Die Kia Motors Corporation ist ein Autohersteller aus Südkorea, der seit 1998 zur Hyundai Motor Group gehört. Der Name Kia setzt sich zusammen aus Koreanisch „ki“ (Hanja: 起, Hangeul: ) für aufsteigen und „a“ (Hanja: 亞, Hangeul: ) für Asien.
Geschichte mini|Kia-Motors-Fabrik in Südkorea mini|Europazentrale in Frankfurt am Main mini|Am Messegelände mini|Entwicklungcenter in Rüsselsheim
1944 wurde die „Kyongseong Precision Industry“ gegründet, die ab 1952 in Korea unter dem neuen Namen „Kia Industry Company“ Fahrräder herstellte. 1961/62 begründete Kia die koreanische Fahrzeugindustrie mit dem Bau eines Motorrads und eines dreirädrigen Minilasters. Es dauerte weitere neun Jahre, bis 1970 das erste Auto produziert wurde, der Fiat 124, der unter Lizenz im südkoreanischen Werk des Herstellers gebaut wurde. Der Kia-Fiat 124 wurde bis 1973 in einer Gesamtzahl von 6.775 Exemplaren produziert, die mit einem 1,2-l-Ottomotor italienischer Herkunft und einer Leistung von 48 kW (65 PS) ausgestattet waren. 30 % der Komponenten des 124 waren von koreanischen Ingenieuren neu konstruiert worden.
1971 wurde dann der erste vierrädrige Lkw, der Kia Titan, produziert, der in Korea noch heute als Synonym des Lasters gilt. Zwei Jahre später, 1973, ging das Unternehmen an die Börse. Im selben Jahre baute Kia den ersten Ottomotor Koreas. Wiederum ein Jahr später lief dann der erste Kia-Pkw, der Kia Brisa, vom Band, dessen Pick-Up-Version das erste koreanische Exportauto war. Der in Lizenz gebaute Brisa entsprach dem in Europa als Mazda 1000 bekannten Mazda Familia.
1976 übernahm Kia den Konkurrenten Asia Motors. Zwei Jahre später baute Kia auch den ersten koreanischen Dieselmotor. Von 1979 bis 1981 wurden in Lizenz die Modelle Peugeot 604 und Fiat 132 für den koreanischen Markt gebaut.
1981 wurde mit einem neuen Management der Grundstein für ein weiteres Wachstum zu einem globalen Automobilhersteller gemacht. Der Fokus wurde zunächst auf die Nutzfahrzeuge gelegt – speziell auf den Kia Bongo. Investitionen und ein Lizenzvertrag mit Mazda im Jahr 1983 ermöglichten auch wieder die Produktion von PKW. Zusammen mit Mazda und Ford stellte Kia ab 1986 der Kleinwagen Kia Pride her, der über zwei Millionen Mal verkauft wurde. 1992 folgte die Expansion nach Amerika, ein Jahr später auch nach Deutschland. Für Europa wurde der Kia Sportage zwischen 1995 und 1998 von Karmann in Osnabrück gebaut.
1998 geriet Kia wegen der asiatischen Finanzkrise unter Insolvenzverwaltung und wurde wenig später von der Hyundai Group übernommen. 2000 entwickelte sich daraus die Hyundai Motor Group, die für kurze Zeit im Jahr 2003 umgewandelt wurde in die Hyundai Kia Automotive Group. Seit 1999 schreibt Kia wieder schwarze Zahlen. Gemeinsam mit Hyundai stieg man 2004 zum siebtgrößten Automobilhersteller der Welt auf.
Seit September 2007 ist die Europazentrale des Unternehmens an der Theodor-Heuss-Allee in Frankfurt am Main in unmittelbarer Nähe zum Messegelände. Entwickelt werden die Fahrzeuge für den europäischen Markt im Entwicklungszentrum in Rüsselsheim am Main (gemeinsames Entwicklungszentrum von KIA und Hyundai). Seit 2006 ist Peter Schreyer, der von 1994 bis 2002 bei Audi Designchef war, bei Kia Designchef. Seit 2015 ist Albert Biermann, der zuvor stellvertretender Entwicklungschef der BMW M GmbH war, Entwicklungsvorstand der Hyundai Motor Group.
Produziert werden Kia-Fahrzeuge in 15 Werken in 10 Ländern (Stand: 31. Dezember 2011).
Zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte belegte 2016 Kia Motors den Spitzenplatz der Qualitätsbewertung von J.D. Power and Associates.
Im Mai 2019 investierte Kia 16 Millionen Euro in den Sportwagenhersteller Rimac, von Hyundai kamen weitere 64 Millionen. Seit September 2019 arbeitet Karim Habib bei Kia; Habib hatte acht Jahre Design bei BMW und drei Jahre bei Infiniti verantwortet. Seit Oktober 2020 arbeitet der Designer Won Kyu Kang bei Kia, er war 15 Jahre im Außen-Design bei BMW tätig gewesen.
Zum 31. Dezember 2022 hält Hyundai noch knapp 34 % der Kia-Aktien.
