Die 14. Eishockey-Weltmeisterschaften der U18-Junioren der Internationalen Eishockey-Föderation IIHF waren die Eishockey-Weltmeisterschaften des Jahres 2012 in der Altersklasse der Unter-Achtzehnjährigen (U18). Insgesamt nahmen zwischen dem 11. März und 22. April 2012 40 Nationalmannschaften an den sechs Turnieren der Top-Division sowie der Divisionen I bis III teil.
Der Weltmeister wurde zum siebten Mal insgesamt und vierten Mal in Folge die Mannschaft der Vereinigten Staaten, die wie in den Jahren 2010 und 2011 im Finale Schweden deutlich mit 7:0 bezwingen konnte. Den dritten Rang belegte Kanada. Die deutsche Mannschaft bestätigte das gute Ergebnis des Vorjahres und belegte erneut den sechsten Platz, die Schweiz – ebenfalls wie im vergangenen Jahr – schloss das Turnier auf dem siebten Rang in der Top-Division ab. Österreich wurde als Aufsteiger in der Gruppe B der Division I einen guten dritten Rang und stand damit am Ende auf dem 19. Rang des WM-Turniers.
+ Übersicht U18-Junioren-Weltmeisterschaften Turnier Ort Datum Teil-nehmer Zuschauerinsgesamt Spiele ø Top-Division BrünnZnojmoBřeclav 12. April 2012 – 22. April 2012 10 26.228 31 846 Division I A Piešťany 11. April 2012 – 17. April 2012 6 13.836 15 922 Division I B Székesfehérvár 11. April 2012 – 17. April 2012 6 11.225 15 748 Division II A Heerenveen 31. März 2012 – 6. April 2012 6 4.438 15 295 Division II B Novi Sad 20. März 2012 – 26. März 2012 6 2.272 15 151 Division III A Sofia 12. März 2012 – 18. März 2012 6 7.497 15 499
Teilnehmer, Austragungsorte und -zeiträume
Top-Division: 12. bis 22. April 2012 in Brünn, Znojmo und Břeclav, Tschechien Teilnehmer: Dänemark (Aufsteiger), Deutschland, Finnland, Kanada, Lettland (Aufsteiger), Russland, Schweden, Schweiz, , USA (Titelverteidiger)
Division I Gruppe A: 11. bis 17. April 2012 in Piešťany, Slowakei Teilnehmer: Frankreich, Italien, Japan (erste Teilnahme seit 2010), Norwegen (Absteiger), (Absteiger), Slowenien Gruppe B: 11. bis 17. April 2012 in Székesfehérvár, Ungarn Teilnehmer: Belarus, Kasachstan, Österreich (Aufsteiger), Polen, Ukraine (Aufsteiger), Ungarn
Division II Gruppe A: 31. März bis 6. April 2012 in Heerenveen, Niederlande Teilnehmer: Großbritannien (Absteiger), Kroatien, Litauen, Niederlande, Rumänien, Südkorea (Absteiger) Gruppe B: 20. bis 26. März 2012 in Novi Sad, Serbien Teilnehmer: Australien (Aufsteiger), Volksrepublik China, Estland, Island (Aufsteiger), Serbien, Spanien
Division III: Gruppe A: 12. bis 18. März 2012 in Sofia, Bulgarien Teilnehmer: Belgien (Absteiger), Bulgarien, Republik China (Taiwan), Mexiko, Neuseeland (Absteiger), Südafrika
Die letztjährigen Teilnehmer Israel und Irland zogen ihre gemeldeten Mannschaften für die Gruppe B der Division III, die im türkischen Erzurum ausgetragen werden sollte, nachträglich zurück. Die Mannschaften der erstmals für die Gruppe B der Division III gemeldeten Mannschaften Bosnien und Herzegowinas sowie Hongkongs erhielten keine Starterlaubnis oder zogen sich ebenfalls zurück. Da mit der Türkei und Mongolei nur noch zwei Teilnehmer verblieben und die Teilnahme der Mongolen im Dezember 2011 als nicht gesichert galt, strich der Weltverband das Turnier ersatzlos.
