mini|hochkant|Kirche Agia Anna mit den Bäumen der Liebenden mini|Kirche Kimisis tis Theotokou in Galatas mini|Hauptkirche Agios Nikolaos mini|Kriegerdenkmal beim Hafen Galatas ( ‚Milchhändler‘) ist ein Ort an der Ostküste des Peloponnes an dem Saronischen Golf gegenüber den Inseln Poros und Kalavria in Griechenland. Galatas selbst hat 2145 Einwohner und ist Hauptort und Sitz der Gemeinde Trizinia-Methana; zusammen mit vier kleineren Siedlungen Agia Sotira, Vlachaiika, Kryfti und Saronis bildet es zugleich einen Stadtbezirk (Dimotiki Kinotita Δημοτική Κοινότητα) von Trizinia-Methana.

Geschichte der Gemeinde Galatas entstand erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Es gab zwei Molkereien, die die Milch der ansässigen Ziegenhirten sammelten und Milch und Käse verkauften. Der Ort wuchs von 11 Häusern im Jahre 1970 auf 36 Häuser im Jahre 1910 an. Um 1920 kamen viele Viehzüchter aus Arkadien, vor allem aus Valtetsi und siedelten sich in Galatas an, was den starken Bevölkerungszuwachs um diese Zeit erklärt.Κοινότητα Γαλατά bei troizinia-methana.gr

Am 31. August 1912 wurde die Kinotita Galatas als Landgemeinde durch Abspaltung von Trizina gegründet. Es gehörte zur Provinz Trizinia in der Präfektur Argolis und Korinth. Am 17. Oktober 1925 wurde Trizinia der Präfektur Attika und Böotien zugeordnet. Die Landgemeinde Galatas wurde am 10. Februar 1939 aufgelöst und an der Kinotita Poros angegliedert. Bei der Trennung von Attika und Böotien 1943 kam es zur Präfektur Attika. Am 21. Mai 1956 wurde die Siedlung Galatas wieder zu einer Kinotita erhoben und erhielt am 17. Januar 1958 die Siedlungen Vlachaiika und Dariza. Die Siedlung Dariza wurde am 3. November 1961 in Saronis umbenannt. Am 30. Oktober 1964 kam es zur neu gegründeten Präfektur Piräus wurde jedoch am 8. Mai 1972 wieder als Präfekturbezirk Piräus Attika zugeschlagen. Die Siedlung Agia Sotira wurde am 5. April 1981 innerhalb der Kinotita Galatas neu gegründet. Am 4. Dezember 1997 wurde die Kinotita Galatas aufgelöst und die Siedlungen Galatas, Agia Sotira, Vlachaiika und Saronis der Gemeinde Trizina angegliedert.ΔΙΟΙΚΗΤΙΚΕΣ ΜΕΤΑΒΟΛΕΣ ΔΗΜΩΝ ΚΑΙ ΚΟΙΝΟΤΗΤΩΝ ΑΝΑΛΥΤΙΚΑ: Κ. Γαλατά bei eetaa.gr In der Volkszählung von 2001 wurde Galatas aber noch Kinotita geführt. Mit dem Kallikratis-Programm wurde Galatas 2010 nun als Stadtbezirk geführt. Zwischen 2011 und 2021 wurde die Siedlung Kryfti gegründet und Galatas angegliedert.

Beschreibung der Gemeinde Das Gebiet des Stadtbezirks besteht aus zwei nicht zusammenhängenden Teilen. Der nördliche Teil grenzt am östlichen Ortsrand von Galatas an die Gemeinde Poros. Die Grenze verläuft etwa im rechten Winkel zur Küste bis zum Sattel des Aderes-Gebirges. Die Grenze zur Ermionida verläuft nach Westen etwa 6 km entlang des Sattels. Vom Höhenzug Labousa verläuft nun die Grenze zur Ortsgemeinschaft Trizina nach Norden und erreicht östlich der Lagune von Damala die Küste. Neben Galatas liegt Agia Sotira () an der Straße nach Ano Fanari und Kryfti () am Fuß des Aderes innerhalb des nördlichen Teils. Der südliche Teil umfasst die Höhen des östlichen Aderes-Gebirges. Der das Gebirge umgebende Küstenstreifen im Norden, Osten und Süden gehört zur Gemeinde Poros. Im Westen grenzt dieser Teil an die Ermionida. Hier liegen die beiden Orte Saronis () oder Saronida () und Vlachaiika ()

Jahr Galatas Agia Sotira Vlachaiika Kryfti Saronis Einwohnerzahldes Stadtbezirks 1889 560 - - - - - 1896 798 - - - - - 1907 902 - - - - - 1920 1442 - - - - - 1928 1500 - - - - - 1940 1619 - - - - - 1951 1585 - - - - - 1961 1542 - - - - - 1971 1721 - - - - - 1981 2120 - - - - - 1991 2181 - - - - - 2001 2592 41 50 - 24 2707 2011 2195 302 16 - 9 2522 2021 2145 80 13 3 3 2244

