John Dann MacDonald (* 24. Juli 1916 in Sharon, Pennsylvania; † 28. Dezember 1986 in Milwaukee) war ein US-amerikanischer Schriftsteller. Er veröffentlichte eine Reihe von Kriminalromanen mit dem Helden Travis McGee, mehrere Science-Fiction-Romane sowie hunderte von Kurzgeschichten aus verschiedenen Genres. Er schrieb auch unter diversen Pseudonymen wie Peter Reed, Scott O’Hara, Robert Henry, John Wade Farrell und weiteren.
Leben MacDonald studierte an der Harvard University Betriebswirtschaftslehre und schloss sein Studium mit dem Master of Business Administration ab. Während des Zweiten Weltkriegs diente er im Fernen Osten für den amerikanischen Geheimdienst OSS. Dort schrieb er in der Freizeit eine Kurzgeschichte, die er zu deren Vergnügen an seine Frau schickte. Angeblich reichte sie die Geschichte bei einer Zeitschrift ein, die sie umgehend veröffentlichte, ohne das Wissen John MacDonalds. MacDonald begann nach seiner Rückkehr aus dem Krieg umgehend hauptberuflich als professioneller Schreiber von Detektiv-, Science-Fiction-, und Westerngeschichten für amerikanische Pulp-Magazine zu arbeiten. Als die Verkaufsform des Taschenbuchs (paper back) sich in den USA etabliert hatte, schaffte er den Sprung in die Klasse der „richtigen“ Romanautoren. Sein erster Roman in diesem Format war The Brass Cupcake aus dem Jahre 1950.
Der bekannteste von MacDonalds Helden wurde Travis McGee, der seinen ersten Auftritt 1964 im Roman The Deep Blue Good-by hatte. Im selben Jahr erhielt er für seinen Roman A Key to the Suite den renommierten Grand prix de littérature policière. Das letzte Mal ließ MacDonald McGee 1985 ermitteln, in The Lonely Silver Rain. Jeder der 21 McGee-Romane hat eine Farbe im Titel. Als Begleitfigur wird McGee von seinem Sidekick „Meyer“ unterstützt, einem Ökonomen im Ruhestand. McGee lebt auf seinem Hausboot Busted Flush, das er im Pokern gewonnen hat (daher der Name) und das an der Anlegestelle F-18 im Jachthafen „Bahia Mar Marina“ in Fort Lauderdale vor Anker liegt.
MacDonalds Bewunderer, unter ihnen Stephen King und Lee Child, betonen, dass seine Romane neben der intelligenten, schlüssigen und spannungsreichen Handlung auch einen exakten Einblick in die Gesellschaft Floridas im jeweiligen Zeitkontext bieten.
Neben den McGee-Romanen hatte John MacDonald auch mit seinem Roman The Executioners (1957) großen Erfolg. 1962 wurde die Geschichte unter dem Titel Ein Köder für die Bestie (Cape Fear) verfilmt, eine Neuverfilmung entstand 1991 unter der Regie von Martin Scorsese als Kap der Angst (Cape Fear). 2026 folgte einer Serienadaption.
Auszeichnungen 1964 Grand prix de littérature policière für La Tête sur le billot (Original: A key to the suite) 1972 Grand Master Award der Mystery Writers of America
Bibliografie Travis-McGee-Reihe The Deep Blue Good-by (1964) Abschied in Dunkelblau. Übersetzt von Joachim Dörr. Rotbuch-Verlag, Hamburg 1999, ISBN 3-434-54015-6 (früherer Titel: Tausend blaue Tränen, 1966). Nightmare in Pink. 1964. Alptraum in Pink. Übersetzt von Joachim Dörr. Rotbuch-Verlag, Hamburg 2000, ISBN 3-434-54016-4 (früherer Titel: Alptraum in Rosarot, 1967). A Purple Place for Dying (1964) Tod in der Sonne. Übersetzt von Werner Gronwald. Heyne, München 1975, ISBN 3-453-10221-5. The Quick Red Fox. 1964. Leidenschaft in Rot.Übersetzt von Gerold Hens. Rotbuch-Verlag, Hamburg 2001, ISBN 3-434-54017-2 (früherer Titel: Rote Lady schwarz auf weiß, 1966 bzw. Erpresst! 1996). A Deadly Shade of Gold (1965) Gold wirft blutige Schatten. Übersetzt von Henry Hartmann-Seymour Scherz, München 1997, ISBN 3-502-51615-4. Bright Orange for the Shroud. 1965. Giftgrün für Vivian. 3. Auflage. Übersetzt von Hans Maeter. Heyne, München 1979, ISBN 3-453-10449-8. Darker than Amber. 1966. Dunkler als Bernstein. Übersetzt von Werner Gronwald. Heyne, München 1967 One Fearful Yellow Eye. 1966. Die gelben Augen. Übersetzt von Werner Gronwald. Heyne, München 1967 Pale Gray for Guilt. 