miniatur|Das Grab Gays auf dem Evangelisch-Augsburgischen Friedhof in Warschau mini|Detail des Hauses der Wohlfahrtsgesellschaft, Warschau, Bednarska 26 mini|Mietshaus, Warschau, Nowy Świat 26 Jan Jakub Gay (* 29. November 1800 in Kamionka; † 2. Oktober 1849 in WarschauNach anderen Quellen wurde er am 29. November 1800 oder am 1. Dezember 1803 in Warschau geboren; z. B. gem. Warszawa1939.pl (siehe Weblinks)) war ein polnischer Architekt und als solcher ein Vertreter des Historismus. Er gehört zu den bedeutendsten Warschauer Architekten der ersten Hälfte des 19. Jahrhundertsgem. Juliusz A. Chrościcki und Andrzej Rottermund: Architekturatlas von Warschau, 1. Auflage, Arkady, Warschau 1978, S. 41f..

Leben Als Jugendlicher gehörte Gay dem Kadettencorps in Kalisz an. Von 1822 bis 1825 diente er in der Armee des polnischen Königreichs. Im Jahr 1830 ging er auf Empfehlung des polnischen Finanzministeriums zum Studium nach England. Seine Studien setzte er in Holland, Frankreich und Deutschland fort.

Als erster Warschauer Architekt nutzte er gusseiserne Konstruktions- und Gestaltungselemente wie auch verzinkte Blechdächer. Er und Francesco Maria Lanci waren bei Verwendung von Eisenbauelementen die einflussreichsten Architekten der Region in ihrer Zeit. Das wichtigste Gebäude dieser Bauart war die heute nicht mehr existierende Bazarhalle Gościnny Dwórgem. International Council of Monuments and Sites. Deutsches Nationalkomitee (Hrsg.), Eisen-Architektur: die Rolle des Eisens in der historischen Architektur der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, Band 2, Vincentz, 1982, S. 101.

Darüber hinaus gehörte Gay (wie auch Lanci) neben Architekten wie Henryk Marconi, Alfons Kropiwnicki oder Andrzej Gołoński zu den bedeutendsten Vertretern des Eklektizismus in Warschaugem. Jerzy Z. Łoziński und Adam Miłobędzki, Guide to architecture in Poland, Polonia Publishing House, 1967, S. 34 (in Englisch). Häufig griff er auf Stilelemente der Renaissance und des Barocks zurück.

Gay war Mitglied des Königlichen Architekteninstituts in London und der Petersburger Kunstakademiegem. Ryszard Przybylski, Podróż Juliusza Słowackiego na Wschód, Biblioteka Romantyczna, Wyd. Literackie, 1982, S. 486 (in Polnisch). Er war mit Anna Heurich verheiratet und hatte fünf Kinder, zu denen Stanislaw Gay gehörte, der am 19. Februar 1863 in der Schlacht bei Krzywosądz (Kujawien) fiel. Ein Enkel des Architekten war Henryk Julian Gay, ebenfalls ArchitektHenryk Julian Gay (1875–1936) war ein polnischer Architekt und Ingenieur. Gay war evangelisch und wurde auf dem Evangelisch-Augsburgischen Friedhof in Warschau beigesetzt. Sein Grab befindet sich dort noch heute.

Bauten (Auswahl) Gebäude der ehemaligen Börse und Nationalbank in Warschau, gemeinsam mit Antonio Corazzi, 1828–1830 Speicher der Festungsanlage Modlin an der Narew in Nowy Dwór Mazowiecki, 1832 Stara Papiernia, Konstancin-Jeziorna, 1836–1838 Gay-Palast, ein im Zweiten Weltkrieg zerstörtes, eigenes Gebäude in der Warschauer Innenstadt, 1838 Umbau des Kazanowski-Palastes, Warschau, 1840–1841 Haus der Warschauer Wohlfahrtsgesellschaft, 1840–1841 Gościnny Dwór, Warschau, 1841 Bahnhofsstation der Warschau-Wiener Bahnstrecke in Żyrardów, 1845 Judas-Thaddäus-Kapelle in Ruda Maleniecka, 1848 Cohn-Haus an der Ecke Ulica Przechodnia/Ptasia in Warschau Nowakowski-Haus an der Ulica Królewska in Warschau

Einzelnachweise und Anmerkungen

Weblinks

Vita und Gebäudeliste bei Warszawa1939.pl (in Polnisch)

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