Die Zeittafel Geschichte des Christentums ist eine chronologische Aufstellung der Geschichte des Christentums:
Die Kirchengeschichte (KG) ist eine Teildisziplin der Theologie. Sie arbeitet mit denselben Methoden und Hilfsmitteln, die auch die „profane“ Geschichtswissenschaft anwendet. Zu einer theologischen Disziplin wird die KG dadurch, dass sie „Auslegungsgeschichte der Bibel“ (Ebeling) ist bzw. Auskunft darüber erteilen kann, wie das Evangelium in einer bestimmten Zeit Gestalt gewonnen hat (Ruhbach). Damit stellt sie enzyklopädisch Beispiele und Material gelungener und misslungener Vergegenwärtigung der christlichen Botschaft sicher. Mit diesem kritischen Blick auf die Wirkungsgeschichte kann die KG der aktuellen dogmatischen und theologisch-ethischen Fachdebatte wichtige Impulse verleihen. Allerdings bleibt problematisch, welcher Standpunkt eingenommen werden soll, um „gelungene“ oder „misslungene“ Vergegenwärtigung benennen zu können.
Frühes Christentum Jahr Ereignis Sonstiges ca. 30 Kreuzestod Jesu Christi ca. 33 Märtyrertod des Stephanus (in Anwesenheit des Saulus) ca. 35 Einsetzen der Samaritanermission 43 / 44 Verfolgung der Christengemeinde in Jerusalem Jakobus wird als erster der Apostel hingerichtet ca. 49 Apostelkonzil in Jerusalem Ausweisung der Juden aus Rom unter Claudius (sogenanntes Claudiusedikt) ca. 49 2. Missionsreise des Paulus Paulus missioniert in Makedonien. Das Christentum erreicht Europa 50–64 Briefe des Apostels Paulus 50 Gründung der Gemeinde in Korinth durch Paulus 53 Thomaschristen Der Apostel Thomas erreicht Indien und verbreitet dort das Christentum Um 60 bis 95 Niederschrift der vier Evangelien 64 Christenverfolgung unter Nero Tod der Apostel Petrus und Paulus. 66–74 Aufstand der Eiferer (Zeloten) in und um Jerusalem 70 Zerstörung Jerusalems und des Tempels 81–96 Christenverfolgung unter Domitian Der Apostel Johannes stirbt als letzter Apostel auf der Insel Patmos 132–135 Zweiter jüdischer Aufstand unter Bar Kochba völlige Zerstörung Jerusalems. Umbenennung der Provinz Judäa in Palästina („Philisterland“) zur Schmähung der Juden 155 Märtyrertod des Polycarp von Smyrna ca. 160–220 Tertullian 178 Irenäus von Lyon wird Bischof von Lyon 185–254 Origenes von Alexandria Kirchenvater 217–222 Calixt I. beansprucht Vormachtstellung des Bischofs von Rom 248 Cyprian († 258) wird Bischof von Karthago 249–251 Christenverfolgung im Nahen Osten durch Kaiser Decius 295–373 Athanasius, Kirchenvater Auseinandersetzung mit Arianismus ca. 300 Antonius († 356) lebt als Mönch und Einsiedler in der Wüste 301 Gregor der Erleuchter wird erster Katholikos der armenischen Kirche. Das Christentum wird in Armenien zur Staatsreligion. 306 Synode von Elvira 303–311 Christenverfolgung unter Diokletian 313 Konstantin der Große Mailänder Vereinbarung, das Christentum ist im römischen Reich nicht mehr verboten (aber noch nicht Staatsreligion). 313 Eusebius von Caesarea Autor einer ausführlichen Kirchengeschichte der ersten Jahrhunderte, wird Bischof von Caesarea ca. 320 Erste Klostergründung durch Pachomios (292–346) 325 Konzil von Nicäa Verurteilung des Arianismus – Jesus ist wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt nicht geschaffen, wesensgleich mit dem Vater. 330–379 Basilius der Große Kirchenvater, Bischof von Caesarea, Klostergründer 330–390 Gregor von Nazianz (der Theologe) Kirchenvater, Predigten über die Trinität, Vorsitz beim Konzil von Konstantinopel 335–394 Gregor von Nyssa Kirchenvater, Bruder des Basilius 337 Mirian III Das Christentum wurde zur Staatsreligion Iberiens (heutiges Georgien) erklärt.Cyril Toumanoff: Studies in Christian Caucasian History, S. 83–84, 377. Georgetown University Press, Washington 1967 337–397 Ambrosius von Mailand Kirchenvater, Lehrer des Augustinus 347–420 Hieronymus Kirchenvater, Übersetzer der Vulgata 350–407 Johannes Chrysostomos Kirchenvater 354–430 Augustinus Kirchenvater 380 Gründung der römisch-katholischen Reichskirche Das Christentum wird zur Staatsreligion im römischen Reich erklärt (Edikt Cunctos populos) 381 Erstes Konzil