Als Meersage werden in der Volkskunde Überlieferungsstoffe bezeichnet, die motivisch mit der See verknüpft sind.
Von Seemannssagen spricht man, wenn man annimmt oder belegen kann, dass die Träger der Überlieferung Seeleute waren. Es ist nicht automatisch anzunehmen, dass eine Meersage ihren Ursprung unter Seeleuten hat, vieles findet sich bereits in der antiken Literatur, ist von dort in die mittelalterlichen Chroniken und Sammlungen gewandert – so erwähnt Konrad von Megenberg in seinem Buch der Natur zwanzig verschiedene Arten von Meerwundern – und von dort zu den Seeleuten. Ein mecklenburgischer Seemann bestätigt das: „Von Seejungfern ward mihr von de Landlüd’ seggt, nich von uns Seelüd’.“Wossidlo: Reise, Quartier in Gottesnaam. 7. Auflage. 1959, S. 276
Richard Wossidlo teilt die Meersagen in drei Gruppen ein:Wossidlo: Reise, Quartier in Gottesnaam. 7. Auflage. 1959, S. 273 Sagen, die vermutlich durch antike, arabische oder mittelalterliche Literatur überliefert wurden. Beispiele sind Magnetberg, Lebermeer und Meerjungfrauen. Sagen, die mit bestimmten Orten verknüpft sind. Beispiele: Entstehung Bornholms, der Alte von Kap Kullen, Neuwerk,Smidt: Seemanns-Sagen und Schiffer-Märchen. 7. Auflage. 1849, S. 157ff Sundriese.Smidt: Seemanns-Sagen und Schiffer-Märchen. 7. Auflage. 1849, S. 149ff Diese Ortssagen sind, da es auf See eigentlich keinen festen Ort gibt, ihrer Natur nach mit landgebundener Überlieferung verknüpft. Seemannssagen. Beispiele: Fliegender Holländer, Klabautermann.
Will man die geringe Glaubwürdigkeit einer Überlieferung betonen, so spricht man auch abfällig von Seemannsgarn.
Quellen Paul Gerhardt Heims: Seespuk: Aberglauben, Märchen, und Schnurren in Seemannskreisen. Leipzig 1888, Heinrich Smidt: Seemanns-Sagen und Schiffer-Märchen. 2 Bände. Berlin 1835/36. 2., vollständige Ausgabe 1849. Neuausgabe: Europäischer Hochschulverlag, Bremen 2011, ISBN 978-3-86267-101-4
Literatur Helge Gerndt: Fliegender Holländer und Klabautermann. Sagengestalten der See. Göttingen 1971, ISBN 3-509-00533-3 Richard Wossidlo: Reise, Quartier in Gottesnaam. Das Seemannsleben auf alten Segelschiffen im Munde alter Fahrensleute. Im Auftrage des Kuratoriums der Wossidlo-Stiftung aus dem Nachlass Richard Wossidlos. 7. Auflage. Hinstorff, Rostock 1959, S. 273–292
Einzelnachweise
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