Das Quirlblättrige Läusekraut (Pedicularis verticillata) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Läusekräuter (Pedicularis) innerhalb der Familie der Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae).

Beschreibung mini|Illustration aus Deutschlands Flora in Abbildungen nach der Natur, 1806 mini|Habitus Vegetative Merkmale Das Quirlblättrige Läusekraut ist eine ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen zwischen 5 und 20 Zentimetern. Der Stängel ist vierzeilig behaart.

Je drei bis vier Laubblätter stehen in Quirlen am Stängel. Die Blattspreite ist fiederschnittig und fein und unregelmäßig gezähnt.

Generative Merkmale Die Blütezeit reicht von Juni bis August. Im endständigen Blütenstand stehen die Blüten dicht zusammen.

Die zwittrigen Blüten sind zygomorph mit doppelter Blütenhülle. Die purpurfarbene Krone ist zweilippig, sie ist 12 bis 16 Millimeter lang. Die Oberlippe ist gestutzt, aber nicht geschnäbelt. Die Unterlippe ist mindestens so lang wie die Oberlippe, sie ist dreilappig.

Die Kapselfrucht ist fast doppelt so lang wie der Kelch.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 12.

Ökologie

Blütenökologisch handelt es sich um eine Hummelblume.

Vorkommen Das Quirlblättrige Läusekraut besiedelt die Kalkgebirge von den Pyrenäen bis zum Balkangebirge in Höhenlagen von 900 bis 2800 Metern. Es gibt Fundortangaben für die Länder Spanien, Frankreich, Schweiz, Deutschland, Österreich, Slowenien, Italien, Polen, Slowakei, Rumänien, Bulgarien, Russland und die Ukraine.

Das Quirlblättrige Läusekraut gedeiht am besten auf gut mit Wasser versorgten (besonders Quellmoore), meist kalkhaltigen, neutral-milden, humosen, steinigen oder reinen Lehm- oder Tonböden. Das Quirlblättrige Läusekraut ist pH-indifferent. Es ist eine Charakterart der Ordnung Seslerietalia albicantis, kommt in tieferen Lagen aber auch in Pflanzengesellschaften des Verbandes Caricion davallianae vor. Die Art ist in Deutschland gesetzlich geschützt.

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3+w (feucht aber mäßig wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 1+ (unter-alpin, supra-subalpin und ober-subalpin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).

Taxonomie und Systematik Die Erstveröffentlichung von Pedicularis verticillata erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus II, S. 608.

Man kann folgende Unterarten unterscheiden: Pedicularis verticillata subsp. latisecta : Sie kommt auf Kamtschatka und im nordöstlichen Shanxi vor. Pedicularis verticillata subsp. tangutica : Sie kommt in der Inneren Mongolei und in den chinesischen Provinzen Gansu, Qinghai, Shaanxi, Shanxi sowie im nordwestlichen Sichuan vor. Pedicularis verticillata subsp. verticillata: Sie ist auf der Nordhalbkugel in den arktischen Hochländern Zentral- sowie Südeuropas und des nordwestlichen Nordamerikas, in Russland, Japan, im östlichen Tibet, in der Inneren Mongolei und in den chinesischen Provinzen Hebei, Heilongjiang, Jilin, Liaoning, nördlichen sowie südlichen Sichuan verbreitet.

Literatur

Einzelnachweise Karol Marhold, 2011: Scrophulariaceae: Datenblatt Pedicularis verticillata In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.

Andreas Fleischmann: Pedicularis. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 708.

Weblinks

Thomas Meyer: Läusekraut Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben).

Kategorie:Läusekräuter Kategorie:Alpenflora