Adam Karl Bernhard (* 1807; † 1893) war ein deutscher Orgelbauer, der im 19. Jahrhundert in Hessen wirkte.
Leben (Adam) Karl Bernhard war Sohn von Johann Hartmann Bernhard und stammte aus einer Orgelbaufamilie, die bis 1936 im Großherzogtum Hessen wirkte und auf die insgesamt über 120 Neu- oder Umbauten zurückgehen.Bösken, Fischer: Quellen und Forschungen zur Orgelgeschichte des Mittelrheins. Bd. 3, Teil 1: A–L. 1988, S. 18. Zunächst arbeitete Adam Karl zusammen mit seinem älteren Bruder Friedrich Wilhelm Bernhard (1804–1861) im väterlichen Betrieb in Romrod, machte sich nach dessen Tod aber 1861 in Gambach mit großherzoglicher Genehmigung selbstständig.Bösken, Fischer: Quellen und Forschungen zur Orgelgeschichte des Mittelrheins. Bd. 3, Teil 2: M–Z. 1988, S. 755. Dort war er als Lehrer tätig. Im Zusammenhang mit seinem Orgelneubau in Wingershausen (1870 bis 1872) wird Bernhard als „Mann mit 7 wackeren Söhnen und als Schullehrer in bescheidenen Verhältnissen lebend“ beschrieben.Bösken, Fischer: Quellen und Forschungen zur Orgelgeschichte des Mittelrheins. Bd. 3, Teil 2: M–Z. 1988, S. 972. Seine größten Konkurrenten waren die Orgelbauer Johann Georg Förster und Wilhelm August Ratzmann. Unter dem Namen Gebrüder Bernhard führten die Söhne Karl Theodor und Karl Rudolf Bernhard die Gambacher Firma bis ins 20. Jahrhundert fort.
Werkliste Kursivschreibung gibt an, dass die Orgel nicht oder nur noch das historische Gehäuse erhalten ist. In der fünften Spalte bezeichnet die römische Zahl die Anzahl der Manuale, ein großes „P“ ein selbstständiges Pedal, ein kleines „p“ ein nur angehängtes Pedal. Die arabische Zahl gibt die Anzahl der klingenden Register an. Die letzte Spalte bietet Angaben zum Erhaltungszustand oder zu Besonderheiten.
Jahr Ort Kirche Bild Manuale Register Bemerkungen 1840–1841 Pohl-Göns Ev. Kirche 160x160px I/P 10 Nach dem Zweiten Weltkrieg umdisponiert, 1981/82 von Gerald Woehl restauriert und auf ursprüngliche Disposition zurückgeführtBösken, Fischer: Quellen und Forschungen zur Orgelgeschichte des Mittelrheins. Bd. 3, Teil 2: M–Z. 1988, S. 775 f. 1842 Leidhecken Ev. Kirche Neubau; 1937 durch Förster & Nicolaus ersetztBösken, Fischer: Quellen und Forschungen zur Orgelgeschichte des Mittelrheins. Bd. 3, Teil 1: A–L. 1988, S. 594 f. 1845–1847 Beuern Evangelische Kirche 160x160px II/P 23 Erhalten; Prospekt wurde in der Evangelischen Kirche Steinbach von Johann Georg Förster nachgebautBösken, Fischer: Quellen und Forschungen zur Orgelgeschichte des Mittelrheins. Bd. 3, Teil 1 (A–L). 1988, S. 118 f. 1861 Assenheim (Niddatal) Ev. Kirche 160x160px I/P 15 Umbau der Orgel von Friedrich Dreuth (1786)Bösken, Fischer: Quellen und Forschungen zur Orgelgeschichte des Mittelrheins. Bd. 3, Teil 1: A–L. 1988, S. 82. 1862 Einartshausen Ev. Pfarrkirche I/P 8 Neubau; 1964 durch Walcker-Orgel ersetztBösken, Fischer: Quellen und Forschungen zur Orgelgeschichte des Mittelrheins. Bd. 3, Teil 1: A–L. 1988, S. 274. 1862 Kirch-Göns Evangelische Kirche 160x160px I/P 9 Umdisponierung der Orgel von Johann Andreas Heinemann (um 1790) und Erweiterung um ein selbstständiges PedalBösken, Fischer: Quellen und Forschungen zur Orgelgeschichte des Mittelrheins. Bd. 3, Teil 1: A–L. 1988, S. 519 f. 1866 Klein-Karben Ev. Kirche II/P 15 Neubau; nicht erhaltenBösken, Fischer: Quellen und Forschungen zur Orgelgeschichte des Mittelrheins. Bd. 3, Teil 1: A–L. 1988, S. 525–527. 1868 Heuchelheim (Hessen) Martinskirche 160x160px I/P 9 Hinter Prospekt aus dem 18. Jahrhundert, den Bernhard bei seinem Neubau 1866 in Klein-Karben in Zahlung nahm; 1926 Innenwerk ersetztBösken, Fischer: Quellen und Forschungen zur Orgelgeschichte des Mittelrheins. Bd. 3, Teil 1: A–L. 1988, S. 472 f. 1869 Massenheim (Bad Vilbel) Evangelische Kirche Massenheim I/P 7 ErhaltenBösken, Fischer: Quellen und Forschungen zur Orgelgeschichte des Mittelrheins. Bd. 3, Teil 2: M–Z. 1988, S. 637. 1869–1870 Nieder-Florstadt Ev. Kirche II/P 19 1965–1967 durch Orgel von W. Bosch ersetztBösken, Fischer: Quellen und Forschungen zur Orgelgeschichte des Mittelrheins. Bd. 3, Teil 2: M–Z. 1988, S. 670–672. 1871 Beienheim Ev. Kirche I/P 12 Überführung und Umbau der Nieder-Florstadter Orgel von Johann Friedrich Syer (um 1744)Bösken, Fischer: Quellen und Forschungen zur Orgelgeschichte des Mittelrheins. Bd. 3, Teil 1: A–L. 1988, S. 104. 1870–1872 Wingershausen Ev. Kirche I/P 8 1966 durch Orgel von Böttner ersetztBösken, Fischer: Quellen und Forschungen zur Orgelgeschichte des Mittelrheins. Bd. 3, Teil 2: M–Z. 1988, S. 972. 1874 Hochelheim Ev. Kirche 160x160px I/P 5 oder 7 Vermutlich Neubau; 1906 durch Orgel von Hugo Böhm ersetztBösken: Quellen und Forschungen zur Orgelgeschichte des Mittelrheins. Bd. 2, Teil 1: A–K. 1975, S. 437. 1874 Uffhofen (Flonheim) Ev. Kirche I/P 10 Zusammen mit seinen Söhnen; 2019 Restaurierung
Literatur
Einzelnachweise
Kategorie:Orgelbauer (19. Jahrhundert) Kategorie:Orgelbauer (Deutschland) Kategorie:Orgellandschaft Hessen Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1807 Kategorie:Gestorben 1893 Kategorie:Mann