mini|hochkant=1.5|Straßen in Berlin-Karow(aus: OpenStreetMap)
Die Liste der Straßen und Plätze in Berlin-Karow beschreibt das Straßensystem im Berliner Ortsteil Karow des Bezirks Pankow mit den entsprechenden historischen Bezügen. Gleichzeitig ist diese Zusammenstellung ein Teil der Listen aller Berliner Straßen und Plätze.
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Überblick
Laut amtlichem Straßenverzeichnis beträgt das öffentliche Straßennetz im Ortsteil 121 gewidmete Straßen und Plätze mit einer Gesamtlänge von 62,6 Kilometer, von denen drei Straßen unter dem gleichen Namen in die Nachbarortsteile weitergehen. In der Wohnbebauung der Karower Straßen leben Einwohner (Stand: ). Im Ortsteil befinden sich 10,3 Prozent der 604,7 Kilometer des gesamten Bezirks Pankow (einschließlich aller 13 Ortsteile).Tiefbauamt Pankow Der Ortsteil Karow umfasst den Postleitzahlenbereich 13125.
mini|Straßennetz um Karow im Jahr 1880 mini|hochkant=1.5|Straßennetz für Buch und Karow um 1925 (Silva-Plan)
Die Entwicklung des Karower Straßennetzes lässt einige Siedlungswellen erkennen. In Karow erfolgte 1898 die erste Parzellierung zu Siedlungszwecken beiderseits der Bahnhofstraße („Bahnhofsviertel“) und der Pankgrafenstraße. Die „durchgezählten“ Straßen des Planungsgebietes (westlich der Stettiner Bahn) im Südwesten des Ortsteils („Pankgrafenviertel“) wurden von Straße 1 bis an die 20er Straßen angelegt und 1926 benannt. Östlich der Stettiner Bahn im – 1926/1927 angelegten – Gebiet südlich des Schrägen Weges wurden die Straßen nach schlesischen Städten benannt. Das damals noch auf Blankenburger Gemarkung gelegene südlich angrenzende Gebiet erhielt 1927 Namen von Nebenflüssen des Rheins („Rheineckviertel“). Ein weiteres Wohnviertel entstand 1932–1934 mit der „Stadtrandsiedlung Buch“, hier wurden Straßen 1934 zunächst nach Hühnerrassen oder lokalbezogen bezeichnet und einige 1938 nach der germanischen Mythologie umbenannt.
Die ersten Straßen wurden (nach Bebauungsplan) systematisch nummeriert, westlich der Stettiner Bahn später mit Eigennamen versehen. Östlich der Blankenburger Chaussee und südlich vom Dorfkern Alt-Karow liegt ein größeres Siedlungsgebiet, „Teichbergviertel“ genannt, in dem die Straßen noch ihre Nummerierung tragen. Ein Planungsraster ist daran erkennbar, dass die 40er und 70er Straßen vorwiegend in West-Ost-Richtung, die 50er und 60er Straßen in Nord-Süd-Richtung liegen. Einige dieser Straßenzüge sind noch im 21. Jahrhundert nicht bebaut.
Der Ausbau des Berliner Außenringes führte 1957 zur Veränderung der Ortsteilgrenzen und zog veränderte Straßenführungen und Umbenennungen (in Bahnnähe) nach sich. Die Änderungen in Karow von 1995 bis in die 2010er Jahre nach Bebauungsplan betreffen das Neubaugebiet Karow-Nord beidseits der Bucher Chaussee, mit der Achillesstraße als Hauptstraße.Markus Hesse, Ulrike Wolff: Die „neue Vorstadt“ – Urbanisierung der Peripherie durch Dichte (PDF; 292 kB) Das seit 1995 entstehende Wohngebiet liegt an der Ortsteilsgrenze zu Buch zwischen Stettiner Bahn im Westen (Wohngebiet I)Eine Schutzwand soll Autobahnlärm dämmen. In: Berliner Zeitung. 10. März 1994. und der Stadtgrenze mit dem Ingwäonenweg im Osten (Wohngebiet II). Die Namen der neuen Straßen wurden nach Flurstücken, altansässigen Familien oder örtlichen Besonderheiten wie den Hofzeichen ausgewählt. Typisch für Karow-Nord sind die Straßen mit Mischbebauung aus Siedlungshäusern und Neubauten von Mehrfamilienhäusern, die neu benannten Straßen reichen teilweise in die vorherigen Siedlungsgebiete mit Eigenheimen und Einfamilienhäusern. Im Wohngebiet Karow-Nord sind einige Seitenstraßen (Zufahrtsstraßen zu den Wohnbauten) als Privatstraßen, teilweise mit gesperrtem Zugang, angelegt.