von Konstantinopel Nicaeanisch-Konstantinopolitanisches Glaubensbekenntnis – Gott ist ein Gott in drei Personen (Dreifaltigkeit). Auch der Heilige Geist ist Gott. 381 Martin von Tours gründet bei Poitiers das erste Kloster in Gallien 383 Tod Wulfilas übersetzte die Bibel ins Gotische 391 Theodosius I. verbietet die heidnischen Kulte und lässt die Tempel schließen 431 Konzil von Ephesos Maria ist Gottesgebärerin (Theotokos) und Christus ist wahrer Gott und wahrer Mensch 432 Patrick beginnt sein Wirken in Irland 451 Konzil von Chalcedon Abspaltung der altorientalischen Kirchen – in Jesus Christus sind die göttliche und die menschliche Natur in einer Person unvermischt und ungetrennt verbunden. 480–550 Benedikt von Nursia Gründer der Benediktiner
Mittelalter Jahr EreignisSonstiges 498 oder 499 Taufe Chlodwigs Bekehrung des gesamten Frankenreiches zum Christentum 533 Corpus iuris civilis Dem Papsttum wurde vom ost-römischen Kaiser die kirchliche Vorherrschaft durch Erlass übertragenab 534 Iroschottische Mission in England Durch Columban von Iona 553 Zweites Konzil von Konstantinopel Verurteilung der sogenannten Drei Kapitel (bestimmte Schriften dreier Theologen der Schule von Antiochien) 590 Columban von Luxeuil Ankunft in Gallien 590–604 Papst Gregor der Große Kirchenvater 612 Gallus Späterer Einsiedler in St. Gallen 664 Synode von Whitby Die Synode entscheidet sich für die römische Form des Ritus und gegen die iroschottischen (orthodoxen) 680–681 Drittes Konzil von Konstantinopel Entsprechend den zwei Naturen besitzt Jesus Christus einen göttlichen und einen menschlichen Willen 719–754 Bonifatius missioniert Deutschland 720 Benediktinerregel in St. Gallen 732 Karl Martell verhindert durch seinen Sieg in der Schlacht von Tours und Poitiers die muslimische Besatzung des christlichen Frankenreiches 726 Beginn des Bilderstreits in der Ostkirche 754 Pippinsche Schenkung begründet den Kirchenstaat 787 Zweites Konzil von Nicäa Ökumenisches Konzil erlaubt Bilderverehrung 863 Method und Kyrill missionieren unter den Slawen 867–879 Photius Absetzung und Wiedereinsetzung des Photios 869–870 Viertes Konzil von Konstantinopel 909 Gründung der Abtei Cluny Cluniazensische Reform 988 Beginn der Christianisierung Russland Wladimir I. Herrscher der Kiewer Rus empfängt die Taufe und lässt seine Untertanen taufen 1009 Al-Hakim zerstört die Grabeskirche in Jerusalem, eines der größten Heiligtümer des Christentums Beginn und Grund für die Kreuzzüge 1033–1109 Anselm von Canterbury 1054 Morgenländisches Schisma (Trennung) der römischen und griechischen Kirche 1073 Gregor VII. wird Papst 1077 Heinrich IV. (HRR) geht beim Investiturstreit nach Canossa 1090–1153 Bernhard von Clairvaux, bringt Zisterzienser zur Blüte 1095 Ausrufung des ersten Kreuzzugs 1096–1099 Erster Kreuzzug 1098 Zisterzienserorden gegründet 1123 Erstes Laterankonzil Investiturstreit 1139 Zweites Laterankonzil Zölibat für Priester 1140–1217 Petrus Waldes Gründer der Waldenser 1147–1149 Zweiter Kreuzzug/Wendenkreuzzug 1175–1221 Dominikus Gründer der Dominikaner 1179 Drittes Laterankonzil 1182–1226 Franz von Assisi Gründer der Franziskaner 1189–1192 Dritter Kreuzzug 1200–1280 Albertus Magnus 1202–1204 Vierter Kreuzzug 1209–1229 Albigenserkreuzzug 1212 Kinderkreuzzug 1215 Viertes Laterankonzil Transsubstantiationsverständnis 1217–1221 Kreuzzug von Damiette 1225–1274 Thomas von Aquin 1228–1229 Kreuzzug Friedrichs II. 1245 Erstes Konzil von Lyon 1248–1254 Sechster Kreuzzug 1260–1328 Meister Eckhart 1270 Siebter Kreuzzug 1274 Zweites Konzil von Lyon1288Wilhelm von Ockham 1300 Ausrufung des ersten Heiligen Jahres durch Papst Bonifatius VIII. 1302 Päpstliche Bulle Unam Sanctam von Bonifatius fordert auch weltlichen päpstlichen Herrschafts-Anspruch 1303 Der Papst wird vom französischen König Philipp IV. gefangengesetzt 1309 Der französische Papst Klemens V. residiert nicht mehr in Rom, sondern in Avignon 1378–1417 Zwei Päpste, einer in Rom, der andere in Avignon (Schisma) 1387 Christianisierung Litauens
Reformation und Gegenreformation, europäische Kolonien