La Racineuse [] ist eine französische Gemeinde in der Region Bourgogne-Franche-Comté im Département Saône-et-Loire. Sie gehört zum Arrondissement Louhans, zum Kanton Pierre-de-Bresse und zum Gemeindeverband Bresse Nord Intercom’. Die Gemeinde hat Einwohner (Stand ), sie werden Racenousais, resp. Racenousaises genannt.
Geografie mini|links|Lage der Gemeinde im Arrondissement Louhans
Lage und Struktur Die Gemeinde liegt im Nordwesten des Arrondissement Louhans, 9,9 Kilometer südwestlich des Kantonshauptortes Pierre-de-Bresse, 23,5 Kilometer nordnordwestlich von Louhans-Châteaurenaud und stößt im Nordwesten an das Arrondissement Chalon-sur-Saône. Im Norden liegt die Gemeinde Saint-Bonnet-en-Bresse, im Osten Dampierre-en-Bresse, im Süden liegt Mervans, im Westen Serrigny-en-Bresse und im Nordwesten die Gemeinde Saint-Didier-en-Bresse, die bereits zum Arrondissement Chalon-sur-Saône gehört. Die gemeinsame Grenze ist jedoch lediglich 310 Meter lang.
Die Gemeinde liegt in der Landschaft der Bresse bourguignonne.
Die Gemeinde wird durch INSEE eingestuft als «ländliche Gemeinde mit weit verstreuter Besiedlung». Die Bevölkerung lebt weitgehend verstreut in den Weilern und in Einzelsiedlungen.
Die Gemeinde weist 18 Hektar bewaldete Flächen auf, was 2,5 % der Gemeindefläche entspricht. Die Bewaldung setzt sich zusammen aus 12 % Laubwald und 88 % Eichen- und Buchenwald. Die bewaldeten Flächen liegen vor allem im Norden der Gemeinde, an der Grenze zu Saint-Bonnet-en-Bresse.
In der Gemeinde werden 585,7 Hektar (etwa 82,4 % des Gemeindegebiets; Stand 2024) als landwirtschaftlich genutzte Flächen deklariert, wobei 14 Hektar für Bioanbau zugelassen sind. Rund 13 % des Landwirtschaftslandes wird permanent als Wiese genutzt, auf 3 % wird Raps, auf 37 % wird Weichweizen und auf rund 22 % Körner- und Silomais angebaut.
Gewässer Stehende Gewässer befinden sich heute im Gemeindegebiet keine mehr. Zwar deuten die Biefs darauf hin, dass Étangs bestanden, die in neuerer Zeit aufgelassen wurden.
Bei den fließenden Gewässern ist La GuyotteLa Guyotte, Länge 41,1 km, Zufluss zum Doubs, Quelle bei in Saint-Usuge auf ca. 205 m, Mündung bei in Navilly auf ca. 175 m, La Guyotte auf sandre.eaufrance.fr zu nennen. Sie fließt von Süden her, entlang der Gemeindegrenze zwischen Mervans und Dampierre-en-Bresse, beim Weiler La Motte ins Gemeindegebiet. Sie bildet praktisch die ganze Ostgrenze als natürlicher Grenzverlauf über rund 4,5 Kilometer, bis sie 560 Meter nordnordöstlich von Fley nach Osten fließt und die Gemeinde verlässt.
Von Mervans fließt La FlorenceLa Florence, Länge 11,33 km, Zufluss zur Guyotte, Quelle bei in Diconne auf ca. 209 m, Mündung bei in La Racineuse auf ca. 182 m, La Florence auf sandre.eaufrance.fr bei Le Champ Devant ins Gemeindegebiet. Auf ihrem Weg nimmt sie weitere Biefs auf, bis sie 360 Meter südöstlich von Fley in La Guyotte mündet. Verkehrswege Durch die Gemeinde verläuft die Eisenbahnstrecke zwischen Dijon und Bourg-en-Bresse. In der Gemeinde befindet sich keine Haltestelle, erst in der Nachbargemeinde Mervans. Auf der Strecke verkehren täglich je vier Züge in jeder Richtung.
Von Norden nach Süden verläuft die Départementsstraße D996 durch die Gemeinde, verläuft jedoch östlich am Bourg vorbei Richtung Mervans.
