Daniel James „Dany“ Heatley (* 21. Januar 1981 in Freiburg im Breisgau) ist ein ehemaliger deutsch-kanadischer Eishockeyspieler, der im Verlauf seiner aktiven Karriere zwischen 1998 und 2016 unter anderem 946 Spiele für die Atlanta Thrashers, Ottawa Senators, San Jose Sharks, Minnesota Wild und Anaheim Ducks in der National Hockey League auf der Position des linken Flügelstürmers bestritten hat. Mit der kanadischen Nationalmannschaft wurde Heatley, der im NHL Entry Draft 2000 an zweiter Gesamtposition ausgewählt worden war, Olympiasieger und Weltmeister. Sein Vater Murray und sein Bruder Mark waren ebenfalls professionelle Eishockeyspieler.
Karriere Anfänge im Junioren- und Collegebereich Dany Heatley begann mit dem Eishockeyspielen in Calgary, wo er zunächst bei einigen unterklassigen Juniorenteams aktiv war. In dieser Zeit lief er zwischen 1996 und 1998 für die Calgary Buffaloes in der Alberta Midget Hockey League auf. Dort beendete er seine zweite Saison mit 91 Punkten aus 36 Spielen, was ihm die Trophäe als Topscorer bescherte. Beim saisonabschließenden Air Canada Cup führte er die Mannschaft auf den dritten Rang und wurde zudem wertvollster Spieler und Topscorer des Turniers. Im Sommer 1998 schloss sich der damals 17-jährige dann den Calgary Canucks aus der Alberta Junior Hockey League an, um später am College spielen zu können. In seiner einzigen Saison für die Mannschaft führte er selbige zum Gewinn der Ligameisterschaft. Dazu hatte er in der regulären Saison in 60 Spielen 127 Scorerpunkte sowie 22 Punkte in zehn Playoff-Partien erzielt. Diese Leistung bescherte ihm persönlich die Auszeichnung zum Spieler des Jahres der Alberta Junior Hockey League und Canadian Junior Hockey League. Des Weiteren wurde er ins First All-Star Team der AJHL gewählt.
Nach dem Gewinn des AJHL-Titels entschied sich Heatley ein Studium an der University of Wisconsin–Madison zu beginnen und parallel für deren Universitätsmannschaft in der Western Collegiate Hockey Association, einer Division im Spielbetrieb der National Collegiate Athletic Association, zu spielen. Auch sein Vater war für diese Universität aktiv gewesen. Gleich in seiner ersten College-Spielzeit wurde er nach 56 Punkten in 38 Partien in diverse Auswahlteams berufen und zum Rookie des Jahres der WCHA ernannt. Zudem galt er im Sommer 2000 für den NHL Entry Draft als aussichtsreicher Kandidat auf einen der vorderen Plätze. Schließlich wählten ihn die Atlanta Thrashers gleich hinter Torwart Rick DiPietro an zweiter Gesamtposition aus. Heatley verblieb jedoch noch ein weiteres Jahr an der University of Wisconsin-Madison und spielte ähnlich erfolgreich wie in seiner Rookiesaison. Damit verbunden waren erneut einige Nominierungen in die Auswahlteams der WCHA und NCAA.
Erste Station in der NHL bei den Atlanta Thrashers Nach der Spielzeit 2000/01 entschied sich der Kanadier auf seine zwei noch möglichen Spielzeiten an der Universität zu verzichten und ins Profilager zu wechseln. Im Alter von 20 Jahren schaffte er auf Anhieb den Sprung in den NHL-Kader der Thrashers. Seine Rookiesaison in der NHL verlief für den Stürmer optimal. Er führte alle Rookies der Liga mit 67 Scorerpunkten und 41 Vorlagen an. In der Torschützenliste belegte er hinter seinem Teamkollegen, dem Russen Ilja Kowaltschuk, den zweiten Rang. Nachdem er im Verlauf der Saison 2001/02 bereits als einer der besten Liganeulinge zum NHL YoungStars Game eingeladen worden war, erhielt er am Ende der Spielzeit die Calder Memorial Trophy als bester Neuling und wurde auch ins NHL All-Rookie Team gewählt. In der zweiten Spielzeit konnte er sich noch einmal steigern und schaffte es mehr Scorerpunkte zu sammeln, als er Spiele absolvierte. Diese Leistung verschaffte ihm eine Einladung zum NHL All-Star Game. Dort traf er vier Mal und stellte damit einen Rekord, der unter anderem von Wayne Gretzky und Mario Lemieux gehalten wird, ein. Dies bescherte ihm in diesem Jahr die Wahl zum MVP des Spiels. Wegen eines schweren, von ihm verursachten Autounfalls und der daraus resultierenden Verletzungen konnte Heatley im Spieljahr 2003/04 erst ab Januar 2004 ins Geschehen eingreifen. Er bestritt so nur 31 Spiele, in denen er nicht an seine vorher gezeigten Leistungen anknüpfen konnte.
