Der Große Preis von Italien 1974 (offiziell XLV Gran Premio d’Italia) fand am 8. September auf dem Autodromo Nazionale di Monza in Monza statt und war das 13. Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1974.
Berichte Hintergrund Auch vor dem drittletzten WM-Lauf der Saison deutete sich noch keine Vorentscheidung im Kampf um die Weltmeisterschaft an. Mit Clay Regazzoni, Jody Scheckter, Niki Lauda und Emerson Fittipaldi gab es weiterhin vier Kandidaten, die realistische Chancen auf den Titel hatten.
Ein im Vergleich zum Großen Preis von Österreich drei Wochen zuvor größtenteils unverändertes Fahrerfeld wurde für das Rennwochenende in Monza gemeldet. Eine der wenigen Änderungen war der erneute Einsatz von José Dolhem als Surtees-Werksfahrer anstelle von Jean-Pierre Jabouille. Außerdem wurde der Brabham des Privatteams Scuderia Finotto wieder an einen einheimischen Gaststarter vergeben. Dabei handelte es sich um Carlo Facetti, der zum ersten und einzigen Mal für einen Grand Prix gemeldet wurde. Das Team hatte zudem ein weiteres Auto für den Franzosen Jean-Louis Lafosse gemeldet. Diese Meldung wurde aber im Vorfeld von den Organisatoren zurückgewiesen.
Zudem war das unregelmäßig antretende Team Chris Amon Racing wieder am Start. B.R.M. trat wieder in gewohnter Besetzung mit drei Werkswagen an.
Mit Fittipaldi, Graham Hill, Denis Hulme, Ronnie Peterson und Regazzoni (jeweils einmal) traten fünf ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an.
Training Bereits zum zweiten Mal in Folge resultierte aus den Trainingszeiten eine erste Startreihe, die aus dem Ferrari 312B3 des mittlerweile neunfachen Pole-Setters Lauda und Brabham-Werksfahrer Carlos Reutemann bestand. Es folgten mit Carlos Pace und John Watson, der nach einem Unfall mit seinem sonst üblichen Kunden-Brabham das T-Car des Werksteams benutzen durfte, zwei weitere Brabham BT44. Die dritte Reihe setzte sich aus den Titelkandidaten Regazzoni und Fittipaldi zusammen. Es folgten Peterson, James Hunt, Jean-Pierre Jarier und Patrick Depailler. Der vierte Kontrahent im WM-Kampf, Scheckter qualifizierte sich für den zwölften Rang, während erneut sechs Piloten an der Qualifikation scheiterten, da das Starterfeld vom Veranstalter auf 25 Fahrzeuge limitiert wurde.
Rennen Während der ersten Runde blieb die Reihenfolge auf den ersten Plätzen konstant. In der zweiten Runde wurde Watson von Regazzoni überholt, der in den folgenden Runden auch an Pace und Reutemann vorbeiging und Laudas Spitzenposition zu einer von den zahlreich angereisten Zuschauern bejubelten Ferrari-Doppelführung ergänzte.
Die drei Brabhams, die allesamt in aussichtsreicher Position lagen, fielen im Laufe der nächsten Runden aufgrund von technischen Problemen entweder ganz aus oder zumindest vorerst aussichtslos zurück. Dadurch gelangte Peterson auf den dritten Platz und Fittipaldi sowie Scheckter ebenfalls in die Punkteränge.
Bis zur 30. Runde blieb diese Reihenfolge unverändert. Dann begann Laudas Motor zu qualmen und er wurde langsamer. Regazzoni übernahm die Spitze und kurz darauf musste Lauda das Rennen beenden. Für zehn Runden führte fortan der Schweizer, ehe er wegen eines vergleichbaren Motorschadens ausfiel. Der fortan führende Peterson duellierte sich daraufhin zwölf Runden mit Fittipaldi, hielt diesem Druck jedoch stand und kreuzte knapp vor dem Brasilianer die Ziellinie. Es war der letzte Grand-Prix-Sieg, der mit dem Lotus 72 erzielt wurde, dessen grundsätzliche Konstruktion aus der Saison 1970 stammte. Scheckter wurde Dritter vor Arturo Merzario, der vor heimischem Publikum im Iso-Marlboro des Teams Frank Williams Racing Cars eine überzeugende Leistung zeigte. Pace und Hulme erhielten die letzten WM-Punkte des Tages.
Weiterhin zeichnete sich keine Vorentscheidung im Titelkampf ab. Die drei Führenden in der Weltmeisterschaftswertung rückten sogar durch das Rennergebnis nochmals dichter zusammen. Einzig Lauda verlor etwas den Anschluss, hatte aber dennoch weiterhin rechnerische Chancen.