Beim Weiler Le Guidon zweigt die D204 nach Westen ab, verläuft durch den Bourg, anschließend südlich und verlässt die Gemeinde bei Les Cours in die Gemeinde Mervans. Die D204 kommt ursprünglich von Dampierre-en-Bresse, mündet aber etwa 600 Meter südlich von Le Guidon in die D996. Weiler und Fluren Zur Gemeinde gehören folgende Weiler und Fluren: Bellecroix, Les Biefs, Bois-de-la-Valle, Bois-Guillot, Camelin, Les Chaudières, La Chaume, Le Colombier, Les Cours, Le Fley, Le Guidon, Les Guillodières, Les Haies, Le Meix, La Motte, Le Paquier, Rothey, Rue-Neuve, Vaugrenand, Le Verdelet, La Vesvre. Höhenprofil mini|400pxDas Profil zeigt eine Gemeinde in der Bresse-Ebene, deren Höhe zwischen 182 und 197 Metern liegt. Im Westen beginnt das Profil mit der Vertiefung des künstlich angelegten Étang Richard, der inzwischen aufgelassen wurde. Das Gelände steigt auf seine natürliche Höhe an und auf der Ebene liegt der Bourg, der von der Départementsstraße D204 durchquert wird. Etwas östlich der Mitte folgt das Tal von La Florence einem natürlichen Wasserlauf, der etwas nördlich in La Guyotte mündet. Der westliche Talhang wurde benutzt, um einerseits die Bahnstrecke und andererseits die Départementsstraße D996 entlang zu führen. Am östlichen Talhang ist die Anhöhe zu sehen, auf der seit dem 12. Jahrhundert eine kleine Festung bezeugt ist. Ganz im Osten ist das Tal von La Guyotte noch sichtbar, die hier den tiefsten Punkt und die Gemeindegrenze bildet.
Klima Das Klima in La Racineuse ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die Klassifikation des Klimas nach Köppen und Geiger ist Cfb ((Gemäßigtes) Ozeanklima). Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 12,0 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit einer Durchschnittstemperatur von 21,2 °C, der kälteste der Januar mit 3,3 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 1081 mm, dabei ist der November mit 117 mm der niederschlagsreichste, während Juli als trockenster Monat 72 mm aufweist. Über das ganze Jahr werden etwa 2764 Sonnenstunden gezählt.
Toponymie Der Name geht möglicherweise zurück auf die Rodungszeit (racineux = stark verwurzelt) und wird 1190 erstmals erwähnt als Terra Racinosa, 1310 als domus hospitalis de la Racenousse.
Geschichte Der eigentliche Kern der Gemeinde, der auf eine gallorömische Besiedlung hinweist, scheint Fley gewesen zu sein, 1190 erstmals erwähnt als Terra de Flix. Der Weiler Bellecroix gehörte ursprünglich dem Templerorden, nach dessen Vernichtung folgte der Johanniterorden als Herren von la Racineuse. Seit dem 13. Jahrhundert wird La Racineuse erwähnt als Teil von Serrigny oder Mervans. 1255 bestand ein oppitaul (vermutlich eine Leprakolonie), ebenfalls erwähnt ist ein befestigtes Haus in Valgrenans (heute Vaugrenand), worauf auch der nahe gelegene Flurname Motte hinweist. Die Herrschaft Vaugrenand gehörte im 12. Jahrhundert Guy de Verdun, im 16. Jahrhundert der Familie Baillet. Weitere Herrschaftssitze scheinen sich in den Weilern Fley und les Cours befunden zu haben. Beim heutigen Friedhof befand sich ursprünglich eine Fachwerkkirche. Die heutige Kirche, die Johannes dem Täufer geweiht ist, wurde 1897 erbaut. In unmittelbarer Nähe fand der größte DomestikenmarktVieux métiers et pratiques oubliées à la Campagne von Georges Bertheau (französisch) der nördlichen Bresse, jeweils am Johannestag statt, letztmals im Jahre 1914. Die Mairie entstand gegen 1920 gegenüber der Kirche, sie wurde zum Lehrerhaus, als die neue Gemeindeverwaltung erbaut wurde. Gegen ein Drittel der Wohnhäuser sind Ferienhäuser. Die Gemeinde gehörte ursprünglich zum Kanton Mervans und wurde 1801 dem Canton de Pierre-de-Bresse zugewiesen. Die Herren von La Racineuse La Racineuse war ein Teil von Serrigny-en-Bresse, später von Mervans und gehörte zum Lehen der Herzöge von Burgund an die Herren Sainte-Croix-en-Bresse.
