkampfregeln überarbeitet. Im Oktober 2007 erschien die zweite offizielle Erweiterung Apokalypse, die erweiterte Regeln für Massenschlachten bietet. In der vierten Edition wurden die Codices wieder als vollständige Bücher über die Völker betrachtet und enthielten einen deutlich besser ausgearbeiteten Hintergrund und Einheitenbeschreibungen.
Im Juli 2008 erschien die fünfte Edition von Warhammer 40.000. Auch zu dieser Ausgabe erschien das Regelbuch in verschiedenen Varianten. So erschienen zusätzlich zum normalen Hardcover-Buch auch weitere limitierte Versionen mit zusätzlichen Extras, wie Spielmaterialien oder einem besonders gestalteten Cover. Das Regelbuch enthält zusätzlich zu den Regeln wieder eine große Sammlung von Hintergrund über das Universum von Warhammer 40.000. Zusätzlich erschien das Spielset Sturmlandung auf Black Reach, das die Regeln sowie Modelle der Space Marines und der Orks enthielt, sowie einige Würfel, Schablonen und ein Maßband. Der Codex Blood Angels wurde erstmals als eigenständiges Buch veröffentlicht und ergänzte die Armeeliste aus dem White Dwarf um Hintergrundinformationen über den Orden.
Im Juli 2012 erschien die sechste Edition von Warhammer 40.000. Im September folgte die Veröffentlichung des dazugehörigen Startersets Sturm der Vergeltung (auch bekannt als Dark Vengeance), das Miniaturen der Dark Angels und Chaos Space Marines sowie Regeln und Spielutensilien enthält.
Am 24. Mai 2014 erschien die siebte Edition. In dieser Edition werden die Psifähigkeiten, die eine Art Magie darstellen, wieder in eine eigene Spielphase ausgelagert. Außerdem wird es mehr Freiheiten bei der Zusammenstellung der Armeen geben. Das Starterset ist nach wie vor Dark Vengeance.
Am 22. April 2017 wurde das Erscheinen der achten Edition für das laufende Jahr 2017 angekündigt, mit dieser geht eine weitest gehende Neugestaltung der Regelstruktur einher. Die achte Edition ist am 17. Juni 2017 erschienen. Das Starterset ist nun Dark Imperium in dem die neu hinzugekommenen Primaris Space Marines und neue Modelle der Death Guard enthalten sind.
Am 25. Juli 2020 erschien die 9. Edition als Hardcoverbuch und als limitierte Variante in der Box „Indomitus“. Die Box sollte ursprünglich limitiert sein, Games Workshop startete aber kurz nach dem Ausverkauf eine Auftragsanfertigung. In der Box sind Primaris und Necrons.
Zum 10. Juni 2023 wurde die 10. Edition veröffentlicht. Diese enthielt eine grundlegendere Änderung der Regeln, wodurch alle Regelbücher der vorherigen Editionen obsolet wurden. Die Kurzregeln wurden wie schon in den vorherigen Editionen kostenlos im Internet veröffentlicht, dazu erschienen die Regeln für die einzelnen Fraktionen als Indices ebenfalls kostenlos im Netz. Diese sollen im Verlauf der nächsten Jahre nach und nach durch Codex-Bücher ersetzt werden, die Hintergrundinformationen zur Geschichte der Fraktion, Fotos von Modellen und Dioramen sowie Regeln zu den Modellen und Armeeorganisation enthalten. Seit der 10. Edition veröffentlicht Games Workshop auf ihrer Website regelmäßig Anpassungen und Änderungen an den Regeln und Punktesystem, um das Balancing zu verbessern.
Zur 10. Edition erschienen neue Startersets in drei verschiedenen Umfängen sowie die Launchbox „Leviathan“, die neben dem Regelbuch Armeen für die Fraktionen der Space Marines und der Tyraniden enthält.
Am 20. Juni 2026 erscheint die 11. Edition mit Namen Armageddon. Sie enthält Orks und Space Marines. Die Regeln werden etwas angepasst.
Auszeichnungen 2018 wurde die 8. Edition von Warhammer 40.000 mit dem Origin Award für Best Miniatures Game (bestes Miniaturenspiel) ausgezeichnet.
