mini|hochkant=1.5|Übersichtsplan von Berlin-Niederschönhausen(aus: OpenStreetMap)

Die Liste der Straßen und Plätze in Berlin-Niederschönhausen beschreibt das Straßensystem im Berliner Ortsteil Niederschönhausen mit den entsprechenden historischen Bezügen. Gleichzeitig ist diese Zusammenstellung ein Teil der Listen aller Berliner Straßen und Plätze. __TOC__

Überblick mini|Situation des Straßensystems in Niederschönhausen, 1894 mini|Die Straßen um Niederschönhausen auf dem Urmesstischblatt, 1840 mini|Straßensystem des Vorortes Niederschönhausen um 1915

Statistisches Der Ortsteil Niederschönhausen hat laut amtlichem Straßenverzeichnis 118 gewidmete Straßen. Das öffentliche Straßennetz ist – ohne gewidmete Wege in Kolonien (KGA) und Privatstraßen – 59,3 Kilometer lang. Der Ortsteil hat mit 9,8 % einen großen Anteil am Straßennetz im Bezirk Pankow mit seinen 13 Ortsteilen und einer Gesamtlänge aller Straßen im Bezirk von 604,7 Kilometern, womit er in der deutschen Hauptstadt den dritten Platz nach Steglitz-Zehlendorf (635,4 km) und Treptow-Köpenick (628,1 km) belegt.Tiefbauamt Pankow Niederschönhausen hat Einwohner (Stand: ) und umfasst den Postleitzahlenbereich 13156.

Entstehung des Straßensystems mini|Straßensystem von Niederschönhausen nach Silvaplan 1925

Schon 1830 erwähnt wird die Actien-Chaussee die „vor dem Schönhauser Thore nach Pankow und Schönhausen“ geht.J. G. A. Ludwig Helling (Hrsg.): Geschichtlich-statistisch-topographisches Taschenbuch von Berlin und seinen naechsten Umgebungen. H.A.W. Logier, Berlin 1830. Online bei books.google.com, abgerufen am 12. Juni 2013.

Der Siedlungskern von Niederschönhausen liegt nördlich vom Schloss Schönhausen entlang der heutigen Dietzgenstraße und von da nach Osten entlang der Blankenburger und auch der Buchholzer Straße, nach Westen im Zuge der heutigen Hermann-Hesse-Straße zur Straße vor Schönholz hin. Durch die Nähe zum Schloss entwickelte sich frühzeitig auch das westlicher gelegene Villenviertel um den heutigen Majakowskiring. Als 1950 die Regierung der DDR Wohnsitze für die Politikerfamilien suchte, fand sich hier ein geeignetes Areal. Die vorhandenen Gebäude hatte nach 1945 die Rote Armee für sich beansprucht, räumte sie jedoch zugunsten der neuen Regierung. Das Schloss wurde Sitz des DDR-Präsidenten Wilhelm Pieck. Die nunmehr hier angesiedelten Familien befanden sich in einer Sonderzone, die bald „Städtchen Pankow“ genannt wurde. Konrad Adenauer sprach in der Folge, wohl auch aufgrund seines Dialekts, von den Herren „aus Pankoff“.

Die weitere Ansiedlung Berliner Bürger in der bis 1920 selbstständigen Landgemeinde Niederschönhausen nördlich Pankow führte zur Errichtung von Siedlungshäusern in zwei Richtungen: nach Nordwesten entlang vom Kaiserweg (seit 1951: Friedrich-Engels-Straße) bis an Rosenthal heran sowie dem Waldgebiet der Schönhauser Fichten und der Kolonie Schönholz (verblieben ist die Schönholzer Heide) im Verlauf der geplanten Friesenstraße nach Wilhelmsruh. Die umgebenden Straßen erhielten Namen der germanischen Mythologie. Die Kolonie Schönholz (seit dem 21. Jahrhundert eine Ortslage) mit der Klemke- und der Provinzstraße, die nach Wittenau (damals: Dalldorf) hineinreichen und die an den Vorort Reinickendorf grenzten, führten wohl dazu, dass die Germanenstraße Hauptverbindung und die Friesenstraße zur Nebenstraße wurde. Die Besiedlung nach Rosenthal lief nach dem Ersten Weltkrieg und der Inflation langsamer als geplant. Die Lutherstraße wurde 1906 angelegt und benannt aber erst ab 1931 setzte eine Bebauung ein. Den Übergang von Stadtstraßen nordwärts zu unbefestigten Fahrwegen in Richtung Rosenthaler Grenze zeigen beispielhaft die Treskow- und die Blumenthalstraße. Anfang des 20. Jahrhunderts war nordwestlich vom Bürgerpark das „Forstviertel“ im Gebiet der „Schönhauser Fichten“ geplant, was auf die Namensgebung der Straßen Einfluss hatte. Die Planungen kamen jedoch nicht zur Ausführung, sodass Straßen westlich der Wahnschaffestraße nicht angelegt und die schon vergebenen Namen zu Beginn der 1930er Jahre aufgehoben wurden. Stattdessen wurde 1940 der Friedhof Pankow III um diese Flächen erweitert, um Begräbnisplätze für Opfer von alliierten Luftangriffen zu schaffen.