Modusänderungen mini|Vergleich des bisherigen Formats (links) mit der neuen Regelung (rechts) anhand der Turniere der Herren-Weltmeisterschaft Erstmals seit den Herren-Weltmeisterschaften des Jahres 2001 wurden die Wettbewerbe einer weitreichenden Reform unterzogen. Zwar behalten die jeweiligen Divisionen ihre Teilnehmerstärke – die Top-Division spielt weiterhin mit 16 Mannschaften, die Divisionen I und II weiterhin mit zwölf und die Division III mit sechs –, jedoch ändern sich die Wettbewerbsformate grundlegend. Der Grund für die Reform, die auch im Bereich der U20- und U18-Junioren Einzug erhält, liegt darin, dass nach einer Studie der Internationalen Eishockey-Föderation IIHF zwischen 49 und 68 Prozent aller Spiele der Saison 2010/11 mit fünf oder mehr Toren Unterschied endeten.
In den Divisionen I und II werden die jeweils zwölf Mannschaften weiterhin in je zwei Gruppen zu sechs Teams aufgeteilt. Dies geschieht jedoch nicht mehr auf Grundlage der Weltrangliste, sodass beide Gruppen möglichst ausgeglichen aufgestellt sind, sondern einmalig auf Basis der Abschlussplatzierungen der Weltmeisterschaften des Jahres 2011. So spielen in der Gruppe A der Divisionen im ersten Jahr die sechs besser platzierten Teams, während sich in der Gruppe B die schlechter platzierten wiederfinden. In den folgenden Jahren erklärt sich die Gruppenzusammensetzung aufgrund der Auf- und Abstiegsregelungen von selbst.
Die Division III wird weiterhin in einer Gruppe mit sechs Mannschaften spielen, wobei je nach Anzahl der gemeldeten Teilnehmer eine optionale Qualifikation veranstaltet wird.
Durch die Modusänderungen betroffen sind auch die Auf- und Abstiegsregelungen der einzelnen Divisionen. Aus der Top-Division steigt nur noch der Letztplatzierte der Relegationsrunde in die Division I A ab. Aus selbiger steigt auch nur der Erstplatzierte zum nächsten Jahr in die Top-Division auf, während der Sechstplatzierte in die Division I B absteigt. Im Gegenzug steigt der Gewinner der Division I B in die Division I A auf. Aus der Division I B steigt ebenfalls der Letzte in die Division II A ab. Die Aufstiegsregelung der Division I B mit einem Auf- und Absteiger gilt genauso für die Division II A, ebenso steigt aus der Division II B eine Mannschaft auf. Hingegen steigen aus der Division II B zwei Mannschaften ab und somit auch zwei aus der Division III auf. Einen direkten Absteiger aus der Division III gibt es in diesem Sinne nicht. In Abhängigkeit von einer möglichen Qualifikation zur Division III müssen die zwei letztplatzierten Teams der Division III des Vorjahres mit den neu gemeldeten Nationalmannschaften in der Qualifikation antreten, um die dann zwei freien Plätze auszuspielen.
Top-Division WM 2012 der U18-Junioren Anzahl Nationen 10 Weltmeister USA Silber Schweden Bronze Kanada Absteiger Dänemark Austragungsort(e) Brünn, Znojmo & Břeclav, Tschechien Eröffnung 12. April 2012 Endspiel 22. April 2012 Zuschauer 26.228 (846 pro Spiel) Tore 209 (6,74 pro Spiel) Bester Torhüter Collin Olson Bester Verteidiger Mathew Dumba Bester Stürmer Filip Forsberg Topscorer Mathew Dumba (12 Punkte)
Die U18-Weltmeisterschaft wurde vom 12. bis zum 22. April 2012 in den tschechischen Städten Brünn, Znojmo und Břeclav ausgetragen. Gespielt wurde in der Kajot Arena (7.200 Plätze) in Brünn sowie im Zimní stadion in Znojmo mit 5.500 Plätzen. Aufgrund der Erfolge des HC Kometa Brno in den Play-offs der tschechischen Extraliga stand die Kajot Arena nicht für alle dort geplanten Spiele zur Verfügung. Am 5. April wurde daher die 4.200 Zuschauer fassende Alcaplast aréna in Břeclav als dritter Spielort hinzugefügt.
