Der Trolleybus Luzern ist das Trolleybus-System der schweizerischen Stadt Luzern, das über die Stadtgrenze hinweg auch in die Nachbargemeinden Emmen, Horw, Kriens, Ebikon und das 2010 eingemeindete Littau führt. Er wurde am 7. Dezember 1941 eröffnet und ersetzte bis 1961 sukzessive die frühere Strassenbahn Luzern von 1899. auf trolleymotion.eu Heute betreiben die Verkehrsbetriebe Luzern (VBL) sieben Trolleybus-Linien. Auf dem Trolleybusnetz ohne die später eingeführte Linie 5 wurden im Jahr 2015 28,6 Millionen Fahrgäste befördert. Ergänzt werden sie durch 25 Autobus-Linien des gleichen Verkehrsunternehmens, darunter sieben Nachtbuslinien.
Linien Die Verkehrsbetriebe Luzern betreiben sieben Trolleybuslinien, dies sind im Einzelnen:
Die Linien 1 und 5 überqueren auf ihrem Westast die Grenze zur Nachbargemeinde Kriens, die Linie 1 reicht auf ihrem Ostast bis in die Gemeinde Ebikon, die Linien 2 und 5 führen in das nördlich von Luzern gelegene Emmen. Ausserdem befindet sich die südliche Endhaltestelle der Linie 7 ennet der Stadtgrenze auf Gebiet der Gemeinde Horw.
Die Linien 6 und 8 bedienen zwischen Brüelstrasse und Schönbühl die gleiche Strecke, so dass sich auf diesem Abschnitt durch Überlagerung ein 5-Minuten-Takt in der HVZ und ein 7½-Minuten-Takt in der NVZ ergibt. Oft spricht man daher auch von der Doppellinie 6/8.
Auf der Linie 1 führte der Verkehrsverbund Luzern im Juni 2014 das System RBus ein, im Dezember 2016 folgte die Linie 2, und seit Herbst 2017 ist auch die Linie 8 Teil davon. Bis 2025 sollen dadurch die Hauptlinien des Trolleybus Luzern schrittweise zu einem hochwertigen Trolleybussystem umgebaut werden.
Die Linie 5 verkehrt nicht an Sonn- und Feiertagen sowie werktags nur bis 20 Uhr, da sie hauptsächlich als Ergänzung zu den RBus-Linien 1 und 2 für Pendler zwischen Kriens und Emmenbrücke dienen soll.
Das Depot Weinbergli befindet sich an der Strecke der Linien 6, 7 und 8. Das Depot Root liegt an keiner Trolleybus-Strecke und wird von den Doppelgelenkwagen der Linie 1 im Batterie-Modus erreicht. Die Traktionsbatterien der Fahrzeuge werden anschliessend im Depot aufgeladen.In diesem Gebäude in Root gehen die VBL-Busse in der Nacht künftig schlafen, Artikel vom 12. Dezember 2019 azf www.luzernerzeitung.ch
Linie Strecke Haltestellen Taktfolge HVZ / NVZ Kurse Art Fahrzeugeinsatz 1 Obernau Dorf – Ebikon, Fildern 38 / 38 7½ Minuten 13 Durchmesserlinie Doppelgelenkwagen 2 Sprengi – Luzern Bahnhof 16 / 16 7½ Minuten 8 Radiallinie Doppelgelenkwagen 4 Hubelmatt – Luzern Bahnhof 9 / 9 10 Minuten 3 Radiallinie Gelenkwagen 5 Kriens Busschleife – Emmenbrücke Bahnhof Süd 20 / 20 7½ / 15 Minuten 7 Tangentiallinie Gelenkwagen 6 Matthof – Büttenenhalde 23 / 24 10 / 15 Minuten 7 Durchmesserlinie Gelenkwagen, vereinzelt Doppelgelenkwagen 7 Biregghof – Unterlöchli 23 / 24 7½ / 15 Minuten 7 Durchmesserlinie Gelenkwagen 8 Hirtenhof – Würzenbach 19 / 20 10 / 15 Minuten 6 Durchmesserlinie Doppelgelenkwagen
Planungen Auf den Fahrplanwechsel vom 13. Dezember 2026 sind folgende Anpassungen im Trolleybusnetz geplant:
R-Buslinie 3: Die heute mit Autobussen betriebene Linie 12 wird mit dem Büttenenhalde-Ast der heutigen Linie zur neuen R-Buslinie 3 „Büttenenhalde-Luzern Bahnhof-Gasshof“ verknüpft. Zu diesem Zweck werden zwischen der Haltestelle S. Karli und der Haltestelle „Michaelshof“ Fahrleitungen erstellt. Dei Streckenabschnitte Schlossberg–St. Karli und Michaelshof–Gasshof werden im Batteriemodus bedient. An der Endhaltestelle Gasshof ist eine Stützladevorrichtung geplant. R-Buslinie 4: Überlagernd zur neuen R-Buslinie 3 wird eine Zweiglinie 4 „Würzenbach-Luzern Bahnhof-Gasshof“. Die Strecken Schlossberg–St. Karli und