Die Turn- und Sportgemeinschaft Bergedorf von 1860 e. V. ist ein Sportverein im Hamburger Stadtteil Bergedorf beheimatet. Der Sportverein betreut mit über 250 hauptamtlichen Mitarbeitern und 500 Übungsleitern, Trainern und Jugendgruppenleiter 10.500 Mitglieder (Stand: Juli 2025)TSG-Bergedorf.de: und gehört damit zu den größeren Sportvereinen in Deutschland. Mit 800 Angeboten spricht die TSG, über soziale und kulturelle Grenzen hinweg, Menschen aller Altersstufen an. Der Verein ist Träger mehrerer Sport- und Bewegungskindertagesstätten und einer Jugendeinrichtung. Außerdem ist er in der ganztägigen Bildung und Betreuung an Schulen aktiv. Nicht nur Bergedorfer sind begeisterte Sportler in der TSG, sondern auch Bewohner des Bergedorfer Umlandes. Die Mitglieder stammen aus Allermöhe, Altengamme, Börnsen, Billstedt, Glinde, Kirchwerder, Lohbrügge, Reinbek und Wentorf.
Die Geschäftsstelle der TSG Bergedorf sitzt im TSG Sportforum (Billwerder Billdeich 607, 21033 Hamburg), welches eine der größten vereinseigenen multifunktionalen Sportanlagen in Deutschland ist. Weitere vereinseigene Anlagen sind das TSG Sportzentrum BULT, das TSG kissland Wentorf und das Fitness-Studio be.Fit im Bille-Bad.
Vorsitzender der TSG Bergedorf ist Boris Schmidt.
Geschichte Im Juni 1860 erfolgt die Gründung des Bergedorfer Männerturnvereins, 1880 die Gründung der Bergedorfer Turnerschaft. 1895 erfolgten Gespräche zwischen beiden Vereinen über den Bau einer gemeinsamen Turnhalle, aber es kam zu keiner Einigung. Ein Jahr später beginnt die Bergedorfer Turnerschaft (241 Mitglieder) mit dem Bau einer Turnhalle und kauft dafür für 10.000 Reichsmark ein Grundstück in der damaligen Schulstraße, dem heutigen Bult. Der Bau kostet zusätzlich 15.000 Reichsmark. 1902 kam es zur Gründung des Bergedorfer Fußball-Club v. 1902 (BFC). 1904 spaltet sich die Spielabteilung der BT 80 vom Verein ab und gründet den Bergedorfer Spielverein von 1904 (BSV). 1918 fusionieren BFC und BSV und nennen sich fortan Spiel und Sport Bergedorf von 1902. 1921 erfolgt die Fusion der Vereine Bergedorfer Männerturnverein und Bergedorfer Turnerschaft.Bergedorfer Zeitung vom 22. Juli 1921, S. 2; neuer Name: Bergedorfer Turnerschaft von 1860 Es kam zur Einweihung der Sportanlage „Marienburg“ in Wentorf. Die Kosten – 76.000 RM für das Gelände und 54.000 RM für den 1. Ausbau – werden hauptsächlich durch Spenden finanziert. 1939 wurde die Kriegsspielgemeinschaft SG/SuS Bergedorf 1933 zusammen mit dem Bergedorfer SV 1933 (als 1. FC Nettelnburg 1930 gegründet und zuerst 1933 in Billwärder SV 1933 und 1937 dann in Bergedorfer SV 1933 umbenannt) gebildet. Nach dem Krieg begannen 1945 Mitglieder beider Vereine mit dem Wiederaufbau. Die Turnhalle Bult und die Sportanlage Marienburg waren zwar von Kampfhandlungen verschont geblieben, wurden aber von den Besatzungsmächten beschlagnahmt und fast völlig verwüstet zurückgegeben. 1951 folgte die Gründung einer Boxsportsparte bei der Bergedorfer Turnerschaft von 1860„Drei Deutsche in der Endrunde“ in Hamburger Abendblatt vom 19. Mai 1951, abgerufen am 28. Januar 2022. 1952 übernimmt der Verein „Spiel und Sport Bergedorf“ erstmals die Schirmherrschaft für den Ferienaufenthalt einer Kindergruppe in Behrensdorf/Ostsee. Bald darauf wird das Zeltlager auf die gesamten Hamburger Ferientage für jeweils 600 Kinder ausgedehnt. 1965 schließen sich die Bergedorfer Turnerschaft von 1860 und Spiel und Sport Bergedorf von 1902 zu einem Großverein zusammen und nennen sich nun Turn- und Sportgemeinschaft Bergedorf von 1860 e. V. Zum 25-jährigen Bestehen des Zeltlagers im Jahr 1977 wird ein Neubau mit Aufenthaltsraum und sanitären Anlagen eingeweiht. 1982 erfolgt die Aufstockung des 1965 vom Hamburger Fußballverband übernommenen Umkleidehauses in Wentorf für die Wohnung eines Platzwartes. 1986 wird der Anbau an die Turnhalle Bult mit zwei Gymnastiksälen und einer neuen Geschäftsstelle fertig gestellt. 1990 öffnete das Fitness-Studio am Bult mit Saunen, Solarien und neuen Umkleideräumen. Die Nebenräume der Turnhalle Bult wurden abgerissen und durch einen neuen Anbau mit Umkleideräumen, Duschräumen, Toiletten und Geräteraum im Erdgeschoss ersetzt. Die Kosten der gesamten Maßnahmen betrugen 1,3 Millionen DM. 1992 wird die TSG Kindersportschule (KiSS) gegründet.