Spielprinzip Die grundlegende Spielidee ist die Darstellung eines Gefechtes zwischen zwei (meistens) gleich starken Armeen. Jeder Spieler stellt seine Streitmacht mit passenden Zinn- bzw. Kunststoffminiaturen dar. Jede dieser Miniaturen hat dabei ein bestimmtes Werteprofil, in dem seine kämpferischen Fähigkeiten wiedergegeben werden. Je besser dieses Profil ist oder je besser die Sonderregeln der Figur sind, desto mehr Punkte kostet die Miniatur. Vor dem Spiel einigen sich die Spieler auf die Maximalhöhe der Punktkosten, die jedem von ihnen für das Zusammenstellen der Armeen zur Verfügung stehen. Bis zu diesem Limit steht es dem Spieler in einem bestimmten Rahmen frei, welche Einheiten er einsetzt und welche Ausrüstung er ihnen gibt. Auf diese Weise kann jeder Spieler individuelle Armeen aufstellen, und selbst wenn mehrere Spieler desselben Volkes aufeinandertreffen, sind ihre Armeen praktisch nie identisch.
Die Grundregeln zum Spielen finden sich im Hauptregelwerk (seit der 8. Edition ist ein Kurzregelwerk für erste Spiele digital kostenlos bei Games Workshop herunterladbar), während die Regeln zum Aufstellen und Spielen eines bestimmten Volkes im entsprechenden Codex (Armeebuch) zu finden sind. Ein solcher Codex enthält, neben einer Auflistung der zur Verfügung stehenden Einheiten und ihrer Ausrüstung, auch einige Hintergrundinformationen zu dem Volk.
Das Spiel läuft rundenbasiert ab, die Spieler führen ihre Züge also abwechselnd durch. Innerhalb eines Zuges kann ein Spieler Aktionen durchführen, die seinen Einheiten im Rahmen der Regeln zustehen. Diese unterteilen sich in Bewegung, Beschuss und Nahkampf. Der Ausgang der meisten Ereignisse wird per Würfelwurf bestimmt.
Jedes Spiel, auch Szenario genannt, folgt speziellen Regeln und hat ein bestimmtes Ziel. Dies kann vom simplen Versuch, den Gegner vollständig auszulöschen, bis hin zu komplexen Missionen wie dem Erbeuten bestimmter Gegenstände oder dem Einnehmen und Halten von Spielfeldvierteln gehen. Einige Spielgruppen planen zudem zusammenhängende Serien von Szenarien, die einen kompletten Feldzug simulieren, sogenannte Kampagnen. Nach Absprache können hierfür gesonderte Regeln gelten, etwa dass erfolgreiche Einheiten im Laufe der Kampagne Erfahrung sammeln und ihr Werteprofil verbessern. Oft wird eine Kampagne zudem in eine umfangreiche Hintergrundgeschichte eingefügt, um das Spielerlebnis noch weiter zu steigern. Je nach Ausgang der einzelnen Szenarien verändert sich der Verlauf der Kampagne zugunsten der momentanen Siegerfraktion, was die Spannung über den Gesamtausgang noch weiter steigert.
Miniaturen und Gelände Die Miniaturen sind im 28-mm-Maßstab gehalten, was ungefähr dem Maßstab 1:60 entspricht. Wie viele Tabletop-Spiele nutzt Warhammer 40.000 für Miniaturen und Reichweiten aber keinen einheitlichen Maßstab.
Die Miniaturen werden in der Regel von den Spielern selbst bemalt und zusammengebaut. Es steht dem Spieler hierbei frei, ob er eigene Uniformmuster für seine Armee entwickelt oder sich an die Vorgaben von Games Workshop hält. Eine weitere Möglichkeit, seine Armee individuell zu gestalten, ist zudem das Umbauen der Figuren mit Hilfe zusätzlicher Kleinteile oder Modelliermasse, einer zunächst knetbaren Masse, die nach einigen Stunden zu plastikähnlicher Konsistenz aushärtet. Dieser Teil des Hobbys macht für nicht wenige Fans den eigentlichen Reiz des Tabletop-Spiels aus. In der „Maker-Szene“ kommt auch immer häufiger 3D-Druck zum Einsatz, um individuelle Modelle für Warhammer zu gestalten und herzustellen.
Auch das Spielfeld selbst kann vom Besitzer mit großer Mühe gestaltet werden; Dabei werden wie bei vielen Tabletop-Spielen Geländestücke genutzt. Oftmals werden hierbei Hilfsmittel aus dem Modellbahnbau verwendet, wie z. B. Grasmatten, Hügel, Modellbäumchen. Games Workshop bringt jedoch auch eigene, optisch passende Geländestücke heraus. Nicht zuletzt lassen aber auch hier viele Spieler lieber ihrer eigenen Kreativität freien Lauf und stellen aus Polystyrol, leeren Verpackungen oder anderen Materialien mit Hilfe von Farbe und Modelliermasse detaillierte Gebäude, Hügel, Stellungen und ähnliches her.