mini|links|Zufahrtsstraße zu Hintergrundstücken als Privatstraße
Der Flächennutzungsplan enthält im Südosten des Ortsteils Baulandreserveflächen. Dabei bestehen offensichtlich Unterschiede zur Planung. Die erfolgte Eigenheimbebauung östlich und westlich des Geschützten Landschaftsbestandteils „Karower Teichberg“ hob die in Stadtkarten der 2010er Jahre enthaltenen Nummernstraßen 61 und 68 inzwischen auf. Westlich des Teichbergs sind die Grundstücke (mit den Zusätzen A–K in der Nummerierung) der Straße 42 zugewiesen, östlich davon wurden sie der (südlich verlaufenden) Straße 67 zugewiesen. Nicht alle Planungen wurden umgesetzt. Für das Neubaugebiet Karow Nord wurde eine Baustellenzufahrt von der Bundesstraße 2 geschaffen, um das Durchfahren der Siedlungen zu verhindern. Ende der 1990er Jahre wurde diese Straße entlang der Stadtgrenze, Am Luchgraben (Ortsteil Stadtrandsiedlung Malchow) als geplante Verbindung zwischen Karow (Straße 73 und Ingwäonenweg) und der Bundesstraße 2 ausgebaut. Da ein etwa 300 Meter langer Abschnitt auf privatem Gelände liegt, wird eine Vollendung der Straße bislang verhindert. Die Sackgasse im Zuge des Barnimer Dörferweges dient seitdem als Parkplatzzufahrt zum Naturpark Barnim, der Dörferweg verläuft etwas südlicher zur Straße 70.
Übersicht der Straßen und Plätze
Name/Lage Länge/Maße(in Metern) Namensherkunft Datum der BenennungEs besteht eine schlechte Datenlage für die Gemeinde Karow vor der Eingliederung in Groß-Berlin 1920. Die Angabe „vor 1920“ bezieht sich auf die ab 1900 um den Ortskern besiedelten und bebauten Flächen, wofür schrittweise die Zugangsstraßen angelegt, ausgebaut und benannt wurden. Die Angabe „vor 1914“ bezieht sich auf die für die Vorort- und Stadtrandsiedlung geschaffenen Bebauungspläne der Gemeinde und des Landkreises Niederbarnim. Die Bebauung dieser Straße und damit auch das Anlegen und der Ausbau als Straßen, insbesondere die Besiedlung gegenüber anderen Bereichen im Stadtgebiet Groß-Berlins ging schleppender. Daraus erklärt sich wohl auch, dass die Straßen vorrangig noch mit Zahlen unterschieden sind. Anmerkungen Bild Achillesstraße ()1750Hermann Achilles († 1920), Karower Schmied und Chronist Hermann Achilles war Schmiedemeister in Karow. Er zeichnete die Hofzeichen der Karower Bauern aus der Erinnerung für die Nachwelt auf. Die Achillesstraße liegt zwischen Karestraße und Ingwäonenweg und ist die zentrale West-Ost-Straße im Neubaugebiet Karow-Nord. Die Straße kreuzt die Bucher Chaussee. In der Straße befinden sich sämtliche Geschäfte, Schulen, sowie eine Bibliothek. Die Straße besteht an beiden Enden jeweils aus Tempo-30-Zonen und im mittleren Abschnitt aus einer Hauptstraße.140px|Achillesstraße/Bucher Chaussee, Nordwest-Ecke 140px|Achillesstraße von der Röländer ostwärts Achtrutenberg ()400Flurstück Aufn acht Ruten Vorher als Straße 82 nach Bebauungsplan eingerichtet, liegt sie im Neubaugebiet Karow-Nord zwischen Röländer Straße und Schönerlinder Weg. Das Karower Pfarrgrundstück mit dem Achtrutenweg lag „im 3. Felde (westlich) nach Buchholz zu“.Pfarrer Pfannschmidt (1861–1947) zitiert in seinem 1927 veröffentlichten Buch Geschichte der Berliner Vororte Buch und Karow, das von Pfarrer Ulrici (1740–1773) verfasste Verzeichnis der Karower Pfarrgrundstücke Die Straße verläuft im Bogen entlang des Aue-Teiches.140px|Achtrutenberg, Blick nordwärts Alt-Karow ()800nach dem alten Dorfkern Die Hauptstraße des Angerdorfes Karow wurde seit der Besiedlung Dorfstraße genannt. Nach der Eingliederung von Karow zu Groß-Berlin und im Zuge der Beseitigung von mehrfachen Berliner Straßennamen erfolgte eine Umbenennung ähnlich wie bei anderen Ortsteilen. Das Nordende der Dorfstraße ging in der Bucher Chaussee weiter. Mit der Nutzung der Flächen südlich vom Dorfkern erfolgte eine der Hufeisennummerierung folgende Weiterzählung von der Bahnhofstraße zur Gemarkung Blankenburg und zurück zum Malchower Weg. So besaß der Gasthof Lindenpark die Nummer 47 und grenzte unmittelbar am Angergrundstück 1. 