mini|Ölgemälde eines Buschfeuers zwischen Mount Elephant und Timboon von Eugene von Guerard (1857) mini|Blick auf die Ortschaft Swifts Creek während der Buschfeuer in Victoria 2006/2007 im Dezember 2006 mini|Denkmal für das Buschfeuer von 2003 in Canberra
Buschfeuer in Australien (Bushfire) ereignen sich vor allem in den heißen Monaten des Jahres in den jeweiligen Klimazonen Australiens. Im australischen Sprachgebrauch bezeichnen Bushfire Feuer, die sich über große Busch-, Gras- und Regenwaldflächen des Landes erstrecken. Hierbei werden oftmals viele Tiere und auch Menschen getötet sowie Gebäude, Autos usw. zerstört.
Das Klima in Australien ist generell heiß, trocken und neigt zur Dürre. Buschfeuer im Süden Australiens entstehen meist im australischen Sommer und Herbst. In New South Wales und im südlichen Queensland besteht das größte Buschfeuerrisiko im Frühling und frühen Sommer, im Northern Territory im Winter und Frühling.
Die Buschfeuer sind ein Umweltfaktor und immanenter Bestandteil der Ökologie des australischen Kontinents. So helfen die Feuer beispielsweise einigen Arten der Eukalypten und Banksia, ihre Samenhülsen zu öffnen. Das Feuer ermöglicht auch als Störung der Sukzession das erneute Wachstum von bestimmten Arten von Pflanzen, ferner bilden viele angepasste Pflanzenarten bald nach den Feuern neue Triebe und wachsen schnell wieder nach, während nicht zum Ökosystem gehörende Arten durch das Feuer verdrängt werden. Die Aborigines legten seit Jahrtausenden gezielt Buschfeuer für ihre Jagd und um sich Wege durch unwegsame Vegetationen zu bahnen.
Laut Geoscience Australia wurden von 1967 bis 2013 im Verlauf bedeutender australischer Buschfeuer 8000 Menschen verletzt und 433 getötet, das waren etwa 50 % aller Todesfälle, die durch Naturereignisse im gleichen Zeitraum auf dem Kontinent Australien verursacht wurden.Bushfire. In: Australische Regierung, abgerufen am 31. Dezember 2019.
Die Black-Saturday-Bushfires im Februar 2009 töteten 173 Menschen und zerstörten 1800 Häuser. Die etwa 60 einzelnen Buschfeuer in Victoria waren eine der größten Brandkatastrophen Australiens, bei der eine Fläche in der Größe des Saarlandes (2570 km²) abbrannte.
Bei den anhaltenden Buschbränden in Australien 2019/2020 kamen 33 Menschen unmittelbar (und schon bis 25. Januar 2020) um. Den Flammen fielen per 3. März 2020 eine Fläche von 126.000 km²Joel Werner, Suzannah Lyons: The size of Australia’s bushfire crisis captured in five big numbers. In: Australian Broadcasting Corporation vom 5. März 2020. zum Opfer. Diese Buschbrände werden in verschiedenen Publikationen als „beispiellos“ bezeichnet.Beispiel: „unprecedented“ in Tim McDonald: Australia fires: The huge economic cost of Australia’s bushfires. In: British Broadcasting Corporation vom 20. Dezember 2019, abgerufen am 31. Dezember 2019. In Sydney sowie im umliegenden Bundesstaat New South Wales als auch in Victoria wurde der Ausnahmezustand verhängt. Wissenschaftler führen die ungewöhnlich heftigen und früh in der Feuersaison entstandenen Brände auf die globale Erwärmung zurück. Die Brände gingen mit einer anhaltenden Dürre und Temperaturen bis zu 46 °C (ohne Hitze des Feuers) einher.Ausnahmezustand in Australien erklärt. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 19. Dezember 2019, abgerufen am 31. Dezember 2019.FAZ.net 12. Januar 2020: Die Feuerwalze rollt Forschungen bis Mai 2020 ergaben, dass weitere geschätzt 445 Menschen starben unter den Tausenden, die in Krankenhäusern wegen Erkrankung durch Rauch behandelt worden waren.Hunderte starben an Rauch von australischen Buschfeuern orf.at, 26. Mai 2020, abgerufen am 26. Mai 2020. Mit Bezugnahme auf die australische Royal Commission into National Natural Disaster Arrangements und Fay Johnston, Umweltexpertin der University of Tasmania.
