Mohlsdorf-Teichwolframsdorf ist eine Landgemeinde im Landkreis Greiz (Thüringen), die zum 1. Januar 2012 aus dem Zusammenschluss der Gemeinden Mohlsdorf und Teichwolframsdorf entstanden ist.StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2012
Geographie Geographische Lage Die Landgemeinde liegt im Südosten des Landkreises Greiz. Im Osten und Süden bilden die Gemeindegrenzen zugleich die Landesgrenze Thüringens zu Sachsen. Zwischen den beiden Hauptorten erstreckt sich der Werdauer-Greizer Wald. Das Gemeindegebiet wird nach der naturräumlichen Gliederung des Landes Thüringen nördlich des Waldes zum Ronneburger Acker- und Bergbaugebiet und das südlich gelegene zum Naturraum Ostthüringer Schiefergebirge–Vogtland gezählt.
Nachbargemeinden Westlich grenzt die Stadt Greiz an das Gemeindegebiet, im Nordwesten und Nordosten die Stadt Berga-Wünschendorf und die zur Verwaltungsgemeinschaft Ländereck gehörende Gemeinde Seelingstädt. Im Osten grenzen die zum Landkreis Zwickau gehörenden Gemeinden Langenbernsdorf und Fraureuth sowie die Stadt Werdau an. Im Südosten liegen die Gemeinde Neumark und die Stadt Reichenbach im Vogtland, beide dem Vogtlandkreis zugehörig.
Landgemeindegliederung mini|Kirche in Teichwolframsdorfmini|Kirche in Mohlsdorf
Vor ihrer Auflösung bestand die Gemeinde Mohlsdorf aus den Ortsteilen Gottesgrün mit Haide, Herrmannsgrün mit Waldhaus, Kahmer, Mohlsdorf sowie Reudnitz mit Eichberg und Neudeck, die Gemeinde Teichwolframsdorf aus den Ortsteilen Großkundorf, Kleinreinsdorf, Sorge-Settendorf, Teichwolframsdorf mit Zaderlehde und Waltersdorf mit Rüßdorf. Die beiden ehemaligen Gemeinden erhielten nach dem Zusammenschluss eine Ortschaftsverfassung und damit einen eigenen Ortschaftsrat sowie ehrenamtliche Ortschaftsbürgermeister.
Der Gemeindesitz befindet sich in Teichwolframsdorf.
Zum Gebiet der ehemaligen Gemeinde Teichwolframsdorf gehörte auch der devastierte Ort Katzendorf.
Geschichte Nachdem die Gemeinderäte der Gemeinden Mohlsdorf und Teichwolframsdorf Beschlüsse zur Auflösung der Gemeinden und zum Zusammenschluss zu einer Landgemeinde getroffen hatten, unterzeichneten die beiden Bürgermeister am 13. Januar 2011 den Gebietsänderungsvertrag. Mit dem Zusammenschluss wurde ebenfalls beantragt, den Vertrag mit der Stadt Berga/Elster, die seit dem 1. Januar 2008 für beide Gemeinden als erfüllende Gemeinde tätig ist, aufzuheben. Das Projekt wurde vom Innenausschuss des Thüringer Landtags zunächst abgelehnt. Nach Neuberatung stimmte der Landtag am 16. Dezember 2011 der Bildung der Landgemeinde zu.
Einwohnerentwicklung 2012: 5.116 2013: 5.057 2014: 4.987 2015: 4.924 2016: 4.874 2017: 4.847 2018: 4.809 2019: 4.734 2020: 4.710 2021: 4.682 2022: 4.567 2023: 4.479 2024: 4.447
Eingemeindungen Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung Gottesgrün 8. März 1994 Eingemeindung nach Mohlsdorf Großkundorf 25. März 1994 Eingemeindung nach Teichwolframsdorf Herrmannsgrün 1. Oktober 1922 Eingemeindung nach Mohlsdorf Kahmer 8. März 1994 Eingemeindung nach Mohlsdorf Katzendorf 1. Juli 1958 Eingemeindung nach Großkundorf; Ort bereits 1952 wegen Wismut-Tagebau devastiert Kleinreinsdorf 1. Januar 1997 Eingemeindung nach Teichwolframsdorf Mohlsdorf 1. Januar 2012 Reudnitz 8. März 1994 Eingemeindung nach Mohlsdorf;bereits vom 1. Oktober 1922 bis 31. Juli 1924 Ortsteil von Mohlsdorfder Weiler Neudeck gehörte bis 1955 zu Sachsen bzw. zum Bezirk Karl-Marx-Stadt Sorge-Settendorf 1. Januar 1974 Eingemeindung nach Teichwolframsdorf Teichwolframsdorf 1. Januar 2012 Waltersdorf 1. Januar 1997 Eingemeindung nach Teichwolframsdorf
Wirtschaftsgeschichte In dem inzwischen devastierten Ortsteil Katzendorf befand sich ein Tagebau der SAG Wismut.