Im Jahr 1997 wird mit der Praxis-Klinik Bergedorf (PKB) in Lohbrügge ein Kooperationsvertrag geschlossen und in deren Räumlichkeiten ein zweites Fitness-Studio eröffnet. Kauf einer großen Sporthalle mit dazugehörigem Grundstück auf dem ehemaligen Kasernengelände in Wentorf. Dieses wird zu einem Trendsportzentrum für Skateboarding, Inlineskating, Freeclimbing und Beachvolleyball umgebaut. Gesamtkosten für Grundstück, Halle und Umbau: 1,79 Mio. DM 1998 wird nach fast sechsjähriger Planungsphase und 13 Monaten Bauzeit am 1. Oktober 1998 das TSG Sportforum am Billwerder Billdeich 607 eröffnet. Die größte vereinseigene multifunktionale Indoor-Sportanlage in Norddeutschland beinhaltet u. a. eine Tennishalle (3 Felder), eine Badmintonhalle (6 Felder), drei Squash-Courts, ein Dojo, mehrere Gymnastikräume, ein Fitness-Studio, ein Schwimmbad, eine Saunalandschaft und eine Gastronomie. In das Sportforum ist außerdem eine Sport- u. Bewegungskindertagesstätte für über 100 Kinder integriert. Die Kosten für den Bau des TSG Sportforums betragen Insgesamt 17,4 Mio. DM. Verschmelzung der Judo-Gemeinschaft Sachsenwald e. V. und der TSG. Die JGS verlässt ihr langjähriges Domizil am Friedrich-Frank-Bogen und zieht in das Dojo im Sportforum ein. 2000 kommt es zur Übernahme der Trägerschaft einer zweiten Sport- und Bewegungskindertagesstätte, die von der Gemeinde Wentorf direkt neben dem Trendsportzentrum in Wentorf gebaut wird gefolgt von der Übernahme der Trägerschaft für das Jugendzentrum Neuallermöhe West (JUZENA) im Jahr 2002. Die TSG gerät in eine finanzielle Schieflage, die eine Beitragserhöhung im größeren Umfang notwendig macht. Es folgt eine Austrittswelle von fast 1.000 Mitgliedern. Veräußerung des Nießbrauchrechts auf der Sportplatzanlage Marienburg in Wentorf an den Hamburger Sportbund. 2005 wird die Trägerschaft einer dritten Kindertagesstätte in den Räumlichkeiten der Schule am Mittleren Landweg übernommen. Zwischenzeitlich haben sich die Kitas der TSG den Namen „Sportini“ gegeben. Das Trendsportcenter in Wentorf wird von der TSG Kindersportschule übernommen. Unter dem Namen kissland entsteht ein Kinderbewegungszentrum mit einer einzigartigen Tobe- und Spiellandschaft für Klein- und Krabbelkinder. Der Umbau erfolgt fast ausschließlich in Eigenarbeit. Eröffnung des vierten TSG Fitness-Studios im umgebauten und völlig neu gestalteten Bille Bad. 2006 kommt es zur Schließung des Fitness-Studios und der Geschäftsstelle im TSG Sportzentrum Bult und zur Zentralisierung der Verwaltung/Geschäftsstelle im TSG Sportforum am Billwerder Billdeich. Übernahme der Trägerschaft einer vierten Sport- u. Bewegungskindertagesstätte in Wentorf, die gegenüber dem kissland entsteht. Verkauf der verbliebenen Nutzungsrechte und der Gebäude auf der Sportplatzanlage Marienburg in Wentorf an den Hamburger Sportbund. Aufgrund der wirtschaftlichen Krise des Vereins wird ein umfassender Sanierungs und Restrukturierungsprozess eingeleitet. Das bisher gepachtete 2,5 ha großen Grundstückes des Jugendzeltlagers Behrensdorf wird 2007 gekauft, um die Durchführung des Ferienzeltlagers langfristig zu sichern. Nach sechsmonatiger Umbauzeit eröffnet im September das Yoga-Pilates Studio Hamburg in den ehemaligen Räumlichkeiten des Fitness-Studios am Bult. Die Umgestaltung erfolgt ausschließlich in Eigenarbeit. Ein Jahr darauf erhält der Verein ein neues Logo und präsentiert sich in einem neuen Corporate Design. 2009 führt eine neue Satzung zu einschneidenden Veränderungen in der Vereinsstruktur und der Führung des Vereines. Das bisher höchste Vereinsorgan, die Mitgliederversammlung, wird durch eine Delegiertenversammlung ersetzt. Diese wählt einen Aufsichtsrat, der wiederum die Mitglieder des Vorstandes beruft. Vorstandstätigkeit ist nun auch in hauptamtlicher Funktion möglich. Der Sanierungs- und Restrukturierungsprozess wird erfolgreich abgeschlossen. 2010 feierte die Turn- und Sportgemeinschaft Bergedorf von 1860 e. V. ihr 150-jähriges Bestehen.