Am Turnier nahmen zehn Nationalmannschaften teil, die in zwei Gruppen zu je fünf Teams spielten. Dabei setzten sich die beiden Gruppen nach den Platzierungen der Nationalmannschaften bei der Weltmeisterschaft 2011 nach folgendem Schlüssel zusammen:
Gruppe A (Brünn & Břeclav) Gruppe B (Znojmo) USA (1) Schweden (2) Kanada (4) Russland (3) Finnland (5) Deutschland (6) Tschechien (8) Schweiz (7) Dänemark (11) Lettland (12)
Modus Nach den Gruppenspielen der Vorrunde qualifizieren sich die beiden Gruppenersten direkt für das Halbfinale. Die Gruppenzweiten und -dritten bestreiten je ein Qualifikationsspiel zur Halbfinalteilnahme. Die Vierten und Fünften der Gruppenspiele bestreiten – bei Mitnahme des Ergebnisses der direkten Begegnung aus der Vorrunde – die Abstiegsrunde und ermitteln dabei zwei Absteiger in die Division I.
Austragungsorte Brünn Znojmo Břeclav Kajot Arena Kapazität: 7.200 Zimní stadion Kapazität: 5.500 Alcaplast aréna Kapazität: 4.200 x150px|Kajot Arena x150px|Zimní stadion Znojmo
Vorrunde Gruppe A
Pl. Sp S OTS OTN N Tore Punkte 1. USA 4 4 0 0 0 18:3 12 2. Finnland 4 3 0 0 1 15:9 9 3. Kanada 4 2 0 0 2 17:12 6 4. Tschechien 4 1 0 0 3 12:21 3 5. Dänemark 4 0 0 0 4 6:23 0 Abkürzungen: Pl. = Platz, Sp = Spiele, S = Siege, OTS = Siege nach Verlängerung (Overtime) oder Penaltyschießen, OTN = Niederlagen nach Verlängerung oder Penaltyschießen, N = Niederlagen Erläuterungen: , ,
Gruppe B
Pl. Sp S OTS OTN N Tore Punkte 1. Schweden 4 4 0 0 0 20:4 12 2. Russland 4 2 0 0 2 14:7 6 3. Deutschland 4 2 0 0 2 15:17 6 4. Lettland 4 2 0 0 2 11:15 6 5. Schweiz 4 0 0 0 4 6:23 0 Abkürzungen: Pl. = Platz, Sp = Spiele, S = Siege, OTS = Siege nach Verlängerung (Overtime) oder Penaltyschießen, OTN = Niederlagen nach Verlängerung oder Penaltyschießen, N = Niederlagen Erläuterungen: , ,
Abstiegsrunde
Pl. Sp S OTS OTN N Tore Punkte 1. Schweiz 3 2 0 0 1 8:7 6 2. Tschechien 3 2 0 0 1 17:12 6 3. Lettland 3 1 0 1 1 11:13 4 4. Dänemark 3 0 1 0 2 9:13 2 Anmerkung: Die Vorrundenspiele Tschechien – Dänemark (8:4) und Schweiz – Lettland (2:4) sind in die Tabelle eingerechnet. Abkürzungen: Pl. = Platz, Sp = Spiele, S = Siege, OTS = Siege nach Verlängerung (Overtime) oder Penaltyschießen, OTN = Niederlagen nach Verlängerung oder Penaltyschießen, N = Niederlagen Erläuterungen:
Finalrunde
Viertelfinale
Spiel um Platz 5
Halbfinale
Spiel um Platz 3
Finale
