Ogatsu (jap. , -chō) war eine Gemeinde im Landkreis Monou in der japanischen Präfektur Miyagi.
Geografie Ogatsu liegt entlang der kleinen, engen Ogatsu-Bucht (, Ogatsu-wan) an der pazifischen Ostküste Japans, wobei sich der zentrale Ortsteil Ogatsu am Nordende der Bucht befindet.
Geschichte Die Gemeinde entstand im Zuge der Errichtung des modernen japanischen Gemeindewesens am 1. April 1889 aus der administrativen Zusammenfassung von 12 Dörfern – Ogatsuhama (, -mura), Myōjinhama (, -mura), Naburihama (, -mura), Funakoshihama (, -mura), Ōsuhama (, -mura), Kumazawahama (, -mura), Wakuhama (, -mura), Tachihama (, -mura), Ōhama (, -mura), Ojimahama (, -mura), Mizuhama (, -mura) und Wakahame (, -mura) – zur Dorfgemeinde Jūgohama (, -mura, wörtlich: „15 Strände“). Am 1. April 1941 erfolgte die Ernennung zur Stadt (chō) und damit einhergehend die Umbenennung in Ogatsu.
Am 1. April 2005 wurde die Gemeinde mit der alten kreisfreien Stadt Ishinomaki, sowie den kreisangehörigen Städten Monou, Kanan, Kahoku, Kitakami aus demselben Landkreis Monou und Oshika aus dem Landkreis Oshika zur neuen Stadt Ishinomaki. Dies führte zur Auflösung des Landkreises Monou.
Ogatsu wurde durch das Tōhoku-Erdbeben und den darauf folgenden Tsunami vom 11. März 2011 sehr stark getroffen. 280 Menschen stehen auf den offiziellen Opferlisten der Tsunamitoten, andere Tsunamiopfer mussten tagelang auf eine Rettung warten. Die von der Katastrophe betroffene Bevölkerung in Ogatsu entschied sich gegen den Umsiedlungsplan der Lokalregierung und für einen Wiederaufbau der Stadt an ihrem ursprünglichen Ort., Lizenz: Creative Commons Attribution CC BY 3.0 IGO.
Zwischen 2017 und 2020 wurde die neue vier Kilometer lange Flutschutzmauer gebaut, die hier bis zu 9,70 Meter hoch ist. Vor der Mauer wurde ein neuer Fischereihafen gebaut. Hinter der Mauer wurden neue Wohnhäuser auf 20 Meter hohen Hügeln gebaut, da durch kontrollierte Öffnungen Wasser bei Sturmflut eindringt. Teile der Mauer wurden von dem aus Tokyo stammenden Takanosuke Yasui bemalt. Jan Keith, Getrennt vom Meer, in Mare, Nr. 169, 04/2025, S. 70,76,82
Verkehr Die wichtigste Fernstraße ist die Nationalstraße 398 nach (dem alten) Ishinomaki und Yurihonjō. Eine Anbindung an das Schienennetz besteht nicht.
Wirtschaft Der Ort ist in Japan bekannt für seine Reibsteine für Tusche und das früher alljährlich stattfindende Jakobsmuschelfest.
Der Fischereistandort Ogatsu besaß ungefähr 280 Fischer. Des Weiteren war die Zucht von Austern und Jakobsmuscheln von wirtschaftlicher Bedeutung. Sämtliche Ernten und Fänge wurden über Genossenschaften an Zwischen- und Großhändler verkauft.
Eine nach dem Tsunami gegründete Fischereigenossenschaft mit ca. 2000 Genossen und 25 Fischern trägt den Namen OH!Guts! (frei übersetzt: Ogatsu hat Mut!). Die Genossenschaft hofft, durch Direktvertrieb Überschüsse an die Anteilseigner ausschütten zu können. Diese sollen durch den Fischfang mit den 10 verbliebenen Booten und durch die Erträge aus der Ernte von Jakobsmuscheln und später aus der Ernte von Austern erzielt werden.Japans Fischer suchen Wege aus dem Unglück in: FAZ 19. Dezember 2011, Seite 13
Bildung In Ogatsu befanden sich die Grundschulen (, Ogatsu-chōritsu X shōgakkō) Ōsu, Funakoshi und Ogatsu, sowie die Mittelschulen (, Ogatsu-chōritsu X chūgakkō) Ōsu und Ogatsu.
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in der Präfektur Miyagi Kategorie:Ehemalige Gemeinde in der Präfektur Miyagi Kategorie:Ort mit Seehafen Kategorie:Ishinomaki