Paul von Woringen (* 27. August 1859 in Rotterdam; † 28. August 1928 Poortugaal (Provinz Zuid-Holland)) war ein Filmregisseur, -produzent und Drehbuchautor des frühen deutschen Films.

Leben Als zweites von acht Kindern deutscher Eltern wurde Ernst Wilhelm Paul von Woringen in Rotterdam geboren. Er begann seine Karriere als künstlerischer Leiter bei der deutschen Filmgesellschaft DMB Deutsche Mutoskop- und Biograph GmbH, einem Ableger der American Mutoscope and Biograph Company. Im Januar 1911 wurde er Generaldirektor der Gesellschaft. Er trieb die Produktion von Spielfilmen, hauptsächlich Komödien und Filmdramenhttp://www.cinegraph.de/etc/ateliers/muto.html, voran und sicherte damit den Bestand des Unternehmens in einer Zeit des sich rapide entwickelnden Publikumsgeschmacks hin zu Filmen mit fiktiver Handlung. Von Woringen stand ab 1913 auch als Regisseur eigener Filme hinter der Kamera. Sein Regiedebüt ist wohl Die Landstraße (1913) nach einem Originaldrehbuch von Paul Lindau und mit Carl Goetz in der Hauptrolle eines zu Unrecht des Mordes bezichtigten Landstreichers. Ab 1915 drehte von Woringen mehrere Filme mit und nach Drehbüchern von Lotte Neumann. Um selbst die Rechte an den Filmen seines Stars zu bekommen, gründete er die Lotte Neumann Film-Gesellschaft m.b.H. (1917–1919)Handelsregister Berlin HRB Nr. 14823. Zweck des Unternehmens war laut Handelsregistereintrag „die Herstellung, der Handel, der Vertrieb und die sonstige Verwertung von Spezialfilms mit Fräulein Lotte Neumann als Hauptdarstellerin“.

Mit schwindendem Erfolg gab er seinen Posten bei der DMB 1921 auf. Danach brachte er einige der von ihm produzierten Lotte Neumann-Filme in teilweise überarbeiteten Fassungen noch einmal in die Kinos.

Nur wenige Filme Paul von Woringens sind noch erhalten, darunter die Kriminalfilme Die Landstraße und der 1915 entstandene Der rote Faden.

Filmografie 1912: Theodor Körner 1913: Aus Deutschlands Ruhmestagen 1870/71 1913: Die Landstraße 1914: Des Lebens Possenspiel 1914: Die Finsternis und ihr Eigentum 1915: Sonne und Schatten 1915: Schloss Tamare 1915: Der rote Faden 1915: Der eiserne Ring 1915: § 14 BGB 1916: Die Andere 1916: Ullas Weg 1916: Der Mann, den das Schicksal sandte 1916: Eine Notheirat 1916: Du sollst nicht richten 1916: Nacht und Morgen 1916: Artur Imhoff 1916: Mirko Pasqua 1916: Menschen, die den Weg verloren 1917: Die Richterin 1917: Der Mut zum Glück 1917: Die Jugend. Die Furcht vor der Wahrheit 1917: Der Geigenspieler 1918: Die Töchter des Herrn von Dornberg 1918: Das Spiel mit dem Feuer 1918: Die Ehe der Charlotte von Brakel 1918: Die Buchhalterin 1918: Schweigen im Walde (1. Ein Erbfolgestreit/2. Eine außergerichtliche Einigung) 1918: Hinter verschlossenen Türen 1918: Das Hexlein von Groß-Tornau 1918: Der Gezeichnete. Der Lautenspieler 1919: Schatten der Vergangenheit 1919: Das Narrenschloß 1919: Hotel Medusa 1919: Pro domo, das Geheimnis einer Nacht 1919: Herzensopfer 1919: Die Lüge der Pia Mahren 1919: Das Rätsel der Unbekannten 1919: Die einsame Frau 1919: Wenn Freunde zu Rivalen werden 1919: Wem nie von Liebe Leid geschah 1919: Bergblumen 1919: Eine tolle Kiste 1919: Dem Glück entgegen 1920: Wie das Schicksal spielt 1920: Sybill Morgan 1920: Die Siegerin 1920: Die Notheirat 1920: In nächtlicher Stunde 1920: Büßer der Leidenschaft 1920: Ihr Recht 1924: Im Schatten der Anderen

Weblinks Michael Wedel: Eintrag zu Paul von Woringen in Encyclopedia of Early Cinema, S. 682

Einzelnachweise

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