Statistik Beste Scorer Abkürzungen: Sp = Spiele, T = Tore, V = Assists, Pkt = Punkte, +/− = Plus/Minus, SM = Strafminuten; Fett: Turnierbestwert Spieler Team Sp T V Pkt +/− SM Mathew Dumba Kanada 7 5 7 12 +2 20 Artturi Lehkonen Finnland 7 7 3 10 +3 6 Henrik Haapala Finnland 7 4 6 10 +4 2 Rasmus Kulmala Finnland 7 5 4 9 +4 2 Sebastian Collberg Schweden 6 4 5 9 +1 14 Nic Kerdiles USA 6 4 5 9 +8 2 Alexander Wennberg Schweden 6 3 6 9 +2 0 Kerby Rychel Kanada 7 5 3 8 +4 12 Kristoffer Lauridsen Dänemark 5 4 4 8 +4 4 Gustav Possler Schweden 6 4 4 8 +6 0
Beste Torhüter Abkürzungen: Sp = Spiele, Min = Eiszeit (in Minuten), GT = Gegentore, SO = Shutouts, Sv% = gehaltene Schüsse (in %), GTS = Gegentorschnitt; Fett: Turnierbestwert Spieler Team Sp Min GT SO Sv% GTS Collin Olson USA 5 300:00 4 3 96,55 0,80 Oscar Dansk Schweden 5 272:47 9 1 93,71 1,98 Andrei Wassilewski Russland 5 299:20 11 1 92,20 2,20 Matt Murray Kanada 7 419:51 19 0 90,95 2,72 George Sørensen Dänemark 5 276:12 18 0 90,67 3,91
Abschlussplatzierungen Pl. Team 1 USA 2 Schweden 3 Kanada 4 Finnland 5 Russland 6 Deutschland 7 Schweiz 8 Tschechien 9 Lettland 10 Dänemark
Titel, Auf- und Abstieg WeltmeisterUSA Riley Barber, Will Butcher, Connor Carrick, J. T. Compher, Andrew Copp, Cameron Darcy, Thomas DiPauli, Matt Grzelcyk, Ryan Hartman, Seth Jones, Nic Kerdiles, Matthew Lane, Anthony Louis, Collin Olson, Daniel O’Regan, Kyle Osterberg, Jared Rutledge, Quentin Shore, Patrick Sieloff, Brady Skjei, Jacob Trouba, Frank VatranoTrainer: Danton Cole
SilberSchweden Calle Andersson, Linus Arnesson, Anton Brehmer, André Burakovsky, Ludvig Byström, Sebastian Collberg, Oscar Dansk, Jacob de la Rose, Christian Djoos, Filip Forsberg, Marcus Högberg, Mattias Kalin, Erik Karlsson, Elias Lindholm, Hampus Lindholm, Ludvig Nilsson, Mattias Nilsson, Jesper Pettersson, Gustav Possler, Filip Sandberg, Ebbe Siönäs, Tobias Törnkvist, Alexander WennbergTrainer: Rikard Grönborg
BronzeKanada Troy Bourke, William Carrier, Mathew Dumba, Brendan Gaunce, Félix Girard, Scott Kosmachuk, Scott Laughton, Anthony Mantha, Spencer Martin, Josh Morrissey, Matt Murray, Darnell Nurse, Adam Pelech, Ryan Pulock, Sam Reinhart, Kerby Rychel, Damon Severson, Hunter Shinkaruk, Gemel Smith, Warren Steele, Branden Troock, Brandon Whitney, Mike WintherTrainer: Jesse Wallin
Absteiger in die Division IA: Dänemark Aufsteiger in die Top-Division: Slowakei
Auszeichnungen Spielertrophäen Auszeichnung Spieler Team Bester Torhüter Collin Olson USA Bester Verteidiger Mathew Dumba Kanada Bester Stürmer Filip Forsberg Schweden
Division I Gruppe A in Piešťany, Slowakei