1968. Grau auf weißer Weste. Übersetzt von Hans Gamber. München 1968, The Girl in the Plain Brown Wrapper. 1968. Das Mädchen im braunen Paket. Übersetzt von Günther Hehemann. Heyne, München 1987, ISBN 3-453-00888-X. Dress Her in Indigo. 1969. Der Hippie im Indigo-Dress. Übersetzt von Christiane Nogly. Heyne, München 1970, The Long Lavender Look. 1970. Die Frau im Silbersarg. Übersetzt von Leni Sobez, München 1971, A Tan and Sandy Silence (1971) Das blutrote Schweigen. Übersetzt von Günther Hehemann. Heyne, München 1973, The Scarlet Ruse. 1972. Der Trick ist schmutziggrau. Übersetzt von Willy Thaler. Heyne, München 1974, ISBN 3-453-10196-0. The Turquoise Lament. 1973. Mord in Türkis. Übersetzt von Willy Thaler. Heyne, München 1974, ISBN 3-453-10216-9. The Dreadful Lemon Sky. 1974. Der Tod wirft gelbe Schatten. Übersetzt von Brigitte Straub. Heyne, München 1978, ISBN 978-3-453-00852-6 The Empty Copper Sea. 1978. Der dunkelschwarze Betrug. Übersetzt von Leni Sobez. Heyne, München 1980, ISBN 3-453-10465-X. The Green Ripper. 1979. Der grüne Tod. Übersetzt von Sepp Leeb. Heyne, München 1980, ISBN 3-453-10493-5. Free Fall in Crimson. 1981. Mord in Karmesinrot. Übersetzt von Peter Rothammer. Heyne, München 1982, ISBN 3-453-10601-6. Cinnamon Skin. 1982. Zimtbraune Haut. Übersetzt von Peter Rothammer. Heyne, München 1983, ISBN 3-453-10655-5. The Lonely Silver Rain. 1984. Gefangen im Silberregen. Übersetzt von Michael Kubiak. Heyne, München 1986, ISBN 3-453-10766-7.
Einzelromane The Brass Cupcake. 1950. Die leuchtenden Finger. Übersetzt von Elisabeth Simon. Heyne, München 1969, . (Auch: Düstere Leidenschaften. Übersetzt von Walter Schulz-Brown. 1954, .) Murder for the Bride. 1951. Judge Me Not. 1951. Weep for Me. 1951. Wine of the Dreamers. 1951. (auch: Planet of the Dreamers.) Planet der Träumer. Übersetzt von Jesco von Puttkamer. Pabel (Utopia-Großband #39), 1956, . Auch: Moewig (Terra Extra #39), 1964 . Weitere Übersetzung von Wulf H. Bergner. Heyne SF&F #3166, 1969, . The Damned. 1952. Dead Low Tide. 1953. The Neon Jungle. 1953. Cancel All Our Vows. 1953. All These Condemned. 1954. Area of Suspicion. 1954. Netz des Argwohns. Übersetzt von Michael Becker. Heyne, München 1994, ISBN 3-453-07197-2. Contrary Pleasure. 1954. A Bullet for Cinderella. 1955. (Auch: On the Make.) Einmal Hölle und zurück. Übersetzt von Werner Gronwald. Heyne, München 1966, . Cry Hard, Cry Fast. 1956. April Evil. 1956. Böser April. Übersetzt von Günther Hehemann. Heyne, München 1960, . Border Town Girl. 1956. (Auch: Five Star Fugitive) Murder in the Wind. 1956. (Auch: Hurricane) Das Haus der Dreizehn. Übersetzt von Beate von Schwarze. Heyne, München 1964, . You Live Once. 1956. (Auch als You Kill Me.) Du lebst nur einmal. Übersetzt von Uschi Gnade. Heyne, München 1990, ISBN 3-453-03682-4. Death Trap. 1957. Zehn Tage und eine Nacht. Übersetzt von Susi-Maria Roediger. Heyne, München 1969, . The Price of Murder. 1957. Lästige Zeugen. Übersetzt von Robby Remmers. Heyne, München 1980, . The Empty Trap. 1957. Eine Stunde für den Mörder. Übersetzt von Werner Kortwich. Heyne, München 1974, . A Man of Affairs. 1957. The Deceivers. 1958. Clemmie. 1958. The Executioners. 1958. (Auch: Cape Fear.) Kap der Angst. Übersetzt von Charlotte Richter. Heyne, München 1992, ISBN 3-453-05550-0. (Auch: Ein Köder für die Bestie. Ullstein Taschenbücher #814, Frankfurt/M. 1960, ). Soft Touch. 1958. Wie ein Tiger in der Nacht. Übersetzt von Gisela Stege. Heyne, München 1964, Deadly Welcome. 1959. Tödlich willkommen! Übersetzt von Uschi Gnade. Heyne, München 1991, ISBN 3-453-04584-X. The Beach Girls. 1959. Please Write for Details. 1959. The Crossroads. 1959. Die mexikanische Heirat. Übersetzt von Tony Westermayr. Goldmann, München 1981, ISBN 3-442-05420-6. Slam the Big Door. 1960. Der letzte Ausweg. Übersetzt von Walter Ahlers. Heyne, München 1988, ISBN 3-453-02511-3. The Only Girl in the Game. 1960. Paradies der Betrogenen. Heyne, München 1967. The End of the Night. 