Zeit in Europa während des Lockout Um etwas Abstand zu gewinnen, und da die gesamte NHL-Saison 2004/05 einem Lockout zum Opfer fiel, entschied sich der linke Flügelstürmer die Saison im Ausland zu verbringen. Aufgrund der familiären Situation Heatleys machten sich die Hamburg Freezers, Eisbären Berlin und Kassel Huskies berechtigte Hoffnungen auf eine Verpflichtung.abendblatt.de, Freezers wollen Heatley Es gab auch auf Seiten Heatleys ernsthaftes Interesse in Deutschland zu spielen, jedoch machten schließlich finanziell potentere Vereine das Rennen. So wechselte Heatley im Oktober 2004 zunächst zum SC Bern in die Schweizer Nationalliga A, wo auch Daniel Brière unter Vertrag stand. Er bestritt 16 Partien für die Eidgenossen und verbuchte 24 Punkte. Eine Verletzung im November 2004 zwang ihn allerdings zu einer Operation an der Orbita, weshalb er längere Zeit ausfiel. Am 10. Februar 2005 wechselte er zum russischen Superligisten Ak Bars Kasan.highbeam.com, Dort traf er unter anderem auf seinen Thrashers-Teamkollegen Ilja Kowaltschuk sowie Vincent Lecavalier. Dennoch fand sich Heatley in der russischen Liga nicht gut zurecht und steuerte in insgesamt 15 Begegnungen nur sieben Punkte bei. mini|links|Heatley im Dress der Ottawa Senators
Transfer zu den Ottawa Senators Nach dem durchaus gelungenen Comeback wollte Heatley wieder den Sport zu seinem Lebensmittelpunkt machen und sich von den Erinnerungen an den Unfall weiter entfernen. So bat er das Management der Atlanta Thrashers um einen Wechsel, da er, um zum täglichen Training zu gelangen, die Unfallstelle passieren musste. Am 23. August 2005 wurde er im Austausch für Stürmer Marián Hossa und Verteidiger Greg de Vries zu den Ottawa Senators transferiert. Heatley, der zu diesem Zeitpunkt den Status eines Restricted Free Agents innehatte, erhielt dort einen mit 13,5 Millionen US-Dollar dotierten Dreijahresvertrag bis zum Sommer 2008.nytimes.com, Thrashers Trade Heatley to the Senators for Hossa Gleich in den ersten 22 Spielen für seinen neuen Klub erzielte Heatley jeweils mindestens einen Scorerpunkt und verpasste Wayne Gretzkys Rekord nur um ein Spiel. Am Ende der Saison hatte er 50 Tore und 103 Scorerpunkte gesammelt, was ihn zum viertbesten Scorer der gesamten Liga machte. Die Senators, bei denen er mit Jason Spezza und Daniel Alfredsson die überaus erfolgreiche erste Sturmreihe bildete, wiesen die zweitbeste Bilanz der Liga auf. In den Playoffs schieden sie allerdings schon in der zweiten Runde aus. Heatley selbst wurde gemeinsam mit Alfredsson ins NHL Second All-Star Team berufen.