Marktstellung Kia Motors verkauft etwa ein Viertel seiner Fahrzeuge in den USA, 19 % in Europa und 18,8 % in Korea. (Stand 2023) 2023 hatte Kia in Deutschland einen Marktanteil von 2,6 % und in Österreich von 3,8 %. 2022 (2023 in Österreich) wurde unter der Marke Kia Flex ein Auto-Abo-Modell für einen Teil des Portfolios, wie z. B. Kia Ceed und Kia Picanto, in Deutschland eingeführt.
+ Zulassungen in Deutschland Jahr Anzahl der Zulassungen Prozent der Gesamtzulassungen 2003 26.386 0,82 % 2004 34.103 1,04 % 2005 49.820 1,49 % 2006 46.184 1,33 % 2007 40.381 1,28 % 2008 34.322 1,11 % 2009 55.379 1,46 % 2010 36.624 1,26 % 2011 42.065 1,30 % 2012 54.798 1,80 % 2013 55.654 1,90 % 2014 53.546 1,80 %201555.6891,70 %201660.5221,81 %
Das meistverkaufte Modell in Deutschland war im Oktober 2015 der Kia cee’d, 2017 der Kia Sportage.
+ Zulassungen in Österreich (2010 bis einschl. Oktober) Jahr Anzahl der Zulassungen Prozent der Gesamtzulassungen 2003 2.400 - 2004 4.368 1,40 % 2005 5.588 1,81 % 2006 5.874 1,90 % 2007 5.168 1,73 % 2008 6.946 2,37 % 2009 8.954 2,80 % 2010 8.118 2,90 %
Rezeption Motorjournalist Volker Koerdt schrieb über die Unternehmensentwicklung Ende 2018, dass aus „belächelten Anfängen … eine Erfolgsgeschichte [wurde], die Applaus verdient.“ So habe Kia 1993 in seinem ersten Jahr in Deutschland lediglich 611 Fahrzeuge verkauft und sich seither stetig gesteigert bis hin zu über 64.000 Kunden im Jahr 2017. Als Grundlage dieses Erfolgs sieht Koerdt verschiedene Punkte: So habe die Hyundai Motor Group, zu der auch Kia gehört, es so gut wie kaum ein anderer Konzern verstanden, von Modell- zu Modellzyklus dazuzulernen. Während frühe Modelle „weder in puncto Design, Fahrdynamik noch Qualität berauschend“ gewesen seien, habe Kia heute unter anderem Topmodelle in ihrer jeweiligen Klasse im Angebot. Die siebenjährige Garantie der Fahrzeuge sei Zeuge davon, dass der Hersteller seinen Produkten wirklich vertraue. Maßgeblichen Anteil an Kias positiver Entwicklung habe weiterhin der seit 2006 amtierende Designchef Peter Schreyer. Zuletzt sei die Anpassung der Produktpalette an die unterschiedlichen Märkte wie Asien, den USA und Europa eine Stärke des Unternehmens.Volker Koerdt: Koreanische Erfolgsgeschichte, Auto Zeitung 25-2018, 14. November 2018.
Im Jahr 2023 wurde im Rahmen einer Studie der Mozilla Foundation veröffentlicht, dass sich Kia in seinen US-Datenschutzbestimmungen explizit erlaubt, Informationen zum Sexleben zu sammeln.
Zeitleiste
Modelle Bauzeit Baureihe Anmerkung Bild Kleinstwagen seit 2004 Kia Picanto/Morning Der Picanto hat laut Herstellerangabe den größten Innenraum seiner Klasse. 100px Kleinwagen 1986–2000 Kia Pride Baugleich mit dem Mazda 121/Ford Festiva 100px 1994–1998 Kia Avella Baugleich mit dem Ford Aspire in Nordamerika 100px seit 1999 Kia Rio Der im November 1999 präsentierte Rio gehörte zum Segment der Kompaktklasse. Es gab ihn als Schrägheck, dem später eine Stufenhecklimousine folgte. Im Herbst 2005 wurde die erste Baureihe abgelöst, jedoch durch Downsizing zum Kleinwagen umplatziert. Im Herbst 2011 erschien die nunmehr dritte Generation. In den USA gibt es ihn auch mit Stufenheck. 100px Kompaktklasse 1974–1981 Kia Brisa Basiert auf dem Mazda 1000, ab 1976 als Brisa II bzw. K303 basierend auf Mazda 818. 100px 1992–1999 Kia Sephia/Mentor Erstes Modell von Kia auf dem deutschen Markt. Anfangs nur als Stufenheck, später auch als Schrägheck erhältlich. Basierte auf dem Mazda 323. 