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat von Mohlsdorf-Teichwolframsdorf setzt sich aus 16 Mitgliedern zusammen, die jeweils für fünf Jahre gewählt werden. Er wurde zuletzt am 26. Mai 2024 mit folgendem Ergebnis gewählt:https://wahlen.thueringen.de/datenbank/wahl1/wahl.asp?wahlart=GW&wJahr=2024&zeigeErg=GEM&auswertung=1&wknr=076&gemnr=76093&terrKrs=&gemteil=000&buchstabe=&Langname=x&wahlvorschlag=&sort=&druck=&XLS=&anzahlH=-1&Nicht_existierende=&x_vollbildDatenteil=&optik=&aktual=&ShowLand=&ShowWK=&ShowPart= Thüringer Landesamt für Statistik: Gemeinderatswahl 2024 in Mohlsdorf-Teichwolframsdorf – endgültiges ErgebnisGemeinderatswahl 2019 in Thüringen - endgültiges Ergebnis: Mohlsdorf-Teichwolframsdorf
Partei / Liste Stimmenanteil Sitze Ergebnis 2019 Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) 35,9 % 6 47,3 %, 8 Sitze Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) – – 9,7 %, 1 Sitz Die Linke 4,5 % 1 7,4 %, 1 Sitz Alternative für Deutschland (AfD) 20,4 % 3 – Interessengemeinschaft für Wirtschaft und Arbeit (IWA) 22,4 % 3 24,5 %, 4 Sitze Freie Wähler Mohlsdorf 16,9 % 3 11,1 %, 2 Sitze Wahlbeteiligung 69,1 % 68,1 %
Bürgermeister Erster hauptamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Mohlsdorf-Teichwolframsdorf wurde Christian Häckert (CDU). Er erhielt bei seiner Wahl am 22. April 2012 rund 90 % der Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 61,75 %. Häckert war zuvor Bürgermeister der aufgelösten Gemeinde Mohlsdorf. Nach dem Tod von Christian Häckert wurde durch Stichwahl am 6. Oktober 2013 Frau Petra Pampel von der Interessengemeinschaft für Wirtschaft und Arbeit (IWA) neue Bürgermeisterin der Landgemeinde. Am 26. Mai 2019 wurde sie mit 64,6 % der gültigen Stimmen im Amt bestätigt. Der Mitbewerber René Thiele (CDU) erhielt 35,4 %. Die Wahlbeteiligung lag bei 68,0 %.
Zum stellvertretenden Bürgermeister wurde in der ersten konstituierenden Sitzung des Gemeinderats Herr Michael Täubert (CDU) gewählt.
Bei der Wahl am 26. Mai 2019 wurde Michael Täubert (CDU) außerdem zum Ortschaftsbürgermeister von Mohlsdorf gewählt. Gerd Halbauer (CDU) hat das gleiche Amt in Teichwolframsdorf inne.
Gemeindepartnerschaft Seit 1990 ist Selters (Taunus) in Hessen Partnergemeinde von Mohlsdorf. Diese Partnerschaft ist nach dem Zusammenschluss mit Teichwolframsdorf auf die Gesamtgemeinde übergegangen.
Wirtschaft und Infrastruktur mini|Kirche von Sorge-Settendorf Wasserver- und Abwasserentsorgung Die Gemeinde Mohlsdorf-Teichwolframsdorf ist Mitglied im Zweckverband Trinkwasserversorgung und Abwasserbeseitigung Weiße Elster - Greiz. Dieser übernimmt für die Gemeinde die Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung.
Kultur und Sehenswürdigkeiten 300px|mini|Hügel der "Rüßburg" im größten Mäander der Weißen Elster Zu den erhaltenen Gebäuden im durch den Uran-Bergbau der SDAG Wismut teildevastierten Ortsteil Sorge-Settendorf zählt die Kirche, die auf freier Fläche steht. Von dort kann man an klaren Tagen bis zum Völkerschlachtdenkmal sehen. Im äußersten Westen trifft man auf die Burgstelle Rüßburg, auch Altes Schloss, Hühnerhäusel oder Burg Querfurt genannt. Die auf dem westlichen Hochufer der Weißen Elster befindliche Befestigung beherrschte eine Furtstelle und wurde schon von den Slawen angelegt. Im Spätmittelalter wurde der Burgplatz erneut befestigt und mit der neu entstandenen Ortschaft Rüßdorf versehen. In der Ortslage von Teichwolframsdorf, Ronnenburger Straße, befand sich eine weitere Burganlage, wohl der befestigte Wehrturm des Ortsgründers auf einem Hügel im Schutz eines Teiches. Die als Alter Schlossberg bekannte Burgstelle ist ein Bodendenkmal, von der noch im 19. Jahrhundert geringe Mauerreste erhalten waren.
Verkehr Im ÖPNV verkehren die Buslinien 18 (Greiz – Mohlsdorf – Reudnitz) und 20 (Greiz – Teichwolframsdorf – Seelingstädt) der PRG Personen- und Reiseverkehr Greiz.
mini|Empfangsgebäude Bahnhof Mohlsdorf (2017) Der Bahnhof Mohlsdorf lag an der Bahnstrecke Neumark–Greiz, auf welcher 1997 der SPNV eingestellt wurde. Der Bahnhof Teichwolframsdorf lag an der Bahnstrecke Werdau–Weida–Mehltheuer, auf welcher der SPNV 1999 eingestellt wurde.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Landgemeinde in Thüringen Kategorie:Gemeindegründung 2012