In die vorhandenen Villen um die Straße 201 (ab 12. Oktober 2014: Beatrice-Zweig-Straße) zogen nach 1950 in Ost-Berlin lebende Kunstschaffende ein, es entstand die Künstlersiedlung ‚Erich Weinert‘. Die im Umfeld noch vorhandenen Straßennamen nach dem Königreich Preußen erhielten auf Beschluss des Magistrats von Groß-Berlin Bezeichnungen nach Antifaschisten und Persönlichkeiten der deutschen Arbeiterbewegung. Nach dem Wegzug der Politiker wurde in den 1970er Jahren das Gebiet westlich vom Schloss im Majakowskiring für andere öffentliche DDR-Nutzungen frei. Nach der politischen Wende erfolgte die Freigabe der Wohnhäuser für „Jedermann“, und in die Villen zogen Privatpersonen oder private Unternehmen.

Einige Straßennamen wie der Rosenthaler Grenzweg oder die Nordendstraße verweisen auf die Zugehörigkeiten in der Ortslage Nordend, die von der Kolonie Rosenthal (später Ortsteil Wilhelmsruh) aus gegründet wurde und auch noch zu Zeiten von Groß-Berlin zeit- und teilweise zum Verwaltungsbezirk Reinickendorf gehörte.Straßen und Grenzlage von Nordend auf dem Stadtplan Berlin 1907

Lage der Straßen Übergeordnete Straße im Ortsteil ist die Bundesstraße 96a, die auf dem Straßenzug Grabbeallee–Pastor-Niemöller-Platz–Hermann-Hesse-Straße–Ossietzkyplatz-Dietzgenstraße den Ortsteil in Nordsüdrichtung durchzieht. Der Zusatz als „B 96a“ im Bundesstraßensystem beruht darauf, dass die Fernstraße 96 durch Reinickendorf lief, jedoch durch den Mauerbau in Ost-Berlin eine Umgehung nötig wurde. Weitere Straßen der Kategorie II im Berliner Straßensystem (übergeordnete Straßen) sind die Friedrich-Engels-Straße vom Pastor-Niemöller-Platz nach Nordwest mit Zugang zum Märkischen Viertel, die in den 2010er Jahren umfangreich saniert wurde. Nach Südwest vom Pastor-Niemöller-Platz führt die Hermann-Hesse-Straße zur Straße vor Schönholz und nach West in die Klemkestraße zum Nachbarortsteil Reinickendorf. Die nach Süd abzweigende Provinzstraße und die Straße vor Schönholz mit der Germanenstraße nach Rosenthal hat nur noch regionale Bedeutung (Klasse III). Eine weitere Klasse-II-Hauptstraße innerhalb des Ortsteils ist die Heinrich-Mann-Straße über den Heinrich-Mann-Platz sowie die von der B 96a am Ossietzkyplatz nach Französisch Buchholz führende Blankenburger Straße. Letztere wird von der Buchholzer Straße über den Herthaplatz ergänzt (Klasse IV). Auf die vorgesehene Nord-Verbindung zwischen den Bezirken Reinickendorf und Pankow wurde wegen Anwohnerprotesten und dem geringeren als erwarteten Verkehrsaufkommen verzichtet.Ehemalige Nordtangente (Reinickendorf/Pankow) Planung 29/95 Für die langfristige Planung wird „im bestehenden Netz im Rahmen der Flächenvorsorge des FNP eine später möglicherweise erforderliche Netzverbindung offengehalten“.

Ortsteilbegrenzende Straßen mini|Lageplan vom Schloss, vom Südende der Dietzgenstraße und dem Nordende der Ossietzkystraße