Auch in der folgenden Saison erzielte der Deutsch-Kanadier 50 Tore und war damit der erste Spieler seit Pawel Bure in der Saison 2000/01, der in zwei aufeinanderfolgenden Spielzeiten diese Marke erreichte.sportingnews.com, Seine 105 Scorerpunkte waren der fünftbeste Wert der Liga und bedeuteten sowohl einen neuen Franchise- als auch persönlichen Rekord. Mit den Senators drang er in der Spielzeit 2006/07 bis ins Finale um den Stanley Cup vor, scheiterte dort allerdings in fünf Spielen an den Anaheim Ducks. Mit der Wahl ins NHL First All-Star Team kam jedoch eine weitere persönliche Auszeichnung hinzu. Kurz vor Beginn der Saison 2007/08 verlängerte Heatley seinen Vertrag bei den Senators vorzeitig um sechs Jahre, der ihm 45 Millionen US-Dollar garantierte.senators.nhl.com, Das Spieljahr verlief für den Stürmer persönlich und für Ottawa nicht mehr so erfolgreich wie in den beiden Jahren zuvor. Heatley verpasste elf Spiele wegen einer Schulterverletzung und die ohnehin von Verletzungen gebeutelten Senators scheiterten in den Playoffs früh. Noch schlechter lief die Saison 2008/09 ab, obwohl er von Trainer Craig Hartsburg zu einem der beiden Assistenzkapitäne ernannt wurde.canada.com, Die Senators entließen Hartsburg im Verlauf der Saison und ersetzten ihn durch Cory Clouston, der Heatley weniger Verantwortung gab. Auch dadurch verpasste Ottawa die Playoffs deutlich und der Flügelstürmer absolvierte die schlechteste Saison seiner Karriere mit Ausnahme seiner Rookiesaison und der Spielzeit nach dem Unfall. mini|Heatley im Trikot der San Jose Sharks
Wechsel nach San Jose Als Folge daraus bat Heatley am 9. Juni 2009, wie schon in Atlanta, um einen Transfer, obwohl noch vier Jahre seines laufenden Vertrages ausstanden. Aufgrund der angespannten Salary-Cap-Situation vieler interessierter Teams und Heatleys kostspieligen Vertrages erwies es sich für General Manager Bryan Murray als äußerst schwierig ein neues Team für den Stürmer zu finden. Mit den Edmonton Oilers präsentierte er am 30. Juni einen Transferpartner, der im Gegenzug Andrew Cogliano, Dustin Penner und Ladislav Šmíd anbot.tsn.ca, Doch Heatley verweigerte aufgrund einer Klausel in seinem Vertrag aber mehrmals den Wechsel.tsn.ca, tsn.ca, tsn.ca, Erschwerend kam hinzu, dass der Vertrag Heatley am 1. Juli eine Bonuszahlung von vier Millionen US-Dollar garantierte.blog.mlive.com, NHLPA has a pickle on its hands in dispute over Dany Heatley's bonus money Nach mehreren Monaten Suche und diversen Gerüchten fand Murray im September erneut ein ernsthaft interessiertes Team. Die San Jose Sharks sicherten sich schließlich am 12. September die Dienste des Kanadiers. Gemeinsam mit einem Fünftrunden-Draftpick im NHL Entry Draft 2010 wechselte er an die US-amerikanische Westküste. Im Gegenzug schickte San Jose Jonathan Cheechoo, Milan Michálek und einen Zweitrunden-Draftpick für 2010 in die kanadische Hauptstadt.tsn.ca, Sens deal Heatley to Sharks for Michalek, Cheechoo Zwei Tage zuvor war bereits über die Medien ein Transfergeschäft vermeldet worden, in dem Heatley ebenfalls nach San Jose wechseln sollte. Ebenso waren die Los Angeles Kings involviert und sollten Alexander Frolow sowie Jarret Stoll nach Ottawa abgeben. Als Gegenleistung sollte San Joses Patrick Marleau nach Los Angeles kommen. Dieser Transfer wurde im Laufe des Tages aber nicht bestätigt.sports.yahoo.com, ESPN: Heatley to Sharks, Marleau to Kings, denials all around
Minnesota Wild, Anaheim Ducks und Florida Panthers Anfang Juli 2011 tauschten die Sharks Heatley gegen Martin Havlát von den Minnesota Wild. Dort gelang ihm im Februar 2012 mit seinem Treffer nach 13 Sekunden gegen die Vancouver Canucks das schnellste Tor in der Geschichte der Wild. In der durch den Lockout verkürzten Saison 2012/13 absolvierte der Deutsch-Kanadier lediglich 36 Partien für Minnesota und musste die Spielzeit aufgrund einer verletzungsbedingten Operation vorzeitig beenden, nachdem er sich im April 2013 im Spiel gegen seinen ehemaligen Klub San Jose Sharks die Schulter auskugelte.nhl.com Report: Heatley to have shoulder surgery Die folgende Saison 2013/14 sollte die bis dato schwächste seiner bisherigen NHL-Karriere werden. Heatley gelangen dabei verhältnismäßig wenig Scorerpunkte, sodass er zwischenzeitlich mit wenig Eiszeit in der vierten Reihe eingesetzt wurde, ehe man ihn am Ende der Spielzeit komplett aus dem Kader strich.torontosun.com The fall has been quick and hard for the Minnesota Wild’s Dany Heatley
Im Juli 2014 unterzeichnete er einen Einjahresvertrag bei den Anaheim Ducks.nhl.com Veteran Heatley glad to get chance with Ducks Dort konnte sich Heatley nicht durchsetzen und kam bis Dezember 2014, auch durch eine Leistenverletzung bedingt, auf nur sechs NHL-Einsätze. Infolgedessen gaben ihn die Ducks an ihr Farmteam, die Norfolk Admirals, ab, sodass Heatley erstmals in seiner Karriere in der American Hockey League spielt.