In La Racineuse befanden sich mehrere Afterlehen, die an verschiedene Vasallen vergeben waren: Der Bourg an den Komtur des Spitals von Bellecroix (Siedlungsgebiet nördlich des Bourg an der Route de Saint-Bonnet). Das Spital Bellecroix war eine Einrichtung des Templerordens. Nach der Auflösung des Ordens 1307 wurde das Spital durch den Johanniterorden weitergeführt. In Vaugrenand bestand eine kleine Festung, Lehensnehmer war im 12. Jahrhundert Guy de Verdun, im 16. Jahrhundert die Familie de Baillet, gefolgt von den Colmont de Vaugrenant. Le Fley gehörte den Chiquet. Les Cours gehörte den de Gréen de Saint-Marsault und später den de Scoraille.
1680 wurde die Grafschaft Bosjean errichtet, diese umfasste das gesamte Gemeindegebiet von La Racineuse und die erwähnten Lehen gingen in der Grafschaft auf.
Bevölkerung mini|Kirche Saint-Jean-Baptist von La Racineuse mini|Gemeindeverwaltung von La Racineuse
+ Bevölkerungs- und Wohnstruktur Bevölkerungsstruktur Anzahl Einwohner männlich weiblich davon Ausländer Anteil %17291811911,0
Die Bevölkerungsstruktur zwischen Männern und Frauen weist einen Überhang zugunsten der Männer auf, die 52,6 % der Bevölkerung ausmachen, wobei 47 % der Bevölkerung jünger als 45 Jahre sind. Demgegenüber sind 34 % der Einwohner älter als 60 Jahre und damit im Rentenalter. Wohnstruktur Anzahl Wohneinheiten davon Häuser Wohnungen Sonstige Zu-/Abnahme seit 199997943+15,5 % = 13 WE davon Hauptwohnsitz 82Zweit- oder Ferienwohnsitz9vakant6
Wirtschaft und Infrastruktur Unternehmen, Betriebe, Ladengeschäfte und Einrichtungen
In der Gemeinde befinden sich nebst Mairie und Kirche folgende Unternehmen nach Branchen: +Wirtschaftlich aktive Betriebe in der Gemeinde nach Branchen (31.12.2023) Branche Anzahl BetriebeIndustrie und verarbeitendes Gewerbe2Baugewerbe2Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie4Information und KommunikationFinanz- und VersicherungsdienstleistungenGrundstücks- und WohnungswesenFreiberufliche, wissenschaftliche und technische DienstleistungenÖffentliche Verwaltung, Unterricht, Gesundheits- und SozialwesenSonstige Dienstleistungen3Land- und Forstwirtschaftsbetriebe4 In der Gemeinde befinden sich eine Autogarage, ein Maler/Gipser und ein Installateur. Mit den Gütern des täglichen Bedarfs versorgen sich die Einwohner in Mervans oder in Saint-Germain-du-Bois.
Geschützte Produkte in der Gemeinde Als AOC-Produkte sind in La Racineuse Volaille de Bresse und Dinde de Bresse zugelassen.
Bildungseinrichtungen La Racineuse verfügt über keine eigenen schulischen Einrichtungen. Die Kinder werden in Schulen der umliegenden Gemeinden ausgebildet, vornehmlich in Mervans und Saint-Bonnet-en-Bresse. Öffentlicher Verkehr Es besteht keinerlei Anbindung an den Öffentlichen Verkehr in der Gemeinde.
Literatur
Weblinks
Siehe auch Geschichte der Bresse Römerstraßen in der Bresse Bresse, Geografie, Geomorphologie, Wirtschaft Bresse bourguignonne, Beschreibung der Bresse als Naturlandschaft Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Bourgogne-Franche-Comté