Den Ortsteil begrenzende Straßen sind im Norden nach Rosenthal (Ortslage Nordend) hin die Trasse Nordendstraße/Rosenthaler Grenzweg, deren Straßenland zum Ortsteil gehört. Während die Ortsteilgrenze am Nordrand des BVG-Betriebshofs zwischen diesen Straßen durchgehend liegt, ist die Dietzgenstraße einschließlich Kreuzung Schönhauser/Schillerstraße nach Nordend zugeordnet. Am östlichen Ende des Rosenthaler Grenzwegs knickt die Grenze zu Französisch Buchholz südwärts zwischen Gewerbegelände und Gartenanlagen ab und kreuzt eine ehemalige Trasse. Dabei trennt sie die Buchholzer Straße von der außerhalb liegenden Schönhauser Straße. Hinter den östlichen Grundstücken der Grumbkowstraße, die Wartenbergstraße kreuzend, östlich der Straße 199 nach Südwest laufend, kreuzt sie noch die Blankenburger Straße. Südlich von dieser wird die Abgrenzung vom Nachbarortsteil komplex, da die hier liegenden Wohnblöcke Blankenburger Straße 122–134b (gerade) zusammen mit dem bebauten Grundstück 136, Pankower Straße 17–25 und 3–11 sowie der angrenzende Häuserblock der Schloßstraße aus den 1970er Jahren einschließlich der Zufahrtsstraßen bis an die Hans-Jürgen-Straße heran zum Ortsteil gehören. Die bebauten Grundstücke (insbesondere die 2013 erbauten Wohnneubauten) mit der Zuordnung zur Pasewalker Straße liegen entlang der östlichen Ortsteilgrenze. Etwa 40 Meter entlang der Westseite der Pasewalker Straße und 40 Meter der Nordseite der Schloßallee verläuft die Grenze, bevor sie die Schloßallee kreuzend zwischen Grundstück 25 und 25a im Wesentlichen am Nordufer der Panke bis an die Schlossparkbrücke III den Ortsteil von Pankow trennt. Die Pankeschule mit ihren Grundstückgrenzen befindet sich innerhalb des Ortsteils. Der Nordrand von Galenusstraße und Am Schloßpark sowie der Ostrand der Ossietzkystraße bis an die Schlossparkbrücke, deren Straßenland jeweils außerhalb Niederschönhausens liegen, bilden den weiteren Grenzverlauf. Westwärts bilden die Panke und ab Zufluss des Kreuzgrabens am Pankenordufer die Grenze. An der Schönholzer Brücke liegt nordwärts die Grabbeallee im Ortsteil, die Schönholzer Straße in Pankow. Im Bürgerpark trennt der Panke-Lauf den Ortsteil von Pankow und 55 Meter südlich der Brücke am Bürgerpark liegen die Grundstücke 15–18 im Ortsteil. Hier stand bis 1990 auch die stadtteilende Berliner Mauer. Mit dem Straßenland im Ortsteil grenzen Am Bürgerpark und Schützenstraße den Ortsteil ab, und die geradlinige Fortführung bis zur Überquerung der Provinzstraße setzt die Grenze zu Reinickendorf am Nordrand des Bahngeländes fort, wodurch die Klemkestraße östlich der Bahnbrücke gekreuzt wird. In der Verlängerung der Straße 78 wird Wilhelmsruh erreicht. Die Gartenanlage verbleibt im Ortsteil, das Gewerbegebiet liegt außerhalb, am Nordrand des Sportgeländes nordöstlich vom Gelände des Ehrenmals liegt die weitere Ortsteilgrenze südlich vom Grüngelände des Wilhelmsruher Sees in der Achse des Siegrfried-Baruch-Wegs, sie kreuzt die Heegermühler Straße, und deren Ost-West-Ast mit Straßenland und Grundstücken bis zur Wotanstraße liegt im Ortsteil. Zwischendurch wird die (ausschließlich) im Ortsteil liegende Germanenstraße gekreuzt – deren Fortsetzung in Wilhelmsruh ist der Schönholzer Weg. Östlich der Germanenstraße ist dann wiederum Rosenthal der Nachbarortsteil. Die Ortsteilbegrenzung erreicht wiederum die Nordendstraße, deren Straßenland am nördlichen Ortsteilrand liegt, womit sich die hier beschriebene Umrundung des Ortsteils schließt.

Übersicht der Straßen und Plätze

Name/Lage Länge/Maße(in Metern) Namensherkunft Datum der Benennung Anmerkungen BildAltenberger Weg ()340 Altenberg, Stadt im Erzgebirgealign= right Der Altenberger Weg liegt in Verlängerung der Straße 97 zwischen Wald- und Dietzgenstraße. Er wurde 1926 angelegt und zunächst Altenbergstraße genannt, und 1938 in Altenberger Weg umbenannt. Da am selben Tag (16. Mai 1938) zahlreiche Umbenennungen aus antisemitischen Motiven stattfandenListe im Amtsblatt Berlin vom 5. Juni 1938, Seite 448 des Jahrgangs 1938; digitalisiert von der Zentralen Landesbibliothek Berlin und dabei mehrere Änderungen, wie bei der Auerbachstraße in Grunewald und der Auerbachstraße in Lichtenrade, durch Anhängen von „er“ in eine Bezeichnung nach einem Ort erfolgten, ist auch im Fall der Altenbergstraße eine ursprüngliche Benennung nach einer als jüdisch denunzierten Person, etwa dem Autor Peter Altenberg, anzunehmen, die zudem auch besser in die Umgebung, in der keine Orts-, sondern nur Schriftstellernamen auftauchen, passen würde. 1938 sind für die Altenbergstraße zwischen Wald- und Kaiser-Wilhelm-Straße 14 bebaute und zehn unbebaute Grundstücke (bis Nr. 23) verzeichnet, für 1939 sind die Grundstücke bis 30 nummeriert. Im Jahr 2013 weist das amtliche Verzeichnis 31 Parzellen für den Altenberger Weg aus. 140px|Altenberger Weg nach Ost von Ecke WaldstraßeAm Bürgerpark