Michaelshof–Gasshof werden analog der Linie 3 im Batteriemodus bedient. Linie 5: Die heutige Linie 4 wird während der Hauptverkehrszeiten bis Maihof verlängert und kriegt neu die Liniennummer 5. Die bisherige Linie 5 (Emmenbrücke Bahnhof Süd–Kriens Busschleife) wird neu zur Linie 12 Linie 6: Die Linie 6 verkehrt neu nur noch Montag bis Freitag während der Hauptverkehrszeiten. Linie 8: Der „Hirtenhof“-Ast der Linie 8 wird mit der Autobuslinie 19 zur Linie „Hirtenhof-Luzern Bahnhof-Kantonsspital-Friedental“ verknüpft. Der Abschnitt zwischen Schlossberg und dem Friedental soll im Batteriemodus bedient werden. Linie 9: Luzern Littau Bahnhof-Kantonsspital-Luzern Bahnhof-Matthof Linie 12: Die aktuelle Linie 5 (Emmenbrücke Bahnhof Süd–Pilatusplatz–Kriens Busschleife) wird zur neuen Linie 12
Des Weiteren soll am Bahnhof Ebikon zu einem späteren Zeitpunkt der definitive Bushub gebaut und die Fahrleitungen der Linie 1 bis zu demselbigen verlängert werden. Damit würde dann das Senken und Heben der Ruten mitten auf der Strecke zwischen „Hofmatt“ und „Ebikon Bahnhof“ entfallen. Der Umsetzungszeitpunkt ist aber ungewiss, da das Kantonsgericht 2022 Beschwerden zum ursprünglichen Projekt gutgeheissen hat und bislang noch kein neues Projekt fertiggestellt wurde.
Geschichte Vorgeschichte Bereits 1912 prüfte die damalige Trambahn Luzern (TrL) nach einem Besuch bei der geleiselosen Bahn Ludwigsburg den Bau einer Trolleybusstrecke zwischen Halde und Seeburg als Anschluss ans damalige Tramnetz. Das Projekt wurde aber nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs nicht weiterverfolgt. 1928 nahmen schliesslich die ersten Autobusse den Betrieb in Luzern auf, und ausgerechnet der Tramabschnitt Luzernerhof–Halde, an den das erste Trolleybusprojekt anschliessen sollte, wurde 1930 auf Autobus umgestellt. Mitte der 1930er Jahre drängte sich eine Erweiterung der Autobusflotte auf. Deshalb organisierte die TrL-Direktion zusammen mit Vertretern aus Winterthur und dem St. Galler Rheintal eine Studienreise, die zu acht belgischen und deutschen Netzen führte. Im Anschluss daran wurde ein Projekt, die Linie Allmend–Halde auf Trolleybus umzustellen, ausgearbeitet. Dieses Projekt wurde am 3. Juli 1938 von den Einwohnern der Stadt klar abgelehnt. Einer der Hauptkritikpunkte der Gegner war dabei die Ästhetik der zweipoligen Fahrleitung.Sandro Flückiger, Roman Zai: 1941-2016: 75 Jahre Trolleybus in Luzern, vbl-historic 2016, S. 6f
Bereits im Oktober 1938 bestellte die TrL daraufhin zwei Autobusse, um den Bedarf an zusätzlichen Fahrzeugen zu decken. Dabei entschied man sich für Fahrzeuge mit Heckmotor, die mehr Nutzfläche als die klassischen Normallenker-Busse boten. Da das mechanische Schalten dieser Wagen als kompliziert eingestuft wurde, entschied man sich, den Antrieb diesel-elektrisch auszuführen. Die beiden Fahrzeuge erhielten die Nummern 16 und 17 und wurden Mitte 1939 in Betrieb genommen. Da es im Verlauf des Zweiten Weltkriegs immer schwieriger wurde, Treibstoff für die Autobusse zu beschaffen und dieser teilweise gar rationiert war, sah sich die TrL ab Frühling 1941 gezwungen, den Autobusbetrieb stark zu reduzieren und teilweise Autobusse mit Holzvergasern einzusetzen. Darüber hinaus verbot das Kriegs-, Industrie- und Arbeitsamt per Mai 1941 jegliche Parallelverkehre von städtischen Autobus- und Tramlinien, worauf auch die Stadtlinie Allmend–Halde per 11. Mai eingestellt werden musste. So kam es, dass am 7. September 1941 erneut über die Umstellung dieser Linie auf Trolleybus abgestimmt wurde. Die TrL organisierte im Vorfeld einen viertägigen Vorführbetrieb in der Hirschmattstrasse mit dem Zweikraftwagen Nummer 11 des Trolleybus Basel. Im Gegensatz zu 1938 wurde dieses Mal die Trolleybusvorlage mit rund 74 Prozent der Stimmen klar angenommen.Sandro Flückiger, Roman Zai: 1941-2016: 75 Jahre Trolleybus in Luzern, vbl-historic 2016, S. 8–12