Meldeliste Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 1 Lotus 72E Ford Cosworth DFV 3.0 V8 2 Lotus 76 3 Tyrrell 007 4 5 McLaren M23 6 33 7 Brabham BT44 8 9 March 741 10 11 Ferrari 312B3 Ferrari 001/11 3.0 F12 12 14 BRM P201 BRM P200 3.0 V12 15 37 16 Shadow DN3 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 17 18 Surtees TS16 19 20 Iso-Marlboro FW03 21 Iso-Marlboro FW02 22 Amon AF101 AAW Racing Team 23 Surtees TS16 24 Hesketh 308 25 Ensign N174 26 Lola T370 27 John Goldie Racing with Hexagon 28 Brabham BT44 29 Trojan T103 Scuderia Finotto 31 Brabham BT42
Klassifikationen Startaufstellung Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Ø-Geschwindigkeit Start 1 1:33,16 223,358 km/h 1 2 1:33,27 223,094 km/h 2 3 1:33,53 222,474 km/h 3 4 1:33,63 222,236 km/h 4 5 1:33,73 221,999 km/h 5 6 1:33,95 221,480 km/h 6 7 1:34,24 220,798 km/h 7 8 1:34,34 220,564 km/h 8 9 1:34,560 220,051 km/h 9 10 1:34,561 220,048 km/h 10 11 1:34,62 219,911 km/h 11 12 1:34,70 219,725 km/h 12 13 1:34,76 219,586 km/h 13 14 1:34,84 219,401 km/h 14 15 1:35,02 218,985 km/h 15 16 1:35,19 218,594 km/h 16 17 1:35,22 218,526 km/h 17 18 1:35,23 218,503 km/h 18 19 1:35,63 217,589 km/h 19 20 1:35,72 217,384 km/h 20 21 1:35,82 217,157 km/h 21 22 1:36,27 216,142 km/h 22 23 1:36,31 216,052 km/h 23 24 1:36,36 215,940 km/h 24 25 1:36,64 215,315 km/h 25 DNQ Da das Teilnehmerfeld auf 25 Fahrzeuge begrenzt war, scheiterten Dolhem, Facetti, Bell, Wilds, Amon und Kinnunen an der Qualifikation. 1:36,84 214,870 km/h – DNQ 1:37,30 213,854 km/h – DNQ 1:37,32 213,810 km/h – DNQ 1:37,38 213,678 km/h – DNQ 1:38,21 211,873 km/h – DNQ 1:40,32 207,416 km/h – Anmerkungen
Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde 1 52 0 1:22:56,6 7 1:34,3 2 52 0 + 0,8 6 1:34,5 3 52 0 + 24,7 12 1:35,0 4 52 0 + 1:27,7 15 1:35,8 5 51 1 + 1 Runde 3 1:34,2 (46.) 6 51 0 + 1 Runde 19 1:35,5 7 51 0 + 1 Runde 4 1:35,2 8 51 0 + 1 Runde 21 1:36,6 9 51 0 + 1 Runde 23 1:36,9 10 50 1 + 2 Runden 22 1:35,6 11 50 0 + 2 Runden 10 1:35,9 – 40 0 DNF 5 1:34,7 – 32 0 DNF 1 1:34,6 – 30 0 DNF 16 1:35,6 – 25 0 DNF 14 1:36,3 – 22 0 DNF 17 1:37,1 – 19 0 DNF 9 1:35,5 – 16 0 DNF 13 1:35,4 – 24 0 DNF 20 1:36,4 – 12 0 DNF 2 1:35,7 – 11 0 DNF 18 1:36,6 – 3 0 DNF 25 1:38,6 – 2 0 DNF 8 1:37,9 – 1 0 DNF 24 – – 0 0 DNF 11 –
WM-Stände nach dem Rennen Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e). In der Konstrukteurswertung zählten nur die Punkte des bestplatzierten Fahrers eines Teams. Es zählten nur die besten sieben Ergebnisse aus den ersten acht Rennen und die besten sechs aus den letzten sieben Rennen. Streichresultate sind in Klammern gesetzt.
Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 1 Ferrari 462Tyrrell-Ford 45 3 McLaren-Ford 434Ferrari 385Lotus-Ford 31 6 Brabham-Ford 23 7 McLaren-Ford 19 8 McLaren-Ford 12 9 Lotus-Ford 1210Tyrrell-Ford 11 11 B.R.M. 1012March-Ford / Hesketh-Ford 8 13 Shadow-Ford 6 14 Surtees-Ford / Brabham-Ford 5 15 March-Ford 516Iso-Ford 417Brabham-Ford 418Lola-Ford 119March-Ford 120Token-Ford / Shadow-Ford 121Lola-Ford 022McLaren-Ford 023Shadow-Ford 024March-Ford 025Iso-Ford 0 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte26Brabham-Ford 027B.R.M. 028Surtees-Ford 0 29 Trojan-Ford 0 30 Surtees-Ford 031Lotus-Ford 032Surtees-Ford 033Tyrrell-Ford 034Iso-Ford 0 35 B.R.M. 036Token-Ford 0 37 Brabham-Ford 038Ensign-Ford 039Brabham-Ford 040McLaren-Ford 041 †Shadow-Ford 0 42 Lotus-Ford 0 – Amon-Ford 0–Brabham-Ford 0–March-Ford 0–Surtees-Ford 0–Shadow-Ford 0–Lola-Ford 0–Iso-Ford 0–Lola-Ford 0
Konstrukteurswertung Pos. Konstrukteur Punkte 1 61 (63) 2 593 494 385 26 6 107 8 8 7 Pos. Konstrukteur Punkte 9 610 4 11 3 12 113 014 015 0– 0 Weblinks
Rennergebnis auf der offiziellen Website der Formel 1
Einzelnachweise
#1974 Italien Kategorie:Sportveranstaltung in Monza Kategorie:Autodromo Nazionale di Monza