mini|hochkant|Caroline Champetier bei der Berlinale 2023 Caroline Champetier (* 16. Juli 1954 in Paris) ist eine französische Kamerafrau, die an der Realisierung von weit mehr als 100 Filmen beteiligt war. Für ihr „außergewöhnliches Werk, mit dem sie die Sichtweise vieler einzigartiger Filmschaffender mitgestaltet“ habe, wurde sie auf der Berlinale 2023 mit der Berlinale Kamera ausgezeichnet.
Leben mini|hochkant|Caroline Champetier mit der Berlinale Kamera (2023) Caroline Champetier absolvierte zunächst ein dreijähriges Studium am ehemaligen Institut des hautes études cinématographiques (IDHEC) in Paris.Erinnerungen von Champetier an ihr Studium am IDHEC werden zitiert in einem Text zu einer ihr im Jahr 2014 gewidmeten Retrospektive in der Cinémathèque française, dort im Abschnitt À l'origine (französisch; abgerufen am 20. August 2024). Nach Abschluss des Studiums im Jahr 1976 arbeitete sie für ca. neun Jahre im Team des Kameramanns William Lubtchansky. Als Assistentin von Lubtchansky war sie u. a. beteiligt an den Dreharbeiten der Filme Die Frau nebenan (La Femme d’à côté, 1981, von François Truffaut), Klassenverhältnisse (1984, von Straub-Huillet), Shoah (1985, von Claude Lanzmann) sowie, beginnend 1977 mit Merry-Go-Round, mehrerer Filme von Jacques Rivette. In diese Zeit fiel auch ihre erste Arbeit als „Chefkamerafrau“ – 1982, bei Chantal Akermans Film Eine ganze Nacht (Toute une nuit).
Seit 1987 arbeitete sie mit Regisseuren wie Jean-Luc Godard, Amos Gitai und Jacques Doillon zusammen. Als „unschlagbar“ wurde ihre Kameraführung anlässlich der Präsentation von Tokyo! (Cannes 2008) bezeichnet – Champetier hatte für diesen dreiteiligen Episodenfilm bei der Episode Merde (Regie: Leos Carax) mitgewirkt. In den Jahren 2010–2011 war sie Präsidentin des Verbandes der französischen Kameraleute AFC (Association Française des directrices et directeurs de la photographie cinématographique).Présentation de l'AFC (französisch; abgerufen am 19. August 2024).
2011 erhielt Champetier für ihre Arbeit an Von Menschen und Göttern sowohl bei den Prix Lumières als auch bei den César-Verleihungen die Auszeichnung für die „Beste Kameraarbeit“ („meilleure photographie“). Im Februar 2023 bekam die französische Kamerafrau im Haus der Berliner Festspiele die Lebenswerk-Auszeichnung Berlinale Kamera 2023. In der Preisbegründung hieß es, sie habe durch ihre zahlreichen Arbeiten, angefangen bei der Mitarbeit an einem Film von Francois Truffaut sowie einigen Kurz- und Spielfilmen von Jean-Luc Godard bis hin zu Filmen mit „digitalem Potenzial“, „einen Spannungsbogen zwischen der Nouvelle Vague und der jüngeren Generation erzeugt“.Berlinale will Kamerafrau Caroline Champetier auszeichnen, rbb24.de/kultur vom 30. Januar 2023, abgerufen am 16. Februar 2023
Neben ihrer Arbeit als Kamerafrau hat Champetier auch einige eigene Filme realisiert, überwiegend kurze Dokumentarfilme für französische Fernsehsender sowie den ebenfalls TV-produzierten Spielfilm über die impressionistische Malerin Berthe Morisot (2012).In der AFC-Website für Caroline Champetier der Abschnitt Réalisations (französisch; abgerufen am 21. August 2024).
Caroline Champetier hat mit dem Schauspieler Louis-Do de Lencquesaing eine gemeinsame Tochter, die ebenfalls als Schauspielerin tätige Alice de Lencquesaing.
Auszeichnungen (Auswahl) 2011: Prix Lumière / Beste Kamera 2011 – Für Von Menschen und Göttern (Des hommes et des dieux)Lumière Awards Edition 2011 (englisch; abgerufen am 19. August 2024) 2011: César 2011 / Beste Kamera („Meilleure photographie“) – Für Von Menschen und Göttern (Des hommes et des dieux) 2012: Chicago International Film Festival / Best Cinematography – Für Holy Motors (gemeinsam mit Yves Cape)IMDb: Chicago International Film Festival – 2012 Awards (englisch; abgerufen am 19. August 2024) 2012: Bremer Filmpreis – „Für besondere Verdienste um den europäischen Film“city46.de: 14. Bremer Filmpreis (abgerufen am 19. August 2024) 2022: Prix Lumière / Beste Kamera 2022 – Für Annette 2023: Internationale Filmfestspiele Berlin 2023 / Berlinale Kamera – Für das Lebenswerk 2025: Marburger Kamerapreis – Für das Lebenswerk„Marburger Kamerapreis 2025 geht an Caroline Champetier“ bei uni-marburg.de (abgerufen am 4. Mai 2025).
Filmografie (Auswahl)
Weblinks
Caroline Champetier auf der Seite des AFC Bert Rebhandl: Die Kunst des Liebens - Die Kamerafrau Caroline Champetier bei Filmdienst
Einzelnachweise
Kategorie:Träger_des_Marburger_Kamerapreises Kategorie:Kameramann Kategorie:César-Preisträger Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1954 Kategorie:Frau