Die Offiziershochschule der Luftstreitkräfte/Luftverteidigung (OHS der LSK/LV) in Kamenz (Kreis Bautzen) trug den Ehrennamen „Franz Mehring“ und war eine militärische Hochschule der DDR. Sie diente der Ausbildung von Offizieren vornehmlich der Luftstreitkräfte, aber auch anderer Teilstreitkräfte (TSK) der NVA und ausländischer Militärkader.

Geschichte Die Gründung der OHS der LSK/LV, anfangs als „Fliegerschule Bautzen“ bezeichnet, geht auf die Übernahme des zerstörten Flugplatzes Kamenz im Jahre 1952 durch die Hauptverwaltung Ausbildung / Zweigstelle Johannisthal des damaligen Ministeriums des Innern (MdI) der DDR zurück.

Als der Ausbau des Flugplatzes Bautzen 1957 abgeschlossen war, wurde er zum Hauptstandort der Einrichtung. Dort lag das Fliegerausbildungsgeschwader 25. Ebenfalls unterstellt war das auf dem Flugplatz Rothenburg beheimatete Fliegerausbildungsgeschwader 15.Walter Lehweß-Litzmann: Absturz ins Leben. Dingsda, Querfurt 1994, ISBN 3-928498-34-7, S. 289ff. Weitere Außenstellen befanden sich neben Kamenz in Brandenburg und Dessau. Der Ehrenname Franz Mehring wurde am 1. März 1964 verliehen.Arbeitsgemeinschaft „Geschichte der LSK/LV“ (Hrsg.): Erlebtes und Geschaffenes. Beiträge zur Geschichte der Luftstreitkräfte/Luftverteidigung der Nationalen Volksarmee der DDR. Media Script, Strausberg 2010, S. 192. 1986 wurde die OHS für Militärflieger „Otto Lilienthal“ gegründet, welche von der OHS „Franz Mehring“ die Ausbildung der Piloten und Navigatoren übernahm. Die übrigen Bereiche der OHS „Franz Mehring“ blieben unverändert.

Der Schulbetrieb an der OHS „Franz Mehring“ begann mit der Ausbildung von Flugschülern, die scherzhaft auch Wattebällchen genannt wurden. Die zukünftigen Lehrer und Dozenten wurden im sächsischen Pirna, brandenburgischen Pinnow oder an Militärakademien der Sowjetunion ausgebildet.

Gliederung und Organisationsstruktur Militärischer Bereich Kommandeur und Stab der OHS der LSK/LV befanden sich am Standort Bautzen.

Nach der Grundausbildung und der Vereidigung begann das Studium an den einzelnen Sektionen.

Hochschulbereich Hochschulreifeausbildung Sektion 1: Gesellschaftswissenschaften, Eberhard Freymuth Politoffizier Sektion 3: Führungsorgane, Waldemar Titscher Sektion 2: Rückwärtige Dienste, Sektion 4: Fliegeringenieurdienst, Claus Kippenhahn Funk-/Funkmessausrüstung Elektro- und Spezialausrüstung Zelle/Triebwerk Bewaffnung Sektion 5: Funktechnische Truppen, Norbert Dunst Sektion 6: Fla-Raketentruppen, Alfred Balcerowiak

Kommandeure

Dienstgrad, NameDienstzeitBemerkungOberst Walter Lehweß-Litzmann1957–1959 Formierung einer Fliegerschule Oberst Leander Ratz1959–1962 Am 30. Mai 1962 bei einem Übungsflug mit einer MiG-17 (962) tödlich abgestürzt.Ranghöchster NVA-Militär, der in Ausübung des Dienstes ums Leben kam.Rainer Langener: Meine Jahre auf dem Schleudersitz. Erinnerungen und Gedanken eines Militärfliegers der DDR. Helios, Aachen 2012, ISBN 978-3-86933-078-5, S. 45/46 VP-Inspekteur Leopold19..–19.. Formierung einer Fliegertechnischen SchuleOberst Manfred Lange (General-Major ab 1973)1970–1978danach Chef Allgemein-Militärische Ausbildung und Schulen (AMAS) im Kommando LSK/LVOberst Hans Süß1978–1988danach Kommandeur der Militärakademie „Friedrich Engels“ 1988 GenLtnGeneralmajor Alois Zieris1988–1990vorher Kommandeur 1. LVD

Anmerkung: Der damalige Dienstgrad VP-Inspekteur ist vergleichbar mit dem Dienstgrad Oberst.

Bekannte Absolventen 1958 – Sigmund Jähn 1959 – Wolfgang Thonke 19.. – Eberhard Köllner 1974 – Jürgen Heiducoff 1987 – Thomas Seifert

Auflösung Mit der Außerdienststellung der NVA im Jahre 1990 wurde die Offiziershochschule aufgelöst. Rechtsnachfolger wurden das Bundeswehrkommando Ost und die 5. Luftwaffendivision.

Literatur Wolf-Rüdiger Stuppert und Siegfried Fiedler: Die Funktechnischen Truppen der Luftverteidigung der DDR – Geschichte und Geschichten. Steffen-Verlag, Friedland 2012. ISBN 978-3-942477-39-0.

Einzelnachweise

Luftstreitkrafte Kategorie:Organisation (Kamenz) Kategorie:Luftstreitkräfte (NVA) Kategorie:Franz Mehring Kategorie:Bildungseinrichtungsgründung 1952