American- & Flag Football Die „Hamburg Swans“ treten im Sportart Football, die Gründung erfolgte Anfang der 2000er Jahre, zunächst unter dem Dach des benachbarten Vereins SVNA unter der Leitung des ehemaligen Spielers der Leverkusener Leopards Thomas Jüdt. Zunächst nahmen nur die Junior Swans am Hamburger Spielbetrieb teil, doch schon bald entstanden weitere Mannschaften. Im Jahr 2007 starteten die Hamburg Iron Swans (Jugendteam). Seit 2009 tritt auch ein Herrenteam an. Erst Mitte der 2010er wechselten die Hamburg Swans vom SVNA zur TSG Bergedorf. Heimspielstätte ist der Kunstrasens am Ladenbeker Weg. Das Team stieg 2022 in die Regionalliga auf.
Ballettschule Die Ballettschule der TSG wird seit vielen Jahren erfolgreich von Elisabeth Adam geleitet. Hier tanzen Kinder, Jugendliche und Erwachsene schon ab 4 Jahren. Bekannt ist die Abteilung für ihre jährliche Ballettaufführung u. a. im Haus im Park in Bergedorf, bei der alle Schülerinnen und Schüler gemeinsam ein Stück (z. B. „Die kleine Meerjungfrau“ oder „Mary Poppins“) entwickeln, entwerfen, vorbereiten und schließlich aufführen.
Basketball Die Basketballabteilung wurde 1975 gegründet.
1994 entstand durch die gemeinsam mit dem ASV Bergedorf 85 gegründete BG ASV/TSG Bergedorf der mitgliederstärkste deutsche Basketballverein. Geleitet wurde die BG von Axel Motullo, als Trainer der Damen- und Herrenmannschaft wirkte in dieser Zeit der US-Amerikaner Mark Gustin. 1994 wurde mit dessen Landsmann Mike Spears ein Profispieler für die Regionalligamannschaft geholt. Anschließend prägten mit dessen Landsmännern Deric Daniels (bis 1996) sowie Joe Asberry (1996 bis 1999) zwei weitere US-amerikanische Spieler die Bergedorfer Herrenmannschaft. Die BG entwickelte sich im Nachwuchsbereich zum erfolgreichsten Verein im Großraum Hamburg und gewann im Spieljahr 1995/96 fünf von acht möglichen Hamburger Jugendmeistertiteln. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten wurde die BG im Mai 1996 aufgelöst.
1998 gewannen die weibliche C-Jugend sowie die männliche B-Jugend der TSG die norddeutsche Meisterschaft. Im Jahr 2000 erreichte die TSG in der deutschen A-Jugendmeisterschaft der Jungen unter Trainer Boris Schmidt den dritten Platz. Die Bergedorfer Herrenmannschaften gewannen 1997, 2000 und 2005 jeweils den Meistertitel in der 2. Regionalliga Nord und spielten anschließend in der 1. Regionalliga Nord. Nach dem Aufstieg 2005 versuchte die TSG in der 1. Regionalliga Nord eine Mannschaft aufzubauen, die die Grundlage für eine spätere Hamburger Bundesligamannschaft bilden sollte. Für die Hamburg Baskets beziehungsweise wegen einer Sponsorenvereinbarung Baskets Albag Hamburg genannte Mannschaft wurden einige der leistungsstärksten Spieler aus dem Großraum Hamburg zusammengezogen. Trainer der Mannschaft war Alexander Biller, als Manager war Martin Schiller im Amt. Im Spielbetrieb wurde die Mannschaft weiterhin unter dem Namen TSG Bergedorf geführt, sie belegte im Spieljahr 2005/06 in der 1. Regionalliga Nord den achten Tabellenplatz, bester Korbschütze war Cecil Egwuatu mit einem Mittelwert von 39,5 Punkten je Begegnung. Wegen fehlender wirtschaftlicher Mittel wurde das Bundesliga-Vorhaben aufgegeben.