Ergänzung zum Tram (1941–1959) mini|Die Verlängerung ins Wesemlin-Quartier gehörte zu den ersten Netzausbauten in den Jahren 1949–1951, hierfür wurden zehn dieser Solowagen neu beschafft (Aufnahme 2016) Dank umfangreicher Vorarbeiten vor der Abstimmung im Herbst konnte der erste Trolleybus zwischen der Allmend und dem Bahnhof Luzern bereits am 7. Dezember 1941 verkehren. Für den Zwölf-Minuten-Takt standen dabei zwei Fahrzeuge zur Verfügung: Ein angemieteter Wagen des Trolleybus Lausanne sowie der zum Zweikraftwagen umgebaute Autobus Nummer 17. Bereits zwei Wochen später war auch Wagen Nummer 16 für den Trolleybusbetrieb ausgerüstet. Am 25. Januar 1942 konnte auch der Betrieb auf dem Abschnitt Bahnhof–Dietschiberg (Halde) aufgenommen werden, nach der Auslieferung der neuen Trolleybusse 18–21 wurde ab April ein Sechs-Minuten-Takt auf der gesamten Linie angeboten. Zusätzlich zu der ohne Weichen angelegten Fahrleitungsanlage der neuen Trolleybuslinie wurde im Bereich des Depots Eschenstrasse auch eine Dienstfahrleitung angelegt, welche allerdings durch die elektrifizierte Brünigbahn von den restlichen Fahrleitungsanlagen getrennt war.
Nach dem Kriegsende stiegen die Fahrgastfrequenzen stark, weshalb die Verkehrsbetriebe Luzern Ende 1945 zwei Anhänger bestellte, welche zu den Spitzenzeiten hinter den Trolleybussen 18–21 eingesetzt werden konnten. Nach der Anpassung der Kupplung sowie weiteren Nachbesserungen gelangten sie im Herbst 1947 in Betrieb. Zudem plante man, die Halden-Linie von Dietschiberg zur Brüelstrasse, zum Lido und in die Seeburg zu verlängern, weshalb 1947/48 zehn Trolleybusse bestellt wurden. Sie sollten zwischen Juni 1949 und März 1950 abgeliefert werden, vier davon wären für den Betrieb der Verlängerung vorgesehen gewesen. Da die Kosten für Fahrleitungsanlagen in dieser Zeit anstiegen, reichte der bewilligte Kredit für den Bau nicht mehr aus, und eigentlich geplante Überbauungen im Gebiet Brüel-Würzenbach wurden ebenfalls nicht im erwarteten Ausmass realisiert. Deshalb kamen die politischen Entscheidungsträger wie auch die Verkehrsbetriebe Luzern 1949 zum Entscheid, auf eine Ausweitung des Netzes in der Halde zu verzichten. Stattdessen wurden die Fahrzeuge der Serie 22–31 ab Ende 1949 auf der einzigen Linie 5 eingesetzt, wodurch die Anhänger nicht mehr benötigt wurden und ab 1950 dem Autobusbetrieb zugeordnet waren.Sandro Flückiger, Roman Zai: 1941-2016: 75 Jahre Trolleybus in Luzern, vbl-historic 2016, S. 13–16
Nach der Sistierung des Projekts zur Verlängerung in die Seeburg genehmigte der Stadtrat im September 1950 einen Kredit zur Elektrifizierung der Linie 7 zwischen Bahnhof und Wesemlin. Bereits zwischen 1944 und 1948 waren entlang des Abendwegs im Rahmen dessen Ausbaus Vorarbeiten für zukünftige Mastfundamente der Linie ins Wesemlin durchgeführt worden. Im Zuge der Bauarbeiten wurden am Bahnhof Luzern zum ersten Mal für Luzern Zwischenwendeschleifen in beide Fahrtrichtungen realisiert. Am 20. Mai 1951 konnte die Linie planmässig eingeweiht werden. Der neueröffnete Abschnitt wurde mit der Strecke nach der Allmend zur Linie 5 verknüpft und die Strecke Bahnhof–Dietschiberg neu als Radiallinie 6 betrieben. Die erneute Zunahme der Fahrgastfrequenzen führte dazu, dass 1955 erneut zwei zusätzliche Trolleybusse an die Verkehrsbetriebe Luzern ausgeliefert wurden.Sandro Flückiger, Roman Zai: 1941-2016: 75 Jahre Trolleybus in Luzern, vbl-historic 2016, S. 16–18
Umstellung von Tram auf Trolleybus (1959–1961)