1960. Viermal flackerte das Licht. Übersetzt von Günther Hehemann. Heyne, München 1970. Where is Janice Gantry? 1961. Bungalow der bösen Träume. Übersetzt von Fritz Moeglich. Heyne, München 1965. One Monday We Killed Them All. 1961. Am Montag kam der Tod. Übersetzt von Jutta von Sonnenberg. Heyne, München 1982, ISBN 3-453-10576-1 (EA München 1973). Ballroom of the Skies. 1952. Herrscher der Galaxis. Heyne SF&F #3092, 1967. The Girl, The Gold Watch and Everything. 1962. Das Mädchen, die goldene Uhr und der ganze Rest. Übersetzt von Brigitte Gruss. Heyne, München 1993, ISBN 3-453-06604-9. (Auch: Flucht in die rote Welt. 1970.) A Key to the Suite. 1962. A Flash of Green. 1962. I Could Go On Singing. 1963, (Romanfassung) On the Run. 1963. Vogelfrei. Übersetzt von Uschi Gnade. Heyne, München 1989, ISBN 3-453-03279-9. The Drowner. 1963. Madonna der sieben Sünden. Heyne, München 1966. The Last One Left. 1966. Condominium. 1977. One More Sunday. 1984. An einem Sonntag. Heyne, München 1988, ISBN 3-453-00255-5. Barrier Island. 1986. Inselhaie. Heyne, München 1991, ISBN 3-453-04952-7 (EA München 1987).
Sammlungen End of the Tiger and Other Stories. 1966. S*E*V*E*N (1971) Other Times, Other Worlds (1978) The Good Old Stuff. 1982. Geld oder Leben. Kriminalstories. Heyne, München 1987, ISBN 3-453-10795-0. Two. 1983. More Good Old Stuff. 1984. Hochspannung. Die besten Kriminalstories. Heyne, München 1990, ISBN 3-453-04050-3. The Annex and Other Stories. 1987.
Kurzgeschichten und Erzählungen The Sign of the Cross (Breezy Stories, Oktober 1945, vol. 55, # 8) Conversation on Deck (The American Courier, Januar 1946) The Game (The American Courier, Februar 1946) Cash on the Coffin! (Detective Tales, Mai 1946) Tiger (Doc Savage [NY: Street & Smith Publications], 1946, vol. 28, # 4, als Peter Reed) A Handful of Death (Doc Savage, Juni 1946, als Peter Reed) Blame Those Who Die (Short Stories, 25. Juni 1946) Bury the Pieces! (Dime Mystery, Juli 1946) The Flying Elephants (Short Stories, 10. Juli 1946) Interlude in India (Story Magazine, July–August 1946) The Dry Mouth of Danger (Doc Savage, August 1946) The Dead Dream (The Shadow, September 1946) Justice in the Sun (Doc Savage, Oktober 1946) Female of the Species (Dime Detective, Oktober 1946) Get Dressed for Death (Mammoth Mystery, Oktober 1946) The Little People (Doc Savage, November 1946) The Scarred Hand (Doc Savage, November 1946, als John Wade Farrell; auch als I Accuse Myself in More Good Old Stuff, 1984) The Startled Face of Death (Doc Savage, November 1946, als Scott O’Hara) The Whispering Knives (The Shadow, November 1946) Coward in the Game (Short Stories, 25. November 1946) Private War (Doc Savage, Dezember 1946) You Got to Have a Good Lip (Esquire, Dezember 1946) Redheads Won't Wait (The Shadow, Dezember 1946, als Peter Reed) I Ain’t so Dumb (The Shadow, Dezember 1946, als Robert Henry) A Bat in the Hall (The Shadow, Dezember 1946) Muddy Gun (Best Stories, Januar 1947) The Hands of an Artist (The Shadow, Januar 1947) The Fixed Smile of Death (The Shadow, Januar 1947, als Robert Henry) The Bright Flash of Vengeance (The Shadow, Januar 1947, als Peter Reed) Eight Dozen Agents (Doc Savage, Januar 1947) Hole in None (Liberty, 4. Januar 1947) Dead to the World (Dime Detective, Februar 1947, auch als No Business for an Amateur) Bonded in Death (Doc Savage, Februar 1947, als Harry Rieser) The Deadly Game of Darts (Doc Savage, Februar 1947) The Anonymous Letter (The Shadow, February–März 1947) Backlash (The Shadow, February–März 1947, als Peter Reed) Nor Iron Bars (Doc Savage, March–April 1947) You’ve Got to Be Cold (The Shadow, April–Mai 1947; auch als The Night Is Over in More Good Old Stuff, 1984) The Notched Ears (Best Stories, Mai 1947) The Pay-Off (Cosmopolitan, Mai 1947) Suicidal Journey (Dime Detective, Juni 1947) Crooked Circle (Fight Stories (?), nach Juni 1947)