Definition Australische Buschfeuer werden allgemein als unkontrollierte Brände von Gras, Gestrüpp, Gebüsch und Wald definiert. Hierbei bestehen zwei Hauptkategorien, die sich am Geländetyp orientieren:
Buschfeuer in bewaldeten, hügeligen und bergigen Gebieten: Diese Gebiete sind wenig erschlossen, werden landwirtschaftlich nicht genutzt und viele ihrer bewaldeten Gebiete sind nationale, bundesstaatliche oder anderweitige Parks. Steiles Terrain erhöht die Intensität und Geschwindigkeit der Feuer, die für Siedlungen und Bewohner eine große Gefahr darstellen. Buschfeuer im Flach- oder Grasland: In flachem oder wenig hügeligem Terrain, das meist von Gräsern und Gebüschen bewachsen ist, können sich Buschfeuer immens schnell ausbreiten, da sie oft von starken und heißen Winden angefacht und durch trockene und leicht entzündbare Vegetation begünstigt werden. Feuer im Grasland können eine Intensität wie im Hügelland erreichen. Auch hier besteht eine große Gefahr für menschliche Siedlungen. Allerdings lassen sie sich regional leichter prognostizieren und eingrenzen; zudem sind diese Gebiete für Feuerwehren leichter zu erreichen.
Natürliche Auslöser von Buschfeuern sind Blitzschläge, verschiedentlich entstehen diese Feuer auch durch achtlosen Umgang mit Zigaretten oder durch Brandstiftung; gelegentlich entstehen Feuer unabsichtlich bei landwirtschaftlicher Nutzung von Gebieten.
Im Verlauf der Buschbrände 2019/2020 brannte es auch in den subtropischen Gondwana-Regenwälder Australiens, in denen es teilweise seit mehr als 1000 Jahren nicht mehr gebrannt hatte. Des Weiteren traten Feuer auch in feuchten Eukalyptuswäldern wegen der über mehrere Jahre anhaltenden Trockenheit auf, ebenso brannte es in ausgetrockneten Sümpfen und Böden aus organischem Material, nachdem dort der Grundwasserspiegel gesunken war.Adam Morton: Yes, Australia has always had bushfires: but 2019 is like nothing we've seen before. In: The Guardian vom 25. Dezember 2019. Abgerufen am 22. Januar 2020
Geschichte
Buschfeuer natürlichen Ursprungs sind seit Millionen von Jahren auf dem australischen Kontinent präsent, wurden durch Blitzschlag ausgelöst und prägten so maßgeblich einen Großteil der Landschaft des australischen Kontinents vor der Ankunft des Menschen. Die Aborigines nutzten das Feuer für viele tausend Jahre zur Jagd und Landschaftspflege, meist in den kühleren Jahreszeiten und bei günstigen Winden. Die so gelegten Brände förderten das Wachstum und die Ausdehnung des Graslandes und vereinfachten die Jagd, zudem reduzierten sie den Bestand an brennbarem Material und erleichterten das Vordringen in unwirtliche Gebiete mit dichter Vegetation.Past bushfires. A chronology of major bushfires in Victoria from 2013 back to 1851. In: ffm.vic.gov.au, abgerufen am 31. Dezember 2019.
Durch das vermehrte Auftreten von durch Menschen verursachte Buschfeuer konnten sich feuerresistente Pflanzenarten ausbreiten, insbesondere Eukalypten.Tim Flannery: The future eaters. Reed Books Melbourne, 1994, ISBN 0-8021-3943-4.S. L. Boulter, B. A. Wilson, J. Westrupet (Hrsg.): Queensland’s resources. Native Vegetation Management in Queensland. Department of Natural Resources, Brisbane 2000. Mit ihrem schnellen Ausbilden von Trieben nach Bränden, holzigen Stammwülsten und feuerbeständigen Samen passten sich viele Pflanzen evolutionär an. Einige Arten produzieren entflammbares Öl, was die Feuerwirkung erhöht und so nicht-feuerresistente Pflanzenarten im Umfeld eliminiert.M. E. White: The Greening of Gondwana. 2. Auflage. Reed Books, Australien 1993, ISBN 0-7301-0390-0.
Nach einer Zusammenfassung, die die australische CSIRO im Jahr 2012 veröffentlichte, waren die australischen Feuer- und Landverwaltungsbehörden in den Jahren von 2002 bis 2007 mit 268.398 Busch- und Grasbränden befasst. Das waren pro Jahr durchschnittlich 53.680 Brände. Angenommen dieser Trend wäre im 20. Jahrhundert konstant gewesen, hätte es von 1901 bis 2000 insgesamt etwa 5,5 Millionen Brände gegeben.Michael Eburn, Stephen Dovers: , 30. April 2012, auf International Journal of Wildland Fire, abgerufen am 14. Januar 2020
Einige der gefährlichsten und großen australischen Buschfeuer seit der Ankunft europäischer Siedler waren (in chronologischer Reihenfolge):