Eritrea wurde mit der Abspaltung von Äthiopien im Jahr 1991 unabhängig. Die Eritreische Volksbefreiungsfront (EPLF) versprach damals, einen demokratischen Staat aufzubauen, was jedoch nicht eingehalten wurde.
Eritrea ist der einzige afrikanische Staat südlich der Sahara, der private Medien verbietet.Johnson: Medien und Zivilgesellschaft. In: Informationen zur politischen Bildung, Nr. 303, 2009, S. 14. Auf der weltweiten Rangliste der Pressefreiheit belegt das Land regelmäßig einen der letzten Plätze.Rangliste der Pressefreiheit 2021 mini|Lage Eritreas
Geschichte der Pressefreiheit in Eritrea Private Zeitungen wurden erstmals 1998 erlaubt, daraufhin wurden acht Zeitungen gegründet. Sie beeinflussten die öffentliche Meinungsbildung wesentlich und die Forderung nach Demokratisierung sowie Kritik an der Regierung wurde durch sie möglich. Sie verkauften mehr Exemplare (mit ca. 45 000) als die regierungstreue Presse. Am 18. September 2001 endete die Liberalisierung der Presse jedoch abrupt. Die unabhängigen Zeitungen hatten einen Brief der „G-15“ veröffentlicht und positiv kommentiert. In dem offenen Brief warf die G-15 dem Präsidenten, Isayas Afewerki, und der Regierung vor, rechtswidrig gehandelt und gegen die Verfassung verstoßen zu haben. mini|hochkant|Präsident Isayas AfewerkiMit der Begründung „gegen das Pressegesetz zu verstoßen“ und „die Einheit und die Interessen des Landes zu gefährden“ wurden daraufhin alle unabhängigen Zeitungen verboten und zehn Journalisten inhaftiert. Sie wurden ohne jegliche Beweise beschuldigt, äthiopische Spione zu sein.
Heutige Situation In Eritrea gibt es heute nur noch staatlich kontrollierte Medien. Die nach der Unabhängigkeit gegründete Tageszeitung Hadas Ertr erscheint von Dienstag bis Samstag in Tigrinya und Arabisch. Die Zeitung Eritrea Profile ist englischsprachig und erscheint jeweils mittwochs und donnerstags.Eritrea Profile. In: shabait.com Eritrean Ministry of Information; abgerufen am 5. November 2011 Sämtliche Zeitungen sind auf der Website des eritreischen Informationsministeriums zu lesen. Eri-TV ist mit zwei Kanälen der einzige Fernsehsender Eritreas. Die Radiostation Eritreas heißt Dimtzi Hafash. Wegen der strengen Zensur ist es für die Bürger unmöglich, zwischen Wahrheit und Propaganda zu unterscheiden. Über das Internet könnte die eritreische Bevölkerung unzensierte Nachrichten erhalten, denn es gibt einige Journalisten im Exil, die über Websites, Internetradio/-fernsehen oder Videos unabhängige Berichterstattung liefern. Nur 3 % der Eritreer haben jedoch Internetzugang.The World Fact Book - Eritrea. In: Central Intelligence Agency; abgerufen am 5. November 2011 Vor allem auf dem Land ist die Bevölkerung auf die einseitige Information und Propaganda der Regierung angewiesen. Eritrea wird in der Literatur häufig als „Afrikas Nordkorea“ bezeichnet, da diese beiden Länder weltweit die einzigen ohne jegliche freie Presse sind.Yohannes: The Role of Free Press in Democratic Process in Eritrea: When the protector becomes a censor. In: asmarino.com abgerufen am 30. März 2011 Derzeit werden etwa 16 Journalisten in Gefängnissen Eritreas festgehalten. Vier von ihnen sind aufgrund der unmenschlichen Bedingungen gestorben oder haben Selbstmord begangen.Predators: Issaias Afeworki, President, Eritrea. In: Reporter ohne Grenzen; abgerufen am 9. März 2011
Auf der Rangliste der Pressefreiheit belegte Eritrea in den letzten Jahren die folgenden Plätze:
2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011/12 2013 2014 2015 2016 Weltweite Einstufung 132/139 162/166 163/167 166/167 166/168 169/169 173/173 175/175 178/178reporter-ohne-grenzen.de 179/179 179/179 180/180ROG Rangliste der Pressefreiheit 2014/15 (PDF) 180/180ROG Rangliste der Pressefreiheit 2015 (PDF) 180/180ROG Rangliste der Pressefreiheit 2016 (PDF) Note von RSF 83,67 91,50 93,25 99,75 109 114,75 97,50 115,50 105,00 142,00 84,83 84,83 84,86 83,92
Über die Benotung von Reporter ohne Grenzen (ROG): Je höher die Zahl, desto schlechter ist die Situation.
Rundfunk Der Radiosender Radio Erena, der von eritreischen Journalisten im Exil mit Hilfe von Reporter ohne Grenzen gegründet wurde und seit dem 15. Juni 2009 von Paris aus auf Sendung ist, bietet über Satellit ein freies, unabhängiges Programm. Das Ziel des Programms ist es, den Bürgern Eritreas unabhängige Nachrichten zugänglich zu machen. Dies ist eine effektive Art sie zu erreichen, da die Analphabetenquote in Eritrea mit 41,4 % sehr hoch ist.Eritrea. In: Central Intelligence Agency; abgerufen am 7. November 2011 Der Sender bietet kritische Berichterstattung, kulturelle Sendungen bis zu einem Jugendprogramm und sowohl eritreischer als auch internationaler Musik.Radio Erena – an independent news source for Eritrea. Reporter ohne Grenzen; abgerufen am 22. Juni 2011
Siehe auch Liste während der Berufsausübung getöteter Journalisten Yirgalem Fisseha Mebrahtu
Literatur
Weblinks Eritrea Profile. In: shabait.com Eritrean Ministry of Information; abgerufen am 5. November 2011 M. Yohannes: The Role of Free Press in Democratic Process in Eritrea: When the protector becomes a censor. (PDF; 304 kB) abgerufen am 30. März 2011 Issaias Afeworki, President, Eritrea. In: en.rsf.org Reporter ohne Grenzen, Predators; abgerufen am 9. März 2011 Questionaire for compiling the 2010 Press Freedom Index. (PDF; 862 kB) Reporter ohne Grenzen; abgerufen am 26. Juni 2011 An independent news source for Eritrea. In: en.rsf.org Reporter ohne Grenzen, Radio Erena; abgerufen am 24. Juni 2011 Rangliste der Pressefreiheit 2010. (PDF; 111 kB) Reporter ohne Grenzen; abgerufen am 17. Juni 2011
Einzelnachweise
Eritrea Kategorie:Menschenrechte in Eritrea