Sehenswürdigkeiten Fast alle Besucher von Galatas nutzen es nur als Zwischenstopp zur oder von der gegenüberliegenden Insel Poros. Von hier hat man auch eine gute Aussicht auf die Insel, die vom Festland nur durch eine etwa 300 Meter breite und 4 m tiefe Meerenge getrennt ist. In der Antike soll das Wasser so flach gewesen sein, dass man zur anderen Seite laufen konnte. In dem Hafen legen die kleinen Autofähren und Personenboote zur Insel Poros ab. Der Ort bietet zahlreiche Geschäfte und Tavernen. Er dient auch als Ausgangspunkt zu dem etwa 2 km weiter südöstlich gelegenen Lemonodasos ( = Zitronenhain). Der berühmte Hain gehört verwaltungstechnisch zur Gemeinde Poros und ist ein beliebtes Wanderziel mit kleinen Kirchen und Mühlen.Der Zitronenwald von Poros bei travellikeagoddess.com

Am westlichen Ortsausgang von Galatas befindet sich südlich der Straße nach Ano Fanari die kleine Kirche Agia Anna. Neben der Apsis der Kirche stehen eine Zypresse und eine Kiefer, die ineinander verwachsen sind und sich gegenseitig zu umarmen scheinen. Nach einer volkstümlichen Legende gab es einst ein Liebespaar, dem es verwehrt blieb zusammen zu kommen. Als sie starben wurden sie in die Bäume verwandelt, die sich nun für immer umarmen.Richard Speich: Peloponnes, Stuttgart, Berlin, Köln 1980, ISBN 3-17-010031-9, S. 215 Diese Geschichte erinnert an die Sage um Philemon und Baucis, die nach ihrem Tod auch in Bäume verwandelt wurden.Ovid: Metamorphosen 8, 599–709

An der Hauptdurchgangsstraße in der Nähe des Fähranlegers steht die kleine Kirche Kimisis tis Theotokou ( = Entschlafung der allheiligen Gottesgebärerin) Sie wurde 1835 der Jungfrau Maria geweiht. Es handelt sich um einen langgezogenen etwa 15 m langen und 5,50 m breiten rechteckigen Bau mit einer Apsis im Osten. Der Zugang erfolgt von der südlichen Straßenseite. An der Frontseite gibt es unterhalb des kleinen Glockenstuhls einen weiteren Eingang.Kurzvideo bei youtube.com

Die Hauptkirche Agios Nikolaos steht in einer Seitenstraße der Vasiliadou. Der Grundstein der Kuppelbasilika wurde am 15. August 1943 durch Prokopios Karamanos, dem Metropolit von Hydra, Spetses und Ägina, gelegt und am 21. November 1948 von ihm dem heiligen Nikolaus von Myra geweiht. Vasilios I. Vasiliadou () finanzierte den Bau in Andenken an seine Eltern. 1996 wurde die Marmorverkleidungen der Kirche von Ierotheos Tsantilis, dem damaligen Metropolit von Hydra, Spetses und Ägina, geweiht.Inschriften an den Säulen zu beiden Seiten des Eingangs. (Bild bei Commons)

Beim Hafen steht ein Denkmal, dass den Gefallenen in den Jahren 1912–1922 und 1940–1949 gedenkt. Von 1912 bis 1922 kämpfte Griechenland in den Balkankriegen, im Ersten Weltkrieg und im Griechisch-Türkischen Krieg. Zwischen 1940 und 1949 kämpfte man im Zweiten Weltkrieg gegen Italien und das Deutsche Reich und danach kam es zum Griechischen Bürgerkrieg. Das mit Marmorplatten verkleidete Denkmal trägt eine Platte mit den Namen der Gefallenen, eine Bronzeplatte mit der Abbildung einer Frau, die einen Kranz weiht und ein Fahnenmast mit griechischer Fahne.

Nördlich des Ortes liegen auf dem Hügel Megali Magoula die Reste von drei mykenischen Kuppelgräbern und einer antiken Siedlung, die während des Mittelhelladikums und später nochmals zur Klassischen Zeit besiedelt war.Eleni Konsolaki-Yannopoulou: The Middle Helladic Establishment at Megali Magoula, Galatas (Troizinia) In Mesohelladika Athen 2010 (Digitalisat) Etwa 3 km westlich von Galatas fand man am Ort Apatheia sieben mykenische Kammergräber.The Mycenaean Chamber Tombs at Apatheia in Troezen bei archaeology.wiki Die Funde sind im Archäologischen Museum von Poros ausgestellt.

Literatur Giannis Desypris: Poros. Today and yesterday., Athen 2004, ISBN 960-540-459-1, S. 70–71

Einzelnachweise

Weblinks

Fotos von Galatas

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