1926 erfolgte mit der eigenen Zählung der Blankenburger Chaussee (südliche Fortsetzung) eine Änderung. So bekam der Gasthof die Adresse Dorfstraße 2 und die Schmiede die 4, die Zählung endete gegenüber an der Ecke Bahnhofstraße mit 61. Diese Form der Nummerierung blieb beim berlinweiten Umbenennen der Dorfstraßen – hier zu Alt-Karow – erhalten.Die Häuser und Grundstücke der Dorfstraße mit Bebilderung und weiterführenden Angaben.140px|Alt Karow 140px|Der Dorfanger von Alt-Karow nordwärts Am Danewend ()710Danewend, Flurname an der Grenze zu Malchow Danewend („da wo man wendet“) war ein Streifen zum Wenden des Pfluges und wurde zugleich als Grenzrain zum Nachbarn genutzt. Die Straße liegt zwischen Hubertusdamm und Lanker Straße, unter der Bahnlinie führt sie zur Leobschützer Straße weiter. Sie kreuzt die Busonistraße am Danewendplatz.140px|Am Danewend, Blick Ost Am Elsebrocken ()270Flurbezeichnung, Else gehört zu Erle Die Straße liegt in Karow-Nord I zwischen Busoni- und Achillesstraße. Das Flurstück „Aufn Elsebrocken“ (Schönerlinder Weg) lag „im 1. oder buchschen Felde (nördlich vom Dorf)“. Der Name könnte auf einen Erlenbruch zurückzuführen sein, der hier einst wuchs. Else ist gleichbedeutend zu Erle. Die sonst gerade Straße führt über eine scharfe Kurve auf die Achillesstraße.140px|Am Elsebrocken Am Hohen Feld ()650Flurstück: Hohes Feld Sie wurde vorher als Straße 87 eingerichtet und mit der Planung von Karow-Nord II umbenannt. Die Straße liegt zwischen Straße 73 und Achillesstraße. Das „Hohe Feld“ war eines der drei Gewanne Karows aus der Zeit der Dreifelderwirtschaft. Auf dem Hohen Feld befindet sich der Teichberg (63 Meter über NN), die höchste Erhebung Karows. Die Straße ist in ihrem nördlichen Abschnitt als Hauptstraße gekennzeichnet.140px|Am Hohen Feld Am Kiebitzpfuhl ()210Kiebitzpfuhl, überlieferter Gewässername Zuerst als Straße 26 nach Bebauungsplan eingerichtet, liegt die Straße südlich des Schrägen Weges zur Tichauer Straße.140px|Am Kiebitzpfuhl Amselstraße ()380Amsel, Vogelart Die Straße liegt zwischen Wotan- und Lanker Straße und kreuzt die Busonistraße.140px|Amselstraße An der Laake ()220Laake, ein hiesiges Fließ Die Straße 88 wurde bei der Planung des Wohngebietes II umbenannt und liegt zwischen Am Hohen Feld und Straße 62.140px|An der Laake Bahnhofstraße ()1000Bahnhof Karow der Stettiner Bahn Mit der Einrichtung der Straße zwischen dem Dorfkern und dem Bahnhof entwickelte sich zu beiden Seiten ein erstes Siedlungsgebiet am „Dorf Karow“. Westlich der Bahnlinie setzt sich die Trasse als Pankgrafenstraße fort.140px|Bahnhofstraße, Blick durch die S-Bahnbrücke 140px|Blick in die Bahnhofstraße westwärts Ballonplatz ()110 × 40(oval)Ballon, ein Luftfahrzeug Der Platz liegt im Neubaugebiet Nord I und nimmt Bezug auf die Ballonfahrt des Franzosen Jean-Pierre Blanchard am 27. September 1788, der gegen 16:30 Uhr auf freiem Feld zwischen Buch und Karow etwa auf der Fläche des heutigen Platzes zwischen Achilles- und Pfannschmidtstraße startete.140px|Blick in den Ballonplatz von der Pfannschmidtstraße aus. Bedeweg ()160Bede, eine feudale Steuer In Verlängerung der Straße Am Hohen Feld über die Achillesstraße hinweg begrenzt er den (nichtamtlichen) Platz an den Kasematten im Wohngebiet II.140px|Bedeweg Beerbaumstraße ()280Jacob Beerbaum, Kossät in Karow Die Straße liegt im Wohngebiet I zwischen Achilles- und Pfannschmidtstraße. Die Beerbaums waren eine altansässige Karower Bauernfamilie, seit 1598 war ihr Hofzeichen ‚Vier Eier‘.140px|Beerbaumstraße, vom Chronisteneck ostwärts Beuthener Straße ()850 Beuthen, Kreisstadt in der früheren Provinz Oberschlesien seit 1945 Bytom (Polen) Vorher als Straße 23, liegt sie südlich des Schrägen Weges, parallel zur Tichauer Straße.140px|Beuthener Straße Blanchardstraße ()130 Jean-Pierre Blanchard (1753–1809), französischer Ballonfahrer Vorher als Straße 99 eingerichtet ist es eine Stichstraße vom Schönerlinder Weg mit Siedlungshäusern in Richtung zum Neubaugebiet Karow-Nord. Blanchard führte 1785 auch in Berlin einen Ballonflug durch und landete auf Karower Flur.140px|Blanchardstraße Blankenburger Chaussee