100px 1997–2004 Kia Shuma/Cerato/Sephia Es gab ihn sowohl in einer Schrägheck- wie auch in einer Stufenheckversion und in zwei Versionen: Shuma I (1997–2001) und Shuma II (2001–2004). Beide Generationen waren in unterschiedlichen Ausstattungs- und Motorisierungsvarianten erhältlich, jedoch gab es kaum technische Unterschiede. Optische Unterschiede bestanden in der Scheinwerferform und am Heck. 100px seit 2004 Kia Cerato/Spectra/Shuma/Forte Der Cerato wurde 2004 vorgestellt und wurde schon drei Jahre nach Produktionsbeginn vom moderneren Kia cee’d in Europa abgelöst. Außerhalb Europas wurde das Modell als Faceliftvariante unter der Modellbezeichnung Kia Shuma/Spectra bis 2009 weiterverkauft und dann vom Forte abgelöst, der in Costa Rica, Australien und Brasilien weiterhin Cerato heißt. Die zweitürige Variante des Forte trägt den Beinamen Koup. 100px 2007–2025 Kia cee’d Ab dem 20. Januar 2007 war der Nachfolger des nur mäßig erfolgreichen Cerato auf dem deutschen Markt erhältlich. Entwickelt, gebaut für und in Europa, standen am Anfang fünf Motoren (drei Benziner, zwei Diesel) und vier Ausstattungsversionen zur Verfügung. 2025 endete die Produktion nach drei Modell-Generationen. 100px seit 2024 Kia K4 Im Mexiko gebauter Kompaktwagen. Als Schrägheck, Kombi und Limousine verfügbar. 100px seit 2025 Kia EV4 Elektrisch angetriebener Kompaktwagen auf der Plattform E-GMP. Als Schrägheck und Limousine verfügbar. 100px Mittelklasse 1987–1995 Kia Concord Basierte auf dem Mazda 616 100px 1989–1996 Kia Capital Basierte auf dem Mazda 626 100px 1996–2001 Kia Clarus/Credos Er stellte 1996 den Einstieg des Konzerns in die Mittelklasse dar. Vorbild dieses Modells war der Mazda 626, mit dem er sich optische und technische Merkmale teilte. Nachfolger wurde der Magentis. 100px seit 2000 Kia Magentis/Optima/K5/Lotze Bis 2010 basierte er auf der gleichen Plattform wie der Hyundai Sonata, hatte jedoch ein anderes Blechkleid als dieser. Die neueste Generation wird nicht mehr in Europa angeboten. 100px 2014–2020 Kia K4 (China) Ausschließlich in China gebaute Limousine. Teilt sich die Technik mit der ersten Generation des Hyundai Mistra. 100px Obere Mittelklasse 1992–1996 Kia Potentia Basiert auf dem Mazda 929 100px 1997–2002 Kia Enterprise Basiert auf dem Mazda 929 100px 2003–2010 Kia Opirus/Amanti Der Kia Opirus ist eine Limousine, die der gehobenen Mittelklasse zugerechnet werden kann. Der Modellname leitet sich von der mesopotamischen Stadt Ophir ab und soll laut Kia Assoziationen zu Luxus und Stil vermitteln. In Nordamerika wird er jedoch unter dem Namen Amanti verkauft. 100px 2009–2021 Kia Cadenza/K7 Die neue Limousine ersetzte ab November 2009 den Opirus in Südkorea. Der Export begann im März 2010 nach Süd- und Mittelamerika, Asien (außer China), Ozeanien, dem Nahen Osten und Afrika. Seit Juni 2010 wird er auch in China angeboten wo er neben anderen asiatischen Märkten auch weiter im Angebot bleiben soll. 100px seit 2012 Kia K9/Quoris Die neue Limousine ergänzt seit Mai 2012 den K7 in Südkorea. Unter dem Namen Quoris soll der Export 2013 starten. 100px 2017–2023 Kia Stinger Der erste Gran Turismo Kias basiert auf Hyundais G80-Plattform. Der Stinger ist mit seinem 3,3-l-V6-GDI-Twinturbo-Motor der sportlichste Serien-Kia bisher. 100px seit 2021 Kia K8 Im Februar 2021 präsentierte Kia das Nachfolgemodell des Cadenza. Es soll nur in Südkorea und Nordamerika vermarktet werden. 100px SUV seit 1994 Kia Sportage Mit diesem Modell stieg Kia ab 1994 in den boomenden Geländewagenmarkt ein. Der Produktionsort lag zunächst nicht in Südkorea, sondern beim deutschen Fahrzeughersteller Karmann in Osnabrück. Jedoch entschieden sich die Koreaner aufgrund von Verarbeitungsmängeln für die Verlegung des Herstellungsortes. So wird der Sportage seit August 2007 für Europa im neuen Kia-Werk im slowakischen Žilina gefertigt. Im August 2010 erschien die dritte Generation. 100px seit 2002 Kia Sorento Der Kia Sorento wurde Mitte 2002 auf den Markt gebracht. Vom Äußeren her vermittelt er den Eindruck eines klassischen Sports Utility Vehicle (SUV), baut aber auf einem Leiterrahmen mit einer aufgeschraubten Karosserie mit hinterer Starrachse auf und entspricht von der Konstruktion her eher einem Geländewagen. 100px 2008–2024 Kia Borrego/Mohave 100px seit 2016 Kia Niro Der Niro ist das erste SUV der Marke mit Hybridantrieb. 100px seit 2017